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	<title>Ungarn und Wein. BorWerk - Das Blog über ungarische Weine &#187; Furmint</title>
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	<description>Das Blog über ungarische Weine</description>
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		<title>Istenhegy Furmint 2006, Arvay es Tarsa, Tokaj</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 20:44:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch so ein „alter“ Furmint, so ein trockener. Hat durch Wegtrinken zwar knapp nur den sechsten Lenz verpasst. Ist aber doch auch angesichts der wenigen Jahrgänge, auf die der Ausbau trockener Weißweine in Tokaj zurückblickt, ein älterer Knabe. Und ich habe ihn gut in Erinnerung, als einen jener Weine, der mir anno dunnemal beim Borfeszstivál [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9330" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2012/01/14/arvay-2006-tokaj/arvay_istenhegyi-furmint_2006/" rel="attachment wp-att-9330"><img class="size-medium wp-image-9330" title="arvay_istenhegyi-furmint_2006" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2012/01/arvay_istenhegyi-furmint_2006-300x258.jpg" alt="" width="300" height="258" /></a><p class="wp-caption-text">Árvay - Istenhegy Furmint 2006</p></div>
<p>Noch so ein „alter“ Furmint, so ein trockener. Hat durch Wegtrinken zwar knapp nur den sechsten Lenz verpasst. Ist aber doch auch angesichts der wenigen Jahrgänge, auf die der Ausbau trockener Weißweine in Tokaj zurückblickt, ein älterer Knabe.</p>
<p>Und ich habe ihn gut in Erinnerung, als einen jener Weine, der mir anno dunnemal <a href="Hétfürtös%20Istenhegyi%20">beim Borfeszstivál auf dem Burgberg</a> sehr gut gefiel. Jetzt wirkt er doch auch schon ein klein wenig betagt, im Direktvergleich zum fünf Jahre älteren Urágya auf ähnlichem Etwicklungsniveau. Weniger elegant, nicht so profund – und doch auf seine Weise schön. Mit dunklem stroh- ja schon goldgelber Farbe im Glas. Mit weichen Biotrytis-Tönen, mit deutlicher Orange, Ingwer, grünem Apfel, mit Kandiszucker und äußerst dezentem Holz. Auch am Gaumen ist das Holz spürbar, sehr weich und gut eingebunden, eine hauchdünne umschalung liefernd für einen sanft gestalteten Kern mit gedämpfter Frucht aus einem Mix von reifen, halbtrockenen, kurz angedämpften gelben Birnen, Quitten, Stachelbeeren. Mit deutlichen Wachstönen, Champignons, alles durch schwach ausgeprägte Säuren und einer zum ende deutlich zunehmenden, steinernen mineralischen Würze unterfüttert. Trinkt sich gut und behutsam weg.</p>
<p>Wein: Tokaji Hétfürtös Furmint Istenhegy 2006<br />
Weingut, Ort: Árvay és Társa, Tokaj<br />
Rebsorte/n: Furmint<br />
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.<br />
Preis: lag, denke ich, bei rund 4.000 Ft/Flasche, damals noch etwa 16 EUR</p>
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		<title>Uragya Furmint 2002, Kiralyudvar, Tokaj</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 07:10:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tokaj]]></category>
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		<category><![CDATA[Demeter Zoltán]]></category>
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		<description><![CDATA[Da bleibt einem nur das Standardgesülz von Klasse, statt Masse. Denn bei dem reinsortigen Furmint aus der Lage Urágya von Királyudvar trifft das dann auch in der Tat zu. Nicht nur, weil er sich in wirklich schöner Form zeigte, sondern auch zusätzlich noch aus den Anfangsjahren der trockenen Weine Tokajs stammt, aus 2002. Dafür ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9332" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2012/01/12/uragya-furmint-2002-kiralyudvar-tokaj/kiralyudvar_uragya-furmint_2002/" rel="attachment wp-att-9332"><img class="size-medium wp-image-9332" title="kiralyudvar_uragya-furmint_2002" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2012/01/kiralyudvar_uragya-furmint_2002-300x279.jpg" alt="" width="300" height="279" /></a><p class="wp-caption-text">Királyudvar - Urágya Furmint 2002</p></div>
<p>Da bleibt einem nur das Standardgesülz von Klasse, statt Masse. Denn bei dem reinsortigen Furmint aus der Lage Urágya von Királyudvar trifft das dann auch in der Tat zu. Nicht nur, weil er sich in wirklich schöner Form zeigte, sondern auch zusätzlich noch aus den Anfangsjahren der trockenen Weine Tokajs stammt, aus 2002.</p>
<p>Dafür ist er bemerkenswert gut gelungen, verweist sowohl einmal mehr auf das ganz große Potential, das da in Tokaj und der lokal bedeutendsten Rebsorte Furmint schlummert. Und zeigt gleichzeitig das große Talent seines Machers auf, das von Zoltán Demeter, der damals noch für die Weine von Királyudvar stand.</p>
<p>Lechtend Strohgelb im Glas. In der Nase mit Ananastönen, gelben Äpfeln, Bisquit, Zitrus und Feuerstein. Am Gaumen fest und filigran zugleich, schlichtweg elegant, ja. Mit einer reifen Frucht von gelbem Steinobst (wie Wein Plus zu sagen pflegt), Äpfel, Birnen und vor allem Quitten, so fest, fast plastisch, dass man auf dem stets leicht körnig-widerständigem Quittenfruchtfleisch förmlich kauen kann. Mit fein-würziger und doch direkter und durchweg anhaltender Mineralität, die dem Ende mit den herrlich eingebundenen, alles andere als unfrisch daher kommenden Säuren in einem apfelschalengrünen herb-bitteren Etwas so richtig lange ausläuft. Schöner, wirklich schöner Wein!</p>
<p>Wein: Urágya Furmint 2002<br />
Weingut, Ort: Királyudvar, Tarcal<br />
Rebsorte/n: Furmint<br />
Alkoholgehlat: 13,5% Vol.<br />
Preis: keine Ahnung mehr, seit langem vergriffen<br />
Internet: <a href="http://www.kiralyudvar.com/" target="_parent">kiralyudvar.com</a></p>
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		<title>Lapis Furmint 2009, Bodrog-Bormühely (Hajdu Janos, Farkas Krisztian), Tokaj</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 07:55:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der 2008er hat mir wirklich gut gefallen. Und auch der 2009er ist ganz gut gelungen. Macht einem aber das Leben ehrlich gesagt doch schwer. Denn er ist bei weitem nicht so rund und stimmig, kommt ein ganz klein wenig kantig und einseitig daher. Genauer: mit merkwürdig spitz-grünlich-fahlen Säuren. Wobei, andererseits, das legt sich dann über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9293" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2011/12/21/lapis-furmint-2009-bodrog-bormuhely-hajdu-janos-farkas-krisztian-tokaj/bodrog-bormuhely_lapis-furmint_2009/" rel="attachment wp-att-9293"><img class="size-medium wp-image-9293" title="bodrog-bormuhely_lapis-furmint_2009" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/12/bodrog-bormuhely_lapis-furmint_2009-300x267.jpg" alt="" width="300" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">Bodrog-Borműhely - Lapis Furmint 2009</p></div>
<p>Der <a href="http://borwerk.de/2010/04/18/lapis-furmint-2008-bodrog-bormuhely-hajdu-janos-farkas-krisztian-tokaj/">2008er</a> hat mir wirklich gut gefallen. Und auch der 2009er ist ganz gut gelungen. Macht einem aber das Leben ehrlich gesagt doch schwer. Denn er ist bei weitem nicht so rund und stimmig, kommt ein ganz klein wenig kantig und einseitig daher. Genauer: mit merkwürdig spitz-grünlich-fahlen Säuren. Wobei, andererseits, das legt sich dann über die Zeit hinweg, die Säuren verlieren an der Luft ihre Kraft. Zumindest nach zwei Tagen.</p>
<p>Aber schön der Reihe nach: helles Strohgelb im Glas. Reife Zitrus-Trauben-Quitten-Fruchtnase, mit diesem bisweilen leicht an Weinessig erinnernden Furmint-Einschlag. Am Gaumen dann recht schlank, mit einer gelblichen Frucht aus Stachelbeeren, Kiwi, daneben etwas Stroh und gar moorig-erdige Töne. Aber die sind dann schon wieder das Bindeglied zu den grünlich-fahlen Säuren, die irgendwie nicht wirklich greif-/beschreibbar sind &#8211; aber dominieren und den Weg zum wirklichen Trinkvergnügen dann letztlich doch verstellen. Wirkt unreif. Und das ist unangenehm, verdirbt den Trinkspaß zu einem guten Stück.</p>
