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	<title>Ungarn und Wein. BorWerk - Das Blog über ungarische Weine &#187; Aszú</title>
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	<description>Das Blog über ungarische Weine</description>
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		<title>Juhuuuuu, soooooviel Aszuuuuu! Von Disznokö, von Hetszölö, von Himesudvar, von Szepsy &#8211; und kein Ende.</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 18:34:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borúton, auf Weinwegen]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit Aszús ist es ein wenig wie mit der Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt. Dummer Spruch aus blödem Film, ja. Einen Süßwein, das kriegt man. Stimmt genau. Doch was genau für einen, das ist erst einmal offen. Denn: die stilistischen Unterschiede zwischen den einzelnen Erzeugern sind doch erstaunlich groß. Dann gibt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8854" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/21/aszu-von-disznoko-von-hetszolo-von-himesudvar-von-szepsy-und-kein-ende/tokaji_aszu_giga03/" rel="attachment wp-att-8854"><img class="size-full wp-image-8854" title="tokaji_aszu_giga03" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/tokaji_aszu_giga03.jpg" alt="" width="636" height="424" /></a><p class="wp-caption-text">Viel Wein, viel Freud&#39;. Mehr bedarf es angesichts dieser Runde kaum zu sagen.</p></div>
<p>Mit Aszús ist es ein wenig wie mit der Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt. Dummer Spruch aus blödem Film, ja. Einen Süßwein, das kriegt man. Stimmt genau. Doch was genau für einen, das ist erst einmal offen.</p>
<p>Denn: die stilistischen Unterschiede zwischen den einzelnen Erzeugern sind doch erstaunlich groß. Dann gibt es aber doch wieder Vergleichwerte, Linien zeichnen sich ab. So etwas schreit nach Kategorisierung, nach Ordnung. Und nach einigen Hintergrundinformationen, etwas Abhilfe, möglichst kurz.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Drei, vier, fünf, sechs &#8211; setzen!</span></strong></p>
<p>Namhafte Erzeuger wie Királyudvar, István Szepsy, Bott und Zoltán Demeter beschränken sich seit längerem auf 6-puttige Aszú. Darunter geht bei ihnen nichts mehr. Die Großen, allen voran Oremus, Hétszőlő und Disznókő haben mehr Traubenmasse und fahren hier schlichtweg auch eine andere Strategie und bieten in ihrem Portfolio von drei- bis sechs-puttigen Edelsüßen alles an.</p>
<p>Die Verschlankung des Sortiments bei den anderen markiert aber zumindest indirekt auch eine Trendwende im Stil der Tokajer, wie die Aszús im deutschen Sprachraum fälschlicherweise verkürzend bezeichnet werden. Um die Jahrtausendwende wandten sich einige Erzeuger, unter anderem und vor allem einige der oben zuerst genannten, einem neuen Stil zu. Der bedeutete die Abkehr vom schweren, breit aufgestellten und primär stark durch seine Süße geprägten Dessertwein. Der konnte und kann zwar in sich schön sein, ist aber weniger zugänglich, tendenziell weniger dimensional, verdeckt bisweilen unnötig das deutlich breitere Potential der „Botrytis-Destillate“.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Neuer Stil. Jahrtausendwende als Trendwende</span></strong></p>
<p>Die erste Kategorisierung ist demnach eine stilistische. Der moderne Aszú-Typ findet sich zeitlich etwa seit dem Jahr 2000 in der Flasche – logisch, dass nicht in jeder. Jedenfalls kommen diese dann oftmals mit einer Brillanz und Klarheit und zumeist auch ungemein frisch-fruchtigen Säurestruktur daher, die in der Gesamtsicht absolut bestechend ist und auch 10-jährige Weine noch fast wie vorpubertäre Jungspunde aussehen lässt. Interessanterweise geht das einher mit dem Abschluss einer ersten Post-Kommunistischen (Wiedererlern)-Phase im Qualitätsweinbau Tokajs. Und mit dem Beginn der Beschäftigung mit trocken ausgebauten Weinen. Ein paar Jahre später sollten sich dann noch Spätlesen als zusätzliche Spielwiese für die loaklen Winzer auftun. Und da steht man heute und lernt und lernt und lernt mit jedem Jahrgang, an jedem Jahrgang.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Partnerwahl &#8211; und andere lebensentscheidende Dinge</strong></span></p>
<div id="attachment_8891" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/21/aszu-von-disznoko-von-hetszolo-von-himesudvar-von-szepsy-und-kein-ende/aszu_beeren/" rel="attachment wp-att-8891"><img class="size-full wp-image-8891" title="aszu_beeren" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/aszu_beeren.jpg" alt="" width="320" height="427" /></a><p class="wp-caption-text">Aszú-Beeren 2011: Trocken wie der Jahrgang, kaum sichtbarer Botrytis-Pilzbefall. Die paar wenigen guten ins Töpfchen...</p></div>
<p>Ehe es jetzt doch zu lang wird, kurzerhand noch einige wesentliche Faktoren aufgezählt, die maßgeblich ein Mitspracherecht dabei haben, was am Ende hinten raus und also ins Glas kommt. Am wichtigsten: wird den Aszú-Beeren Grundwein oder Most zugesetzt (Grundwein macht die Sache tendenziell kantiger, griffiger)? Das ist fast schon so bedeutend, dass man es als zweite Kategorisierung nennen kann.</p>
<p>Kurz dahinter, auch nicht viel weniger wichtig: der Anteil bzw. das Verhältnis von Furmint  zu Hárslevelű (Hauptrebsorten von Aszú, daneben finden sich bisweilen, allerdings schon serh selten noch in kleineren Mengen Gelber Muskateller, Zéta, Kövérszőlő&#8230;). Dann noch: Lesedauer (kann sich über einige Wochen erstrecken). Lage/Terroir (bislang gibt es nur wenige Lagen-Aszú (Bsp. Lapis 2006 von Királyudvar), kleinere Güter müssen auf das Botrytis-Material aller Weinberge zurückgreifen, um ausreichend Menge zu haben).</p>
<p>Dann die von allen Weinen bekannten Geschichten wie Abpress-Philosophie, Maischestandzeit, Fasswahl (Größe, Holz (in der Regel Zempléner Eiche aus den lokalen, nördlich gelegenen Bergwäldern), x-te Befüllung), Dauer des Ausbaus (bei 6-puttigem sind 2 Jahre Minimum vorgeschrieben, dann noch ein Jahr Ruhe auf der Flasche bis zum Markteintritt. Manche Erzeuger lassen den Weinen jedoch individuell mehr Zeit).</p>
<p>Ende der Einleitung, des eigentlich überfälligen und viel zu kurz greifenden Exkurses zum Thema Aszú. Ein Thema, das nicht grundlos hier auf BorWerk etwas zu kurz kommt. Schließlich trinkt man solche Weine nicht gerade jeden Tag und selbst auf Verkostungen sind sie eher selten zu sehen. Vergangenes Wochenende (7.-9. Oktober) hingegen war meinereins mit zwei Freunden, einem <a href="http://borrajongo.blog.hu/2011/10/19/gigaszi_aszu_kostolo_a_bodo_portanal">ungarischen Weinblogger</a> und Winzern von Judit und József Bodó von der <a href="http://www.bottpince.hu/index.jsp?isFlashCompliant=true&amp;amp;session_id=da43577dc18fb98b4e83803989233448360e3ec4&amp;flashVersion=1">Bott-Pince</a> zu einer fulminanten Aszú-Großverkostung eingeladen. Sowohl die Gastgeber, die Bodós, als auch Stéphanie Berecz (ehemals u.a. Disznókő, jetzt auch Moonvalley) von <a href="http://tokajkikelet.hu/?lang=en">Kikelet</a> griffen tief in ihre Privatkeller und trugen zu einer illustren und einzigartigen Botrytis-Quer-Schau bei. <a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/">István Dorogi</a> selbst steuerte auch von seinen Weinen bei. Ein Dank an alle auch nochmals an dieser Stelle.</p>
<p>Die ersten Beschreibungen, alle Weine wurden blind verkostet.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>4 puttonyos Aszú 1993, Disznók</strong></span><strong><span style="font-size: medium;">ő</span><br />
</strong>Schon ziemlich dunkel im Glas, dunkelbräunlich-bernsteinfarben. Wie ohnehin grundsätzlich gesagt werden kann, dass die 1990er, also alle gut über 10 Jahre alten Aszú bereits erstaunlich dunkle Farben aufweisen. Alterstöne in Gestalt von Jod und Clor, erdig, getrocknete Aprikosen. Für einen 4-pütter recht breit aufgestellt, schon spürbares Alter aber auch nicht überaltert.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>4 puttonyos Aszú 1995, Disznók</strong><strong>ő</strong></span><br />
Wieder 4 püttig. Aber zwei Jahre Altersunterschied und ganz anders. Hat viel von Dörrobst, tropische Früchte, nicht nur in der Nase sondern auch am Gaumen deutlich fruchtiger als der 1993er. Auch deshalb runder, mit deutlicher wahrnehmbaren, besser integrierten Säuren neben gereift wirkenden Botrytis-Tönen. Dann auch noch eine feine Bitterkeit, Traubenschalen, Kerne. Ein trockener Basiswein macht hier u.a. den Ausschlag. mehr Charakter, mehr Substanz.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>5 puttonyos Aszú 1993, Disznók</strong><strong>ő</strong></span><br />
ist im Direktvergleich dann zwar auch wieder näher am klassischen Stil, wirkt rustikaler, mit Rosinen, türkischem Honig und einer überdeutlichen Botrytis-Nase. Macht sich am Gaumen dann aber spannend durch Aromen von Kaffe, Malz, fein grünlich-reifer Bitterkeit, Laub. Damit recht eigenständig.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>6 puttonyos Aszú 1993, Disznók</strong><strong>ő</strong></span><br />
dem Vorgänger recht ähnlich, anfänglich jedoch mit störender, scharfer Nase, die an Scheuermittel erinnerte. Belüftung half, alles wandelte sich in eine medizinisch-kräuterige Richtung, Fenchel, Salbei neben Rosinen und den obligatorischen Botrytis-Aromen. Wirkte dann am Gaumen wesentlich konzentrierter, alles sammelte sich um einen engen, kompakten Malz-Kern, daneben recht ausgeprägte Säuren, em-Eukal-Hustenbonbon. Voll, gehaltreich, schön.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>5 puttonyos Aszú 1995, Hímesudvar</strong></span><strong><br />
</strong>Gedörrte Aprikosen, Tabak, geröstete Pfirsichkerne. Am Gaumen elegant, offener und freundlicher, moderner und damit auch „massentauglicher“ wirkend. Und das trotz deutlicher medizinischer Noten, weil filigraner, dennoch mit Tiefe, besser integrierte und dauerhaft mitlaufende Säuren. Schön.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_8853" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/21/aszu-von-disznoko-von-hetszolo-von-himesudvar-von-szepsy-und-kein-ende/tokaji_aszu_giga02/" rel="attachment wp-att-8853"><img class="size-full wp-image-8853" title="tokaji_aszu_giga02" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/tokaji_aszu_giga02.jpg" alt="" width="320" height="500" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Szepsy mit heruntergelassenen Hosen. Dem Inhalt nach musste die Etikettierung aber wohl stimmen.</p></div>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>6 puttonyos Aszú 1995, Disznók</strong><strong>ő</strong></span><br />
