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	<title>Ungarn und Wein. BorWerk - Das Blog über ungarische Weine &#187; Süßweine</title>
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	<description>Das Blog über ungarische Weine</description>
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		<title>Juhuuuuu, soooooviel Aszuuuuu! Und der lange Weg dahin&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 08:21:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borúton, auf Weinwegen]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Chef kam, sah – und siebte. Kein Pardon. Ohne Wenn und Aber. Er siebte jene aus, die nicht dort sein sollten. So wurde aus wenig, noch weniger. Und die Größe des Eimers schien Hohn zu sprechen. Spottete ob der geringen Traubenmenge, die nach einer Stunde allenfalls eine lückenlose Bodendecke bildete. Was am Ende übrig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/profil.png" rel="shadowbox[sbpost-8941];player=img;"><img class="alignleft size-full wp-image-8943" title="profil" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/profil.png" alt="" width="636" height="118" /></a></p>
<p>Der Chef kam, sah – und siebte. Kein Pardon. Ohne Wenn und Aber. Er siebte jene aus, die nicht dort sein sollten. So wurde aus wenig, noch weniger. Und die Größe des Eimers schien Hohn zu sprechen. Spottete ob der geringen Traubenmenge, die nach einer Stunde allenfalls eine lückenlose Bodendecke bildete.</p>
<p>Was am Ende übrig blieb: rund sieben Kilo Aszú-Beeren. Sieben Kilo, gelesen von sechs Personen in rund dreieinhalb Stunden. Der Chef, so streng, so unnachgiebig dem Qualitätsmanagement verschrieben, war am Ende zufrieden. Ein letzter kritischer Blick, eine letzte Selektion. Die guten ins gemeinsame Töpfchen, die schlechten auf den Boden.</p>
<p>Lektion erteilt, Lektion dankend angenommen. Der Chef, József Bodó von der<a href="http://borwerk.de/wein/bott-pince/"> Bott Pince</a>, steuert seinen Pickup mit seinen willigen Zeitarbeitern zurück nach Bodrogkisfalud. Kalt und grau und am Ende gar ziemlich windig war es. Doch das Wetter hat gehalten. Und als am Abend doch noch ein leichter Landregen einsetzt, sitzt unsereins bereits in größerer Runde am Tisch und versenkt die Nase im Glas mit bernsteinfarbenem Elixier. Jenem Extrakt, um das man selbst noch wenige Stunden zuvor kämpfte.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Trockenheit, die die Botyrtis Cinerea nicht mag</strong></span></p>
<div id="attachment_8952" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/25/juhuuuuu-soooooviel-aszuuuuu-und-der-lange-weg-dahin/aszu_toepfchen/" rel="attachment wp-att-8952"><img class="size-full wp-image-8952" title="aszu_toepfchen" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/aszu_toepfchen.jpg" alt="" width="320" height="427" /></a><p class="wp-caption-text">Der Lohn, das Ergebnis der Arbeit. Die rund sieben Kilo Aszú-Beeren im &quot;Töpfchen&quot;.</p></div>
<p>Das Bisschen Regen spottet der trockenen Böden mindestens so sehr, wie die getrockneten Beeren am Boden des ach so tiefen Eimers den eigenen Augen. Was viel mit dem Grundprinzip Klasse statt Masse zu tun hat. Was aber auch viel mit dem Jahr 2011 zu tun hat. Trocken war es letztlich. Deutlich trockener als 2010, das ohnehin. Aber trockener auch, als in Deutschland. Das gilt vor allem für den Spätsommer und einsetzenden Herbst. Nennenswerter Niederschlag fand ab der zweiten Augusthälfte bis Mitte Oktober praktisch nicht mehr statt. Und da kann sich nur schwerlich Botrytis Cinerea bilden. Jener edle Pilz, den es für Aszú bedarf, ganz am Anfang.</p>
<p>Noch etwas früher bedarf es aber eben vor allem auch etwas Feuchtigkeit. Nebel, wie sie an den südlichsten Ausläufern des Zempléner-Gebirges im Herbst üblich sind, reichen da schon aus. Zu feucht soll und darf es schließlich auch nicht sein. Sonst setzt Fäulnis ein. Das war 2010. Doch 2011 war es ganz entschieden zu trocken. Das mag die Botrytis nicht, da gedeiht sie nicht. Und so sind es denn auch nur wenige, sehr vereinzelte Beeren, die eingeschrumpelt sind. Den Pilzbefall selbst, den sieht man kaum.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Essig, der einen sauer macht</strong></span></p>
<p>Anderes sieht man und das soll man auch sehen. Denn dabei geht es dann wieder um Qualität. Die gute Aszú-Beere, also von Botrytis befallene und zusammengeschrumpfte, ähnelt mit ihrer braun-rötlichen, erdfarben Schale einer Rosine. Zu trocken darf sie nicht sein. Dann bringt auch das Pressen nichts mehr. Zu saftig aber auch nicht. Dann ist sie an einer Stelle meist noch leicht gelb-grünlich, nicht reif, nicht dehydriert genug. dann bleibt sie hängen bis zum nächsten Lesegang. Und von Essigsäure befallen soll sie nicht sein. Dann wurde sie meist von Wespen heimgesucht, hängt mit hellerem Braun und vermeintlich prall am Stock – und müffelt bei näherer Betrachtung, ja nach Essig eben. Das darf nicht ins Töpfchen, davon gibt’s zu viel, das macht einen sauer und den Aszú sonst schlecht.</p>
<p>All das berücksichtigend arbeitet man sich also Stock für Stock ab. Anfangs sehr langsam, nach einiger Zeit mit der wenigen, schnell gesammelten Erfahrung doch zügiger voran. Dennoch: Geschwindigkeit wird hier relativ und wenn der Rücken nicht irgendwann vom steten Bücken schmerzte, würde man sich glatt in einem Manager-Training zum Abschalten wähnen. Natürlich immer der Gefahr ausgesetzt, dass, Józsi, der Chef, vorbei schaut und prüft &#8211; und rügt. Wohlwollend, gut meinend, aber auch mit dem nötigen Ernst.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Die Qualität im Weinberg, der Stil im Keller</strong></span></p>
<p>Die Lektion jedenfalls sitzt. Der Aufwand, das ist einem nach den wenigen Stunden im Weinberg klar geworden, ist enorm. Man kann einschätzen, wie Top-Qualitäten entstehen und wo bei anderen eben jene nicht zustanden kommen: weil mehr im Töpfchen landet als es gut tut. Dann, im Keller, die nächste Entscheidung. Hier arbeiten die Bodós mit Holzfässern, die 220 Liter fassen. Um das mit Aszú-Wein zu füllen, bedarf es rund 200 Kilo von Botrytis gezeichneten Traubenmaterials. Nur so kommt am Ende ein sechs puttiger Aszú raus. Erfahrene Leute ernten sieben Kilo am Tag. Wir, die jungfräulichen Helfer, schafften zu sechst in rund dreieinhalb Stunden eben diese Menge.</p>
<p>In den Aszú der Bodós wandern in erster Linie Furmint-Beeren, aus allen ihren Lagen. Der Most, so war es jedenfalls 2007, stammt von Hárslevelű aus den Lagen Határi und Csontos. Vierzig Stunden gärten diese Anteile zusammen vor sich hin. Dann wurde der Wein zweieinhalb Jahre lang in eben jenem neuen 220-Liter-Eichenfass ausgebaut. Noch ein wenig Flaschengärung und am Ende sind 448 Flaschen à 0,375 Liter entstanden. Kostenpunkt pro Stück: rund 45 EUR beim derzeit schwachen Ungarischen Forint. Und das ist das (selbstredend schon ausverkaufte) Zeug es allemal wert.</p>
<p>Der Einsatz von Most anstelle eines Grundweines, die Wahl von Hárslevelű als Partner der Furmint-Aszú-Beeren, das sind die wichtigsten Parameter, welche maßgeblich zum modernen Stil des Bott-Aszús beitragen. Der Most des Hárs bringt die Frucht, zusammen mit dem Furmint auch jene frische Säuren, die rigide Auswahl, Qualitätswahrung bei der Lese vermeintlich die klare Struktur. Kling einfach, ist es aber nicht. Sonst würden es wohl mehr machen. Doch die Streu vom Weizen hat sich da schon lange getrennt.</p>
<p>Jetzt wäre es freilich an der Zeit, mit weiteren Verkostungsnotizen zu kommen. Doch die lassen noch auf sich warten. Kommen aber, bald, als &#8220;UPDATE&#8221; markiert. Versprochen.</p>
<p><a href="http://borwerk.de/2011/10/21/aszu-von-disznoko-von-hetszolo-von-himesudvar-von-szepsy-und-kein-ende/">Zum Teil eins, der theoretischen Einführung ins Thema und einigen Verkostungsnotizen</a>.</p>
<div id="attachment_8951" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/25/juhuuuuu-soooooviel-aszuuuuu-und-der-lange-weg-dahin/aszu_endkontrolle/" rel="attachment wp-att-8951"><img class="size-full wp-image-8951" title="aszu_endkontrolle" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/aszu_endkontrolle.jpg" alt="" width="636" height="408" /></a><p class="wp-caption-text">Kontrolle, die Letzte. Klarer Auftrag für den Chef, József Bodó. Der Rest guckt lieber weg und harrt des Urteils.</p></div>
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		<title>Juhuuuuu, soooooviel Aszuuuuu! Von Disznokö, von Hetszölö, von Himesudvar, von Szepsy &#8211; und kein Ende.</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 18:34:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borúton, auf Weinwegen]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit Aszús ist es ein wenig wie mit der Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt. Dummer Spruch aus blödem Film, ja. Einen Süßwein, das kriegt man. Stimmt genau. Doch was genau für einen, das ist erst einmal offen. Denn: die stilistischen Unterschiede zwischen den einzelnen Erzeugern sind doch erstaunlich groß. Dann gibt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8854" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/21/aszu-von-disznoko-von-hetszolo-von-himesudvar-von-szepsy-und-kein-ende/tokaji_aszu_giga03/" rel="attachment wp-att-8854"><img class="size-full wp-image-8854" title="tokaji_aszu_giga03" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/tokaji_aszu_giga03.jpg" alt="" width="636" height="424" /></a><p class="wp-caption-text">Viel Wein, viel Freud&#39;. Mehr bedarf es angesichts dieser Runde kaum zu sagen.</p></div>
