Nach bekannten Namen, zu zwei auch mir bis dato unbekannten Winzern. Zumindest hatte ich noch keine Weine von Ihnen probiert. In beiden Fällen handelt es sich um Familienbetriebe mit 8 (Dorogi) bzw. 15 ha (Erzsébet Pince) Anbaufläche, verteilt auf unterschiedliche Berge und Lagen. Leider fielen diesmal die Informationen zu den einzelnen Lagen spärlicher aus – oder fehlen ganz. Nach den sehr guten bis guten Eindrücken der ersten Weine kam es zu ersten Enttäuschungen.

Zur Einleitung.
Teil I der Verkostung.

Előhegyi Furmint 2006, Dorogi István, Tarcal

Trocken. Zitronengelb. Mächtiges Bukett, viel Frucht und Alkohol schlägt einem entgegen. Am Gaumen
Stachelbeeren, Birne, Petrolnoten, leicht mineralisch, die Säuren ein wenig beißend. Ein wenig an Weinbrand erinnern. Unrund und widerspenstig.

Tarcal und Tokaj rühmen sich, über die detailliertesten, präzisesten Klassifikationen zu verfügen. Der Előhegy (Frontberg), am östlichen Ortsrand von Tarcal gelegen, zählte und zählt demgemäß auch heute, in der neuen Vereinigung wieder zur zweiten Klasse. Rund 20ha umfasst die gesamte Lage, von der die Gebrüder Dorogi 1,4ha besitzen. 2006 gewannen sie aus 30 Jahre alten Rebstöcken drei Fässer trockenen Weißwein, 70% Furmint und 30% Hárslevelű.

Furmint 2006, Erzsébet Pince, Tokaj

Trocken ausgebaut. Schönes mittelhelles Zitronengelb. Neben gärendem Obst, frische, spritzige Note wie Limette und Minze. Auch am Gaumen erfrischend, tückisch leicht daher kommend angesichts von 14,5% Vol. Letzterer offenbart sich dann aber doch in halbreifen Äpfeln und Birnen. Auch leichte
Haselnusstöne. Schwer kategorisierbar, der Wille zu einem kräftigen, fruchtbetonten trockenen Furmint ist sichtbar; allein, es scheint, als hätte man am Ende die Kraft und damit Kontrolle über die malolaktische Gärung verloren. Daher etwas zu spitze, grüne Säuren und der etwas unangenehme Apfelsäure-Touch.

keine Angaben

Hárslevelű 2007, Erzsébet Pince, Tokaj

Süß ausgebaut, 11,0% Vol. Der Erstkontakt ging daneben, da stimmte was mit dem Korken nicht; üble Essigsäure-Nase. Ich verstand nur nicht, warum vor mir keiner darauf hingewiesen hatte. Die Flasche aus der ich den Wein bekam, war bereits 2/3 leer. Im zweiten Anlauf dann Honigmelone und Orangenschalen. Hellgelb im Glas. Auch am Gaumen die für Hárslevelű typischen Honignoten, daneben Rosinen und überreife Trauben, etwas Himbeere. Für meinen Geschmack leider einfach zu süß und auch etwas flach, nicht konzentriert genug. Ein leichter Dessertwein, der eher dem weiblichen Geschlecht zusagen wird…

keine Angaben

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