Der bis dato Fruchtigste, Hingebungsvollste. In der Nase einmal mehr Aprikosen, Orangengelée und Honig, getrocknete Kräuter, Honig, Karamell. Am Gaumen sehr direkt, mit eben dieser offen zur Schau gestellten Frucht aus Organgenmarmelade, Aprikosen, Pfirsichen und sehr schön integrierten, sehr vital wirkenden Säuren. Sehr dicht, komplex, reich. Voll da. Und keine Spur von Müdigkeit.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>6 puttonyos Aszú 1996, Hétsz</strong></span><strong><span style="font-size: medium;">őlő</span><br />
</strong>Sehr weich, matt, ungemein cremig, daher wunderbar zugänglich, offen, aber etwas eindimensional. So steht‘s in den Notizen. Allein aus Hárslevelű gewonnen, was der Weichheit und Cremigkeit Vorschub bestimmt geleistet hat. Einmal mehr mit Aprikosenaromen am Gaumen, in der Nase auch blumig, Honig, Spuren von Tee. Am Gaumen mit nur sehr schwach ausgebildeten Säuren, dafür einer sehr lieblichen Aprikosen-Birnen-Frucht.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">6 puttonyos Aszú 1997, István Szepsy</span><br />
</strong>Unsäglich verführerisches Birnenkompott in der Nase, Karamell, floral, weich, schmeichelnd, vorweihnachtliche Stimmung bereitend. Am Gaumen direkt, mit intensiver Frucht aber auch intensiven Säuren. Komplexe Eindrücke: überreife Aprikosen, Quitten, Röstaromen, Kaffee, Apothekenbesuch, Tee, Zwetschgenmarmelade. das alles sehr intensiv, tief, komplex, wohl ausgewogen. Sehr schön und all das konstatierte man so wie es sein muss dank Blindverkostung, ohne den Namen des Großen Szepsy hinter dem Wein gewusst zu haben.</p>
<p>Der Szepsy-Aszú war bereits von moderner Prägung. Fortsetzung mit den „jüngeren“ Edelsüßen folgt demnächst. Und ein Kurzbericht über jene am eigenen Leib erlebte Müh, die mit der Ernte von Aszú-Traube einhergeht.</p>
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		<title>Vom Suchen und Finden. Istvan Dorogi, Dorogi Testverek, Tokaj</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 07:29:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch so ein Suchender. Istán Dorogi, Winzer aus Tarcal, dem Nachbarort von Tokaj. Er sucht alleine. Denn auch wenn das Weingut Dorogi Testvérek heißt, Gebrüder Dorogi, ist es doch nur er, der sich kümmert, alles verantwortet. Auch István gehört zu der Riege von Jungwinzern, die sich auf die Suche gemacht haben. Sein Vorteil: er hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8811" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/dorogi/" rel="attachment wp-att-8811"><img class="size-full wp-image-8811" title="dorogi" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/dorogi.jpg" alt="" width="636" height="256" /></a><p class="wp-caption-text">István Dorogi, oder einfach &quot;Pisti&quot;.</p></div>
<p><span style="font-size: small;">Noch so ein Suchender. Istán Dorogi, Winzer aus Tarcal, dem Nachbarort von Tokaj. Er sucht alleine. Denn auch wenn das Weingut Dorogi Testvérek heißt, Gebrüder Dorogi, ist es doch nur er, der sich kümmert, alles verantwortet. Auch István gehört zu der Riege von Jungwinzern, die sich auf die Suche gemacht haben. Sein Vorteil: er hat vergleichsweise früh begonnen, vor gut 10 Jahren. </span></p>
<p>Und damit verfügt er über etwas mehr Erfahrung, als andere. Schon hier wird einmal mehr offensichtlich: alles steht noch am Anfang. Wir reden von einigen wenigen Jahren, die den Unterschied machen können. Am deutlichsten manifestiert sich Istváns Mehr an Erfahrung wohl in seinen edelsüßen Weinen. Hier zeigt er sich auch mit alternativen Ansätzen jenseits des Klassikers, des Aszú, nicht nur einfallsreich, sondern auch erfolgreich. dafür spricht das „Anna Cuvée“ und noch mehr die „Avantgarde“.</p>
<p>Doch auch bei den trockenen Weinen lässt sich eine Handschrift, eine Philosophie erkennen. Sie sind allesamt eher karge Gesellen, über ihre Säuren definiert und geizen eher mit der Frucht. Das ist umso mehr ein Anzeichen von Istváns eigener stilistischer Vorstellung, als dass seine Reben in unterschiedlichen Lagen allesamt um Tarcal an den Hängen des Hausbergs Tokajs stehen, dem Kopasz. Sie wurzeln erst einmal in nährstoffreichem Löss. Dann, darunter, je nach Lage in unterschiedlicher Tiefe, kommt das teils noch eher sandig-kalkhaltige, teils mineralische Gestein. Vorfahrt für mehr Frucht bedeutet das verkürzt im Direktvergleich zu den kargen Böden anderer, von vulkanischem Gestein bis an die Oberfläche durchzogener Untergründe. Das zeigt sich am besten in den filigranen, subtil geformten Weinen von <a href="http://borwerk.de/wein/kikelet-pince/">Stephanie Berecz von Kikelet</a>, die teils aus denselben Lagen gewonnen werden.</p>
<p>Doch nicht bei István, der seine Weine spontan vergären und in Holzfässern reifen und ausbauen lässt. Ein Erklärungsansatz: die Alkoholgrade der Trockenen liegen bei 13,5% für Tokaj relativ niedrig, so dass hier vermeintlich nicht bis zum letzten Tag und gar einer überreife mit der Lese gewartet wird. Der von ihm eingeschlagene Weg weist, subtrahiert man im Geiste etwas Säure, in eine etwas an Burgunder erinnernde Richtung. Doch auch das greift wie viele Vergleiche zu kurz, wirkt ein Stück weit krampfhaft erzwungen. Schließlich geht es um ganz andere Rebsorten, ein anderes Terroir, einen anderen Hintergund und trägt gerade Furmint nicht unbedingt das Versprechen auf große Fruchterlebnisse in sich. Und bei allem zwischenzeitlichen Auffinden von Stilen und Ansätzen, geht es nach wie vor um ein fortgesetztes Suchen. Verkürzt gesagt wissen daher auch die trockenen Weine Istváns auf ihre Weise zu gefallen, eigenen sich aber weniger für einen Erstkontakt dieser Gattung. Und das gilt auch für den sonst per se etwas breiter, blumiger und fruchtiger aufgestellten Hárslevelű, welcher reinsortig bei István Dorogi aus der Lage Thurzó stammt.</p>
<p>Womit wir nach diesem etwas fahrigen Einstieg bei den Verkostungsnotizen angelangt sind.</p>
<div id="attachment_8812" class="wp-caption alignright" style="width: 336px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/dorogi-testverek_tokaji-avantgarde-botrytis_2006/" rel="attachment wp-att-8812"><img class="size-full wp-image-8812 " title="dorogi-testverek_tokaji-avantgarde-botrytis_2006" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/dorogi-testverek_tokaji-avantgarde-botrytis_2006.jpg" alt="" width="326" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Auch so geht Edelsüß aus Tokaj. Botrytis im Doppeleinsatz, macht einen Avantgardisten - und einen schönen Wein.</p></div>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Hárslevel</strong></span><strong><span style="font-size: medium;">ű Thurzó 2009</span><br />
</strong>13,5% Vol. Thurzó die Lage, zwischen den Orten Tarcal und Tokaj am Kopasz, dem Hausberg Tokajs gelegen, Lössboden als Grundlage. Acht Monate im Holz.<br />
Ein wenig Stallgeruch haftet dem Hárs anfangs an. Animalische Töne, die bei noch jungen, spontan vergorenen Weinen bisweilen vorkommen. Doch das vergeht mit der Zeit an der Luft. Doch die Nase bietet auch eine – wenngleich zurückhaltende gelbe Quitten-Frucht und grüne Paprika. Am Gaumen griffig und doch elegant und leicht wirkend, mit klaren , recht deutlich ausgeprägten Säuren, die durchweg ein schönes Rückgrat bilden. Zitrusfrucht und gelbe Birnen, beide eher karg und gefasst als – wie häufiger bei Hárs &#8211; breit oder gar blumig wirkend. Daneben feine Holz- und Kräutertöne. Jung noch, ein wenig Flaschengärung wird ihm in jedem Falle noch gut tun.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Furmint Előhegy 2008</span><br />
</strong>13,5% Vol. Die Lage „Vorberg“, direkt bei Tarcal am nordwestlichen Ausläufer des Kopasz gelegen, wiederum mit Löss-Untergrund.<br />
Den 35 Jahre alten Rebstöcken wurde eine reife Apfelfrucht-Nase abgerungen. Sehr klassisch „furmintig“ wirkend. Am Gaumen überwiegt wieder die Kargheit und überdeckt die Frucht fast gänzlich. Leicht salzig, Feuerstein, grünes Moos, Flechten. Schlank geschnitten, mit klaren Säuren untermauert, gegen Ende trocken, steinern wirkend.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Furmint Előhegy 2006</span><br />
</strong>Einmal mehr 13,5% Vol. und mit sehr deutlichen Säuren, grundsätzlich der säurebetonteste Vertreter von Dorogi aus dem 2006er Jahrgang. die Kräuter-Aromatik ist hier ausgeprägter, daneben Holunder-Noten, Mandarinen-Frucht. Insgesamt einmal mehr schlank geschnitten, gegen Ende mit einer zunehmend trocken auslaufenden Pfirsichkern-Aromatik fast etwas hart wirkend. Männlich, mit Nachdruck und Willen ausgestattet.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Anna Cuvée 2005</span><br />
</strong>…stammt zu 50% aus Fordítás, zu 40% aus Gelbem Muskateller und zu 10% aus einem wilden Rebsorten-Mix. Damit hat man es wenn man so will mit einem modernen Süßwein mit eingebautem Traditions-Verweis zu tun. Und der ist mit seiner recht deutlichen Botrytis-Nase und dem feinen Duft nach Quitten richtig schön. Drängt sich auch am Gaumen nicht mehr auf als nötig – trotz des Muskatellers(!) – spricht sehr direkt an, verharrt in einer leichten, subtil fruchtig-süßen Spannung, erinnert an Quarkkuchen, leicht angebrannte Vanille, kommt mit feinen Säuren und einer ganz genau so eingependelten Frucht aus reifen gelben Birnen und  Quitten. Schön.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Sárga Muskotály 2009</span><br />
</strong>in Stahl vergoren und ausgebaut, mit immerhin 116g/l Restzucker, aber leider doch recht schlicht gestrickt und flach und eindimensional wirkend. Kaum wahrnehmbare Säuren neben der üblichen Muskateller-Aromatik, einer gelben Frucht und sowohl flach wie einseitig verhalten-penetrant wirkenden Süße. Sonst nicht viel.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>5 puttonyos Aszú 2007</strong></span><br />