<p>Mit Aszús ist es ein wenig wie mit der Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt. Dummer Spruch aus blödem Film, ja. Einen Süßwein, das kriegt man. Stimmt genau. Doch was genau für einen, das ist erst einmal offen.</p>
<p>Denn: die stilistischen Unterschiede zwischen den einzelnen Erzeugern sind doch erstaunlich groß. Dann gibt es aber doch wieder Vergleichwerte, Linien zeichnen sich ab. So etwas schreit nach Kategorisierung, nach Ordnung. Und nach einigen Hintergrundinformationen, etwas Abhilfe, möglichst kurz.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Drei, vier, fünf, sechs &#8211; setzen!</span></strong></p>
<p>Namhafte Erzeuger wie Királyudvar, István Szepsy, Bott und Zoltán Demeter beschränken sich seit längerem auf 6-puttige Aszú. Darunter geht bei ihnen nichts mehr. Die Großen, allen voran Oremus, Hétszőlő und Disznókő haben mehr Traubenmasse und fahren hier schlichtweg auch eine andere Strategie und bieten in ihrem Portfolio von drei- bis sechs-puttigen Edelsüßen alles an.</p>
<p>Die Verschlankung des Sortiments bei den anderen markiert aber zumindest indirekt auch eine Trendwende im Stil der Tokajer, wie die Aszús im deutschen Sprachraum fälschlicherweise verkürzend bezeichnet werden. Um die Jahrtausendwende wandten sich einige Erzeuger, unter anderem und vor allem einige der oben zuerst genannten, einem neuen Stil zu. Der bedeutete die Abkehr vom schweren, breit aufgestellten und primär stark durch seine Süße geprägten Dessertwein. Der konnte und kann zwar in sich schön sein, ist aber weniger zugänglich, tendenziell weniger dimensional, verdeckt bisweilen unnötig das deutlich breitere Potential der „Botrytis-Destillate“.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Neuer Stil. Jahrtausendwende als Trendwende</span></strong></p>
<p>Die erste Kategorisierung ist demnach eine stilistische. Der moderne Aszú-Typ findet sich zeitlich etwa seit dem Jahr 2000 in der Flasche – logisch, dass nicht in jeder. Jedenfalls kommen diese dann oftmals mit einer Brillanz und Klarheit und zumeist auch ungemein frisch-fruchtigen Säurestruktur daher, die in der Gesamtsicht absolut bestechend ist und auch 10-jährige Weine noch fast wie vorpubertäre Jungspunde aussehen lässt. Interessanterweise geht das einher mit dem Abschluss einer ersten Post-Kommunistischen (Wiedererlern)-Phase im Qualitätsweinbau Tokajs. Und mit dem Beginn der Beschäftigung mit trocken ausgebauten Weinen. Ein paar Jahre später sollten sich dann noch Spätlesen als zusätzliche Spielwiese für die loaklen Winzer auftun. Und da steht man heute und lernt und lernt und lernt mit jedem Jahrgang, an jedem Jahrgang.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Partnerwahl &#8211; und andere lebensentscheidende Dinge</strong></span></p>
<div id="attachment_8891" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/21/aszu-von-disznoko-von-hetszolo-von-himesudvar-von-szepsy-und-kein-ende/aszu_beeren/" rel="attachment wp-att-8891"><img class="size-full wp-image-8891" title="aszu_beeren" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/aszu_beeren.jpg" alt="" width="320" height="427" /></a><p class="wp-caption-text">Aszú-Beeren 2011: Trocken wie der Jahrgang, kaum sichtbarer Botrytis-Pilzbefall. Die paar wenigen guten ins Töpfchen...</p></div>
<p>Ehe es jetzt doch zu lang wird, kurzerhand noch einige wesentliche Faktoren aufgezählt, die maßgeblich ein Mitspracherecht dabei haben, was am Ende hinten raus und also ins Glas kommt. Am wichtigsten: wird den Aszú-Beeren Grundwein oder Most zugesetzt (Grundwein macht die Sache tendenziell kantiger, griffiger)? Das ist fast schon so bedeutend, dass man es als zweite Kategorisierung nennen kann.</p>
<p>Kurz dahinter, auch nicht viel weniger wichtig: der Anteil bzw. das Verhältnis von Furmint  zu Hárslevelű (Hauptrebsorten von Aszú, daneben finden sich bisweilen, allerdings schon serh selten noch in kleineren Mengen Gelber Muskateller, Zéta, Kövérszőlő&#8230;). Dann noch: Lesedauer (kann sich über einige Wochen erstrecken). Lage/Terroir (bislang gibt es nur wenige Lagen-Aszú (Bsp. Lapis 2006 von Királyudvar), kleinere Güter müssen auf das Botrytis-Material aller Weinberge zurückgreifen, um ausreichend Menge zu haben).</p>
<p>Dann die von allen Weinen bekannten Geschichten wie Abpress-Philosophie, Maischestandzeit, Fasswahl (Größe, Holz (in der Regel Zempléner Eiche aus den lokalen, nördlich gelegenen Bergwäldern), x-te Befüllung), Dauer des Ausbaus (bei 6-puttigem sind 2 Jahre Minimum vorgeschrieben, dann noch ein Jahr Ruhe auf der Flasche bis zum Markteintritt. Manche Erzeuger lassen den Weinen jedoch individuell mehr Zeit).</p>
<p>Ende der Einleitung, des eigentlich überfälligen und viel zu kurz greifenden Exkurses zum Thema Aszú. Ein Thema, das nicht grundlos hier auf BorWerk etwas zu kurz kommt. Schließlich trinkt man solche Weine nicht gerade jeden Tag und selbst auf Verkostungen sind sie eher selten zu sehen. Vergangenes Wochenende (7.-9. Oktober) hingegen war meinereins mit zwei Freunden, einem <a href="http://borrajongo.blog.hu/2011/10/19/gigaszi_aszu_kostolo_a_bodo_portanal">ungarischen Weinblogger</a> und Winzern von Judit und József Bodó von der <a href="http://www.bottpince.hu/index.jsp?isFlashCompliant=true&amp;amp;session_id=da43577dc18fb98b4e83803989233448360e3ec4&amp;flashVersion=1">Bott-Pince</a> zu einer fulminanten Aszú-Großverkostung eingeladen. Sowohl die Gastgeber, die Bodós, als auch Stéphanie Berecz (ehemals u.a. Disznókő, jetzt auch Moonvalley) von <a href="http://tokajkikelet.hu/?lang=en">Kikelet</a> griffen tief in ihre Privatkeller und trugen zu einer illustren und einzigartigen Botrytis-Quer-Schau bei. <a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/">István Dorogi</a> selbst steuerte auch von seinen Weinen bei. Ein Dank an alle auch nochmals an dieser Stelle.</p>
<p>Die ersten Beschreibungen, alle Weine wurden blind verkostet.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>4 puttonyos Aszú 1993, Disznók</strong></span><strong><span style="font-size: medium;">ő</span><br />
</strong>Schon ziemlich dunkel im Glas, dunkelbräunlich-bernsteinfarben. Wie ohnehin grundsätzlich gesagt werden kann, dass die 1990er, also alle gut über 10 Jahre alten Aszú bereits erstaunlich dunkle Farben aufweisen. Alterstöne in Gestalt von Jod und Clor, erdig, getrocknete Aprikosen. Für einen 4-pütter recht breit aufgestellt, schon spürbares Alter aber auch nicht überaltert.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>4 puttonyos Aszú 1995, Disznók</strong><strong>ő</strong></span><br />
Wieder 4 püttig. Aber zwei Jahre Altersunterschied und ganz anders. Hat viel von Dörrobst, tropische Früchte, nicht nur in der Nase sondern auch am Gaumen deutlich fruchtiger als der 1993er. Auch deshalb runder, mit deutlicher wahrnehmbaren, besser integrierten Säuren neben gereift wirkenden Botrytis-Tönen. Dann auch noch eine feine Bitterkeit, Traubenschalen, Kerne. Ein trockener Basiswein macht hier u.a. den Ausschlag. mehr Charakter, mehr Substanz.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>5 puttonyos Aszú 1993, Disznók</strong><strong>ő</strong></span><br />
ist im Direktvergleich dann zwar auch wieder näher am klassischen Stil, wirkt rustikaler, mit Rosinen, türkischem Honig und einer überdeutlichen Botrytis-Nase. Macht sich am Gaumen dann aber spannend durch Aromen von Kaffe, Malz, fein grünlich-reifer Bitterkeit, Laub. Damit recht eigenständig.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>6 puttonyos Aszú 1993, Disznók</strong><strong>ő</strong></span><br />
dem Vorgänger recht ähnlich, anfänglich jedoch mit störender, scharfer Nase, die an Scheuermittel erinnerte. Belüftung half, alles wandelte sich in eine medizinisch-kräuterige Richtung, Fenchel, Salbei neben Rosinen und den obligatorischen Botrytis-Aromen. Wirkte dann am Gaumen wesentlich konzentrierter, alles sammelte sich um einen engen, kompakten Malz-Kern, daneben recht ausgeprägte Säuren, em-Eukal-Hustenbonbon. Voll, gehaltreich, schön.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>5 puttonyos Aszú 1995, Hímesudvar</strong></span><strong><br />
</strong>Gedörrte Aprikosen, Tabak, geröstete Pfirsichkerne. Am Gaumen elegant, offener und freundlicher, moderner und damit auch „massentauglicher“ wirkend. Und das trotz deutlicher medizinischer Noten, weil filigraner, dennoch mit Tiefe, besser integrierte und dauerhaft mitlaufende Säuren. Schön.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_8853" class="wp-caption alignright" style="width: 330px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/21/aszu-von-disznoko-von-hetszolo-von-himesudvar-von-szepsy-und-kein-ende/tokaji_aszu_giga02/" rel="attachment wp-att-8853"><img class="size-full wp-image-8853" title="tokaji_aszu_giga02" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/tokaji_aszu_giga02.jpg" alt="" width="320" height="500" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Szepsy mit heruntergelassenen Hosen. Dem Inhalt nach musste die Etikettierung aber wohl stimmen.</p></div>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>6 puttonyos Aszú 1995, Disznók</strong><strong>ő</strong></span><br />