<p>Am zweiten Tag nach dem Öffnen wirken die Säuren dann abgerundeter, eingebetteter, haben ihre unreife jugendliche Sperrigkeit verloren. Nun wirkt der Wein insgesamt runder, stimmiger und versöhnt. Der normale Konsument wird ihn zum jetzigen Zeitpunkt in diesem belüfteten Stadium aber leider kaum erleben. Insofern kann nicht wirklich eine Absolution erteilt werden, leider.</p>
<p>Wein: Lapis Furmint 2009<br />
Weingut, Ort: Bodrog-Borműhely (Hajdú János, Farkas Krisztián), Bodrogkisfaludon<br />
Rebsorte/n: Furmint<br />
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.<br />
Preis: 8,50 EUR (2.590 Ft)<br />
Internet: <a href="http://www.bodrogbormuhely.hu/">bodrogbormuhely.hu</a></p>
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		<title>Somlo quer. Großverkostung im Festetics Palast. 3. Go: Tornai Pinceszet, Spiegelberg Istvan, Hollovar / Takacs Lajos</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 13:32:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dann also zum letzten Teil des schnellen virtuellen Rittes über den Monolithen, den Vulkankegel Somlós hinweg. Wie eingangs erwähnt wurden diesmal Wege abgekürzt (so etwa Kreinbacher nicht besucht, auch den guten alten Fekete Béla nicht, obwohl er gar selber anwesend war!), nur sporadische und eher oberflächliche Eindrücke gesammelt. Schließlich hat man es bei derlei Veranstaltungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9009" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/31/somlo-grossverkostung-tornai-spiegelberg-hollovar-takacs-lajos/tornai_juhfark/" rel="attachment wp-att-9009"><img class="size-full wp-image-9009" title="tornai_juhfark" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/tornai_juhfark.jpg" alt="" width="636" height="314" /></a><p class="wp-caption-text">Etwas zu viel des Guten (Alkohols): der 2009er Grófi Juhfark von Tornai mit 15% Vol.</p></div>
<p>Dann also zum letzten Teil des schnellen virtuellen Rittes über den Monolithen, den Vulkankegel Somlós hinweg. Wie eingangs erwähnt wurden diesmal Wege abgekürzt (so etwa Kreinbacher nicht besucht, auch den guten alten Fekete Béla nicht, obwohl er gar selber anwesend war!), nur sporadische und eher oberflächliche Eindrücke gesammelt. Schließlich hat man es bei derlei Veranstaltungen auch stets mit bestenfalls als &#8220;suboptimal&#8221; zu bezeichnenden Bedingungen zu tun bzw. mit Widrigkeiten zu kämpfen. Als da wären: zu warme Weine, zu warme Räumlichkeiten, viele Besucher, also auch stickige Luft etc. Und doch taugen solche Events, um Stimmungsbilder einzufangen allemal. Und sind erst recht für den normalen Besucher unbedingt empfehlenswert. Wann und wo sonst sollte er mit kurzer Anreise auf einem Fleck versammelt so viele Weine von so vielen Erzeugern nach eigener Lust und Laune probieren können.</p>
<p><a href="../2011/10/29/somlo-quer-grosverkostung-im-festetics-palast-1-go-denes-hegybirtok-varkapitany-pince-fazekas-andras/">Zum Teil eins über den Event an sich (ein wenig) und Eindrücken zu Dénes Hegybirtok, Várkapitány Pince und Fazekas András.<br />
</a><a href="http://borwerk.de/2011/10/30/somlo-quer-grosverkostung-im-festetics-palast-2-go-csordas-fodor-gyorgykovacs-imre/">Zum Teil zwei über den Event über Csordás-Forod und Györgykovávs Imre.</a></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Tornai Pincészet</strong></span><br />
Der Großerzeuger vom Fuße des Großen Somló, leider auch mit vielen Hektar Reben in der Fläche&#8230;<strong> Apátsági Furmint 2008</strong>. Bissige Frucht und animierende Säuren, Äpfel, Mandarinen, Limetten, saftiger Spaßmacher, wenn auch nicht allzu sehr auf Somló verweisend. <strong>Grófi</strong> <strong>Juhfark 2009</strong>mit animalischer Nase, am Gaumen wild und ungezähmt sich breit machend, was stark mit Alkohol zu tun hat, was wiederum auf 15% Vol. verweist und zwar schlimmer raushängen könnte, dennoch genügend spürbar ist, um unangenehm und einfach auch unangemessen zu sein. So was geht einfach nicht, kann einfach nicht gut gehen.</p>
<div id="attachment_9010" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/31/somlo-grossverkostung-tornai-spiegelberg-hollovar-takacs-lajos/spiegelberg_juhfark/" rel="attachment wp-att-9010"><img class="size-full wp-image-9010" title="spiegelberg_juhfark" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/spiegelberg_juhfark.jpg" alt="" width="320" height="427" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Tier von Wein, der Juhfark in seinem &quot;Käfig&quot;...</p></div>
<p>Der <strong>Hárslevelű 2008</strong> gefällt da wesentlich besser, könnte gar dem einen oder anderen Rebsortenreinen aus Tokaj Konkurrenz machen. Hingebungsvoll offen &#8211; und das von der ersten Sekunde an. Saftig und, wie man zu sagen pflegt, &#8220;trinkig&#8221;, verlangt nach weiterem Schluck, Orangen, Birnen, Stachelbeeren, Mandarinensäurenspritzer, Kristallmineralität. Auch wieder nicht unbedingt Somló-typisch, kein wirklicher Lokalpatriot, aber dennoch nett.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Spiegelberg István</strong></span><br />
Stephan, der Exzentriker vom Somló mit deutschen Wurzeln, macht ebensolche Weine. Die sind oftmals spannend, bisweilen gar extrem und dann auch nicht Massentauglich. Unsereinen freut&#8217;s. Hier hatte man sich auf die 2010er konzentriert, welche Stephan netterweise schon in kleinen Mengen mitgebracht hatte. Zum Einstieg ein <strong>2010er Cuvée</strong> aus, Zitat: &#8220;50% Olaszrizling und 50% Sonstigem&#8221;. Stein-Kräuternase. Am Gaumen eng geschnitten, nicht zu markant, mit geschliffenen Säuren, verkapselter gelber Frucht, karg, noch etwas verschlossen. Nicht uninteressant und nicht unelegant. Der <strong>Olaszrizling</strong>, also Welschriesling, etwas breiter, floral-fruchtig, zunehmend scharfe Würze, am Gaumen dies erst einmal konterkarierend, mit feinem Schmelz, transparent wirkender Frucht aus halbreifen Birnen und Äpfeln, auch hier dann zunehmend würzig, dabei auch eher karg und eng bleibend. Der <strong>Furmint</strong>auch hier und jetzt vielleicht am schönsten, interessantesten, mit kräftiger Aprikosennase, am Gaumen schlanke Gestalt suggerierend und doch heimlich mit mächtigem Druck kommend, auch hier eher karge Frucht, schönes</p>
<p>Zusammenspiel von mineralischen Noten und Säure, letztere alles andere als ausladend. Noch richtig jung. Der <strong>Juhfark</strong> dann als Fassprobe nicht nur weil aus der Plastikflasche eingeschenkt außergewöhnlich: mit satten 16,5% Vol. Ein Tier von Wein mit spürbarem Restzucker (10 g/l). Breit und auslandend, Wachs und tropische Früchte, viel Saft und Druck, klarer, gelber Säure im Rücken. Und trotz geschätzten 19-20 Grad Temperatur nicht brennend oder mit überbordender Alkoholwürze. Erstaunlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_9015" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/31/somlo-grossverkostung-tornai-spiegelberg-hollovar-takacs-lajos/hollovar_takacs-lajos/" rel="attachment wp-att-9015"><img class="size-full wp-image-9015" title="hollovar_takacs-lajos" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/hollovar_takacs-lajos.jpg" alt="" width="320" height="427" /></a><p class="wp-caption-text">....und Lajos Takács im unfreiwillig inszeniertem Gegenlicht.</p></div>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Hollóvár Pincészet / Takács Lajos</strong></span><br />