In der Nase recht markant, oxidativ wirkend. Und auch am Gaumen eher etwas Ausgefalleneres – weder von moderner noch klassischer Stilistik geprägt, sondern eigen. Das zeigt sich in einer spannungsreichen Bitterkeit, die entlang eines Rosinen-Fruchtkerns verläuft, mit leicht grüngelben tönen, Traubenkerne, Apfelschalen. Ein wenig fehlt es an Säuren. Aber das mag eher subjektiv sein. Ansonsten: schlichtweg noch jung, verlangt seine Zeit und soll sie auch kriegen.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Szamorodni 2010</strong></span><br />
mit 180 g/l Restzucker bei satten 13 g/l Säure, nachdem der Grundwein 48 gemeinsame Stunden mit den Botrytisbeeren verbracht hatte. Und ganz offensichtlich ein sehr frisches, ansprechendes, zupackendes Ergebnis befördert hat. Das, was sich hier und jetzt im Glas befindet, wirkt trotz seiner schrecklich jungen Jungend erstaunlich fertig, sehr gut trinkbar. Mit einem schönen Aromenmix aus Aprikosen, Birnen, Karamell, sehr feiner, grünlich-bitterer Blätter-Aromatik, jungen, klaren Säuren und dem Touch Botrytis, der für die nötige Tiefe und Struktur sorgt. Sehr gefällig, schön gelungen.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Tokaji Avantgarde Botrytis 2006</span><br />
</strong>Tokaj-Wein-Algebra. Die Formel: 1 Fass Fordítás + 1 Fass Aszú = Avantgarde Botrytis mit 209 g/l Restzucker. Und damit ein Wein, der den Spagat wagen will und vollzieht und an dem man sich erfreut, weil er sowohl über eine opulente Botrytis-Note verfügt, als auch mit spielerisch-leicht wirkenden Trippelschritten den Tanz eines modernen Süßweins vollführt. Gemacht als Lockvogel für den Erstkontakt mit dem edelsüßen Tokaj erfüllt er seinen Zweck mehr als gut. Gefällt mit Fruchtaromen von Aprikosen und Birnen und Äpfeln, mit schöner, vitaler Säure, breiter, aber eben nicht zu breiter und dabei cremiger Textur und setzt mit pfeffrig-rauchigen Tönen eins oben drauf in Sachen Eigenständigkeit. Schön!</p>
<p>Über die beiden 6 puttigen Aszús, welche es auch zu verkosten gab dann mehr im Zuge der großen Aszú-Verkostung, die am Folgeabend stattfand und zu der sich die beiden Dorogi-Vertreter auch noch(mals) gesellten.</p>
<div id="attachment_8813" class="wp-caption alignleft" style="width: 564px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/dorogi-testverek_vertikale/" rel="attachment wp-att-8813"><img class="size-full wp-image-8813  " title="dorogi-testverek_vertikale" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/dorogi-testverek_vertikale.jpg" alt="" width="554" height="252" /></a><p class="wp-caption-text">Flaschenformen gibt es gar viele: die süße Cuvée Anna, der ebensolche Gelbe Muskateller und der trockene Furmint aus der Lage Előhegy</p></div>
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		<title>Tokaj revisited: zu Besuch bei Istvan Balassa</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 11:34:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borúton, auf Weinwegen]]></category>
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		<description><![CDATA[Tokaj revisited, zum dritten Mal dieses Jahr. Der erste Artikel einer weiteren Serie über Tokaj. Und damit über jenes Weinregion Unganrs, die wie keine Zweite zu faszinieren weiß und in sich die DNA für ganz Großes trägt. Jetzt: István Balassa.   Noch befindet sich der Verkostungsraum im Haus der Schwiegereltern. Hinten, wo sich ehemals der Stall [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8322" class="wp-caption aligncenter" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/balassa_istvan_03/" rel="attachment wp-att-8322"><img class="size-full wp-image-8322" title="balassa_istvan_03" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/balassa_istvan_03.jpg" alt="" width="636" height="424" /></a><p class="wp-caption-text">Das Erstlingswerk István Balassas, zumindest was Aszús anbelangt: der 6 puttige 2005er.</p></div>
<p style="font-size: medium;"><span style="color: #008080;">Tokaj revisited, zum dritten Mal dieses Jahr. <span style="font-size: medium;">Der erste Artikel einer weiteren Serie über Tokaj</span>. <span style="font-size: medium;">Und damit über jenes Weinregion Unganrs, die wie keine Zweite zu faszinieren weiß und in sich die DNA für ganz Großes trägt. Jetzt: István Balassa.  </span></span></p>
<p>Noch befindet sich der Verkostungsraum im Haus der Schwiegereltern. Hinten, wo sich ehemals der Stall befand. Noch muss István Balassa deshalb ein wenig improvisieren, betritt mit einer Kühlbox in der Hand den schön hergerichteten Raum des über 200 Jahre alten Gebäudes. Und noch fehlen die Etiketten auf den Flaschen des 2009er Jahrgangs.</p>
<p>Schon in Kürze wird sich das ändern. Dann kommt die neue Generation in den Handel. Schon ganz andere Dinge galt es zu bewältigen, für den ehemalige Chemielehrer und Qualitätssicherer. Die allerersten Jahre des Nur-Winzerdaseins, der schwierige, risikobelastete Einstieg in die Selbständigkeit etwa. Und schon jetzt scheint klar, dass der Name Balassa das Zeug dazu hat, einmal zu den großen, zu den bekannten Namen Tokajs zu gehören.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Nach dem <em>noch</em> und dem <em>schon</em>: das Ziel</span></strong></p>
<div id="attachment_8314" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/balassa_istvan_04/" rel="attachment wp-att-8314"><img class="size-medium wp-image-8314 " title="balassa_istvan_04" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/balassa_istvan_04-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Sich verschiebende Schwerpunkte: früher fand István sich berufsbedingt täglich in einem Labor wieder. Heute kommt er nicht ansatzweise auf den Gedanken, seine Weine in ein solches zur Analyse einzuschicken.</p></div>
<p>Größe im quantitativen Sinne ist Istváns Ziel jedoch nicht. Bis auf rund fünf Hektar soll das Familienweingut wachsen, mehr nicht. Das ist für ihn handlebar. Dann kann er auch hier die Qualität sichern, die ihm vorschwebt und die er nun auch schon wegweisend in den Fässern konkret oder potentiell sieht. Mengenmäßig ausgedrückt, bedeutet das perspektivisch 50 Hektoliter im Jahr, durchschnittlich zehn je Hektar.</p>
<p>Lagenselektierte, gehaltreiche trockene Weine sollen es sein, entsprechend breit gefächter ist sein Ansatz: in den Lagen Szt. Tamás, Király und Nyulászó bei Mád, Thurrzó bei Tokaj und Mézes Mály bei Tarcal besitzt er jeweils kleine Parzellen mit jeweils unterschiedlichen Böden und Mikroklimata. Furmint und Hárslevelű dominieren. Dann führt István noch Gelben Muskateller und Zéta (Furmint x Bouviér) in seinem Portfolio, eine eher selten vorkommende, früh reifende und zu Bortrytis neigende weiße Sorte. Genau aus diesem Grund wandern deren Trauben in Süßweine. Nicht nur Aszús sind das nach Istváns Meinung und Taten, sondern verschiedene Interpretationen von Halbsüßen, Süßen und Edelsüßen, mal eher klassisch, mal modern.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Sortentypisch + lagenspezifisch = charakterlich gefestigt</strong></span></p>
<p>Was ihm in nach nur wenigen Jahren seines jungen Winzerdaseins gelingt: ein Reihe von Weinen aufzubieten, die jeweils für sich selbst stehen, die auf ihre Weise mit ihrer Herkunft, dem Terroir der Lage umgehen, die eigenständig und charakterlich schon recht gefestigt erscheinen. Eine intensivere Beschäftigung mit diesem sympathischen, gar nicht mehr so neuen und gar nicht mehr wirklich unbekannten Newcomer der Tokajer Weinszene wäre angebracht. Hier und jetzt folgen einstweilen „lediglich“ die Notizen zu jenen Weinen, die ich vergangenes Wochenende bei ihm verkosten durfte. Eine intensivere Fortsetzung folgt, irgendwann, bestimmt. Ach ja, alle Weine vergären spontan, in Holz und reifen darin dann auch.</p>
<p><em><span style="color: #008080;"><strong>Die bisweilen etwas lang geratenen Verkostungsnotizen</strong></span><br />
</em></p>
<p><strong>Szt. Tamás Furmint 2009</strong> wartet gleich mit 14% Vol. auf. Von hier, von dieser Lage stammt auch der teuerste trocken ausgebaute Furmint der Welt: der Szt. Tamás von Szepsy, der standardmäßig für um die 45 EUR zu haben ist. Den Boden durchziehen Schichten von rotem Ton, gemahlenem Zeolith-Gestein und hartem Ryolith-Tuff. Der Boden rot, Mineralienreichtum bis zum Anschlag. Die Rebstöcke für Balassas Lagenfurmint wurzeln seit Ende der 1950er Jahren dort.</p>
<p>Die Nase ist sehr kühl, hellgelbe Frucht, Minze und kalte Aprikosen, ganz leicht rauchiges Holz und fein-würzige Mineralität. Am Gaumen robust bis männlich, mit salzigen Noten und einer wohl durch das Holz etwas gebändigt wirkenden Mineralität. Das ist gut so. Das macht ihn auch etwas cremig, neben den leicht herben Tönen von Traubenschalen und einer etwas kargen Frucht. Klare, angenehmerweise nicht allzu stark ausgeprägte Säuren, sehr gut eingebettet. Lang. Welch Auftakt.</p>
<div id="attachment_8311" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/balassa_istvan_01/" rel="attachment wp-att-8311"><img class="size-medium wp-image-8311 " title="balassa_istvan_01" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/balassa_istvan_01-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Vor dem Verkostungsraum: einen mindestens so schönen, wenn auch nicht so alten Bogen spannen seine Weine.</p></div>
<p>Der <strong>2009er</strong> <strong>Furmint </strong>aus<strong> </strong>der Lage<strong> Becsek </strong>sendet in direkter Folge<strong> </strong>gänzlich andere<strong> </strong>Zeichen aus. Was mit 10-11 g/l Restzucker auch nur logisch ist. Was aber auch viel mit dem anderen Boden zu tun hat. In diesem findet sich in rund einem Meter Tiefe gelber Ton und weißer Ryolith-Tuff. Etwas Zitrone, etwas Apfel, Mandelaromen, wärmere, rundere, gar etwas süßlichere Frucht in der Nase, auch Honig. Am Gaumen nicht nur etwas, sondern ziemlich cremig, fein und rund, mit deutlicher gelber Birnenfrucht, gepuffert durch Holz und begleitet von rauchig-steiniger Mineralität, die zum abermals langen Ende hin sich in Mandeltönen verliert. Ja, in der Tat fein cremig. Um eine ganz andere Dimension aufzuzeigen: etwas mehr als ein Viertel Hektar ergeben um die 600 Flaschen.</p>
