Ehe ich zu den Edelsüßen überging, beschäftigte ich mich noch mit zwei Winzern, die sich derzeit mächtig im Aufwind befinden. Vor allem Judit und József Bott von der kleinen Bott Pince ist es binnen kurzer Zeit (genaugenommen seit 2006) gelungen sich einen Namen zu machen. Sicher haben die beiden noch einen weiten Weg vor sich, ehe sie aus dem Gröbsten raus sind und von ihrem kleinen, 7 ha großen Weingut wirklich leben können.

Einen Namen gemacht hat Bárdos Sarolta sich bereits, nachdem sie bei Degenfeld und wenn ich es recht weiß Béres gearbeitet hatte. Mit Tokaj Nobilis steht sie seit 1999 auf eigenen Beinen. Ihren 2006er Hárs(levelű) aus der Lage Barakonyi dűlő hatte ich erst kürzlich probiert, der hatte mir ziemlich gut gefallen.


Zur Einleitung.Teil I der Verkostung.
Teil II der Verkostung.

Teil III der Verkostung.

Csontos Furmint 2007, Bott Pince, Olaszliszka

Halbtrocken ausgebaut. Helles Goldgelb. Pfirsich und Ananas in der Nase. Ein rot-grüner Beerenkorb, dazu
Banane und Johannisbeere. Weiche Säuren, rund und warm. Ein wenig mehr Druck hinter allem wäre wünschenswert. Aber schön!

Die Lage Csontos kann anhand der historischen Klassifizierungen nicht identifiziert werden, obwohl sie schon im 18. Jh. mit Reben bepflanzt war. Die ca. 12ha große, früher auch „Zsedényi“ genannte Lage wird erstmals von Mátyás Bél erwähnt, und als zweitklassig beschrieben. In der Lage besitzt das Weingut Bott 4,7 ha, davon 1,2 ha traditionell bepflanzt, 1 ha wird mit Kordonen gestützt, und 2,5 ha sind nach wie vor unbepflanzt. Der Furmint stammt von 35 Jahre alten Rebstöcken. Der 2007er Jahrgang ergab gerade einmal 950 Flaschen, 13,5% Vol.

Furmint Barakonyi dűlő 2007, Tokaji Nobilis,
Bodrogkisfalud

Halbtrocken, 13,5% Vol. Zitronengelb. In der Nase sehr frisch, Grapefruit, Sommerblütenwiese. Ein Filigrankünstler (weil von weiblichen Händen bereitet?), Ingweraromen wie beim besten Sushi, Parfümnoten, der Alkohol bleibt unbemerkt.

Die Lage liegt am süd-südwestlichem Hang des Várhegy bei Bodrogkisfalud. Da der Name „Barakonyi“ später entstand als die
historischen Klassifizierungen, taucht er damals noch nicht auf. Die Beschreibung von Mátyás Bél aus 1732 stuft jedoch den Várhegy, den Burgberg an sich in die „zweite Klasse“ ein, und die ganze jetzige Barakonyi-Lage war schon damals Teil der größeren Várhegy-Lage. Daher kann das Gebiet heute als „minősített“, als qualifiziert bezeichnet werden. Der Boden ist sehr reich, mosaikartig zusammengesetzt. Der häufigste Bestandteil ist pulverisierter „Riolittuff“, das sogenannte „Steinpulver“. Der Boden ist sehr dünn, 30-40 cm oder noch dünner, an manchen Stellen stösst man direkt auf Stein. Er ist folglich arm an Humus, aber reich an Mineralien. Im früher teilweise aufgegeben Gebiet wurde 1999 2 ha neu bepflanzt, auf 250m Höhe. Das Weingut Nobilis hat 2007 zwei Weine aus dieser Lage hergestellt. Der Furmint und der Hárslevelű werden spontan in Holzfässern vergoren und gereift.

Amicus 2007, Tokaji Nobilis, Bodrogkisfalud

Das erste Jahr, indem neben Furmint (90%) und Kövérszőlő (5%) auch Hárslevelű (5%) dem Cuvée beigefügt wurden.

Ein Süßwein. Grundlage sind, wie kann es anders sein, Aszú-Trauben. Sehr helles Goldgelb. Florales Bukett. Schöne Frucht, daneben Honig, Feige, Schokolade. Ziemlich süß, aber für meinen Geschmack gerade noch akzeptabel. Kommt leicht daher, es fehlt ein wenig an Körper. Aber letztlich schön gelungen, filigran.

Keine Angaben, aber aus verschiedenen Lagen (Barakonyi und Csirke-mál).

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  1.  Bott-rytis 2007, Bott Pince, Tokaj | BorWerk - Das Blog über ungarische Weine

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