Lajos, der andere Exzentriker am Berg, auf seine Weise. Und mit ebensolchen, wiederum ganz eigenständigen Weinen. Sein <strong>2009er Olaszrizling</strong> mit Spontangärungs-Nase, Pilze, Käse, getrocknete halbreife Birnen-Apfel-Frucht. Am Gaumen mit weichem Kern und griffiger Schale. Nicht anders rum. Ein Steinbeißer mit enormer Mineralität die zum Ende hin herausfordernd würzig nachwirkt. Begleitet von etwas zu klarer, fast verwässert wirkender Apfelfrucht, Tabak, vegetabil. Der <strong>2009er Furmint</strong>, ein Mann von Wein. Konzentriert, etwas alkoholisch, vielschichtig, mit viel Druck, dennoch nicht überbordend oder unkontrolliert, mit komplexem Säure-Mineralitäts-Wechselspiel, zurückhaltender Quitten und weiß-gelber-halbreifer-Beerenfrucht, zweifelsohne noch jung und unterentwickelt und ein Paradebeispiel für einen der Fälle, dem man sich in einem solchen Rahmen nicht ausreichend zuwenden kann und der nur unzureichend &#8220;betreut&#8221; werden kann. Der <strong>Hárslevelű von 2009</strong> schlussendlich am offensten von diesen von Lajos&#8217;s Weinen. Mit floraler Nase und gar etwas künstlich wirkender, &#8220;dezent würzig-traminernder&#8221; Apfelfrucht. die sich am Gaumen neben einer klaren gelben Säurelinie wiederfindet, nebst Brotrinde, Stein, getrockneten Flechten.</p>
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		<item>
		<title>Somlo quer. Großverkostung im Festetics Palast. 2. Go: Csordas-Fodor, Györgykovacs Imre.</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 19:43:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ohne weitere einleitende Worte weiter. Nur soviel: die Spreut tennt sich auch am kleinen Großen Somló deutlich vom Weizen. Csordás-Fodor Borház Der Juhfark 2009,ein rauchig-steiniges, trockenes Kräuterbündel mit gelbem Dörrobst in der Nase. Am Gaumen plump, mit harten Säuren, die die Frucht fast gänzlich überlagern. Die Furmint Selection von 2007 kommt traubig daher, mit überreifer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9002" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/30/somlo-quer-grosverkostung-im-festetics-palast-2-go-csordas-fodor-gyorgykovacs-imre/somlo-festetics/" rel="attachment wp-att-9002"><img class="size-full wp-image-9002" title="somlo-festetics" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/somlo-festetics.jpg" alt="" width="636" height="332" /></a><p class="wp-caption-text">Wenig war nicht los, im Festetics Palota. Doch die Hütte war auch schon ma besser gefüllt.</p></div>
<p>Ohne weitere einleitende Worte weiter. Nur soviel: die Spreut tennt sich auch am kleinen Großen Somló deutlich vom Weizen.</p>
<p><strong>Csordás-Fodor Borház</strong><br />
Der <strong>Juhfark 2009</strong>,ein rauchig-steiniges, trockenes Kräuterbündel mit gelbem Dörrobst in der Nase. Am Gaumen plump, mit harten Säuren, die die Frucht fast gänzlich überlagern. Die <strong>Furmint Selection von 2007</strong> kommt traubig daher, mit überreifer Frucht, Botrytis-Anklängen, dem Ende zu mit dumpf wirkendem Holz.</p>
<p><strong>Györgykovács Imre<br />
</strong></p>
<div id="attachment_9003" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/30/somlo-quer-grosverkostung-im-festetics-palast-2-go-csordas-fodor-gyorgykovacs-imre/toth-adrienn/" rel="attachment wp-att-9003"><img class="size-full wp-image-9003" title="toth-adrienn" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/toth-adrienn.jpg" alt="" width="320" height="227" /></a><p class="wp-caption-text">Tóth Adrienn (Chefredakteurin von vinoport.hu) aka Frau Györgykovács beim Ausschank von Imre&#39;s Weinen.</p></div>
<p>Hier tat&#8217;s mir wahrlich leid, dass ich nicht unbemerkt ein Foto seiner Hände machen konnte. Tiefe, furchige Falten, intensivst schwarz gefärbt, gewiss von der Ernte. Plastischste Zeichen der echten, ehrlichen Arbeit. Und hier waren auch die Beispiele für 2010 erstmals da. Im Direktvergleich zu 2009. Und die 2010 waren eindeutig die spannenderen Weine. Jetzt schon da, gut trinkbar und komplexer gestrickt. Der <strong>2009er Olaszrizling</strong> sehr klar, mit nicht zu starken stählernen Säuren, transparenter, offen liegender Frucht, sehr gerade geschnitten, makellos, ohne jegliche Schnörkel. Der <strong>2010er</strong> mir Pfirsichkern-Nase und leicht bitteren, grünlich-gelben Apfelschalen am Gaumen, klar, weich, Stein, Wachs, Haut. Faserig, auf elegante, subtile Weise mit leichten Widerstandshaken, der Herbheit und subversiven Säuren versehen. Der <strong>2009er Furmint</strong> beginnt recht breit, verengt sich dann zwischenzeitlich und endet wieder breit. Dabei sehr, sehr klar wirkend, sauber, blitzblank polierte und selber polierende Säuren, steinerne Mineralität, gelbe, halbreif und fast etwas künstlich wirkende Birnen und Äpfel, Wachs. Schön. Der <strong>Furmint aus 2010</strong> leicht tänzelnd in der Nase, mit Limetten und spritzig frischen, grünen Äpfeln. So gibt er dann auch sein Stelldichein auf der Zunge. Spielerisch und doch ernst, leicht wirkend und doch fest gewirkt, gegen Ende mit deutlich zunehmender Mineralität und damit einher gehender Herbheit. Blätter, Tee.</p>
<p><a href="http://borwerk.de/2011/10/29/somlo-quer-grosverkostung-im-festetics-palast-1-go-denes-hegybirtok-varkapitany-pince-fazekas-andras/">Zum Teil eins über den Event an sich (ein wenig) und Eindrücken zu Dénes Hegybirtok, Várkapitány Pince und Fazekas András.</a></p>
<p>Morgen dann (hoffentlich) noch zu Spiegelberg und Takács der letzte Teil.</p>
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		<title>Somlo quer. Großverkostung im Festetics Palast. 1. Go: Denes Hegybirtok, Varkapitany Pince, Fazekas Andras.</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 18:21:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Somló ist neben und schon auch nach Tokaj das wohl spannendste Anbaugebiet Ungarns. Mineralischer Boden weil vulkanischen Ursprungs, säurestrotzende Kraftpakete können hier entstehen, Sonderrolle ohnehin ob seiner Lage und verschwindend kleinen &#8220;Größe&#8221;, quasi weltweit einziger Spielplatz für die Rebsorte  Juhfark. Alles überschaubar, auch was die Anzahl nennenswerter Erzeuger  anbelangt. Die schaffen es als Gemeinschaft dann, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8985" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/29/somlo-quer-grosverkostung-im-festetics-palast-1-go-denes-hegybirtok-varkapitany-pince-fazekas-andras/denes-hegybirtok/" rel="attachment wp-att-8985"><img class="size-full wp-image-8985" title="denes-hegybirtok" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/denes-hegybirtok.jpg" alt="" width="636" height="263" /></a><p class="wp-caption-text">Dénes Hegybirtok brachte zum Beweis, dass es auch am Ság-hegy Basalt-Gestein gibt, lieber gleich ein paar Brocken mit.</p></div>
<p>Somló ist neben und schon auch nach Tokaj das wohl spannendste Anbaugebiet Ungarns. Mineralischer Boden weil vulkanischen Ursprungs, säurestrotzende Kraftpakete können hier entstehen, Sonderrolle ohnehin ob seiner Lage und verschwindend kleinen &#8220;Größe&#8221;, quasi weltweit einziger Spielplatz für die Rebsorte  Juhfark. Alles überschaubar, auch was die Anzahl nennenswerter Erzeuger  anbelangt. Die schaffen es als Gemeinschaft dann, ein kleines Wunder in Ungarn, regelmäßig Verkostungen zu organisieren. Inzwischen heißt dies, dass man im Schnitt in Budapest zwei mal im Jahr Somló quer verkosten kann. Dafür gibt es sonst kein Beispiel weit und breit. Das ist vorbildlich.</p>
<p>Am Donnerstag bot sich, mal wieder im Festetics Palast der Deutschen Andrássy Universität, gleich hinter dem Nationalmuseum, eine weiter Möglichkeit. Der Fokus lag auf 2009, doch auch einzelne ältere und auch schon 2010er konnte man verkosten. Es war diesmal ein Husarenritt mit Abkürzungen. Zügig gehalten, zusammen <a href="http://borravalo.hu/author/fater/">mit einem ungarischen Kollegen</a> die Stationen bestimmt und die Weine diskutiert. Die Notizen fielen kürzer aus als gewöhnlich. Ein Eindruck hat sich dennoch vermittelt, auch trotz der Hitze und recht schlechten Luft. Aber das ist man von der Location leider schon leidgeprüft gewohnt. Serh verkürzt und mit all den Abstrichen, die ein derartiger Blitzeindruck mit sich bringt: es war der Abend des Furmint &#8211; und 2010 scheint doch auch spannende Ergebnisse geliefert zu haben. Teil I jetzt, der Rest schrittweise, beizeiten.</p>
<p><strong>Dénes Hegybirtok</strong><br />