Der bis dato Fruchtigste, Hingebungsvollste. In der Nase einmal mehr Aprikosen, Orangengelée und Honig, getrocknete Kräuter, Honig, Karamell. Am Gaumen sehr direkt, mit eben dieser offen zur Schau gestellten Frucht aus Organgenmarmelade, Aprikosen, Pfirsichen und sehr schön integrierten, sehr vital wirkenden Säuren. Sehr dicht, komplex, reich. Voll da. Und keine Spur von Müdigkeit.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>6 puttonyos Aszú 1996, Hétsz</strong></span><strong><span style="font-size: medium;">őlő</span><br />
</strong>Sehr weich, matt, ungemein cremig, daher wunderbar zugänglich, offen, aber etwas eindimensional. So steht‘s in den Notizen. Allein aus Hárslevelű gewonnen, was der Weichheit und Cremigkeit Vorschub bestimmt geleistet hat. Einmal mehr mit Aprikosenaromen am Gaumen, in der Nase auch blumig, Honig, Spuren von Tee. Am Gaumen mit nur sehr schwach ausgebildeten Säuren, dafür einer sehr lieblichen Aprikosen-Birnen-Frucht.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">6 puttonyos Aszú 1997, István Szepsy</span><br />
</strong>Unsäglich verführerisches Birnenkompott in der Nase, Karamell, floral, weich, schmeichelnd, vorweihnachtliche Stimmung bereitend. Am Gaumen direkt, mit intensiver Frucht aber auch intensiven Säuren. Komplexe Eindrücke: überreife Aprikosen, Quitten, Röstaromen, Kaffee, Apothekenbesuch, Tee, Zwetschgenmarmelade. das alles sehr intensiv, tief, komplex, wohl ausgewogen. Sehr schön und all das konstatierte man so wie es sein muss dank Blindverkostung, ohne den Namen des Großen Szepsy hinter dem Wein gewusst zu haben.</p>
<p>Der Szepsy-Aszú war bereits von moderner Prägung. Fortsetzung mit den „jüngeren“ Edelsüßen folgt demnächst. Und ein Kurzbericht über jene am eigenen Leib erlebte Müh, die mit der Ernte von Aszú-Traube einhergeht.</p>
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		<title>Vom Suchen und Finden. Istvan Dorogi, Dorogi Testverek, Tokaj</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 07:29:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Noch so ein Suchender. Istán Dorogi, Winzer aus Tarcal, dem Nachbarort von Tokaj. Er sucht alleine. Denn auch wenn das Weingut Dorogi Testvérek heißt, Gebrüder Dorogi, ist es doch nur er, der sich kümmert, alles verantwortet. Auch István gehört zu der Riege von Jungwinzern, die sich auf die Suche gemacht haben. Sein Vorteil: er hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8811" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/dorogi/" rel="attachment wp-att-8811"><img class="size-full wp-image-8811" title="dorogi" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/dorogi.jpg" alt="" width="636" height="256" /></a><p class="wp-caption-text">István Dorogi, oder einfach &quot;Pisti&quot;.</p></div>
<p><span style="font-size: small;">Noch so ein Suchender. Istán Dorogi, Winzer aus Tarcal, dem Nachbarort von Tokaj. Er sucht alleine. Denn auch wenn das Weingut Dorogi Testvérek heißt, Gebrüder Dorogi, ist es doch nur er, der sich kümmert, alles verantwortet. Auch István gehört zu der Riege von Jungwinzern, die sich auf die Suche gemacht haben. Sein Vorteil: er hat vergleichsweise früh begonnen, vor gut 10 Jahren. </span></p>
<p>Und damit verfügt er über etwas mehr Erfahrung, als andere. Schon hier wird einmal mehr offensichtlich: alles steht noch am Anfang. Wir reden von einigen wenigen Jahren, die den Unterschied machen können. Am deutlichsten manifestiert sich Istváns Mehr an Erfahrung wohl in seinen edelsüßen Weinen. Hier zeigt er sich auch mit alternativen Ansätzen jenseits des Klassikers, des Aszú, nicht nur einfallsreich, sondern auch erfolgreich. dafür spricht das „Anna Cuvée“ und noch mehr die „Avantgarde“.</p>
<p>Doch auch bei den trockenen Weinen lässt sich eine Handschrift, eine Philosophie erkennen. Sie sind allesamt eher karge Gesellen, über ihre Säuren definiert und geizen eher mit der Frucht. Das ist umso mehr ein Anzeichen von Istváns eigener stilistischer Vorstellung, als dass seine Reben in unterschiedlichen Lagen allesamt um Tarcal an den Hängen des Hausbergs Tokajs stehen, dem Kopasz. Sie wurzeln erst einmal in nährstoffreichem Löss. Dann, darunter, je nach Lage in unterschiedlicher Tiefe, kommt das teils noch eher sandig-kalkhaltige, teils mineralische Gestein. Vorfahrt für mehr Frucht bedeutet das verkürzt im Direktvergleich zu den kargen Böden anderer, von vulkanischem Gestein bis an die Oberfläche durchzogener Untergründe. Das zeigt sich am besten in den filigranen, subtil geformten Weinen von <a href="http://borwerk.de/wein/kikelet-pince/">Stephanie Berecz von Kikelet</a>, die teils aus denselben Lagen gewonnen werden.</p>
<p>Doch nicht bei István, der seine Weine spontan vergären und in Holzfässern reifen und ausbauen lässt. Ein Erklärungsansatz: die Alkoholgrade der Trockenen liegen bei 13,5% für Tokaj relativ niedrig, so dass hier vermeintlich nicht bis zum letzten Tag und gar einer überreife mit der Lese gewartet wird. Der von ihm eingeschlagene Weg weist, subtrahiert man im Geiste etwas Säure, in eine etwas an Burgunder erinnernde Richtung. Doch auch das greift wie viele Vergleiche zu kurz, wirkt ein Stück weit krampfhaft erzwungen. Schließlich geht es um ganz andere Rebsorten, ein anderes Terroir, einen anderen Hintergund und trägt gerade Furmint nicht unbedingt das Versprechen auf große Fruchterlebnisse in sich. Und bei allem zwischenzeitlichen Auffinden von Stilen und Ansätzen, geht es nach wie vor um ein fortgesetztes Suchen. Verkürzt gesagt wissen daher auch die trockenen Weine Istváns auf ihre Weise zu gefallen, eigenen sich aber weniger für einen Erstkontakt dieser Gattung. Und das gilt auch für den sonst per se etwas breiter, blumiger und fruchtiger aufgestellten Hárslevelű, welcher reinsortig bei István Dorogi aus der Lage Thurzó stammt.</p>
<p>Womit wir nach diesem etwas fahrigen Einstieg bei den Verkostungsnotizen angelangt sind.</p>
<div id="attachment_8812" class="wp-caption alignright" style="width: 336px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/dorogi-testverek_tokaji-avantgarde-botrytis_2006/" rel="attachment wp-att-8812"><img class="size-full wp-image-8812 " title="dorogi-testverek_tokaji-avantgarde-botrytis_2006" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/dorogi-testverek_tokaji-avantgarde-botrytis_2006.jpg" alt="" width="326" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Auch so geht Edelsüß aus Tokaj. Botrytis im Doppeleinsatz, macht einen Avantgardisten - und einen schönen Wein.</p></div>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Hárslevel</strong></span><strong><span style="font-size: medium;">ű Thurzó 2009</span><br />
</strong>13,5% Vol. Thurzó die Lage, zwischen den Orten Tarcal und Tokaj am Kopasz, dem Hausberg Tokajs gelegen, Lössboden als Grundlage. Acht Monate im Holz.<br />
Ein wenig Stallgeruch haftet dem Hárs anfangs an. Animalische Töne, die bei noch jungen, spontan vergorenen Weinen bisweilen vorkommen. Doch das vergeht mit der Zeit an der Luft. Doch die Nase bietet auch eine – wenngleich zurückhaltende gelbe Quitten-Frucht und grüne Paprika. Am Gaumen griffig und doch elegant und leicht wirkend, mit klaren , recht deutlich ausgeprägten Säuren, die durchweg ein schönes Rückgrat bilden. Zitrusfrucht und gelbe Birnen, beide eher karg und gefasst als – wie häufiger bei Hárs &#8211; breit oder gar blumig wirkend. Daneben feine Holz- und Kräutertöne. Jung noch, ein wenig Flaschengärung wird ihm in jedem Falle noch gut tun.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Furmint Előhegy 2008</span><br />
</strong>13,5% Vol. Die Lage „Vorberg“, direkt bei Tarcal am nordwestlichen Ausläufer des Kopasz gelegen, wiederum mit Löss-Untergrund.<br />
Den 35 Jahre alten Rebstöcken wurde eine reife Apfelfrucht-Nase abgerungen. Sehr klassisch „furmintig“ wirkend. Am Gaumen überwiegt wieder die Kargheit und überdeckt die Frucht fast gänzlich. Leicht salzig, Feuerstein, grünes Moos, Flechten. Schlank geschnitten, mit klaren Säuren untermauert, gegen Ende trocken, steinern wirkend.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Furmint Előhegy 2006</span><br />
</strong>Einmal mehr 13,5% Vol. und mit sehr deutlichen Säuren, grundsätzlich der säurebetonteste Vertreter von Dorogi aus dem 2006er Jahrgang. die Kräuter-Aromatik ist hier ausgeprägter, daneben Holunder-Noten, Mandarinen-Frucht. Insgesamt einmal mehr schlank geschnitten, gegen Ende mit einer zunehmend trocken auslaufenden Pfirsichkern-Aromatik fast etwas hart wirkend. Männlich, mit Nachdruck und Willen ausgestattet.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Anna Cuvée 2005</span><br />