<p><strong>Hárslevel</strong><strong>ű</strong> kam dann. Aus <strong>2009</strong> und aus den Lagen <strong>Mézes Mály</strong> – recht dicke Löss und Braunerde-Schicht auf vulkanischem Untergrund – und <strong>Becsek</strong>. Mit 17 g/l Restzucker. Man hangelte sich also Stück für Stück in den süßeren Bereich vor. Der „Übergangswein“ hier kommt schon mit viel süßer reifer Frucht, mit Ananas, roten, frisch geschnittenen Äpfeln, Honig und Traubenzucker und einer ordentlichen Portion Küchenkräutern in der Nase. Am Gaumen sehr fruchtig, satte reife rote Apfelfrucht, mit Vanille und etwas Holz untermalt. Verspielt, wie auf kühlem Stein gebaute schmelzige Textur. Doch im Ansatz erst saftig, dann kommt die steinige Kühle. Die Säuren sind da, aber kaum wahrnehmbar, gar etwas zu knapp gehalten. Sonst schön, über seine deutlich breiter angelegte Frucht definiert. Ein Hárslevelű eben.</p>
<p><strong>Thurzó Furmint 2009</strong>, aus der südlichsten Lage des Kopasz, des Hausbergs des Ortes Tokaj. Eine Lössdecke von bis 30cm, der stark Pyroxin-haltiges Dazit-Lavagestein folgt. Kurz: wieder eine Mineralienspielart mit vulkanischem Ursprung mehr. Mit 24 g/l Restzucker, 7 g/l Säure – und 15% Vol. Alkohol, alles gleichmäßig auf 400 Flaschen gefüllt. Und die Mineralien sind deutlich und tragen auch den Wein, halten ganz gut gegen den Alkohol an. Leicht vegetabile Töne und helles Steinobst in einer warmen Nase. Am Gaumen kreisrund ausgebildet, überreife Birnenfrucht, die leicht gefrostet erscheint und gazeartig umwebt scheint, daher etwas matt wirkt. Traubenzucker, etwas Honig, Sellerie gegen Ende und auch eine feine Würze, macht zusammen mit dem Alkohol auch ordentlich Druck. Mir persönlich trotz gut gelungener Einbindung doch etwas zu alkoholisch.</p>
<p>Dann ein reinsortiger <strong>Zéta</strong>, der nun aus <strong>2008</strong>. Und wie schon erwähnt, der Veranlagung und Eignung wegen zum Süßwein ausgebaut. Ins Fass wanderten vollreife und Aszú-Beeren, wurden dann wie ein Aszú behandelt. 194 g/l Restzucker fanden sich am Ende zusammen. Geben ein matt-würziges Aprikosenbouquet ab. Und schmecken am Gaumen wie frisch geriebene, überreife rote Äpfel mit Aprikosenmarmelade vermengt. Schön, interessant, die leicht medizinische Note. Breit am Gaumen, fast schon ölig wirkende Textur, mit Honig aufgeladen und einer leichten Kräuterwürze versehen. Mittelschwer, vielleicht mit einem Tick zu wenig Säure als Gegenpol. Aber schön.</p>
<p>Als Abschluss der erste <strong>Aszú</strong> überhaupt, <strong>6-puttig</strong>, von <strong>2005</strong>. Wäre soeben ein klein wenig mehr an Säure wünschenswert gewesen, ragen nun die 13 g/l gegen den Restzuckergehalt von 180 g/l fast etwas zu sehr heraus. In jedem Fall tragen sie ganz wesentlich zu einem spannungsgeladenen, ungemein frisch wirkenden Aszú bei, dessen edelfaule Beeren aus der Mészes Mály stammen und dessen Grundwein aus der Lage Király kommt. Helles bis mittleres Goldgelb mit ordentlicher Schlierenbildung im Glas. Karamell, Brot und dichtes, lauwarmes Quittengelée in der Nase. Am Gaumen mit sehr schmeichelndem Holz umgebenen eine Frucht aus Orangen und Aprikosen, die dank kräftiger, fast etwas spitzer und dem Ende hin zunehmender Säuren sehr frisch ankommt. Botrytisaromen und Vanille, Schalen von Äpfeln und Birnen, Rhabarber, Zitrusfrüchte. Etwas mehr Tiefe ginge sicher noch, etwas mehr Komplexität auch. Dennoch. ein wirklich guter, ein schöner, ein gelungener &#8220;Einstieg&#8221;.</p>
<p>Und ein angemessenes Ende. Wie gesagt, to be continued&#8230;</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_8312" class="wp-caption aligncenter" style="width: 646px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/balassa_istvan_02/" rel="attachment wp-att-8312"><img class="size-full wp-image-8312" title="balassa_istvan_02" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/balassa_istvan_02.jpg" alt="" width="636" height="386" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
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		<title>Quasi-Liveblogging III &#8230;und zum Abschluss drei Edelsüße &#8211; aus Tokaj, von wo sonst.</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 18:59:57 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Events, Verkostungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Inzwischen wird das &#8220;Quasi&#8221; im Titel wenigstens der Realität gerecht. Genau genommen hatte ich es gestern &#8211; als es noch ungerechtfertigt mich selber richtend gar nicht zutraf -  in weiser Voraussicht reingestellt. Wie dem auch sei. Zum Abschluss der gestrigen Verkostungsveranstaltung standen noch drei edelsüße Weine im Raum. Zum einen der Amicus 2008 von Tokaj [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Inzwischen wird das &#8220;Quasi&#8221; im Titel wenigstens der Realität gerecht. Genau genommen hatte ich es gestern &#8211; als es noch ungerechtfertigt mich selber richtend gar nicht zutraf -  in weiser Voraussicht reingestellt. Wie dem auch sei. Zum Abschluss der gestrigen Verkostungsveranstaltung standen noch drei edelsüße Weine im Raum.</p>
<p>Zum einen der <strong>Amicus 2008</strong> von <strong>Tokaj Nobilis</strong>, also Sarolta Bárdos. Ein bewusst modern gehaltener Süßwein aus Furmint (85%),  Kövérszőlő  			(10%) und Hárslevelű(5%) . Rein gekommen sind sehr viele edelfaule Aszú-Trauben. Das führte zu 122 g/l Restzucker bei 9 g/l Säure und 11,5% Vol. Alkohol. Die Trauben wurden getrennt voneinander vergärt und ausgebaut, im April vereint und im Mai auf Flasche gezogen. Recht helles Strohgelb im Glas. In der sich gar nicht so sher aufdrängenden Nase türkischer Honig, Aprikosen und Senfkörner. Am Gaumen (im positiven Sinne) gut bürgerlich, robust, mit einer sehr griffigen Frucht und recht starken Säuren, aufrechten Ganges, Zitronen und gelbe Birnen, stark über die Säure definiert. Macht sich auch so, alleine schön.</p>
<div id="attachment_7045" class="wp-caption alignright" style="width: 233px"><a rel="attachment wp-att-7045" href="http://borwerk.de/2011/04/20/quasi-liveblogging-i-verkostung-der-weine-von-karoly-kolonics-somlo-und-geza-lenkey-tokaj/lenkey_aszu_03/"><img class="size-medium wp-image-7045" title="lenkey_aszu_03" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/04/lenkey_aszu_03-223x300.jpg" alt="" width="223" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Der 6 puttonyos Aszú von Lenkey von 2003 - zu dem gibt es morgen die Notiz.</p></div>
<p>Dem folgte dann, auch von Sarolta, der <strong>6 puttige Aszú von 2006</strong>, einem recht kühle Jahr in Tokaj. 220 g/l Restzucker, 11 g/l Säure. Vorwiegend Furmint und ein ganz kleiner Anteil Kövérszőlő. Der soll und tut es vermeintlich auch, zu mehr Cremigkeit beitragen. Ein wahres Kräuterbündel in der Nase. Mit goldgelber vollreifer Frucht und sanften Botrytis-Tönen. Am Gaumen unglaublich frisch und jung daher kommend, sehr jung wirkende Säuren und eine feine Mineralität tragen die frisch geschnittene Pfirsich-Aprikosen-Frucht wie auf Händen. Klar, hell, leicht cremig aber eben nicht dick. Jugendlich, straight, belebend. Steht ganz am Anfang. Hat Potential. Macht Spaß!</p>
<p>Dann abschließend stilistisch genau der richtige Gegenpart: der <strong>6 puttige Aszú aus 2003</strong> von Lenkey. 173 g/l Zucker, 7,2 g/l Säure. Gesetzt, könnte der Vater des 6 puttigen 06er von Sarolta sein. Mit deutlichen Botrytis- und leichten petrol-Tönen, Orangen und Aprikosen in der Nase. Alles in allem warm und einnehmend und schon deutlich gereift wirkend. Das auch am Gaumen, intensive, getrocknete Frucht aus Orangenschalen, Aprikosen-Pfirsich-Gelee, rauchiges Korbgeflecht, einer Botrytis-Schwere in Form einer deutlich cremigeren Textur, zum Ende hin metallisch, mit deutlich stärker werden Säuren. Ganz anders, auch schön. Für mich schon ein Tick zu alt wirkend für sein Alter, aber konzeptionell passt das ja ins Bild von Lenkey.</p>
<p><a href="http://borwerk.de/2011/04/20/quasi-liveblogging-i-verkostung-der-weine-von-karoly-kolonics-somlo-und-geza-lenkey-tokaj/">Hier gehts zum Teil I</a> der kleinen Quasi-Liveblogging-Serie <a href="http://borwerk.de/2011/04/20/quasi-liveblogging-i-verkostung-der-weine-von-karoly-kolonics-somlo-und-geza-lenkey-tokaj/">über Kolonics und Lenkey</a> und <a href="http://borwerk.de/2011/04/21/quasi-liveblogging-ii-verkostung-der-weine-von-tokaj-nobilis-tokaj-und-pastor-szekszard/">hier zu Teil II über Tokaj Nobilis und Pastor</a>.</p>
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		<title>Klischee adé &#8211; Tokaj reloaded. Teil IV: Zoltan Demeter.</title>
		<link>http://borwerk.de/2010/12/30/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-iv-zoltan-demeter/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-iv-zoltan-demeter</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Dec 2010 08:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wo Demeter nichts mit Biodynamik zu tun hat. Wo im Kleinen Großes entsteht. Dort liegt Tokaj. Und mittendrin Demeter, Zoltán Demeter. Ein Besuch bei jenem Winzer, der kein echter Geheimtipp mehr ist. Und auch keiner mehr sein sollte. Der Wein als Visitenkarte des Machers. Ein Furmint aus der Lage Lapis, südliche Ausrichtung. Die Böden aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-6091" title="demeter_keller_i" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/demeter_keller_i.jpg" alt="" width="636" height="424" /></p>
<p><span style="color: #808000;"><em>Wo Demeter nichts mit Biodynamik zu tun hat. Wo im Kleinen Großes entsteht. Dort liegt Tokaj. Und mittendrin Demeter, Zoltán Demeter. Ein Besuch bei jenem Winzer, der kein echter Geheimtipp mehr ist. Und auch keiner mehr sein sollte.</em></span></p>
<p>Der Wein als Visitenkarte des Machers. Ein Furmint aus der Lage Lapis, südliche Ausrichtung. Die Böden aus Ton und <em>Rhyolith</em><em>-</em><em>Tuff. Ende Oktober geerntet, mit Reinzuchthefen vergoren, 14,5% Vol., in Holzfässern gereift. Das Ergebnis: voluminös und fest, dabei ausgesprochen elegant, </em>eine feine kompakt-kühle Frucht trifft auf ungemein klare, sauber herausgearbeitete Säuren und reintönige Mineralität. Lang und tief. Der Verantwortliche: Zoltán Demeter.</p>