Nicht zum echten Somló gehörend, die weine vom Sághegy, einige Kilometer westlich, Dénes Birtok, der einzige nennenswerte Erzeuger mit immer mal wieder recht interessanten Weinen. Mit einem <strong>Sághegyi Olaszrizling 2006</strong>, der fein und geschmeidig, und für einen Welschriesling fast elegant zu nennend auf der Zunge lag. Mit feiner Säurestruktur, geduckter gelber Frucht und kein wenig alt. Nicht breit, nicht konzentriert, im Detail schön &#8211; und das nach fünf Jahren. Den Chardonnay ließ ich bewusst aus. Der hat dort nichts verloren. &#8220;Nem kell&#8221;, braucht man einfach nicht, wie ich finde. Der <strong>Sághegyi Furmint, Jahrgang 2009</strong>, wesentlich breiter aufgestellt, die Grüner-Apfel-Rosinen-Nase sprang einem förmlich ins Gesicht, am Gaumen dann aber umso dezenter, transparent wirkend, mit etwas flachen Säuren und verhaltener Apfelfrucht. Gut trinkbar, erschein etwas zu einfach gestrickt, die Nase hatte größere Erwartungen geweckt.</p>
<div id="attachment_8987" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/29/somlo-quer-grosverkostung-im-festetics-palast-1-go-denes-hegybirtok-varkapitany-pince-fazekas-andras/fazekas-borpince_somloi-korona_2007/" rel="attachment wp-att-8987"><img class="size-full wp-image-8987" title="fazekas-borpince_somloi-korona_2007" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/fazekas-borpince_somloi-korona_2007.jpg" alt="" width="320" height="254" /></a><p class="wp-caption-text">Erstkontakt mit &quot;Korona&quot;, einer Kreuzung von Irsai Olivér und Juhfark.</p></div>
<p><strong>Várkapitány Pince</strong><br />
Der Burgkapitän, soso. Der Name des Weingutes verlangt nach dementsprechenden Etiketten. Probiert habe ich dann lediglich den <strong>2008er Furmint</strong>, recht ansprechend in der Nase mit dezent kräuterig-medizinischen Tönen, am Gaumen letztlich dann aber ein kraftlos lauer Säure-Frucht-Zweiklang.</p>
<p><strong>Fazekas András Vino-Trans Kft.</strong><br />
Ein Supermarkt-Lieferant, nicht weiter schlimm das. Nur bemerkenswert, dass er vermeintlich auch den Transport hin zu den einzelnen Läden übernimmt. Warum sonst firmiert im Namen &#8220;Vino-Trans&#8221;? Probieren musste ich dann aber doch den <strong>Somlói Korona von 2007</strong>. Korona, Krone, das ist gar eine eigenständige Rebsorte, Kreuzung aus Irasi Olivér und Juhfark. Noch nie gehört. Der eine Ehepartner sollte wohl Frucht und Duft beitragen, der andere Säure und Rückgrat. Raus kam, zumindest bei diesem Beispiel, ein nicht ganz uninteressanter, halbtrockener Wein. Mit erstaunlich trockener, ja fast staubtrocken wirkender Kräuter-Nase, obwohl er eher zu warm war, auch vegetabile Noten. Am Gaumen vor allem Quittengelée, blumig wirkend, eher schwache Säuren, eindimensional, da hat sich mehrheitlich wohl der Irsai-Charakter durchgesetzt. Der <strong>Juhfark 2007</strong> zeigte halbreife Apfelfrucht, zunehmend über Säuren definiert, gegen Ende spitz zulaufend. Sonst recht schwach aber für etwas mehr als vier Euro nicht wirklich schlecht.</p>
<p>Fortsetzung folgt, wie gesagt.</p>
<div id="attachment_8986" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/29/somlo-quer-grosverkostung-im-festetics-palast-1-go-denes-hegybirtok-varkapitany-pince-fazekas-andras/varkapitany_pince/" rel="attachment wp-att-8986"><img class="size-full wp-image-8986" title="varkapitany_pince" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/varkapitany_pince.jpg" alt="" width="636" height="264" /></a><p class="wp-caption-text">Die Etiketten vom Várkapitány, dem &quot;Burgkapitän&quot;: mit bewusst rustikalem Touch und flügellahmem Adlerwappen.</p></div>
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		<title>Vom Suchen und Finden. Istvan Dorogi, Dorogi Testverek, Tokaj</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 07:29:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Noch so ein Suchender. Istán Dorogi, Winzer aus Tarcal, dem Nachbarort von Tokaj. Er sucht alleine. Denn auch wenn das Weingut Dorogi Testvérek heißt, Gebrüder Dorogi, ist es doch nur er, der sich kümmert, alles verantwortet. Auch István gehört zu der Riege von Jungwinzern, die sich auf die Suche gemacht haben. Sein Vorteil: er hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8811" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/dorogi/" rel="attachment wp-att-8811"><img class="size-full wp-image-8811" title="dorogi" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/dorogi.jpg" alt="" width="636" height="256" /></a><p class="wp-caption-text">István Dorogi, oder einfach &quot;Pisti&quot;.</p></div>
<p><span style="font-size: small;">Noch so ein Suchender. Istán Dorogi, Winzer aus Tarcal, dem Nachbarort von Tokaj. Er sucht alleine. Denn auch wenn das Weingut Dorogi Testvérek heißt, Gebrüder Dorogi, ist es doch nur er, der sich kümmert, alles verantwortet. Auch István gehört zu der Riege von Jungwinzern, die sich auf die Suche gemacht haben. Sein Vorteil: er hat vergleichsweise früh begonnen, vor gut 10 Jahren. </span></p>
<p>Und damit verfügt er über etwas mehr Erfahrung, als andere. Schon hier wird einmal mehr offensichtlich: alles steht noch am Anfang. Wir reden von einigen wenigen Jahren, die den Unterschied machen können. Am deutlichsten manifestiert sich Istváns Mehr an Erfahrung wohl in seinen edelsüßen Weinen. Hier zeigt er sich auch mit alternativen Ansätzen jenseits des Klassikers, des Aszú, nicht nur einfallsreich, sondern auch erfolgreich. dafür spricht das „Anna Cuvée“ und noch mehr die „Avantgarde“.</p>
<p>Doch auch bei den trockenen Weinen lässt sich eine Handschrift, eine Philosophie erkennen. Sie sind allesamt eher karge Gesellen, über ihre Säuren definiert und geizen eher mit der Frucht. Das ist umso mehr ein Anzeichen von Istváns eigener stilistischer Vorstellung, als dass seine Reben in unterschiedlichen Lagen allesamt um Tarcal an den Hängen des Hausbergs Tokajs stehen, dem Kopasz. Sie wurzeln erst einmal in nährstoffreichem Löss. Dann, darunter, je nach Lage in unterschiedlicher Tiefe, kommt das teils noch eher sandig-kalkhaltige, teils mineralische Gestein. Vorfahrt für mehr Frucht bedeutet das verkürzt im Direktvergleich zu den kargen Böden anderer, von vulkanischem Gestein bis an die Oberfläche durchzogener Untergründe. Das zeigt sich am besten in den filigranen, subtil geformten Weinen von <a href="http://borwerk.de/wein/kikelet-pince/">Stephanie Berecz von Kikelet</a>, die teils aus denselben Lagen gewonnen werden.</p>
<p>Doch nicht bei István, der seine Weine spontan vergären und in Holzfässern reifen und ausbauen lässt. Ein Erklärungsansatz: die Alkoholgrade der Trockenen liegen bei 13,5% für Tokaj relativ niedrig, so dass hier vermeintlich nicht bis zum letzten Tag und gar einer überreife mit der Lese gewartet wird. Der von ihm eingeschlagene Weg weist, subtrahiert man im Geiste etwas Säure, in eine etwas an Burgunder erinnernde Richtung. Doch auch das greift wie viele Vergleiche zu kurz, wirkt ein Stück weit krampfhaft erzwungen. Schließlich geht es um ganz andere Rebsorten, ein anderes Terroir, einen anderen Hintergund und trägt gerade Furmint nicht unbedingt das Versprechen auf große Fruchterlebnisse in sich. Und bei allem zwischenzeitlichen Auffinden von Stilen und Ansätzen, geht es nach wie vor um ein fortgesetztes Suchen. Verkürzt gesagt wissen daher auch die trockenen Weine Istváns auf ihre Weise zu gefallen, eigenen sich aber weniger für einen Erstkontakt dieser Gattung. Und das gilt auch für den sonst per se etwas breiter, blumiger und fruchtiger aufgestellten Hárslevelű, welcher reinsortig bei István Dorogi aus der Lage Thurzó stammt.</p>
<p>Womit wir nach diesem etwas fahrigen Einstieg bei den Verkostungsnotizen angelangt sind.</p>
<div id="attachment_8812" class="wp-caption alignright" style="width: 336px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/dorogi-testverek_tokaji-avantgarde-botrytis_2006/" rel="attachment wp-att-8812"><img class="size-full wp-image-8812 " title="dorogi-testverek_tokaji-avantgarde-botrytis_2006" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/dorogi-testverek_tokaji-avantgarde-botrytis_2006.jpg" alt="" width="326" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Auch so geht Edelsüß aus Tokaj. Botrytis im Doppeleinsatz, macht einen Avantgardisten - und einen schönen Wein.</p></div>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Hárslevel</strong></span><strong><span style="font-size: medium;">ű Thurzó 2009</span><br />