</strong>…stammt zu 50% aus Fordítás, zu 40% aus Gelbem Muskateller und zu 10% aus einem wilden Rebsorten-Mix. Damit hat man es wenn man so will mit einem modernen Süßwein mit eingebautem Traditions-Verweis zu tun. Und der ist mit seiner recht deutlichen Botrytis-Nase und dem feinen Duft nach Quitten richtig schön. Drängt sich auch am Gaumen nicht mehr auf als nötig – trotz des Muskatellers(!) – spricht sehr direkt an, verharrt in einer leichten, subtil fruchtig-süßen Spannung, erinnert an Quarkkuchen, leicht angebrannte Vanille, kommt mit feinen Säuren und einer ganz genau so eingependelten Frucht aus reifen gelben Birnen und  Quitten. Schön.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Sárga Muskotály 2009</span><br />
</strong>in Stahl vergoren und ausgebaut, mit immerhin 116g/l Restzucker, aber leider doch recht schlicht gestrickt und flach und eindimensional wirkend. Kaum wahrnehmbare Säuren neben der üblichen Muskateller-Aromatik, einer gelben Frucht und sowohl flach wie einseitig verhalten-penetrant wirkenden Süße. Sonst nicht viel.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>5 puttonyos Aszú 2007</strong></span><br />
In der Nase recht markant, oxidativ wirkend. Und auch am Gaumen eher etwas Ausgefalleneres – weder von moderner noch klassischer Stilistik geprägt, sondern eigen. Das zeigt sich in einer spannungsreichen Bitterkeit, die entlang eines Rosinen-Fruchtkerns verläuft, mit leicht grüngelben tönen, Traubenkerne, Apfelschalen. Ein wenig fehlt es an Säuren. Aber das mag eher subjektiv sein. Ansonsten: schlichtweg noch jung, verlangt seine Zeit und soll sie auch kriegen.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Szamorodni 2010</strong></span><br />
mit 180 g/l Restzucker bei satten 13 g/l Säure, nachdem der Grundwein 48 gemeinsame Stunden mit den Botrytisbeeren verbracht hatte. Und ganz offensichtlich ein sehr frisches, ansprechendes, zupackendes Ergebnis befördert hat. Das, was sich hier und jetzt im Glas befindet, wirkt trotz seiner schrecklich jungen Jungend erstaunlich fertig, sehr gut trinkbar. Mit einem schönen Aromenmix aus Aprikosen, Birnen, Karamell, sehr feiner, grünlich-bitterer Blätter-Aromatik, jungen, klaren Säuren und dem Touch Botrytis, der für die nötige Tiefe und Struktur sorgt. Sehr gefällig, schön gelungen.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Tokaji Avantgarde Botrytis 2006</span><br />
</strong>Tokaj-Wein-Algebra. Die Formel: 1 Fass Fordítás + 1 Fass Aszú = Avantgarde Botrytis mit 209 g/l Restzucker. Und damit ein Wein, der den Spagat wagen will und vollzieht und an dem man sich erfreut, weil er sowohl über eine opulente Botrytis-Note verfügt, als auch mit spielerisch-leicht wirkenden Trippelschritten den Tanz eines modernen Süßweins vollführt. Gemacht als Lockvogel für den Erstkontakt mit dem edelsüßen Tokaj erfüllt er seinen Zweck mehr als gut. Gefällt mit Fruchtaromen von Aprikosen und Birnen und Äpfeln, mit schöner, vitaler Säure, breiter, aber eben nicht zu breiter und dabei cremiger Textur und setzt mit pfeffrig-rauchigen Tönen eins oben drauf in Sachen Eigenständigkeit. Schön!</p>
<p>Über die beiden 6 puttigen Aszús, welche es auch zu verkosten gab dann mehr im Zuge der großen Aszú-Verkostung, die am Folgeabend stattfand und zu der sich die beiden Dorogi-Vertreter auch noch(mals) gesellten.</p>
<div id="attachment_8813" class="wp-caption alignleft" style="width: 564px"><a href="http://borwerk.de/2011/10/19/vom-suchen-und-finden-istvan-dorogi-dorogi-testverek-tokaj/dorogi-testverek_vertikale/" rel="attachment wp-att-8813"><img class="size-full wp-image-8813  " title="dorogi-testverek_vertikale" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/10/dorogi-testverek_vertikale.jpg" alt="" width="554" height="252" /></a><p class="wp-caption-text">Flaschenformen gibt es gar viele: die süße Cuvée Anna, der ebensolche Gelbe Muskateller und der trockene Furmint aus der Lage Előhegy</p></div>
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		<title>Nachtrag, Verkostungsnotizen Barta Pince, kurzes Resümme zu Tokaj revisited</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 06:19:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Süßweine]]></category>
		<category><![CDATA[Tokaj]]></category>
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		<category><![CDATA[Asztalos Zoltán]]></category>
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		<description><![CDATA[Egy kis félédes Furmint 2010 &#8220;Ein wenig halbsüßer Furmint.&#8221; 11,5% Vol. Alkohol, 27 g/l Restzucker. Frische Orangen und Äpfel und florale Töne in der Nase. Am Gaumen vor allem und ganz viel Birnen, förmlich zum Reinbeißen, Aprikosen, Orangensaft, weich, frisch, spritzig, zitrusig, wunderbar unkompliziert &#8211; das Richtige für nen schnellen Schluck im Alltag. Egy kis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8589" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/09/15/nachtrag-verkostungsnotizen-barta-pince-kurzes-resumme-zu-tokaj-revisited/aszu/" rel="attachment wp-att-8589"><img class="size-full wp-image-8589" title="aszu" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/aszu.jpg" alt="" width="636" height="152" /></a></dt>
</dl>
</div>
<p><span style="font-size: small;">Der Jahrgang 2010 hat auch in Tokaj vielen Winzern Probleme bereitet. Die Qualitäten stimmen nicht, die Mengen noch viel weniger. Und so musste sich jeder entscheiden, was daraus überhaupt noch sinnvoll zu machen ist. Die Barta Pince hat in einer kleinen Auflage einen halbsüßen Furmint und einen süßen Muskateller auf den Markt gebracht. Beide in recht wuchtigen Burgunder-Flaschen und auch sonst optisch von dem sonstigen Portfolio abgehoben, mit anders gestalteten Etiketten. Preislich wird man auch unter dem sonst üblichen Level liegen. So muss man keine Scharte auswetzen, hat präventiv reagiert und einmalig eine andere Richtung eingeschlagen. Nicht dumm und sicher nicht die schlechteste Lösung. </span></p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_8590" class="wp-caption alignright" style="width: 266px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://borwerk.de/2011/09/15/nachtrag-verkostungsnotizen-barta-pince-kurzes-resumme-zu-tokaj-revisited/barta_kis-feledes-furmint_2010/" rel="attachment wp-att-8590"><img class="size-medium wp-image-8590" title="barta_kis-feledes-furmint_2010" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/barta_kis-feledes-furmint_2010-256x300.jpg" alt="" width="256" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Barta Pince - Egy Kis Félédes Furmint 2010</p></div>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Egy kis félédes Furmint 2010</span></strong><br />
&#8220;Ein wenig halbsüßer Furmint.&#8221; 11,5% Vol. Alkohol, 27 g/l Restzucker. Frische Orangen und Äpfel und florale Töne in der Nase. Am Gaumen vor allem und ganz viel Birnen, förmlich zum Reinbeißen, Aprikosen, Orangensaft, weich, frisch, spritzig, zitrusig, wunderbar unkompliziert &#8211; das Richtige für nen schnellen Schluck im Alltag.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Egy kis édes Muskotály 2010</span></strong><br />
&#8220;Ein wenig süßer Muskateller.&#8221; 10,5% Vol. Alkohol, 50 g/l Restzucker. Saftig traubige Nase, Traminertöne sind hier eher untergeordnet. Traubi Soda (eine ungarische Limonade auf &#8220;Trauben&#8221;-Basis), nach etwas Zeit and er Luft dann eher kräuterig werdend und von da an konsequenterweise stark an Almdudler erinnernd. Mir etwas zu füllig, auch einfach doch einen Tick zu süß für einfach so, nebenbei. Das ist aber gewiss sehr subjektiv, gewiss kommt der kleine Schmeichler oft gut an.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Furmint-Muskotály 2008</span></strong><br />
&#8230; im Verhältnis 60 zu 40 in Gestalt einer Spätlese vereint. Daher mit &#8220;lediglich&#8221; 12% Vol. Alkohol und immerhin 106 g/l Restzucker ausgestattet. Und das ist eine spannende Mischung, mit tabak, ja fast Röstaromen, Botrytis-Anklängen, traubigen Noten, Frucht von Aprikose und Birne, beide Male vollreif geerntet und eher schon halb getrocknet, gedörrt, Karamell und eine feine mineralische Bitterkeit. Nett.</p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_8588" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://borwerk.de/2011/09/15/nachtrag-verkostungsnotizen-barta-pince-kurzes-resumme-zu-tokaj-revisited/tokaj/" rel="attachment wp-att-8588"><img class="size-full wp-image-8588" title="tokaj" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/tokaj.jpg" alt="" width="636" height="145" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