<p>Tokaj, die Vierte. Über die Jahre hat besagter Zoltán Spuren hinterlassen, Qualität. Seine Stationen, namhafte Güter: Hétszőlő, Degenfeld, Királyudvar. Seit 2008 ist er selbstständig, konzentriert sich ganz auf seine eigenen Weine. Davor ein fließender Übergang, der doppelte Arbeit, doppelte Anstrengung bedeutete. Doch er hat es zweifelsohne geschafft, aus eigener Kraft, ohne Kredit, wie er ausdrücklich betont. Schon der erste Schluck eines jeden seiner Zöglinge verrät, was Tokaj zu bieten hat: wunderbaren Stoff aus autochthonen Rebsorten von einzigartigen Terroirs.</p>
<p>Zoltáns Weine sind Gratwanderungen, scharf geschliffen, geprägt von ihren superklaren Säuren und komprimierten Frucht, einer kühlen, durchgängig präsenten Mineralität. Nicht alle sind leicht zugänglich, das gilt erst recht für die Jugendphase der trockenen und halbtrockenen Spitzenweine. Ihr Potential wird sich zeigen. Doch kann und sollte man Zoltán in einem Atemzug mit Szepsy nennen. Schon der<strong> Birtokbor 2008</strong>, der Einstieg in seine Welt zeigt das außergewöhnliche Können auf. Ein Blend aus drei Terroirs, aus den Lagen Veres, Lapis und Újhegy. Ein halbtrockener Furmint mit klarer, reifer Frucht aus gelbrünen Äpfeln, lustvoll saftig, feine Säuren, feine Mineralität, feine Versprechung.</p>
<p>Aus<strong> Őszhegy</strong> bei Mád stammt mit dem<strong> 2008er Jahrgang</strong> Zoltáns erste Gelbe Muskateller überhaupt, von 20-23 Jahre alten, reaktivierten Rebstöcken. Was da trocken ausgebaut ins Glas gelangt, lässt viele gängige Muskateller augenblicklich vergessen machen. Kühles Rosenwasser, Veilchen, Zitrusfrüchte, am Gaumen subtile Birnenfrucht, trocken-steinige Mineralität und sanfte Säuren ziselieren als willige Handlager die Gesamtwahrnehmung. Ein Ausrufezeichen für die kommenden Jahrgänge. Kakas, Jahrgang 2008. Wieder ein Furmint, schlanker, fruchtbetonter, als der Lapis. Mit dunkelgelber Frucht und Grastönen werbend, ausgesprochen traubiger Angang, ein Jungspund eben, leicht cremig texturiert, einmal mehr mit glasklaren Säuren. Begeisternd. Weiter der Höhenflug. <strong>Szerelmi</strong> die Lage, Löss der Untergrund, bei Zoltán stets gleichbedeutend mit <strong>Hárslevelű</strong> (Lindenblättigem). Spontan vergoren, rund 7 Gramm Restzucker. Sehr rund und rein, punktgenaue Säurendosis, eine raumgreifende Frucht aus gelben Birnen und Äpfeln und eine kühl-würzige Mineralität. Alles so selbstverständlich ineinandergreifend, wie als wäre es ein Kinderspiel. 2008 wohl der schönste Hárslevelű aus Tokaj.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-4638" title="demeter_zoltan_furmint_lapis_kakas_2008" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/05/demeter_zoltan_furmint_lapis_kakas_2008-300x133.jpg" alt="" width="300" height="133" />Die erzeugten Mengen sind verschwindend gering. Insgesamt sieben Hektar sind in Zoltán Demeters Besitz, noch bewirtschaftet er nur etwas mehr als die Hälfte. Im Schnitt stehen dem Markt jeweils rund 500 bis maximal 1.500 Flaschen aus jede der sieben Lage zur Verfügung, der Schwerpunkt liegt bei den trockenen bis halbtrockenen reinsortigen Weinen. Sie sind zur Vorhut geworden, Verkünder des neuen Ungarn unter Reaktivierung des Alten. Tokaj muss dabei die ersten Schritte tun. Zusammen mit anderen Erzeugern aus Tokaj kämpft Zoltán um die Wiederbelebung der bis zu 400 Jahre alten Lagen-Klassifizierung. Nachdem die 1990er Jahre nach der sozialistischen Massenproduktion zur Rekonvaleszenz des Aszús nötig waren, kamen zur Jahrtausendwende Spätlesen und trockene Lagenweine auf. Viel hat sich inzwischen bewegt und doch steht man nach wie vor ganz am Anfang.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-6092" title="demeter_zoltan" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/demeter_zoltan-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" />Der<strong> Birtokbor Édes</strong> (Süßer Gutswein) leitet über zu den Süßweinen. Neben gelbem Muskateller eine Ansammlung aus autochthonen Rebsorten der Region: Kövérszőlő, Hárslevelű, Bátai und Góhér. Eine verspielte Mischung, wie das angenehm süße, feinfruchtige Ergebnis. Zart cremig, Ananas, Aprikosen, überreife rote Äpfel. Der <strong>Főbor</strong> (Hauptwein) von 2007 aus 80% Furmint und 20% Hárslevelű zeigt sich der Nase gegenüber offen, mit einer warmen Frucht aus dunkelgelbem Fruchtkompott und salzig-rauchigen Röstmandeln. Ein fast aufdringlicher Schmelz im Wechselspiel mit frischen Säuren, Ingwer, Holunderblüten, gelbes Früchteetwas. Schön zu trinken. Der<strong> Anett Bora 2008</strong>, &#8220;Wein von Anett&#8221;, benannt nach Zoltáns Freundin. Ein reinsortiger Gelber Muskateller mit 197 g/l Restzucker und allein damit über dem gesetzlich vorgeschriebenen Aszú-Standard von 160-180 g/l. Deutlichste Trockenaprikosen in der Nase. Ein wunderbar balanciertes Säure-Frucht-Süße-Spiel, überreifen Aprikosen und Pfirsiche treffen transparent erscheinende Säuren. Sehr schön.</p>
<p>Dann der <strong>Aszú von 2003</strong>, ein nahezu perfektes Botrytis-Jahr. Wenn Aszú, dann 6-puttig, wie bei Szepsy. 250 g/l Restzucker. Transparent leuchtender, dicklich schlierender Bernstein. Nougat, Türkischer Honig und Zwetschgen nebst einer salzig-rauchigen Note. Extrem dicht, konzentriert, in die Breite drängendem Schmelz, erst gestern vollreif geerntete Frucht aus Aprikosen, Karamell, glasklare, leicht herb-metallische Säuren. Eine Unverschämtheit, weil doch vergänglich &#8211; und nicht mehr zu haben.</p>
<p>Der reduktiv ausgebaute <strong>Furmint Veres aus 2009</strong> kam als Abschluss &#8211; und wurde erstaunlich locker mit all den Süßweinen-Vorgängern fertig. OK, sein Bouquet verzweifelte zu Recht ein wenig, am Gaumen hingegen machte eine derart substanzielle Frucht allen Geschmacksknospen eine klare Ansage, leicht grünliche Säuren neben kräuterig-mineralischen Tönen, Kandiszucker und etwas süßlicher Fenchel. Robust und doch elegant. Nach alledem hält man inne, staunt über die Weine und die Welt da draußen. Denn ein großes Rätsel bleibt, warum der sonst doch so offene deutsche Markt die Schätze des neuen Tokaj nicht erkennen will. Eine echte Erklärung dafür gibt es nicht.</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.</p>
<p>Dieser Artikel ist auch auf <a href="http://www.captaincork.com/">CaptainCork</a> erschienen und der vorerst letzte Teil der Artikelserie über Tokaj.</p>
<p><a href="../2010/11/23/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-i-attila-homonna/">Zum Teil 1 über Attila Homonna.<br />
</a><a href="../2010/12/03/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-bott-pince/">Zum Teil 2 über die Bott Pince.<br />
</a><a href="http://borwerk.de/2010/12/09/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-istvan-szepsy/">Zum Teil 3 über István Szepsy.</a><a href="../2010/12/03/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-bott-pince/"></a></p>
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		<title>Verkostung aktueller Weine von Beres Szölöbirtok, Tokaj</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Dec 2010 14:17:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vergangene Woche fand die letzte offene &#8220;Club&#8221;-Verkostung des Online-Weinmagazins Vinoport statt. Zehn Weine des Tokajer-Gutes Béres Szőlőbirtok és Pincészet wurden von der Geschäftsführerin Melinda Béres vorgestellt. Béres. Der Name steht in Ungarn für Béres-Csepp, Tropfen aus Vitaminen und Spurenelementen, die so ziemlich für alles oder auch gegen jedwedes Zipperlein gut sein sollen. Die Ungarn schwören [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-6140" title="beres_opener" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/beres_opener.jpg" alt="" width="636" height="122" /></p>
<p>Vergangene Woche fand die letzte offene &#8220;Club&#8221;-Verkostung des Online-Weinmagazins <a href="http://vinoport.hu">Vinoport</a> statt. Zehn Weine des Tokajer-Gutes Béres Szőlőbirtok és Pincészet wurden von der Geschäftsführerin Melinda Béres vorgestellt.</p>
<p>Béres. Der Name steht in Ungarn für Béres-Csepp, Tropfen aus Vitaminen und Spurenelementen, die so ziemlich für alles oder auch gegen jedwedes Zipperlein gut sein sollen. Die Ungarn schwören darauf. Man selbst kam nicht drumherum, das metallisch-bitteren Zeug zwischendurch eingeflößt zu bekommen.</p>
<p>Um das Familienoberhaupt Dr. Béres entstand so ein beachtliches Familienunternehmen. Die Liebe zum Wein wiederum ließ die Béres&#8217; im Jahr 2002 stolze 45 Hektar Rebfläche nahe Erdőbénye in Tokaj erwerben und einen repräsentativen Allzweck-Bau errichten. Rund die Hälfte mit Furmint bestückt. Den Rest teilen sich Hárslevelű, Gelber Muskateller, Kövérszőlő und Zéta. In den ersten Jahren war Sarolta Bárdos (Tokaj Nobilis) für die Weine verantwortlich. Heute ist es der junge Peter Hudák.</p>
<p>Man ist landesweit in diversen Super- und Hypermärkten vertreten, hat sich mit einer ziemlich breiten Produktpalette von Qualitätsweinen ganz bewusst im Einstiegsbereich angesiedelt. Dort trifft man neben ganz großen Erzeugern als eigentliche, direkte Konkurrenz auf all jene großen Namen, die durch ausländische Investoren ähnlich bzw. qualitativ insgesamt etwas höher aufgestellt sind: Disznókő, Oremus etc.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-6136" title="beres_weingut" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/beres_weingut.jpg" alt="" width="461" height="308" />Daher gebe ich auf zwischen den Notizen die Preise an. Sie sind vergleichsweise ein wichtigerer Faktor für die Einstufung der Qualitäten. Schließlich handelt es sich mehrfach nicht um Weine, auf die man im Fachhandel trifft. Und dafür sind sie dann auch wirklich OK. Manche verlangen gar etwas mehr Aufmerksamkeit, wie die Lagen-Furmint, oder mehr Respekt als man per se dächte. So der Szamorodni und das edelsüße Margita-Cuvée, Schleckereien für zwischendurch, den schnelllebigen Alltag.</p>
<p>Zum Einstieg, als Einstieg: zwei reduktiv ausgebaute Weine für rund 6 EUR. Mit bewusst auf jung und modern gestylten Etiketten, um genau diese Zielgruppe anzusprechen und für trockene Weißweine aus Tokaj zu öffnen. Weine für jeden Tag, simpel, unkompliziert. Das passt auch. Nur eben sind sie auch so beliebig, dass sie nicht wirklich nach Tokaj weisen. Mission nicht wirklich erfüllt.</p>