</strong>13,5% Vol. Thurzó die Lage, zwischen den Orten Tarcal und Tokaj am Kopasz, dem Hausberg Tokajs gelegen, Lössboden als Grundlage. Acht Monate im Holz.<br />
Ein wenig Stallgeruch haftet dem Hárs anfangs an. Animalische Töne, die bei noch jungen, spontan vergorenen Weinen bisweilen vorkommen. Doch das vergeht mit der Zeit an der Luft. Doch die Nase bietet auch eine – wenngleich zurückhaltende gelbe Quitten-Frucht und grüne Paprika. Am Gaumen griffig und doch elegant und leicht wirkend, mit klaren , recht deutlich ausgeprägten Säuren, die durchweg ein schönes Rückgrat bilden. Zitrusfrucht und gelbe Birnen, beide eher karg und gefasst als – wie häufiger bei Hárs &#8211; breit oder gar blumig wirkend. Daneben feine Holz- und Kräutertöne. Jung noch, ein wenig Flaschengärung wird ihm in jedem Falle noch gut tun.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Furmint Előhegy 2008</span><br />
</strong>13,5% Vol. Die Lage „Vorberg“, direkt bei Tarcal am nordwestlichen Ausläufer des Kopasz gelegen, wiederum mit Löss-Untergrund.<br />
Den 35 Jahre alten Rebstöcken wurde eine reife Apfelfrucht-Nase abgerungen. Sehr klassisch „furmintig“ wirkend. Am Gaumen überwiegt wieder die Kargheit und überdeckt die Frucht fast gänzlich. Leicht salzig, Feuerstein, grünes Moos, Flechten. Schlank geschnitten, mit klaren Säuren untermauert, gegen Ende trocken, steinern wirkend.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Furmint Előhegy 2006</span><br />
</strong>Einmal mehr 13,5% Vol. und mit sehr deutlichen Säuren, grundsätzlich der säurebetonteste Vertreter von Dorogi aus dem 2006er Jahrgang. die Kräuter-Aromatik ist hier ausgeprägter, daneben Holunder-Noten, Mandarinen-Frucht. Insgesamt einmal mehr schlank geschnitten, gegen Ende mit einer zunehmend trocken auslaufenden Pfirsichkern-Aromatik fast etwas hart wirkend. Männlich, mit Nachdruck und Willen ausgestattet.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Anna Cuvée 2005</span><br />
</strong>…stammt zu 50% aus Fordítás, zu 40% aus Gelbem Muskateller und zu 10% aus einem wilden Rebsorten-Mix. Damit hat man es wenn man so will mit einem modernen Süßwein mit eingebautem Traditions-Verweis zu tun. Und der ist mit seiner recht deutlichen Botrytis-Nase und dem feinen Duft nach Quitten richtig schön. Drängt sich auch am Gaumen nicht mehr auf als nötig – trotz des Muskatellers(!) – spricht sehr direkt an, verharrt in einer leichten, subtil fruchtig-süßen Spannung, erinnert an Quarkkuchen, leicht angebrannte Vanille, kommt mit feinen Säuren und einer ganz genau so eingependelten Frucht aus reifen gelben Birnen und  Quitten. Schön.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Sárga Muskotály 2009</span><br />
</strong>in Stahl vergoren und ausgebaut, mit immerhin 116g/l Restzucker, aber leider doch recht schlicht gestrickt und flach und eindimensional wirkend. Kaum wahrnehmbare Säuren neben der üblichen Muskateller-Aromatik, einer gelben Frucht und sowohl flach wie einseitig verhalten-penetrant wirkenden Süße. Sonst nicht viel.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>5 puttonyos Aszú 2007</strong></span><br />
In der Nase recht markant, oxidativ wirkend. Und auch am Gaumen eher etwas Ausgefalleneres – weder von moderner noch klassischer Stilistik geprägt, sondern eigen. Das zeigt sich in einer spannungsreichen Bitterkeit, die entlang eines Rosinen-Fruchtkerns verläuft, mit leicht grüngelben tönen, Traubenkerne, Apfelschalen. Ein wenig fehlt es an Säuren. Aber das mag eher subjektiv sein. Ansonsten: schlichtweg noch jung, verlangt seine Zeit und soll sie auch kriegen.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Szamorodni 2010</strong></span><br />
mit 180 g/l Restzucker bei satten 13 g/l Säure, nachdem der Grundwein 48 gemeinsame Stunden mit den Botrytisbeeren verbracht hatte. Und ganz offensichtlich ein sehr frisches, ansprechendes, zupackendes Ergebnis befördert hat. Das, was sich hier und jetzt im Glas befindet, wirkt trotz seiner schrecklich jungen Jungend erstaunlich fertig, sehr gut trinkbar. Mit einem schönen Aromenmix aus Aprikosen, Birnen, Karamell, sehr feiner, grünlich-bitterer Blätter-Aromatik, jungen, klaren Säuren und dem Touch Botrytis, der für die nötige Tiefe und Struktur sorgt. Sehr gefällig, schön gelungen.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Tokaji Avantgarde Botrytis 2006</span><br />
</strong>Tokaj-Wein-Algebra. Die Formel: 1 Fass Fordítás + 1 Fass Aszú = Avantgarde Botrytis mit 209 g/l Restzucker. Und damit ein Wein, der den Spagat wagen will und vollzieht und an dem man sich erfreut, weil er sowohl über eine opulente Botrytis-Note verfügt, als auch mit spielerisch-leicht wirkenden Trippelschritten den Tanz eines modernen Süßweins vollführt. Gemacht als Lockvogel für den Erstkontakt mit dem edelsüßen Tokaj erfüllt er seinen Zweck mehr als gut. Gefällt mit Fruchtaromen von Aprikosen und Birnen und Äpfeln, mit schöner, vitaler Säure, breiter, aber eben nicht zu breiter und dabei cremiger Textur und setzt mit pfeffrig-rauchigen Tönen eins oben drauf in Sachen Eigenständigkeit. Schön!</p>
<p>Über die beiden 6 puttigen Aszús, welche es auch zu verkosten gab dann mehr im Zuge der großen Aszú-Verkostung, die am Folgeabend stattfand und zu der sich die beiden Dorogi-Vertreter auch noch(mals) gesellten.</p>
<div id="attachment_8813" class="wp-caption alignleft" style="width: 564px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/dorogi-testverek_vertikale/" rel="attachment wp-att-8813"><img class="size-full wp-image-8813  " title="dorogi-testverek_vertikale" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/dorogi-testverek_vertikale.jpg" alt="" width="554" height="252" /></a><p class="wp-caption-text">Flaschenformen gibt es gar viele: die süße Cuvée Anna, der ebensolche Gelbe Muskateller und der trockene Furmint aus der Lage Előhegy</p></div>
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		<title>Vertikale: Attila Homonna &#8211; Hatari Furmint 2006-2010, Tokaj</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Oct 2011 18:36:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Határi]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Zauber der ersten Jahre umgibt nach wie vor vieles, was in Ungarn an Weinen erzeugt wird. Ein Zauber, der seine Kraft zieht aus den vielen Unbekannten, dem innewohnenden Risiko des potentiell-enttäuscht-Werdens, aber vor allem dem eigentlich nur-dazu-lernen-Könnens. Tabula rasa ist nicht nötig, ist vielmehr schlichtweg gegeben. Noch, zumindest, und doch schon nicht mehr ganz. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_8678" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://borwerk.de/2011/10/01/vertikale-attila-homonna-hatari-furmint-2006-2010-tokaj/homonna-hatari-vertikale/" rel="attachment wp-att-8678"><img class="size-full wp-image-8678" title="homonna-hatari-vertikale" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/homonna-hatari-vertikale.jpg" alt="" width="636" height="861" /></a></dt>
</dl>
</div>
<p>Der Zauber der ersten Jahre umgibt nach wie vor vieles, was in Ungarn an Weinen erzeugt wird. Ein Zauber, der seine Kraft zieht aus den vielen Unbekannten, dem innewohnenden Risiko des potentiell-enttäuscht-Werdens, aber vor allem dem eigentlich nur-dazu-lernen-Könnens. Tabula rasa ist nicht nötig, ist vielmehr schlichtweg gegeben. Noch, zumindest, und doch schon nicht mehr ganz. Neuland wird mit fast jedem Schluck betreten, künstlich erzeugter Spannung, irgendwelcher Showeffekte oder mystischer Aufladungen bedarf es nicht.</p>
