Die wirklich guten, auf Qualität setzenden Erzeuger sind auch am Balaton dünn gesät. Viel zu viele genügen sich damit, schlichte, teils nicht mal als angenehm trinkbare Alltagsweine zu bezeichnende alkoholhaltige Erzeugnisse anzubieten. Den Markt dafür gibt es, die Touristen, darunter ein großer Anteil Deutscher, quälen sich dafür gerne in der sommerlichen Hitze die steilen Straßen hinauf. Am und um den Badacsony, dem markanten Basalt-Block, noch mehr als an anderen Orten. Eine Hand reicht völlig aus, um „die Guten“ aufzuzählen. An erster Stelle ist nach wie vor Szeremley Huba zu nennen. Mit dem Bazalt Borház hat Laposa József nachgezogen – und ist auf dem besten Wege, wenn auch erst am Anfang. Auch wenn bekanntlich aller Anfang schwer ist, kann man schon heute das Potential erkennen, das in seinen Weinen steckt. Dass er es schon längst geschafft hat, sich von der breiten Masse an ebensolchen Produzenten abzugrenzen, sie spielend leicht hinter sich zu lassen, das ist ihm gelungen.

Vier Wein konnte, durfte ich verkosten. Durfte, weil der Empfang und die Bewritung zu wünschen übrig ließ. Nur zu einem Wein bekam ich einige Informationen, um andere musste ich teils kämpfen, da man mich fast vergessen hatte. Einfach schade, weil das immer den Gesamteindruck trübt, und ich oft genug bei nahmhafteren Winzern bessere Erfahrungen gemacht habe.

Wie dem auch sei, die Weine waren allesamt sauber ausgebaut und zeigten einmal mehr, dass wer auf Qualität setzt, alsbald den Lohn bekommt: in Form von sortentypischen, Terroir-betonten Weinen. So also auch bei Laposa József, der den Ansatz verfolgt, an allen nahmhaften Vulkankegeln der Umgebung einige Hektar zu bepflanzen: Badacsony, Szt. György-hegy, Csobánc und Nagy Somló. Bislang konzentriert er sich dabei ausschließlich auf Weißweine.

Der Badacsony Szürkebarát war leider bereits aus. Zu den vier Weinen, die ich verkosten durfte:

Badacsonyi Olaszrizling, 2006

Zitronengelb im Glas, Limetten in der Nase, sehr frisch, etwas zu spitze Säuren, aber herrlich leicht, erfrischend. Schöner Alltwagswein für laue Sommerabende.

Wein: Badacsonyi Olaszrizling, 2006
Weingut, Ort: Laposa Pinncészet, Bazalt Borház, Badacsony
Rebsorte/n: Olaszrizling
Alkoholgehalt: 13,1% Vol.
Sonstige Angaben: Zucker: 1,2 gr/l; Säure: 5,2 gr/l
Preis: 8,35 EUR (2.000 Ft.)

Somlói Olaszrizling, 2006

Deutlich dunkler als der Badácsonyi, die typischen mineralischen Noten verraten seine Somlóer Herkunft, voller, runder, gesetzter, bei weitem nicht so stürmisch, trotzt leicht höhrem Säuregehalt, deutlich besser eingebunden. Äpfel, Birnen. Noch ausbaufähig.

Wein: Somlói Olaszrizling, 2006
Weingut, Ort: Laposa Pinncészet, Bazalt Borház, Badacsony
Rebsorte/n: Olaszrizling
Alkoholgehalt: 13,1% Vol.
Sonstige Angaben: Zucker: 0,9 gr/l; Säure: 5,9 gr/l
Preis: 10,40 EUR (2.500 Ft.)

Bazalt (Csobánc Rajnai Rizling) 2006

Rajnai Rizling meint „Deutscher Riesling“, und eben nicht Welschriesling. Hellgelb. Feuerstein, rauchig. Etwas Frucht im Hintergrund, kräftige Säuren, die sich aber nicht unangenehm aufdrängen. Kräuter, Stachelbeeren. Ein schöner Wein.
Wein: Bazalt (Csobánc Rajnai Rizling), 2006
Weingut, Ort: Laposa Pinncészet, Bazalt Borház, Badacsony
Rebsorte/n: Rajnai rizling
Alkoholgehalt: 12,7% Vol.
Sonstige Angaben: Zucker: 1,4 gr/l; Säure: 7,6 gr/l
Preis: 9,60 EUR (2.250 Ft.)

Róza 2006

Ein halbtrocken ausgebauter Tafelwein, allerding weiß, nicht rosé, wie der Name vermuten läßt. Der geht auf eine Róza Szegedy zurück, die Frau des namhaften dichters Sándor Kisfaludy (1772-1844). Beide lebten in einem Présház (klassisches Kelterhaus) in Badacsony, das heute ein Gedenkmuseum ist. Strohgelb, duftet nach Butter und Karamell, im Geschmack Zuckermelone, gelbe Paprika, Biskuit. Erstaunlich interessant. Und eher ein „Frauenwein“ (wenn ich das sagen darf), was er wohl auch sein soll.

Wein: Róza, 2006
Weingut, Ort: Laposa Pinncészet, Bazalt Borház, Badacsony
Rebsorte/n: ???
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Sonstige Angaben: Zucker: 18 gr/l; Säure: 7,1 gr/l
Preis: ??

Wunderschöner Blick von der Besucherterasse auf den Balaton und das Südufer.

Eingang zum Verkostungsraum, links daneben zum Keller.

Internet: www.bazaltbor.hu

Kommentieren? Hier entlang... ▼

Connect with Facebook


Verwandte Artikel