<h3>Sárga Muskotály 2009</h3>
<p>Gelber Muskateller. Kühles, enges, florales Bouquet, v.a. Holunder. Am Gaumen klar, schlank, sofort zugänglich weil einfach gestrickt, angenehm frische Säuren, Zitrusfrüchte und unreife gelbe Äpfel.</p>
<h3><img class="alignright size-full wp-image-6139" title="beres_tokaji_furmint_09" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/beres_tokaji_furmint_09.jpg" alt="" width="137" height="192" />Furmint 2009</h3>
<p>Noch deutlich direkter als der Muskateller. Würzig und dennoch klar, reife gelbe Äpfel und Birnen, Gras, alles andeutungsweise karamellisiert wirkend, leicht schmelzend, mit ziemlich zurückhaltenden Säuren. Geradlinig, schnörkellos, einfach, aber ok. Könnte auch von sonstwo herkommen.</p>
<h3>Omlás Furmint 2007</h3>
<p>Lagenfurmint No. 1. Einerseits klassischer, in Holz ausgebauter Furmint. Nur dass das Holz (noch) etwas zu sehr vorne steht. Darin war er sieben Monate lang. In der Nase viel Holz und Petroltöne, leicht floral und dann noch eine überreife gelbe Frucht. Mit punktuellem Druck hinten, recht tief gehend, auch am Gaumen mit recht viel Holz, fest und dabei weich anschmelzend, etwas verbrannt wirkende Frucht aus Birne und Quitte, gegen Ende hin mit fast etwas scharfer Würze. Der sehr heiße 2007er Sommer lässt grüßen.</p>
<h3>Omlás Furmint 2008</h3>
<p>Im Direktvergleich trotz absolut identischem Ausbau mit deutlich weniger Holzeindrücken. Wieder, schon wie bei der ersten Begegnung, mit überrumpelnder Art schon in der Nase weich-mineralisch wirkend, gelb-grüne Äpfel, Stroh, Vanille, Veilchen. Am Gaumen klarer und komplexer, jetzt schon fertiger wirkend, zum Ende hin würziger und mit leicht stumpfen Petroltönen. Persönlich bevorzugt.</p>
<h3>Lőcse Furmint 2007</h3>
<p>Lagenfurmint No. 2. Wieder ein Jahrgangsvergleich. Wieder fassausbau, dieser hier war einen Monat länger im Holz, also acht. Süßliches Holz und überreifen Trauben und Birnen in der Nase, jedoch deutlich gesetzter, gediegener wirkend als der 07er Omlás. Am Gaumen verstärkt sich der Eindruck, runder und weicher, weniger aufdringlich und wild, dennoch auch hier deutliche Petrolnoten, eine offenere Mineralität, klarere Säuren und hellere gelbe Frucht. Meiner Meinung nach komplexer, mehr Potential.</p>
<h3><img class="alignright size-medium wp-image-6141" title="beres_weingut_2" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/beres_weingut_2-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" />Lőcse Furmint 2008</h3>
<p>Feiner, dezenter Holzton, Vanille, Veilchen, Joghurt und Apfel. Straighter und noch klarer am Gaumen, reine grüne Apfelfrucht, leichte mineralische Bitterkeit, grüne pflanzliche Töne, Efeu, Petrol nur schwach, andeutungsweise. Noch etwas gedeckt.</p>
<h3>Édes Szamorodni 2007</h3>
<p>Anstelle der für Szamorodni gesetzlich vorgeschriebenen zwei Jahre Reife wurde diesem hier drei gegönnt. 74 g/l Restzucker. Auch Karamell aber vorwiegend getrocknete Aprikosen. Am Gaumen ziemlich leicht um nicht zu sagen fast beschwingt, mit frischen Säuren, dann aber dagegen haltend eine tabakige, leicht bräunliche Bitterkeit. Kompakte Frucht aus Birnen und Aprikosen. Nicht allzu süß, recht einfach strukturiert, sich feilbietend. Insgesamt gelungen, gewiss gut als Aperitif geeignet.</p>
<h3>Margita Cuvée 2008</h3>
<p>Eine Spätlese aus allen fünf kultivierten Rebsorten. Erst der zweite Jahrgang und doch bereits der erfolgreichste Wein, jener, mit dem man das Weingut Béres in Ungarn am ehest in Verbindung bringt. Ein moderner Süßwein aus Aszú-Trauben, für 2.100 Ft, also 7,80 EUR wirklich überaus attraktiv. Orangen, salzige Meeresluft und dezente Petroltöne. Am Gaumen saftig und recht druckvoll, fester Fruchtkern aus Orangenkonfitüre mit ganz leichter Bitterkeit, bräunliche, leicht spitze Säuren, gegen Ende getrocknete Apfelringe. Trinkspaß.</p>
<h3>Lőcsei Fehér Asszony 2008</h3>
<p>Das weiße Fräulein aus Lőcse ist der Titel eines bekannten Romans &#8211; und hier ein verkappter 4 puttiger Aszú. Knapp zwei EUR teurer als das Margita Cuvée. Aus Furmint und Hárslevelű. Mit 143 g/l Restzucker. Leicht tropisch-buttrige, überreife Frucht, viel Honig. Am Gaumen traubig, auch hier tropische Fruchteindrücke, gelbe Säuren steuern gut gegen die Süße, fein, wenngleich etwas flach.</p>
<h3>Vitis Tokajensis 5 Puttonyos Aszú 2005</h3>
<p>145 g/l Restzucker. Kühle Nase, floral, klassische Botrytis-Töne, Quitten, Aprikosen. Am Gaumen leicht, zu leicht: recht schwach ausgeprägte, klare Säuren, durchaus vital, hellgelbe Frucht aus Aprikosen und Pfirsichen, etwas kraftlos, Tiefe und Breite und Länge fehlt.</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.</p>
<p>Copyright aller Fotos: Szőlőbirtok és Pincészet</p>
<p><img class="size-full wp-image-6142 alignleft" title="beres_closer" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/beres_closer.jpg" alt="" width="636" height="120" /></p>
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		<title>Klischee adé &#8211; Tokaj reloaded. Teil III: Istvan Szepsy.</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 07:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Miskolc, die drittgrößte Stadt Ungarns. Autobahn runter, Landstraße rauf. Noch knapp 40 Kilometer auf Straße Nummer 37, der Transferschiene in eine andere Sphäre. Bolzengerade, teils kilometerweit von Bäumen gesäumt und nur gelegentlich von leichten Biegungen unterbrochen gelangt man in das bekannteste Weinbaugebiet Ungarns, nach Tokaj. Noch 30 Minuten Fahrt, optimal zur Abkopplung von der restlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-6010" title="istvan_szepsy_01" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/istvan_szepsy_01.jpg" alt="" width="636" height="425" /></p>
<p>Miskolc, die drittgrößte Stadt Ungarns. Autobahn runter, Landstraße rauf. Noch knapp 40 Kilometer auf Straße Nummer 37, der Transferschiene in eine andere Sphäre. Bolzengerade, teils kilometerweit von Bäumen gesäumt und nur gelegentlich von leichten Biegungen unterbrochen gelangt man in das bekannteste Weinbaugebiet Ungarns, nach Tokaj. Noch 30 Minuten Fahrt, optimal zur Abkopplung von der restlichen Welt. Und doch kommt es immer nur hier und auf diesem Abschnitt über einen, unweigerlich, unvermittelt.  Eine positive Anspannung, Vorfreude &#8211; und auch etwas Surreales, fast schon Mystisches.</p>
<p>Der eigene Überhöhungs-Reigen wird durch weltliche Dinge gebrochen. Man nimmt es automatisch persönlich, dass ausgerechnet jetzt die normale Strecke nach Mád gesperrt ist. Wie profan das, wenn einen nach kurzen Irrwegen der Meister in der sakralen Halle seine Gutshauses empfängt. Aber nein, auch das ist schon wieder rein interpretiert. Denn István Szepsy ist alles andere als abgehoben, auch wenn er allen Grund dafür haben könnte. OK, der bekannteste Erzeuger Tokajs scheint in vielerlei Hinsicht fern von der sonstigen Welt da draußen. Seine Weine sind qualitative Benchmarks. Daher kommt man an einem Besuch bei ihm nicht vorbei. Er hat in 15 Jahren Standards und Trends gesetzt, war einer der ersten, der Weine nach Lagen diversifizierte, trocken ausgebaute Weißweine und modern gemeinte und schmeckende Süßweine anbot.</p>
<p>In dem Markt vorauseilendem Gehorsam verlangte er von Beginn an vergleichsweise viel Geld für seine Weine. Mutig, doch letztlich nur konsequent &#8211; und erfolgreich. Nur so konnte er binnen zehn Jahren permanent expandieren. Schon sein einfacher <strong>Birtokfurmint</strong>, wenn man so will &#8220;Gutsfurmint&#8221;, kostet bereits stolze 18,00 EUR. Der <strong>2008er</strong> kommt bald in den Handel, duftet noch etwas verschlossen nach Feuerstein und gelbem Dörrobst. Am Gaumen ist er offener, mit kühler Frucht, fein mineralisch und leicht vegetabil-krautig, dabei ziemlich breit und lang und ein warnender Fingerzeig auf alles andere, was da noch kommt.</p>
<div id="attachment_6019" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-6019" href="http://borwerk.de/2010/12/09/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-istvan-szepsy/szepsy_kiraly/"><img class="size-medium wp-image-6019" title="szepsy_kiraly" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/szepsy_kiraly-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Blick auf die Lage Király (Copright Szepsy)</p></div>
<p>Der <strong>2007er</strong> ist nicht nur präsenter, sonder auch deutlich würziger, mit zupackender reifer Frucht, leicht salzigen Noten und fein ausgebildeten, gelben Säuren. Der Jahrgang war der heißeste, den Szepsy bislang erlebt hat und das merkt man allen Weinen auch deutlich an. So wirkt auch der sonst allgemein weicher und fruchtiger ausfallende <strong>Hárslevelű</strong> (Lindenblättrige) 2007 aus der Lage Király (König) direkt nach dem &#8220;einfachen&#8221; Furmint verstörend, mit enorm dichter Mineralität, die eine große warme Würze ausstrahlt. Die Lage aus hartem Tuff und von Zeolith-Mineralen durchzogenen rot- und gelbfarbenen Tonböden gehört zu den bekanntesten der Gegend.</p>
<p>Szepsy baut seine Weine in 400 und 500l-Fässern aus ungarischer Eiche aus und fördert bewusst die malolaktische Gärung. Um die für ihn unerwünschten Apfelsäuren kontrolliert abzubauen hält er seinen Keller beheizt, aus seiner Sicht eine der wichtigsten Arbeiten jenseits des Weinberges. Im Weinberg wird der Ertrag selbstverständlich extrem begrenzt. 50ha ergeben im Schnitt 50.000 Flaschen pro Jahr. Zugegeben, einen Teil der Ernte verkauft Szepsy, weil die Qualität seinen Anforderungen nicht entspricht.</p>
<div id="attachment_6014" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a rel="attachment wp-att-6014" href="http://borwerk.de/2010/12/09/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-istvan-szepsy/szepsy_tamas/"><img class="size-medium wp-image-6014" title="szepsy_tamas" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/szepsy_tamas-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">In der Lage Szent Tamás (Copyright Szepsy)</p></div>