<p>Das gilt in erster Linie, vor allem und überhaupt für die trocken ausgebaute Weine aus Tokaj. Seit vor etwas mehr als zehn Jahren István Szepsy damit begann sich dieser Gattung zu widmen, seitdem hat sich viel getan. Nicht nur, dass Jahr für Jahr dann doch etwas mehr an Erfahrungen gesammelt wurde und das Neuland nicht mehr ganz so neu mehr ist. Sondern weil inzwischen auch die Zahl an Winzer, die ihr Tun auf eben solche trocken ausgebauten Weine erweitert oder gar konzentriert haben, sich deutlich ausgeweitet hat.</p>
<p><a href="http://borwerk.de/2010/11/23/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-i-attila-homonna/">Attila Homonna ist einer von ihnen</a>. Einer, der binnen weniger Jahre es zu den großen der Tokajer und damit der ungarischen Weinszene gebracht hat. Sein Erfolgskatapult ist der lagenselektierte Furmint aus der Lage Határi. Der 2005er ist seinerzeit von Null auf eins in die Charts gestartet. Mir selbst blieb es bislang verwehrt ihn zu trinken. Bekommen tut man ihn schon lange nicht mehr. Doch immerhin begann ich ab dem 2006er Jahrgang mit dem Bestücken meines Kellers und dem Ziel, anhand dieses Weins das Potential und die Entwicklung des jungen, trockenen Tokaj mitzuerleben.Und auch wenn ich nun etwas allzu pathetisch geworden sein mag, stehe ich doch dazu. Denn wenn man eine Vertikale über fünf Jahrgänge hinweg vor sich hat, dann ist das an sich schon etwas Besonderes. Punkt. Den 2009er bekam ich von Attila beim letzten Besuch mit auf den Weg. Den 10er durfte ich dort vor Ort verkosten, noch getrennt in &#8220;alte und neue Reben&#8221;. So ergibt sich eine schöne, beachtliche Reihe.</p>
<p>Etwas heraus ragt der 2006er, der mit einer breiten Brust doch fast etwas zu heftig und letztlich zu einseitig rüberkommt. Der 2008er auch, auf seine Weise, stilistisch, danke Restzucker. Der 2007er, sehr direkt, viel Säure, aber eben gerade nicht viel Alkohol, wie es bei ach so vielen anderen Winzern der Region, des Landes in eben diesem Jahr der Fall war.</p>
<p>Überhaupt beweist Attila Homonna wie kaum ein anderer, dass der richtige Lesezeitpunkt nicht der maximal späte ist, die physiologische Reife der Trauben nicht automatisch mit maximal später Ernte einhergeht &#8211; zumindest nicht in Tokaj.</p>
<p>Der 2009er, so viel auch über den Jahrgang im allgemeinen gespottet werden mag, als universalistisch, allzu zugänglich&#8230; er gefällt, ist vielleicht sogar bisweilen das Beste, was Attila geschaffen hat. Aber dafür ist es noch etwas zu früh. Auf den Markt kommt dieser noch jung wirkende, recht verschlossene Wein ohnehin erst im Herbst/Winter diesen Jahres. Die Reihe, die Vertikale wird sich in der Zukunft hier wiederholen &#8211; und länger werden.</p>
<p>Was hier noch fehlt, ich weiß das sehr wohl, ist mindestens ein Absatz zu den Jahrgängen an sich, zum Wetter, mit oder ohne Kapriolen. Und wie Attila die Jahrgänge sieht bzw. sah. Beim nächsten Mal dann.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_8681" class="wp-caption aligncenter" style="width: 646px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://borwerk.de/2011/10/01/vertikale-attila-homonna-hatari-furmint-2006-2010-tokaj/homonna-hatari-vertikale_4/" rel="attachment wp-att-8681"><img class="size-full wp-image-8681" title="homonna-hatari-vertikale_4" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/homonna-hatari-vertikale_4.jpg" alt="" width="636" height="424" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
<p><strong>Noch ein Exkurs zu der Lage Határi im Allgemeinen und Attilas Parzelle und seiner Arbeit im Besonderen:</strong><br />
Határi gehört noch zum Ort Olaszliszka, bedeutet aber Grenze, eben weil die Lage direkt an der Gemarkung von Attilas Wohnort Erdőbénye liegt und gar dort hinein ragt. Südsüdwestliche Ausrichtung. Nach Norden durch Hügel und Wald geschützt. Der Boden: lehmig und steinig. Kalk, Ryolith-Tuff, Obsidian.</p>
<p>Fast zwei Hektar besitzt Attila hier. Einzelpfahlerziehung. Viele der Stöcke sind bis zu 80, manche gar bis zu 100 Jahre alt. Im oberen Teil stark erodiert, steinig. Im unteren Bereich dickerer Nährboden. Handarbeit, versteht sich. Ökologischer Weinbau, ohne Zertifizierung, einfach aus gewachsener, erfahrener Überzeugung. Ohnehin ist das vermeintlich bemerkenswerteste an Attila, dass er auf die Natur hört und allein seinen Instinkten zu vertrauen scheint. Talent, nennt man so was wohl verkürzt. Die Pflanzung in der Határi ist ein alter Furmint-Klon, mit relativ kleineren Rispen. Die Trauben werden in diesem Bereich schneller reif, der Ertrag ist vergleichsweise niedriger, auch bzw. vor allem wegen des hohen Alters der Stöcke. Entrappen. Pressen von Hand in einer alten Korbpresse. Spontane Vergärung, meist noch in Kunststofftanks. Dann ab in Holzfässer, mehrheitlich 225l fassend. Zur Reifung.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Határi Furmint 2006 &#8211; das Tier</span><br />
13,0 % Vol.</strong><br />
<em>Das mit Abstand schwerste Kaliber in dieser Reihe. Sehr breit und üppig aufgestellt, mit Überdruck sich förmlich aufzwängen wollend. Dabei klar und transparent goldgelb und stets am mineralischsten wirkend.</em></p>
<p>Wo kommt das her? Von relativ gesehen einer fast überreif anmutenden Frucht, die schon etwas gealtert erscheint und bereits in der Nase Petroltöne mitbringt. Hier anfangs auch fast animalisch wirkt, sich mit Leder, Schweiß neben Quitten, Holz und Feuerstein zeigt. Später dann zunehmend metallisch wirkt, Banane und Buttergebäck lassen die härteren Töne weichen.</p>
<p>Am Gaumen bleibt der 2006er sich da eher treu. Mit einer strohgelben, mit Wachs überzogenen Zitrusfrucht, mit einem über die Tage hinweg zunehmend fester werdenden Birnen-Quitten-Kompott, Metall. Durchweg dominant auftretend und schon<strong> </strong>ansatzweise gereift wirkend, rund gebaut, die Säuren werden zunehmend matt und wie mit Wachs überzogener Metallplatten-Mineralität neben sanftem Holz. Voll, ölig, rund, fast schon zu bezeichnend fett, ein aufscheinender Restzucker trägt auch seinen Teil bei.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>2007er &#8211; der Strahlemann</strong></span><br />
12,5% Vol. Alkohol</p>
<p><em>Da glänzt einer, will brillieren und tut es auf seine Weise auch, zumindest recht lange: mit karger, aber blitzeblank polierter, hellgelber Frucht und anspruchsvoll auftretenden, transparenten, geradlinigen Säuren. </em></p>
<p>In der Nase wären da Heu, Stroh, Erde, Leder, Gras und eine hellgelbe Frucht. Am Tag 2 hingegen vergrämt, zurückgezogen, sich dem 2006er annähernd mit leichten Petroltönen. dann wieder aber deutlich weniger ausgeprägt zu den ersten Eindrücken zurück, vor allem mit Stroh und hellgelber Frucht.</p>
<p>Am Gaumen sofort da und seine schlank geformte Kraft einem förmlich entgegen schmetternd, mit einer am deutlichsten ausgeprägten, bisweilen doch recht hart wirkenden Phalanx aus Säure und Mineralität, doch nie spitz oder gänzlich überbordend. Mattes Holz an Stein mit eben diesen Säuren, Frucht aus Pfirsichschalen, Anklänge von tropischen Früchten. Bei alledem jedoch mit der Zeit insgesamt erstaunlich karg, ein wenig wie unterdrückt wirkend. Ab Tag drei merkwürdigerweise alkoholisch wirkend, bitter, etwas defragmentiert.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>2008er &#8211; der Deutsche </strong></span><br />
13,5 % Vol. Alkohol</p>
<p><em>Das spielt jemand mit Restüße, Frucht und Säuren, wie als käme er ganz und gar nicht aus Ungarn, sondern aus der Heimat, von der Mosel etwa. Betörend. Und dann eben doch anders, weil Furmint, weil aus Tokaj. </em></p>
<p>Saftige, reife, glasklare Aprikosen und Trauben nebst metallischen Tönen in der Nase. Am Gaumen warm, mit der sonnigsten Frucht aller. Halbtrocken, mit spürbarer Restsüße, geradezu weich und frohgemut, vielleicht, nein sicherlich derzeit in bester Verfassung, am zugänglichsten. Apfel, und reife Birnen, saftig, fruchtig, fleischig wirkend, von einer deutlich wahrnehmbaren, aber nicht zu stark ausgeprägten mineralische Würze sehr schön ummantelt, nach längerem Luftkontakt zur Kugel polierte transparent-gelbe Frucht, die dann etwas Tiefe vermissen lässt. Kaum Holz. Doch: schön!</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>2009er &#8211; der Smarte</strong></span><br />