<p>Noch ein kurzer <strong>Nachtrag</strong>, gar nicht mal ein richtiges Resümee, sondern vielmehr allenfalls eine Anmerkung, ein Hinweis. Nun wurde die &#8220;Tokaj reloaded&#8221;-Serie, in der es um vier Erzeuger ging (<a href="http://borwerk.de/2010/11/23/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-i-attila-homonna/">Attila Homonna</a>, <a href="http://borwerk.de/2010/12/03/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-bott-pince/">Bott Pince</a>, <a href="http://borwerk.de/2010/12/09/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-ii-istvan-szepsy/">István Szepsy</a>, <a href="http://borwerk.de/2010/12/30/klischee-ade-tokaj-reloaded-teil-iv-zoltan-demeter/">Zoltán Demeter</a>) um &#8220;Tokaj revisited&#8221; erweitert. Da waren drei Winzer im Spiel. Und kein Ende ist in Sicht. Tokaj bewegt sich, entwickelt sich dynamisch. Nicht auszudenken, was in 5 bis 10 Jahren sein wird. Die Qualitäten können und werden sich noch steigern, die Sicherheit über die Jahrgänge hinweg, die Konstanz zunehmen und damit das allgemeine  Niveau angehoben werden.</p>
<p>Und das geschieht auf ganz unterschiedliche Weise. Die drei letzten von mir vorgestellten Vertreter sind ein gutes Beispiel für die Vielfalt an Erzeuger-Profilen und Ansätzen. <a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/">István Balassa</a> macht in klar begrenztem Umfeld und mit einer so bewussten wie beachtlichen Lagen-Diversität seine eigenen Weine, nachdem er einige Jahre die &#8220;Schulbank&#8221; bei anderen gedrückt und auch in einem Labor Erfahrung gesammelt hat. Dass er heute seine eigenen Weine  nicht zur Analyse ins Labor schicken möchte, einfach keinen Sinn darin sieht, sagt viel. <a href="http://borwerk.de/2011/08/26/tokaj-revisited-beim-schreiner-bei-zoltan-asztalos-az-nektar/">Zoltán Asztalos</a> hat als Quereinsteiger verhältnismäßig spät begonnen, ist gleichzeitig in seine Heimatregion im äußersten Osten Tokajs zurückgekehrt und leistet mit geringem Kapitalaufwand, dafür umso mehr eigenem körperlichen Einsatz echte Pionierarbeit. Und <a href="http://borwerk.de/2011/09/11/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-karoly-barta-barta-pince/">Károly Barta</a> schließlich, geht den Weg des bewusst und bedächtig und maßvoll investierenden Unternehmers, der selbst bereits viel von Weinen versteht, das Machen klugerweise aber anderen, konkret Attila Homonna überlässt und so auf dem besten Weg ist, aus der Lage Király und dem Sitz des Weingutes, der Rákóczi Kúria, wieder das zu machen, für was sie einmal standen: stolze Aushängeschilder Tokajs.</p>
<p>Schön ist es, diesen Prozess begleiten zu dürfen.</p>
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		<item>
		<title>Tokaj revisited: zu Besuch bei Karoly Barta, Barta Pince</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2011 13:09:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borúton, auf Weinwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Süßweine]]></category>
		<category><![CDATA[Tokaj]]></category>
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		<category><![CDATA[Homonna Attila]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine alte Lage rekultivieren. Ein altes Schloss renovieren. Den richtigen Winzer agieren lassen und selber nur dann und immer nur im richtigen Maß auf das wirklich Notwendige reagieren. Zu Besuch bei Károly Barta, der ein Glücksfall für Tokaj werden kann &#8211; nein, schon jetzt ist. An sich nichts Neues. Da ist einer als Unternehmer erfolgreich. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8533" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/09/11/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-karoly-barta-barta-pince/barta_kiraly_02_borwerk/" rel="attachment wp-att-8533"><img class="size-full wp-image-8533" title="barta_kiraly_02_borwerk" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/barta_kiraly_02_borwerk.jpg" alt="" width="636" height="424" /></a><p class="wp-caption-text">Blick aus der Lage Király. Die turmartige Mauer erinnert fast ein wenig an den Röttgen bei Winningen.</p></div>
<p><span style="font-size: medium; color: #008080;"><em>Eine alte Lage rekultivieren. Ein altes Schloss renovieren. Den richtigen Winzer agieren lassen und selber nur dann und immer nur im richtigen Maß auf das wirklich Notwendige reagieren. Zu Besuch bei Károly Barta, der ein Glücksfall für Tokaj werden kann &#8211; nein, schon jetzt ist.</em></span></p>
<p>An sich nichts Neues. Da ist einer als Unternehmer erfolgreich. Nebenbei ist dort die Liebe zum Wein. Und irgendwann folgt er einer inneren Stimme oder einem sonst woher, vielleicht auch von außen genährtem Drang. Was dann kommt, ist eine Investition in Wein. Nicht wie bisher, in Flaschen. Sondern in ein eigenes Weingut. Was dabei rauskommt aber, ist offen. Da gibt es die guten und schlechten Beispiele. Und in Ungarn gilt das vielleicht gar mehr, als anderswo.</p>
<p>Károly Barta gehört zu den Guten. Das fängt bei seiner Wahl des Weingebietes an. Wo, wenn nicht in Tokaj, zeigt Ungarn seine eigentliche Stärke, seine Besonderheit in der Weinwelt, seine Alleinstellung. Barta&#8217;s Ansatz: Klasse statt Masse. Das, ist richtig verstanden gerade in Ungarn eher selten bei dieser Konstellation. Barta&#8217;s Prinzip: Wahrung des Gegebenen durch Wiederbelebung der Tradition. Das meint die Wahl des Weinbergs, des verantwortlichen Winzers und materialisiert sich nicht nur, aber eben auch und als erstes wahrnehmbar in einem entsprechenden Wein-Portfolio. Barta&#8217;s Stärke: Feingefühl für das nötige, das richtige Maß. In Stein gegossen, nein, aus und mit Stein wiederbelebt, manifestiert sich das in der Rákóczi Kúria. Der Sitz des Weingutes in einem der Epizentren des Tokajer Weinbaus, in Mád.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Mit eingebautem Echolot auf Lagen-Suche</strong></span></p>
<div id="attachment_8534" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://borwerk.de/2011/09/11/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-karoly-barta-barta-pince/barta_kiraly_03_borwerk/" rel="attachment wp-att-8534"><img class="size-medium wp-image-8534" title="barta_kiraly_03_borwerk" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/barta_kiraly_03_borwerk-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Mauer- und Kunstwerk: die Steingebilde der Barta Pince in der Lage Király.</p></div>
<p>Doch langsam, eins nach dem anderen. Etwas mit Erde, etwas mit praktischer Arbeit Verbundenes sollte es neben dem Unternehmertum dann aus Sicht Károly Barta‘s doch noch sein, als Zusatzinvestition. Die landwirtschaftliche Verwurzelung seiner Familie konnte als hinreichender Nährboden für Sendungsbewusstsein herhalten. Die innere Stimme diktierte den Weg. Und sie traf an einem bemerkenswerten Ort auf ein Echo, das wie eine Berufung zu sein schien und vom Stand weg weit über eine nüchterne betriebswirtschaftliche Nutzung einer brach liegenden Agrarfläche hinaus ging und entsprechend laut schallte. Laut, mit Károly Barta als Resonanzkörper – und derart eindringlich, dass dieser in kürzester Zeit Fakten schuf, also kaufte.</p>
<p>Der Weinberg. Die Lage. Király, König. Bereits im 13. Jahrhundert standen hier Rebstöcke. Das Adelsgeschlecht der Rákóczi werkelte, ließ werkeln. So machte es den blaublütigen Herren nichts aus, dass der Hang steil und der Boden steinig war. Hunderte Jahre später hingegen schon, schließlich änderte sich nichts an Gefälle und Bodenbeschaffenheit. Doch es kam, was kommen musste. Was man schon so früh zu schätzen wusste, die außergewöhnliche Lage für außerordentliche Qualität, war einem gänzlich anderen Gesellschaftssystem zuwider. Der real existierende Sozialismus überließ eine der höchst gelegenen Weinlagen Ungarns sich selbst. Und was dann kam, war vor allem der Akazienwald, von oben, schrittweise und unaufhaltsam.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Rekultivierung, Reaktivierung, Return of old times</strong></span></p>
<p>Wahrung des Gegebenen durch Wiederbelebung der Tradition. Károly Barta kam und ließ die alten Steinterrassen neu bepflanzen. Davor standen aufwendige Rodungen an, dazwischen vielerorts ein Rückbau der teils zerfallenen Mauern. Danach, heute, findet man sich in einem Weinberg wieder, der seine Einzigartigkeit in vollem Bewusstsein zur Schau trägt. Zehn Hektar werden hier inzwischen bewirtschaftet. Brach liegen zudem noch in direkter Nachbarschaft 17 Hektar, in der Lage Kővágó. Doch der Steinhauer, so der Name übersetzt, muss erst noch warten.</p>
<p>Schon von weitem fallen die Rotbraun-ockerfarbenen Steinformationen der Király ins Auge. Von oben, aus dem Weinberg betrachtet wirken die Rebstock-Formationen dann fast wie Fremdkörper. Was Reinhard Löwenstein &#8220;Schwalbennester&#8221; nennt, erinnert hier, bei Mád, in Tokaj, eher an ein gazeartiges Gewebe, das wie von einer unsichtbaren Hand am Hang zu schweben scheint.</p>
<p>Die Ästhetik des von Menschenhand Geschaffenen und von den Pflanzen pflichtbewusst Umgesetzten beeindruckt auf ihre ganz eigene Weise. Kein Ort in Ungarn, der mit seinem kleinen Hangausschnitt so sehr an die Mosel erinnert. Und doch auch wieder ganz anders ist. Nicht Riesling, sondern vor allem Furmint wächst hier, auf den vor Mineralität nur so strotzenden Böden vulkanischer Herkunft. Nicht Schiefer, sondern gelber und roter Ton, gemahlenes Zeolit, vermischt mit hartem Rhyolith-Tuff dominieren und prägen auch an der Oberfläche das Bild. Dieser Grund, seit den 1950er Jahren nicht bewirtschaftet, verharrte wie in einer unfreiwillig aufgezwungenen Wartestellung.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Gleiches Denken: der Unternehmer und der Winzer</strong></span></p>