<p>Der <strong>Furmint Szent Tamás</strong> ist schon vom Jahrgang <strong>2008</strong> und mit einem Flaschenpreis von gut 45 EUR der teuerste Furmint der Welt. Die Reben sind bis zu 60 Jahre alt und wurzeln in  rotem Tongestein, das in schichtweise von Zeolith und dem vulkanischen Ryolith durchzogen ist. Schon in der Nase strahlt er eine kühle, adlige Eleganz aus, etwas auf Distanz gehaltenes Birnenkompott, am Gaumen eng geschnitten, verhalten stählern-mineralische Säuren, dazu fein cremiger Textur, buttrigen Tönen und einen Backäpfel-Traum aus Granny Smith. Im Direktvergleich wirkt da der <strong>Szent Tamás 2007</strong> zwar breiter aber trotz fülliger Wärme vor allem härter, weil zum Ende hin deutlich würziger, das klar vernehmliche Holz überlagert zumindest jetzt noch die gebrannte Frucht, dämpft auch die Säuren ab. Der Wein ist einfach noch zu jung, Szepsy vermutet, dass er zumindest noch vier bis fünf Jahre benötigt.</p>
<p>Genau aus diesem Grund präsentiert er im direkten Anschluss einen<strong> 2002er Furmint</strong>. Der strohgelbe Repräsentant aus der Lage Urágya weist deutliche Botrytistöne auf, Joghurt, Butter und Petrol dringen an die Nase. Am Gaumen ragen zum ersten Mal sehr deutlich die für Furmint typischen Aromen von grünen Äpfeln hervor, der Altersunterschied ist spürbar, ein kühler, zarter Schmelz verbreitet sich, schmeichelt auf sehr elegante Weise lange nach. 1964 wurden die Reben gepflanzt, die für Szepsys Urágya die Trauben liefern, in quarzhaltiges rotes Tongestein, das grundsätzlich für eine prägnante und komplexe Struktur sorgt.</p>
<p>Dann der Einstieg in die Süßweine, mit einem <strong>Édes Szamorodni von 2008</strong>. Man betritt mit der Nase eine Apotheke, so überdeutlich entströmen dem Glas medizinische Noten. Leicht würzig, warm, Mineralität und Frucht in schöner Koexistenz halten gegen fruchtig-frische kernige Säuren. Er wirkt leicht, fast beschwingt tänzelnd auf der Zunge &#8211; und genau das soll er auch. Dann das <strong>Szepsy Cuvée 2007</strong>, eine Sub-Aszú-Kategorie, welche Szepsy schon Ende der 1990er Jahre ganz bewusst als diplomatischen Wegbereiter für jene Fraktion entwickelt hat, die mit klassischem Aszú wenig am Hut hat und dennoch für Süßweine aus Tokaj gewonnen werden soll. Eine von Botrytis-Tönen dominierte Nase, den Gaumen mit viel Honig und Röstmandeln und Trockenobst einlullend, erscheint er durch seine aufrechten Säuren fast ein wenig einfach, in jedem Fall gut zugänglich.</p>
<p>Zu den<strong> Aszús</strong>, die es bei Szepsy aus Prinzip nur als 6-Pütter gibt, wenn schon, denn schon. Der <strong>2006er</strong> wirkt unheimlich jung und in der Nase anfänglich verhalten, fast schüchtern. Am Gaumen dennoch dicht und komplex, mit kandierten Aprikosen und Zwetschgen und einer feinen, von kräftigen Säuren gestützten warmen Würze. Der <strong>2003er Aszú </strong>spielt den Schlussakkord, ist deutlich runder und weicher, nussiger, zusammen mit den extrem jung wirkenden Säuren prickelt die goldgelbe Frucht förmlich auf der Zunge, ehe sie mächtig Raum greift und die ganze Mundhöhle dick schmelzend ausgleitet. Ein mächtiger Eindruck, dessen Nachklang sich auch dann noch auf der Zunge findet, als man Szepsy und Mád auf Umwegen längst hinter sich gelassen hat.</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.</p>
<p>Dieser Artikel ist auch auf <a href="http://www.captaincork.com/">CaptainCork</a> erschienen. In den folgenden Wochen wird die Serie zu Tokaj fortgesetzt&#8230;</p>
<p><a href="../2010/11/23/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-i-attila-homonna/">Zum Teil 1 über Attila Homonna.<br />
</a><a href="http://borwerk.de/2010/12/03/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-bott-pince/">Zum Teil 2 über die Bott Pince.</a><a href="../2010/11/23/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-i-attila-homonna/"></a></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-6011" title="istvan_szepsy_02" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/istvan_szepsy_02.jpg" alt="" width="636" height="424" /></p>
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		<title>Klischee adé &#8211; Tokaj reloaded. Teil II: Bott Pince.</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Dec 2010 08:44:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ortswechsel, 10 Kilometer südlich, Bodrogkisfalud. Zu Hause bei Judit und József Bodó. Das Navigationsgerät hat zielstrebig den Weg gewiesen. Die Bekanntschaft mit Onkelchen Palis Gänsen musste ausbleiben. Ihr Határi Furmint von 2009 steht auf dem Tisch. Schöner Wein, das vorweg, mit einer sehr klaren, sauberen Frucht, und mindestens so klaren Säuren, geradlinig und im direkten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-5947" title="jozsef_judit_bodo" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/jozsef_judit_bodo.jpg" alt="" width="636" height="424" /></p>
<p>Ortswechsel, 10 Kilometer südlich, Bodrogkisfalud. Zu Hause bei Judit und József Bodó. Das Navigationsgerät hat zielstrebig den Weg gewiesen. Die Bekanntschaft mit Onkelchen Palis Gänsen musste ausbleiben. Ihr Határi Furmint von 2009 steht auf dem Tisch. Schöner Wein, das vorweg, mit einer sehr klaren, sauberen Frucht, und mindestens so klaren Säuren, geradlinig und<a href="http://borwerk.de/2010/11/23/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-i-attila-homonna/"> im direkten Vergleich zu Attilas Ergebnis aus derselben Lage </a>deutlich weniger wuchtig, reife Granny Smith-Äpfel und grüne Traubenschalen, wodurch eine angenehm leichte Bitterkeit zurückbleibt.</p>
<p>Zweifelsohne, die beiden haben inzwischen die nötige Sicherheit und Konstanz. Seit dem Besuch des <a href="http://www.captaincork.com/Tokaj-Bott">Captain</a> hat sich das kleine Weingut noch fester etabliert: zuverlässige, stetig steigende Qualitäten, eine immer deutlicher wahrnehmbare, eigene Handschrift – die Bott Pince ist zu einer kleinen aber feinen Marke geworden. Doch nun spielt die Natur übel mit. Selbst die Ältesten im Dorf können sich nicht an ein derart durchwachsenes Wetter erinnern, wie 2010. Das Ergebnis: viel Säure, kaum Zucker, wenig Aromen. Nicht sicher, dass es Lagenweine überhaupt geben wird. Die Chancen sind eher gering. Sie reagieren mit einer Mischung aus den Tatsachen geschuldeter Nüchternheit und Sarkasmus. Der angemietete kleine Keller am Bahnhof von Tokaj wird wohl weiter seine Dienste tun müssen, Umbauarbeiten am Eigenheim sind bis auf weiteres vertagt, Durchhalteparolen hallen kurz durch den Raum.</p>
<p><a href="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/judit_bodo_011.jpg" rel="shadowbox[sbpost-5937];player=img;"><img class="alignright size-medium wp-image-5971" title="judit_bodo_01" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/judit_bodo_011-185x300.jpg" alt="" width="185" height="300" /></a>Dabei ist es beileibe nicht so, dass sie ansonsten Absatzprobleme hätten. In diesen Tagen schippern gar 600 Flaschen in die USA, ihr erster Übersee-Export. eher eine symbolische Menge, aber die Botts bewirtschaften ja auch nur fünf Hektar. Aber der leichte und doch tiefgründige Stil weiß zunehmend zu verfangen. Die Bott-Weine führen mit ihrer klaren Stilistik auf geduldige Art in die neue Welt Tokajs, leiten auf Basis von Furmint und Hárslevelű die Sinne subtil und doch einprägsam entlang der verschiedenen Terroirs. Die eingesetzten Holzfässer sind gebrauchte, was mindestens so sehr der Not geschuldet ist, wie dem über die Jahre allmählich entwickelten Konzept, das wahrnehmbare Holztöne nicht vorsieht.</p>
<p>2009 hat aus der Lage Határ (14,5% Vol., 5 gr. Restzucker) aus überreifem Traubenmaterial auch einen leicht wirkenden und doch mit Substanz versehenden Hárslevelű entstehen lassen, der in seiner jungendlichen Frische an Aprikosenmarmelade und Butterkeks erinnert. Daneben gibt es reinsortig nur noch Furmint. Der Teleki 2009 ist mit seiner Parfümnase womöglich nicht jedermanns Geschmack, dafür umso solitärer. Leichtgewichtig wirkend, weich, zart schmelzend, doch dagegen halten Gelee-, kandierte Früchte vehement an, gesellen sich parfümiert-traubige Noten hinzu, hinten raus dominiert dann Marzipan. Der Vertikalvergleich zum 2005er Teleki zeigt eine fast identische Aromenstruktur, nur etwas gefügter, reifer.</p>
<p>Der 2009er Furmint aus der Lage Csontos (knochig) mit knapp 40 Jahre alten Rebstöcken auf ist Sonne pur auf Pfirsich und Birnen, wirkt in der Nase zudem leicht floral-parfümiert. Seine Frucht und Säure liegt zwischen dem Határi und Teleki: sanfte und doch deutlich wahrnehmbare Mineralität, durchweg von einer leicht bitteren Kräuterigkeit getragen. Dagegen erscheint der Csontos 2008 wieder auf ganz eigen Weise spannend, mit unreifen Ananas, Gräsern und Joghurt in der Nase, am Gaumen klar, vegetabil, sonnengewärmte Mineralität, Salz und etwas Seife. Der Bott-Bor 2008 ist der Gutswein, doch beileibe nicht der Einstieg. dazu ist das Cuvée aus verschiedenen Lagen zu komplex, mit recht kräftigen, klaren Säuren, einer warmen, feinen Würze. Je länger im Mund, desto schmelziger wird er, im Abgang ist die der Pfirsichkern freigelegt – und verbleit als letzter aromatischer Eindruck im Mund.</p>
<p><a href="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/jozsef_bodo1.jpg" rel="shadowbox[sbpost-5937];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-5958" title="jozsef_bodo" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/jozsef_bodo1-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Nach diesen jeweils eigenständigen Weinen, leitet der 2009er Bott-rytis mit einer gnadenlos schönen Almdudler-Nase über in die Riege der Edelsüßen. Auch am Gaumen Alpenkräuter, die die cremige Fruchtsüße aus Pfirsich und Aprikosen ergänzen, feinst verästelte Säuren, jung, frisch. Zu dem Aszú-Feuerwerk, das zu wechselnden Anteilen von Furmint und Hárslevelű angeheizt wird: der 2007er erscheint spielerisch tänzelnd, mit ungemein jungen, kräftigen Säuren, einer glasklaren Süße aus Aprikosen- und Quittengelee. Der 2006er kommt mit deutlich mehr Säure und wirkt wohl gerade deshalb ansonsten etwas flacher. Der 2002er duftet nach Ingwer und warmem Salz. Hier merkt man die zusätzlichen Jahre, in denen die Aromen in der typisch schmalhalsigen Halbliter-Aszú-Flasche Raum greifen konnten: er ist dichter, tiefgründiger, reicher, und doch wirken die Säuren noch klar und vital. Die reife gelbe Frucht wird gegen Ende von floralen Tönen und Kräuteraromen abgelöst.</p>