<em>Der kann vermeintlich mit jedem, wirkt nahezu perfekt, eckt nicht an, könnte daher auch als der Unverbindlichste bezeichnet werden &#8211; oder eben vorwurfsvoll als rückgratlos</em>.</p>
<p>In der Nase anfänglich gewiss auch aufgrund seiner Jugend noch verschlossen, gedörrte, nein geröstete Zitrusfrucht. Frisch, etwas hefig, was sich dann gibt, gelbe Birnen, Limetten auf Metallplatte, bis zum Ende hin kühl und zurückgezogen bleibend.</p>
<p>Am Gaumen wohl der leichteste, filigranste. Weich und füllig im Angang, hinten raus mit einer matten, fein-würzigen Mineralität abschließend. Dazwischen, übergangslos, ineinander fließend: vegetabile Töne, Quitten und Apfelschalen, dadurch etwas mineralisch herb, grün-braunes Blattwerk, eben doch kontrolliert widerständig,  mit mildeste Säuren derzeit insgesamt am ausgeglichensten, mit elegant-schlankem Körper und sanftem Dauerdruck, dabei hinten fast etwas zu herb.</p>
<p>P.S.: Erst im Nachhinein erfuhr ich von Attila, dass hier auch 25% Hárslevelű im Spiel sind. Und das trägt ganz maßgeblich zum runden, ausgeglichenen Ganzen bei.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">2010er &#8211; der Unvollendete</span><br />
</strong><em>Was beleibt einem anderes übrig, als einen &#8220;halbfertigen&#8221; Wein, der zwar durchgegoren, aber noch weit von einer markteintrittsfähigen Form entfernt ist, der noch nicht einmal assembliert wurde, was bleibt einem also anderes übrig, als ihn als unvollendet zu bezeichnen.</em></p>
<p>Selbstverständlich war es dennoch spannend, bei meinem letzten Besuch bei Attila zwei Proben des 2010er Határi probieren zu können.</p>
<p>Der eine Wein stammte ausschließlich von den teils bis zu hundert Jahre alten Reben. Und war absolut bemerkenswert. Selten, nein noch nie hatte ich eine derart verdichtete Form von Mineralität im Glas. Die Frucht, zart, gelb, auf bescheidene Weise gänzlich unterentwickelt und unterbelichtet, ganz in den Hintergrund gedrängt, die Säuren auch allenfalls begleitend, dominierte diese Mineralität alles, mit einer matt-herben Formel aus trockenem Gestein und zerriebenen Pfirsichkernen. lang, nachhaltig. Absolut bemerkenswert. Aber eben nichts, was man so auf den Markt bringen und wofür man Begeisterung erwarten könnte.</p>
<p>Der andere, aus dem größeren &#8220;Rest&#8221; des Rebbestandes der von Attila bewirtschafteten Parzelle, zeigte dann wohl genau jene Seite des problematisch durchwachsenen, feuchtkalten Jahrgangs 2010, die Schwierigkeiten bereitet. Sehr heftige, sehr ausgeprägte Säuren und daneben eine allenfalls tapfer sich schlagende Apfel-Birnen-Frucht, halbreif, aber klar. Alles sehr schlank verpackt, direkt, nicht subtil, nicht tief.</p>
<p>Ob es überhaupt einen 2010er Határi geben wird, hat Attila noch nicht entschieden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Vörcsöki Furmint 2009, Kerkaborum, Balatonnebenland/Zala</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 06:19:32 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Letztes Mal gab&#8217;s an dieser Stelle Schimpfe. Für den 2008er Jahrgang des Furmints von Kerkaborum. Ich hatte im Vorfeld viel Schlechtes von ihm gehört und damals lange mit dem Kauf gezögert. Am Ende musste ich in den Chor der enttäuschten einstimmen. Jetzt ist der neue Jahrgang seit gut zwei Wochen auf dem Markt und diesmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8631" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><a href="http://borwerk.de/2011/09/22/vorcsoki-furmint-2009-kerkaborum-balatonnebenlandzala/kerkaborum_vorcsoki-furmint_2009/" rel="attachment wp-att-8631"><img class="size-medium wp-image-8631" title="kerkaborum_vorcsoki-furmint_2009" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/kerkaborum_vorcsoki-furmint_2009-245x300.jpg" alt="" width="245" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Kerkaborum - Vörcsöki Furmint 2009</p></div>
<p>Letztes Mal gab&#8217;s an dieser Stelle <a href="http://borwerk.de/2010/09/06/vorcsoki-furmint-2008-kerkaborum-balatonnebenlandzala/">Schimpfe</a>. Für den<a href="http://borwerk.de/2010/09/06/vorcsoki-furmint-2008-kerkaborum-balatonnebenlandzala/"> 2008er Jahrgang des Furmints von Kerkaborum</a>. Ich hatte im Vorfeld viel Schlechtes von ihm gehört und damals lange mit dem Kauf gezögert. Am Ende musste ich in den Chor der enttäuschten einstimmen. Jetzt ist der neue Jahrgang seit gut zwei Wochen auf dem Markt und diesmal wollte ich es umgehend selber wissen.</p>
<p>Doch warum das Tamtam um einen preisgünstigen Furmint aus dem südlichwestlichsten Anbaugebiet Ungarns, ganz nahe an der Grenze zu Kroatien und Slowenien gelegen? Die Vorgeschichte in aller Kürze: als das <a href="http://www.kerkaborum.hu/">gemeinsame Projekt dreier Winzer</a> mit dem 2006er Jahrgang zum ersten Male einen reinsortigen Furmint aus Vörcsök auf den Markt brachte, war die Überraschung und Begeisterung groß. Der Ansatz, dass da drei Leute zusammen einen Wein erzeugen und auch noch mit so dezent wie modern gehaltenem Etikett nett vermarkten, ist an sich eine Anmerkung wert in einem Ungarn, in dem viele Erzeuger nur ihr eigenes Ding drehen wollen und gegenseitige Hilfe, Austausch von Erfahrungen etc. eine große Ausnahme darstellen.</p>
<p>Der Preis stimmte, der Inhalt der Flasche auch und dann noch das Konzept &#8211; was will man mehr. Dann kam mit 2007 ein noch recht guter, wenngleich etwas schwächerer Jahrgang. 2008 jedoch fiel drastisch ab. Selbstzitat von damals: &#8220;Wo der <a href="../2008/05/16/vorcsoki-furmint-2006-kerkaborum/">2006er Jahrgang</a> noch so richtig zu gefallen wusste und der<a href="../2009/05/01/vorcsoki-furmint2007-kerkaborum/"> 2007er</a> von eben jenem auch nicht weit entfernt war, zeichnet sich durch 2008er durch eine Eindimensionalität aus, die es in sich hat: Säure.&#8221; Er machte einfach gar keinen Spaß mehr, stellte den armen Magen sogar vor eine echte Bewährungsprobe.</p>
<p>All das erklärt dann vielleicht die relative Überhöhung, das übermaß an Anspannung, das gesteigerte Interesse. Nun will man und denkt ja auch grundsätzlich positiv, hoffte, dass 2009 die Scharte würde wieder auswetzen können. Und das schafft er dann auch, irgendwie, auf seine Weise. Aber doch ganz anders, als man es gedacht, erwartet hätte &#8211; das macht mit etwas Distanz betrachtet eben schlichtweg die Welt des Weins so spannend.</p>
<p>Endlich zum Wein, doch auch das wird länger werden. Helles bis mittleres Strohgelb im Glas. Mit einer klassischen Furmint-Nase im ersten Eindruck, Apfeltöne, zudem warm, recht viel Holz, Vanille und auch Tabaknoten. Am Gaumen erscheint er einem dann im Direktvergleich zu 2008 erst einmal eher mit zu wenig Säure ausgestattet. Und mit einer verkapselt, eingekocht wirkenden Frucht, die verstellt, zugedeckt wirkt. Das hat ursächlich, reine Vermutung(!), damit zu tun, dass der Wein die malolaktische Gärung durchlaufen hat. Dieser biologische Abbau  durch Umwandlung von Apfel- in Milchsäure würde auch die geringere Säure insgesamt ein Stück weit erklären. Vor allem aber die enttäuschenderweise fehlende Frucht und Frische, die viele Weißweine* und auch &#8211; wenngleich eingeschränkt &#8211; den Furmint ausmachen. Lange, unbeholfene Rede, kurzer Sinn: es fehlt an Frische, an Säure, an Frucht. Das ist gewiss auch objektiv nachvollziehbar, subjektiv muss ich eingestehen, dass mir dieser Typ von Weißwein in der Regel schlichtweg nicht zusagt.</p>
<p>Was bleibt, ist dann aber doch ein solider, wohl geformter und klar texturierter Furmint von erstaunlich eleganter Gestalt, der mit sanftem aber festem und recht nachhaltigem Druck diesen Typus mustergültig abbildet: mit einer verhaltenen Frucht von gelben Birnen und Äpfeln, matten mineralischen Einsprenkseln, leicht salzigen und noch weniger stark ausgeprägten nussigen Noten, spürbarem, aber nicht zu deutlichem  Holz. Das verfängt auf seine Weise, hat Stil &#8211; erst recht zu diesem Preis. So. Und jetzt müsste sich wohl im Grunde jemand melden und belegen, dass der Wein doch nicht den BSA, den Biologischen Säureabbau also die malolaktische Gärung durchgemacht hat. Ich warte.</p>