<div id="attachment_8532" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2011/09/11/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-karoly-barta-barta-pince/barta_kiraly_01_borwerk/" rel="attachment wp-att-8532"><img class="size-medium wp-image-8532" title="barta_kiraly_01_borwerk" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/barta_kiraly_01_borwerk-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Noch ein Blick aus der Lage Király gen Süd-Südwesten.</p></div>
<p>Nun gibt er alles ab an die Reben, die in den steilsten, den Parzellen nahe des Waldes einzeln nebeneinander stehen. Pfähle erziehen ihren Wuchs. Handarbeit wird verlangt. Biologischer Weinbau betrieben. Keine synthetischen Mittel, keine Unkrautvernichter, stattdessen reges Leben zwischen den Reben. Alles, ohne dass man groß ein Wort darüber verliert. Das, ist typisch für einen Winzer in Tokaj. Und genau er ist es, der die Arbeit im Weinberg und -keller im Auftrag verantwortet.</p>
<p>Attila Homonna zieht dieses, sein im eigenen Weinberg erspürtes, an der eigenen Scholle erlebtes Konzept bewusst durch. Hier, im Keller, und da, im Weinberg, sind die Eingriffe minimal. Technologie kommt kaum zum Einsatz. Die Weine werden geschwefelt und geklärt. Fertig. Ihre Stärke, Robustheit müssen sie sich aus der Natur holen. Der Ausbau findet klassischerweise im Holzfass statt. Selbst die moderne pneumatische Presse, welche bereits heute der größeren, zukünftigen Aufgaben harrt, ist im Grundaufbau einer manuellen vertikalen Korbpresse nachempfunden. Jetzt, im Spätherbst 2011, acht Jahre nach dem ersten Landkauf, soll der echte Eintritt in den Markt geschehen, haben die verkaufbaren Mengen relevante Größen erreicht.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Klasse statt Masse, nicht gelabert, sondern gemacht</strong></span></p>
<div id="attachment_8530" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2011/09/11/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-karoly-barta-barta-pince/barta_barta-karoly_borwerk/" rel="attachment wp-att-8530"><img class="size-medium wp-image-8530" title="barta_barta-karoly_borwerk" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/barta_barta-karoly_borwerk-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Károly Barta. Investor, aber noch viel mehr.</p></div>
<p>Das sind alles sehr bewusste Entscheidungen. Details, die zusammen das Bild eines großen Ganzen ergeben, das in sich geschlossen und stimmig ist. Hier fehlt es schon jetzt an nichts. Es ist aber auch nicht zu viel da. Klasse statt Masse. Kluges, feinfühliges unternehmerisches Handeln, das Károly Barta in aller Ruhe erläutert und ihn dabei nicht von ungefähr auch im Weinthema eine gelassene, lockere Sicherheit ausstrahlen lässt. Denn über die Jahre hinweg hat der geschätzte Mittvierziger nochmals die Schulbank gedrückt. Dass sich später, in einem langen Gespräch mit dem anderen Quereinsteiger, dem Pragmatiker und Autodidakten Attila Homonna große Überschneidungen hervortraten, ist kein Widerspruch. Es verweist allenfalls auf das Potential, das Tokaj und gar nicht so wenige seiner Menschen in sich tragen.</p>
<p>Klasse statt Masse. Homonna spielt mit besonnener Hand die Stärken des Furmint aus. Wie die großen Rebsorten der Welt gibt sie das Terroir wieder, dem man sie überlassen, ausgeliefert hat. Die mineralische Zusammensetzung des Bodens der Lage Király, die süd-südwestliche Hanglage, deren Neigung, der stete leichte Wind, der Wald als Schutz von Norden vor Wetterunbill, warme bis heiße Sommer mit vielfach kalten Nächten, die kleine Terrassierung aus dortigem Gestein, mit natürlicher Begrünung &#8211; alles Faktoren, die nur dort so zusammen kommen.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Endlich, die Weine: klar, karg, strukturiert</strong> <strong>und eigenständig</strong></span></p>
<p>Homonna gewinnt daraus Weine mit bemerkenswerter Klarheit, präzise gezeichneter Struktur, Kargheit und eigenständigem Profil. Damit laufen sie gegen den Máder Stil, wie man ihn insbesondere von Szepsy kennt, der seine trockenen Weine durchweg die malolaktische Gärung erleben lässt. Homonna tut dies nicht. Jetzt also, nach langer Herleitung, zum Eigentlichen, zum Wein. Und die Feststellung: das sind nicht viele. Das Portfolio ist noch klein, gut überschaubar. Doch schon die beiden trocken ausgebauten Furmint, der &#8220;einfache&#8221; und die Selektion sind so unterschiedlich und haben dann doch wieder gemeinsame Nenner.</p>
<p>Der eine, 2009, duftet verhalten nach etwas entfernt platzierten nassen Kräutern und Wiesenblumen, Moos und Gräsern, alles in feinen holzigen Rauch gehüllt. Am Gaumen für einen jungen Furmint sehr sanft, einen metallisch schmelzenden Bogen um eine glasklare gelbe Birnenfrucht und etwas Stroh spannend. Erst am Ende trauen sich die Säuren deutlicher hervor, laufen etwas spitzt zu. Der Wein lässt einen zurück mit dem etwas verwunderten, gleichzeitig bemerkenswerten Eindruck, alles sei wie in eine Pufferlösung gepackt.</p>
<p>Der andere, ebenfalls 2009, aber die Selektion, kommt mit 7,5 g/l Restzucker deutlich breiter daher, spricht einen auch mit seiner wärmeren, feinwürzig traubig-floralen Nase und dem deutlicheren Holz &#8211; 12 Monate Holzausbau anstelle von acht &#8211; unmittelbarer, direkter an. Am Gaumen mit zerriebener Frucht aus Trauben und Stachelbeeren. Dann, mit der Zeit treten die mineralischen Noten in Gestalt von leicht bitteren Traubenschalen und -kernen hervor. Flechten und Stein neben verhaltenen, gelblich grünen Säuren. Füllig, samtig und bei alledem auch geradlinig, eben nicht diffus sondern geordnet.</p>
<div id="attachment_8544" class="wp-caption alignleft" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/09/11/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-karoly-barta-barta-pince/barta_portfolio/" rel="attachment wp-att-8544"><img class="size-full wp-image-8544" title="barta_portfolio" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/barta_portfolio.jpg" alt="" width="636" height="424" /></a><p class="wp-caption-text">Stillgestanden: das aktuelle Portfolio der Barta Pince.</p></div>
<p>Diese trockenen Furminte und die edelsüßen, der Szamorodni und der sechsputtige Aszú sind Weine mit Potential zu Größerem. Erste Andeutungen, die nachhaltig prägend wirken und schließlich zu frühen, nach wie vor ersten Repräsentanten des Weingutes zählen. Der Szamorodni, rein aus Furmint, zeigt nach 20 Monaten im Fass einerseits recht breit, fast fett. Mit einer frischen Frucht aus Aprikosen und Orangengelée aber auch weich und jetzt schon wunderbar &#8220;trinkig&#8221;, wie man in solchen Fällen unnötigerweise zu sagen pflegt. Der allererste Aszú, Jahrgang 2008, konsequenterweise sechsputtig, hat stolze 250 g/l Restzucker im Nacken. Doch bei 9 g/l Säure und einem sehr stabil wirkenden mineralischen Gefüge hat man es doch mit einem unverschämt leicht wirkenden, fast schon verspielt tänzelnden Dessertwein zu tun, der einem kurzerhand einen kleinen inneren Jauchzer entlockt. Tabaknoten, vollreife, getrocknete Pfirsiche und Aprikosen, glasklare Säuren, glattpoliert schmelzend und bei alledem intensivst den gesamten Mundraum ausfüllend.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Das Ende vom Anfang &#8211; jetzt kann&#8217;s losgehen</span></strong></p>
<p>Alles also mengenmäßig noch klein &#8211; den 2009er Furmint gibt es 1.900, die Selektion 850 Mal &#8211; aber nach wenigen Jahrgängen schon erstaunlich fein. Und überhaupt: die Größe des Sortiments sagt bekanntlich nichts. Die Ambitionen der Barta Pince liegen schließlich ohnehin nicht in Größe. Zum Export soll die Menge denn aber doch mittelfristig ausreichen. Was fehlt noch auf dem Weg dahin? Ein repräsentativer Bau.</p>
<div id="attachment_8531" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2011/09/11/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-karoly-barta-barta-pince/barta_barta-pince_borwerk/" rel="attachment wp-att-8531"><img class="size-medium wp-image-8531" title="barta_barta-pince_borwerk" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/barta_barta-pince_borwerk-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Károly Barta in einem Gang des H-förmigen Kellers unter dem Rákóczi Schloss.</p></div>
<p>Hier schließt sich, wenn man so will der Kreis bis auf weiteres, findet die Aufbauphase des Weingutes ihren Abschluss in der Eröffnung des Weingutes. Und auch hier trifft man wieder auf Pflichtbewusstsein, zeigt Károly Barta das nötige und, insbesondere in Ungarn alles andere als selbstverständliche Feingefühl für das richtige Maß. Mit viel Geschmack, liebe fürs Detail und Sorgfalt in Anbetracht der baulichen Tradition von über 400 Jahren wurde das Rákóczi-Schloss in Mád renoviert und zur Sitz des Weingutes mit allen notwendigen Arbeitsbereichen für Verarbeitung und Ausbau und repräsentativen Verkostungsräumlichkeiten für die Öffentlichkeit umgebaut. Hier, ganz am Ende, stößt man dann doch noch auf eine Übertreibung, eine Verhältnislosigkeit. Der H-förmige Keller ist es, der mit Abstand viel zu groß ausfällt. Noch. Doch dafür kann Károly Barta nun wirklich nichts.</p>