<p>Am Ende steht der 2008er – was zu einem kurzen innerfamiliären Beben führt. Denn eine Fassprobe hatte bislang nicht einmal Judit selbst probiert, József hatte einige Milliliter in Eigenregie gezapft. Die ungemein frische, von vitalen Säuren umspielte Frucht giert regelrecht nach intensivem Gaumen und Zungenkontakt. Kein Zweifel, da ist etwas Großes im Entstehen. Ein überdeutliches Zeichen, das auch Judit versöhnlich stimmt und die Alltagssorgen kurzzeitig vergessen lässt. Ohnehin, unterkriegen lassen sich die Bodós nicht so schnell. Zum Glück.</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.</p>
<p>Dieser Artikel ist auch auf <a href="http://www.captaincork.com/">CaptainCork</a> erschienen. In den folgenden Wochen wird die Serie zu Tokaj fortgesetzt&#8230;</p>
<p><a href="http://borwerk.de/2010/11/23/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-i-attila-homonna/">Zum Teil 1 über Attila Homonna.</a></p>
<div id="attachment_5973" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a rel="attachment wp-att-5973" href="http://borwerk.de/2010/12/03/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-bott-pince/bott_keller/"><img class="size-full wp-image-5973" title="bott_keller" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/12/bott_keller.jpg" alt="" width="636" height="424" /></a><p class="wp-caption-text">Einen Vorteil hat der niedrige Ertrag in 2010: im kleinen, angemieteten Keller wird es ausnahmsweise keine Platzprobleme geben.</p></div>
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		<title>Zu Gast bei Zoltan Demeter, Tokaj &#8211; Teil III. Seine edelsüßen Weine.</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 06:38:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borúton, auf Weinwegen]]></category>
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		<category><![CDATA[Tokaj]]></category>
		<category><![CDATA[Aszú]]></category>
		<category><![CDATA[Demeter Zoltán]]></category>
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		<category><![CDATA[Süßwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem Einstiegsartikel und den Anmerkungen zu den trockenen Lagenweinen zu guter letzt noch Notizen zu drei Süßweinen von Zoltán Demeter. Ein Resümee bzw. einige weitere Anmerkunegn werde ich hoffentlich im Laufe der Woche noch schreiben können. Főbor 2007 80% Furmint und 20% Hárslevelű machen diesen „Hauptwein“, so die wortwörtliche Übersetzung, aus. Der Nicht-Aszú ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-4978" title="demeter_zoltan_07" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/07/demeter_zoltan_07.jpg" alt="" width="636" height="424" /></p>
<p>Nach dem <a href="http://borwerk.de/2010/07/18/zu-gast-bei-zoltan-demeter-tokaj/">Einstiegsartikel</a> und den <a href="http://borwerk.de/2010/07/19/zu-gast-bei-zoltan-demeter-tokaj-teil-ii-seine-lagenweine/">Anmerkungen zu den trockenen Lagenweinen</a> zu guter letzt noch Notizen zu drei Süßweinen von Zoltán Demeter. Ein Resümee bzw. einige weitere Anmerkunegn werde ich hoffentlich im Laufe der Woche noch schreiben können.</p>
<h4>Főbor 2007</h4>
<p>80% Furmint und 20% Hárslevelű machen diesen „Hauptwein“, so die wortwörtliche Übersetzung, aus. Der Nicht-Aszú ist, wenn man so will, der Einstiegs-Dessertwein. Entsprechend offenherzig gibt er sich, vom ersten Augenblick an präsent, zugänglich, trotz seiner Jugend. Eine warme, volle, fast ungestüme Frucht in der Nase aus eingemachten dunkelgelben Früchten und geröstetem Zucker, zudem mit einer rauchigen Mineralität. Am Gaumen mit feinem, fast aufdringlichem Schmelz und frischen, sehr jugendlich spritzigen Säuren. Schöne Aromen von Ingwer, Apfelschalen und Lindenblüten. Etwas einfach, weder breit noch tief noch komplex strukturiert, genau deshalb zugänglich aber eben kein filigraner Süßwein. Mal sehen, wohin die Entwicklung führt.</p>
<h4>
<div id="attachment_4940" class="wp-caption alignright" style="width: 220px"><a rel="attachment wp-att-4940" href="http://borwerk.de/2010/07/18/zu-gast-bei-zoltan-demeter-tokaj/zoltan_demeter_06/"><img class="size-full wp-image-4940 " title="zoltan_demeter_06" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/07/zoltan_demeter_06.jpg" alt="" width="210" height="315" /></a><p class="wp-caption-text">Beim Thema Flaschenverschluss hat sich Zoltán demeter noch nicht entscheiden können. So arbeitet er derzeit mit Naturkork, Glas - und auch diesem Kunststoffkorken, der aus drei Komponenten besteht.</p></div>
<p>Anett Bora 2008</h4>
<p>Der <em>Wein von Anett</em>, Der Freundin Zoltán Demeters. Ein reinsortiger Gelber Muskateller mit 197 g/l Restzucker und allein damit über dem gesetzlich vorgeschriebenen Aszú-Standard von 160-180 g/l liegend. Nun ist Gelber Muskateller zumindest für mich nicht unbedingt bekannt dafür, wirklich feine Weinchen hervorzubringen – sondern zumeist eher leicht verständliche, zugängliche, einfacher gestrickte schöne, aromatische Tropfen. Ganz anders verhält es sich mit dem Wein von Anett. In der Nase sehr eindeutig getrocknete Aprikosen. Am Gaumen mit einem wunderbar balancierten Säure-Frucht-Süße-Spiel, filigran zugeschnitten, nicht zu süß, mit herrlich frischer Frucht aus überreifen Aprikosen und Pfirsichen und klaren, absolut transparenten Säuren. Gute Länge, ganz am Anfang aber auch schon wunderschön zu trinken.</p>
<h4>Aszú 2003</h4>
<p>Ein 6-puttiger, wobei Zoltán am liebsten die traditionellen Abstufungen nach Putten fallen lassen würde. Wenn er einen Aszú macht, entspricht er ohnehin automatisch einem 6-Pütter. 2003 war ein sehr guter Jahrgang für Aszús, mit einem warmen, nicht zu heißen Sommer und einem feuchten Herbst. 250 g/l Restzucker. Herrlich leuchtender Bernstein im Glas, dicht und langsam schlierend. In der warmen Nase Nougat, Türkischer Honig, Zwetschgen und einer ganz subtilen, kaum wahrnehmbaren salzig-rauchigen Note. Am Gaumen mit herrlich dichtem, konzentriertem, in die Breite drängendem Schmelz, einer frischen, wie gestern vollreif geernteten Frucht aus Aprikosen, daneben deutliche Karamelltöne, sehr vitale, zupackende, glasklare, leicht herb-metallische Säuren. Ein Traum – den es nicht mehr zu kaufen gibt.</p>
<p><span style="color: #76714b;">Man bedankt sich still bei Zoltán, wohl wissend, dass das einer der Momente war, die – wenn überhaupt – nicht so schnell wiederkommen. Man empfindet Demut, gegenüber dem Winzer der in Gestalt eines schaffenden Künstlers da neben einem sitzt. Und gegenüber der Natur, die so etwas Schönes, einzigartiges vollbringen kann. Und nachdem man sich verabschiedet hat und noch einen kurzen Spaziergang in den Gassen von Tokaj macht, schmeckt man, eine halbe Stunde nach dem letzten kleinen Schluck, immer noch ein wenig Fruchtsüße und Säure auf der Zunge.</span></p>
<p><img class="size-full wp-image-4939 alignleft" title="zoltan_demeter_05" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2010/07/zoltan_demeter_05.jpg" alt="" width="636" height="424" /></p>
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		<title>Wine Spectator: einige Tokajer Aszu mit hohe Punktewertungen</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jun 2010 14:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bruce Sanderson von Wine Spectator hat einigen ihm vorliegenden Aszús ordentliche bis hohe Punktzahlen gegeben. Zur insgesamt wohl sehr eingeschränkten Verkostung standen auch trockene Furmint, u.a. von királyudvar, die jedoch allesamt unter der &#8220;magischen&#8221; 90 Punkte-Marke blieben. Schade, denn genau dort spielt jetzt schon die mindestens so schöne und spannende Musik. Aber vielleicht darf man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bruce Sanderson von Wine Spectator hat einigen ihm vorliegenden Aszús ordentliche bis hohe Punktzahlen gegeben. Zur insgesamt wohl sehr eingeschränkten Verkostung standen auch trockene Furmint, u.a. von királyudvar, die jedoch allesamt unter der &#8220;magischen&#8221; 90 Punkte-Marke blieben. Schade, denn genau dort spielt jetzt schon die mindestens so schöne und spannende Musik. Aber vielleicht darf man nicht allzu viel Offenheit erwarten, wenn die Wahrnehmung ungarischer Weine vermeintlich (nach wie vor) zwingend die von Edelsüßen Tokajer Aszús ist. Und danach dann nichts mehr kommen darf, weil in der eigenen, jahrelangen Logik einfach nichts kommen kann.</p>
<p><em>Oremus Tokaji Eszencia 2000</em> &#8211; 98 Punkte<br />
<em> Királyudvar Tokaji Aszú 6 Puttonyos Lapis 2003</em> &#8211; 95 Punkte<br />
<em> Hétszőlő Tokaji Aszú 5 Puttonyos 2000</em> &#8211;  94 Punkte | $47/500ml<br />
<em> Royal Tokaji Tokaji Aszú 5 Puttonyos Red Label  2006</em> &#8211; 94 Punkte | $39/500ml<br />
<em> Hétszőlő Tokaji Aszú 5  Puttonyos 2004</em> &#8211; 93 Punkte | $47/500ml<br />
<em> Hétszőlő Tokaji  Aszú 6 Puttonyos 2001</em> &#8211; 93 Punkte | $57/500ml<br />
<em> Hétszőlő  Tokaji Aszú 6 Puttonyos 2000</em> &#8211; 93 Punkte | $57/500ml<br />
<em> Hétszőlő Tokaji Aszú 5 Puttonyos 2001</em> &#8211; 92 Punkte | $47/500ml<br />
<em> Királyudvar Tokaji Ilona Cuvée 2003</em> &#8211; 92 Punkte | $50/500ml<br />
<em> Tokaj Kereskedőház Tokaji Aszú 4 Puttonyos 2001</em> &#8211; 92 Punkte |  $30/500ml<br />
<em> Oremus Tokaji Late Harvest 2006</em> &#8211; 91 Punkte |  $26/375ml<br />
<em> Disznókő Tokaji Late Harvest Késői Szüretelésú 2008</em> &#8211; 90 Punkte | $25/500ml<br />
<em> Hétszőlő Tokaji Aszú 6 Puttonyos 2004</em> &#8211; 90 Punkte | $57<br />
<em> Tokaj Kereskedőház Tokaji Aszú 3 Puttonyos  2001</em> &#8211; 90 Punkte | $20/500ml<br />
<em> Hétszőlő Tokaji Aszú 5  Puttonyos 2003</em> &#8211; 89 Punkte | $47/500ml<br />
<em> Királyudvar Furmint  Tokaji Demi-Sec 2008</em> &#8211; 89 Punkte | $33/500ml<br />
<em> Királyudvar Furmint  Tokaji Sec 2008</em> &#8211; 88 Punkte | $23/500ml<br />
<em> Oremus Tokaji Dry  Mandolás 2006</em> &#8211; 88 Punkte | $23/500ml<br />
<em> Chateau Pajzos Furmint  Tokaji 2008</em> &#8211; 87 Punkte | $10/500ml</p>
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