<p>Wein: Vörcsöki Furmint 2009<br />
Weingut, Ort: Kerkaborum, Muraszemenye<br />
Rebsorte/n: Furmint<br />
Alkoholgehalt: 12,5% vol.<br />
Preis: 6,70 EUR (1.950 Ft)<br />
Internet: <a href="http://www.kerkaborum.hu/" target="_blank">kerkaborum.hu</a></p>
<p>*Rotweine durchlaufen diesen Gärprozess in der Regel alle, bei Weißweinen wird er im Normalfall ebenso bewusst vermieden.</p>
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		<title>Nachtrag, Verkostungsnotizen Barta Pince, kurzes Resümme zu Tokaj revisited</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 06:19:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Süßweine]]></category>
		<category><![CDATA[Tokaj]]></category>
		<category><![CDATA[Weißweine]]></category>
		<category><![CDATA[Asztalos Zoltán]]></category>
		<category><![CDATA[AZ Nektár Pince]]></category>
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		<description><![CDATA[Egy kis félédes Furmint 2010 &#8220;Ein wenig halbsüßer Furmint.&#8221; 11,5% Vol. Alkohol, 27 g/l Restzucker. Frische Orangen und Äpfel und florale Töne in der Nase. Am Gaumen vor allem und ganz viel Birnen, förmlich zum Reinbeißen, Aprikosen, Orangensaft, weich, frisch, spritzig, zitrusig, wunderbar unkompliziert &#8211; das Richtige für nen schnellen Schluck im Alltag. Egy kis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8589" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/09/15/nachtrag-verkostungsnotizen-barta-pince-kurzes-resumme-zu-tokaj-revisited/aszu/" rel="attachment wp-att-8589"><img class="size-full wp-image-8589" title="aszu" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/aszu.jpg" alt="" width="636" height="152" /></a></dt>
</dl>
</div>
<p><span style="font-size: small;">Der Jahrgang 2010 hat auch in Tokaj vielen Winzern Probleme bereitet. Die Qualitäten stimmen nicht, die Mengen noch viel weniger. Und so musste sich jeder entscheiden, was daraus überhaupt noch sinnvoll zu machen ist. Die Barta Pince hat in einer kleinen Auflage einen halbsüßen Furmint und einen süßen Muskateller auf den Markt gebracht. Beide in recht wuchtigen Burgunder-Flaschen und auch sonst optisch von dem sonstigen Portfolio abgehoben, mit anders gestalteten Etiketten. Preislich wird man auch unter dem sonst üblichen Level liegen. So muss man keine Scharte auswetzen, hat präventiv reagiert und einmalig eine andere Richtung eingeschlagen. Nicht dumm und sicher nicht die schlechteste Lösung. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_8590" class="wp-caption alignright" style="width: 266px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://borwerk.de/2011/09/15/nachtrag-verkostungsnotizen-barta-pince-kurzes-resumme-zu-tokaj-revisited/barta_kis-feledes-furmint_2010/" rel="attachment wp-att-8590"><img class="size-medium wp-image-8590" title="barta_kis-feledes-furmint_2010" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/barta_kis-feledes-furmint_2010-256x300.jpg" alt="" width="256" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Barta Pince - Egy Kis Félédes Furmint 2010</p></div>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Egy kis félédes Furmint 2010</span></strong><br />
&#8220;Ein wenig halbsüßer Furmint.&#8221; 11,5% Vol. Alkohol, 27 g/l Restzucker. Frische Orangen und Äpfel und florale Töne in der Nase. Am Gaumen vor allem und ganz viel Birnen, förmlich zum Reinbeißen, Aprikosen, Orangensaft, weich, frisch, spritzig, zitrusig, wunderbar unkompliziert &#8211; das Richtige für nen schnellen Schluck im Alltag.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Egy kis édes Muskotály 2010</span></strong><br />
&#8220;Ein wenig süßer Muskateller.&#8221; 10,5% Vol. Alkohol, 50 g/l Restzucker. Saftig traubige Nase, Traminertöne sind hier eher untergeordnet. Traubi Soda (eine ungarische Limonade auf &#8220;Trauben&#8221;-Basis), nach etwas Zeit and er Luft dann eher kräuterig werdend und von da an konsequenterweise stark an Almdudler erinnernd. Mir etwas zu füllig, auch einfach doch einen Tick zu süß für einfach so, nebenbei. Das ist aber gewiss sehr subjektiv, gewiss kommt der kleine Schmeichler oft gut an.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Furmint-Muskotály 2008</span></strong><br />
&#8230; im Verhältnis 60 zu 40 in Gestalt einer Spätlese vereint. Daher mit &#8220;lediglich&#8221; 12% Vol. Alkohol und immerhin 106 g/l Restzucker ausgestattet. Und das ist eine spannende Mischung, mit tabak, ja fast Röstaromen, Botrytis-Anklängen, traubigen Noten, Frucht von Aprikose und Birne, beide Male vollreif geerntet und eher schon halb getrocknet, gedörrt, Karamell und eine feine mineralische Bitterkeit. Nett.</p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_8588" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://borwerk.de/2011/09/15/nachtrag-verkostungsnotizen-barta-pince-kurzes-resumme-zu-tokaj-revisited/tokaj/" rel="attachment wp-att-8588"><img class="size-full wp-image-8588" title="tokaj" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/tokaj.jpg" alt="" width="636" height="145" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
<p>Noch ein kurzer <strong>Nachtrag</strong>, gar nicht mal ein richtiges Resümee, sondern vielmehr allenfalls eine Anmerkung, ein Hinweis. Nun wurde die &#8220;Tokaj reloaded&#8221;-Serie, in der es um vier Erzeuger ging (<a href="http://borwerk.de/2010/11/23/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-i-attila-homonna/">Attila Homonna</a>, <a href="http://borwerk.de/2010/12/03/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-bott-pince/">Bott Pince</a>, <a href="http://borwerk.de/2010/12/09/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-istvan-szepsy/">István Szepsy</a>, <a href="http://borwerk.de/2010/12/30/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-iv-zoltan-demeter/">Zoltán Demeter</a>) um &#8220;Tokaj revisited&#8221; erweitert. Da waren drei Winzer im Spiel. Und kein Ende ist in Sicht. Tokaj bewegt sich, entwickelt sich dynamisch. Nicht auszudenken, was in 5 bis 10 Jahren sein wird. Die Qualitäten können und werden sich noch steigern, die Sicherheit über die Jahrgänge hinweg, die Konstanz zunehmen und damit das allgemeine  Niveau angehoben werden.</p>
<p>Und das geschieht auf ganz unterschiedliche Weise. Die drei letzten von mir vorgestellten Vertreter sind ein gutes Beispiel für die Vielfalt an Erzeuger-Profilen und Ansätzen. <a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/">István Balassa</a> macht in klar begrenztem Umfeld und mit einer so bewussten wie beachtlichen Lagen-Diversität seine eigenen Weine, nachdem er einige Jahre die &#8220;Schulbank&#8221; bei anderen gedrückt und auch in einem Labor Erfahrung gesammelt hat. Dass er heute seine eigenen Weine  nicht zur Analyse ins Labor schicken möchte, einfach keinen Sinn darin sieht, sagt viel. <a href="http://borwerk.de/2011/08/26/tokaj-revisited-beim-schreiner-bei-zoltan-asztalos-az-nektar/">Zoltán Asztalos</a> hat als Quereinsteiger verhältnismäßig spät begonnen, ist gleichzeitig in seine Heimatregion im äußersten Osten Tokajs zurückgekehrt und leistet mit geringem Kapitalaufwand, dafür umso mehr eigenem körperlichen Einsatz echte Pionierarbeit. Und <a href="http://borwerk.de/2011/09/11/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-karoly-barta-barta-pince/">Károly Barta</a> schließlich, geht den Weg des bewusst und bedächtig und maßvoll investierenden Unternehmers, der selbst bereits viel von Weinen versteht, das Machen klugerweise aber anderen, konkret Attila Homonna überlässt und so auf dem besten Weg ist, aus der Lage Király und dem Sitz des Weingutes, der Rákóczi Kúria, wieder das zu machen, für was sie einmal standen: stolze Aushängeschilder Tokajs.</p>
<p>Schön ist es, diesen Prozess begleiten zu dürfen.</p>
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