<p><em>Einige wenige weitere Verkostungsnotizen folgen. </em></p>
<p>Teil I der kleinen Serie findet sich <a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/">hier, über István Balassa</a><br />
Teil II <a href="http://borwerk.de/2011/08/26/tokaj-revisited-beim-schreiner-bei-zoltan-asztalos-az-nektar/">hier, über die Zoltán Asztalos bzw. AZ Nektár Pince</a></p>
<div id="attachment_8535" class="wp-caption alignleft" style="width: 640px"><a href="http://borwerk.de/2011/09/11/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-karoly-barta-barta-pince/tokajwine_rakoczi_pince_alkonyi/" rel="attachment wp-att-8535"><img class="size-full wp-image-8535 " title="tokajwine_rakoczi_pince_alkonyi" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/09/tokajwine_rakoczi_pince_alkonyi.jpg" alt="" width="630" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Noch nicht ganz fertig renoviert. Doch schon so schön. (Foto: László Alkonyi, www.tokajwine.net)</p></div>
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		</item>
		<item>
		<title>Tokaj revisited: beim &#8220;Schreiner&#8221;, bei Zoltán Asztalos (AZ Nektár)</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 06:10:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borúton, auf Weinwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Süßweine]]></category>
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		<description><![CDATA[Da will es einer wissen. Übt sich spät, im Weine machen. Startet ganz im Osten. Baut nebenher noch Haus, Hof und Keller um. Und zeigt auf, was möglich ist. Der &#8220;Schreiner&#8221;, Zoltán Asztalos, von AZ Nektár. Schon der Keller hat es in sich. Nach wenigen Stufen, im Presshaus, ahnt man noch nichts. Sauber und aufgeräumt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8415" class="wp-caption aligncenter" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/26/tokaj-revisited-beim-schreiner-bei-zoltan-asztalos-az-nektar/az_nektar_vioka_01/" rel="attachment wp-att-8415"><img class="size-full wp-image-8415" title="az_nektar_vioka_01" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/az_nektar_vioka_01.jpg" alt="" width="636" height="424" /></a><p class="wp-caption-text">Blick aus der Lage Vióka in die Tiefebene. In die Slowakei gehts nach &quot;links hinten&quot;, nur drei Kilometer sind es noch.</p></div>
<p><span style="color: #008080;"><em><span style="font-size: medium;">Da will es einer wissen. Übt sich spät, im Weine machen. Startet ganz im Osten. Baut nebenher noch Haus, Hof und Keller um. Und zeigt auf, was möglich ist. Der <a href="http://borwerk.de/2011/03/10/asztalos-zoltan-az-nektar-pince-tokaj/">&#8220;Schreiner&#8221;</a>, Zoltán Asztalos, von AZ Nektár.</span><br />
</em></span></p>
<p>Schon der Keller hat es in sich. Nach wenigen Stufen, im Presshaus, ahnt man noch nichts. Sauber und aufgeräumt ist alles. Der Boden mit alten Ziegelsteinen neu ausgelegt. Die Korbpresse aus Miskolc hat schon viele Jahrgänge gesehen. Der Charme des Alten umgibt sie, der Tradition, des Handwerks im wörtlichen Sinn. Das allein ist aber eher die Regel als eine Ausnahme bei Kleinerzeugern in Tokaj und Ungarn. Auch der Hinweis, dass die elektrische Beleuchtung im Keller dahinter defekt ist, wischt man beiseite.</p>
<p>Zoltán Asztalos hält eine Stirnlampe in der Hand. Eine andere Leuchte muss mittels einer kleinen Kurbel zum Leuchten gebracht werden. Der Winzer im Quereinstieg entschuldigt sich für die Gegebenheiten. Zuverlässig ist sie allemal, diese Leuchte. Und fast noch die modernste Technik vor Ort. Hier, im äußersten Osten des Weinbaugebietes Tokaj.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Keller? Tummelplatz für Speläologen &#8211; oder eher Bergbau-Historiker<br />
</strong></span></p>
<div id="attachment_8414" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/26/tokaj-revisited-beim-schreiner-bei-zoltan-asztalos-az-nektar/az_nektar_pince/" rel="attachment wp-att-8414"><img class="size-medium wp-image-8414" title="az_nektar_pince" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/az_nektar_pince-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Das Presshaus mit darunter liegendem &quot;Keller&quot;. Nicht putzig, aber einen Verputz-wert. Doch alles zu seiner Zeit...</p></div>
<p>Dann los. Inzwischen ist man vorgewarnt. Der Keller ist kein Keller im klassischen Sinn. Einem Stollen kommt die Sache schon deutlich näher. Ein Rundgang ist möglich. Zwischendurch geht es nur gebückt voran. Lehmiger Matsch klebt alsbald an den Schuhen. Gotischen Bögen gleich hat sich der rund zweihundert Meter lange Gang über Jahrzehnte hinweg verformt. Nach und nach haben sich Teil der mittleren Decke gelöst und sind zu Boden gefallen. Jetzt erschweren sie das Vorankommen. An den Wänden finden sich noch die Spuren der Bearbeitung mit Pickeln. Erz-, quarzhaltig erscheint das Gestein an manchen Stellen. Was von wann bis wann hier abgebaut oder wonach gesucht wurde ist auch Zoltán bis heute nicht klar.</p>
<p>Dann, nach gut zehn Minuten ist man wieder am Ausgangspunkt angelangt, passiert ein paar alte Holzfässer, in denen der Ausbau tatsächlich abläuft. Der Ausbau von Weinen, die wirklich handgemacht sind. Von Weinen, die für Pionierarbeit stehen. Die deshalb nicht allesamt makellos sind, nicht geschliffen wirken. Die aber das Potential der ansonsten bislang eher stiefmütterlich behandelten Gegend Tokaj&#8217;s zeigen.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Kampf gegen die sozialistischen Jahrzehnte</strong></span></p>
<p>Der <strong>Vióka 2005</strong> steht für den Anfang und das Ende. Für den Anfang der winzerischen Tätigkeit Zoltán Asztalos‘ – und für das Ende der einzig auf Menge getrimmten Rebstöcke in der Lage Vióka. So, wie es der real im Weinberg existierende Sozialismus wollte und getrieben hat. Gleich nach dem Kauf, im Frühjahr, begann Zoltán mit der Umerziehung. Zielte auf weniger Ertrag ab, suchte zu retten, was es in der kurzer Zeit eben zu retten gab. Und natürlich merkt man dem Wein an, dass die Reben nicht das Material liefern konnten, was Zoltán gerne wollte, was er inzwischen exemplarisch, ansatzweise aufgezeigt hat, wo sein Weg mit ihnen hinführen soll.</p>
<p>Mittleres goldgelb im Glas. Petrol und grüner Apfel in der Nase. Beides recht stark ausgeprägt. Am Gaumen mit kräftigen, leicht grünlich wirkenden Säuren. Mit einer kompakten gelben Apfelfrucht, mit Birnenschnitzen und mit Tabak. Diesmal gefiel er mir nicht (mehr) so gut, weil er zu wenig Rückhalt und relativ zu viel Säure zeigte.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Vom Fotografen und Journalisten zum Winzer</strong></span></p>
<div id="attachment_8413" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/26/tokaj-revisited-beim-schreiner-bei-zoltan-asztalos-az-nektar/asztalos_zoltan/" rel="attachment wp-att-8413"><img class="size-medium wp-image-8413" title="asztalos_zoltan" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/asztalos_zoltan-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Zoltán Asztalos, &quot;Jungwinzer&quot; im sechsten Jahrgang mit schütterem Haar.</p></div>
<p>Diesmal, denn ich hatte schon einen <a href="../../../../../2011/03/10/asztalos-zoltan-az-nektar-pince-tokaj/">einführenden Beitrag</a> zu diesem ungewollten Spätzünder geschrieben. Zu Zoltán Asztalos, dem ehemaligen Journalisten und Fotografen in Diensten von MTI, der staatlichen ungarischen Nachrichtenagentur. Geschichte wiederholt sich bekanntlich nicht. Und doch kommen einem manche Ereignisse auf fatale Weise bekannt vor. Wenn in diesen Wochen von Massenentlassungen bei den staatlichen ungarischen Medien berichtet wird, dann ist neben wirtschaftlich notwendigen Sparmaßnahmen auch immer wieder von politischer Motivation die Rede. Als Zoltán 2003 von MIT gegangen wurde, schwenkte das Pendel damals gerade in die andere politische Richtung.</p>
<p>Zoltán stand auf der Straße. Was tun? Er hatte schon länger den Wunsch gehegt, sich dem Weinbau zuzuwenden. Und in die Gegend zurück zu kehren, aus der er stammt. Ganz im Nordosten des Weinbaugebietes Tokaj, bei Sátoraljaúhely (bitte flüssig nachsprechen: „Schátorajaújhäji“. Hmm, geht doch.). Als Kind hatte er viel Zeit zwischen den Reben verbracht. Gelandet ist er nach ein wenig Suche in einem kleinen Ort, in Kácsárd, und einem ebensolchen Bauernhaus. Das heißt: das Haus liegt gar ein wenig abseits des Dorfes. Als ob die Abgelegenheit nicht schon genug gewesen wäre.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Mut, der in kleinen Raten belohnt wird</strong></span></p>
<p>In jedem Fall war der Schritt kein leichter, erforderte Mut. Und verlangte viel Arbeit ab. Im Weinberg ohnehin, am und um das Haus aber auch. Arbeit, die Zoltán vielfach alleine bewältigen musste und muss, während seine Frau im entfernten Budapest arbeitet. Viel leichter ist es bisher nicht geworden. Doch schon jetzt, wo Zoltán auf die ersten Jahrgänge zurückblicken kann ist klar, dass hier etwas möglich ist. Hier, maximal weit entfernt von den bekanntesten Lagen Tokajs, von Szent Tamás, Király, Határi und Co.</p>
<p>Vióka heißt die Lage, mit der Zoltán Asztalos Zeichen setzen möchte. Auch hier beherrscht vulkanisches Gestein den Untergrund, macht offen liegender rötlicher Riolith-Tuff das Arbeiten schwer. Der Hang ist steil, doch der kommunistische Weinbau hatte auch sein Gutes. Ein breiter Betonplattenweg führt bis geradewegs und ganz nach oben. Ursprünglich für maschinelle Bearbeitung angelegt, sind die Terrassen so breit, dass man sich dann doch auf ebenem Grund wähnen kann. So breit sind sie, dass Zoltán irgendwann noch eine Rebzeile wird dazwischen Pflanzen können.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Experimentieren. Annäherungen an den biologischen Weinbau</strong></span></p>
<p>Während dessen experimentiert er, nähert sich dem biologischen Weinbau an. Wo ehemals über Jahrzehnte hinweg kräftig, lustvoll und ausdauernd gespritzt wurde, was die sozialistische Chemie zustande brachte, hat Zoltán im aktuellen Jahr in einigen Reihen ganz bewusst seit dem Frühjahr gar nicht mehr gespritzt. Die Folgen: keine, zumindest keine negativen. Wo ehemals über Jahrzehnte hinweg der Boden streng und ausgiebig bearbeitet und gedüngt wurde, wuchern nun üppige Gräserwelten unter und Sträucher zwischen den Rebstockreihen, finden sich Insekten und leider auch zunehmend Wild ein.</p>
<p>Der untrügliche Spürsinn von Wildschein und Co. leitet sie alle zu den gehaltvollsten Trauben der Gegend. Denn noch ist Zoltán hier allein mit seinem &#8220;Experiment&#8221;. Noch versucht sich in der nahen Umgebung kein anderer auf so konsequente Weise neue Qualität aus alten Stöcken zu gewinnen. Das verwundert, liegt doch die Lage Oremus, aus der vermutlich der erste Aszú überhaupt gewonnen wurde, nur einen Steinwurf entfernt von Vióka. und verwundert auch wieder nicht, angesichts all dessen, was diese Pionierarbeit einem abverlangt. Allein schon deshalb, aber und auch wegen seiner ersten Jahrgänge, verdient Zoltán Asztalos Respekt und Anerkennung.</p>
<div id="attachment_8416" class="wp-caption aligncenter" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/26/tokaj-revisited-beim-schreiner-bei-zoltan-asztalos-az-nektar/az_nektar_vioka_02/" rel="attachment wp-att-8416"><img class="size-full wp-image-8416" title="az_nektar_vioka_02" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/az_nektar_vioka_02.jpg" alt="" width="636" height="424" /></a><p class="wp-caption-text">Gerade, praktisch, gut. Die Betonplatten-Zufahrt aus kommunistischen Zeiten, mittig im Weinberg.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong><em>Weiter Verkostungsnotizen:</em></strong></span></p>
<p>Neben dem „einfachen“ Vióka 2005 gab es noch eine <strong>Vióka Válogatás</strong> aus <strong>2005</strong>, eine Selektion, eine Art Auslese wenn man so will. Einen guten Tick dunkler als der Vorgänger. Petrol und Karamell in der Nase und auch grüne Töne, die an immergrüne Blätter erinnern. Am Gaumen auch mit kräftigen, wiewohl schärfer geschliffenen und daher besser umrissenen Säuren. Zur reifen Birnenfrucht gesellt sich auch hier Efeu und eine herbe mineralische Note. Nicht uninteressant.</p>
<p>Dann das 2008er-Duo aus der Vióka, das <a href="../../../../../2011/03/10/asztalos-zoltan-az-nektar-pince-tokaj/">ich bereits mehr als ein Mal</a> erleben durfte. Mit dem <strong>Vióka I</strong> jener Furmint, der sechs Monate im Holzfass verbrachte und immer noch nicht gänzlich durchgegoren war. Und einer Wachs-Joghurt-Kräuter-Nase mit matter gelber Frucht. Am Gaumen mit klar geschliffenen, dank der Mineralität des Bodens herb-maskulin wirkenden Säuren, die schön animierend wirken. Quitte und Pfirsich, beide überreif. Ein wenig gesetzter wirkt der Vióka I diesmal, ein wenig entspannter und daher auch uninteressanter. Dafür punktet der <strong>Vióka II</strong> diesmal bei mir mehr. 18 Monate im Holz, voll durchgegoren, also trocken, mit mehr Substanz, mehr Fleisch am Knochen, einer wärmeren, leicht würzigen Fruchtnase und Botrytistönen, Karamell und Holz in Ansätzen. Rund, weich. Momentaufnahmen, Wein lebt eben.</p>
<div id="attachment_8435" class="wp-caption alignright" style="width: 290px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/26/tokaj-revisited-beim-schreiner-bei-zoltan-asztalos-az-nektar/az_nektar_korbpresse/" rel="attachment wp-att-8435"><img class="size-full wp-image-8435 " title="az_nektar_korbpresse" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/az_nektar_korbpresse.jpg" alt="" width="280" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Die wunderschön-grüne Korbpresse, made in Hungary. Solide, unverwüstliche Qualität.</p></div>
<p>Der <strong>Kácsárd 2008</strong> dann aus der Lage direkt neben dem Wohnhaus. Mit rund 80% Furmint, 15% Hárslevelű, etwas Muskateller und diversen anderen Trauben in verschwindend geringem Umfang. 26 g/l Restzucker bei immer noch vollen 14% Vol. Alkohol. Diesmal der Liebling des Nachmittages für mich. Mit breiter, werbender Birnen-Zimt-Nase. Und auch Birne am Gaumen, sehr reifer, saftiger, und feiner Süße, die zu einem schönen zarten Schmelz beiträgt. Dagegen läuft eine leicht bitter-herbe Säure und mineralische Spur. Schön. Der <strong>Édes Szamorodni von 2005</strong> kommt mit recht hellem Strohgelb und mit Heilkräutern daher, leeres Mineralwasserglas, Botrytis und Petrol. Das Petrol dann in leicht abgeschwächter Form auch am Gaumen, zusammen mit klassischen gereiften Noten. Ein leicht tänzelndes Spiel von Aprikosen-Frucht und Zitrus-Säure. Etwas zu leicht gar.</p>
<p>Dann der <strong>Kácsárd 2009</strong> hat 30 Tage auf der Maische verbracht, Birnenschalen und mineralische Noten und Holz in der Nase. Kühl und ganz leicht spannungsgeladen am Gaumen, mit Minze, ätherischen Ölen, in weichem Holz gefasste gelbe Frucht, etwas Vanille. Schön. Das <strong>2006er Édes Cuvée</strong>, das Süße Cuvée, entspricht mit 136 g/l Restzucker einem 4 puttonyos Aszú und auch im Stil eines Aszús daher kommend. Allerdings mit recht kräftigen und frisch wirkenden Säuren, was ihm gut tut. Mit einer zudem auch sehr frischen, leicht grünlichen Frucht einerseits, aber auch gesetzten Tönen, gedörrte Aprikosen, matte feinherbe Mineralität. Und in der Nase Botrytis, gelbe Frucht, feuchtes Laub, Leder. Schön.</p>
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		<item>
		<title>Tokaj revisited: zu Besuch bei Istvan Balassa</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 11:34:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tokaj revisited, zum dritten Mal dieses Jahr. Der erste Artikel einer weiteren Serie über Tokaj. Und damit über jenes Weinregion Unganrs, die wie keine Zweite zu faszinieren weiß und in sich die DNA für ganz Großes trägt. Jetzt: István Balassa.   Noch befindet sich der Verkostungsraum im Haus der Schwiegereltern. Hinten, wo sich ehemals der Stall [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8322" class="wp-caption aligncenter" style="width: 646px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/balassa_istvan_03/" rel="attachment wp-att-8322"><img class="size-full wp-image-8322" title="balassa_istvan_03" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/balassa_istvan_03.jpg" alt="" width="636" height="424" /></a><p class="wp-caption-text">Das Erstlingswerk István Balassas, zumindest was Aszús anbelangt: der 6 puttige 2005er.</p></div>
<p style="font-size: medium;"><span style="color: #008080;">Tokaj revisited, zum dritten Mal dieses Jahr. <span style="font-size: medium;">Der erste Artikel einer weiteren Serie über Tokaj</span>. <span style="font-size: medium;">Und damit über jenes Weinregion Unganrs, die wie keine Zweite zu faszinieren weiß und in sich die DNA für ganz Großes trägt. Jetzt: István Balassa.  </span></span></p>
<p>Noch befindet sich der Verkostungsraum im Haus der Schwiegereltern. Hinten, wo sich ehemals der Stall befand. Noch muss István Balassa deshalb ein wenig improvisieren, betritt mit einer Kühlbox in der Hand den schön hergerichteten Raum des über 200 Jahre alten Gebäudes. Und noch fehlen die Etiketten auf den Flaschen des 2009er Jahrgangs.</p>
<p>Schon in Kürze wird sich das ändern. Dann kommt die neue Generation in den Handel. Schon ganz andere Dinge galt es zu bewältigen, für den ehemalige Chemielehrer und Qualitätssicherer. Die allerersten Jahre des Nur-Winzerdaseins, der schwierige, risikobelastete Einstieg in die Selbständigkeit etwa. Und schon jetzt scheint klar, dass der Name Balassa das Zeug dazu hat, einmal zu den großen, zu den bekannten Namen Tokajs zu gehören.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Nach dem <em>noch</em> und dem <em>schon</em>: das Ziel</span></strong></p>
<div id="attachment_8314" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/balassa_istvan_04/" rel="attachment wp-att-8314"><img class="size-medium wp-image-8314 " title="balassa_istvan_04" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/balassa_istvan_04-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Sich verschiebende Schwerpunkte: früher fand István sich berufsbedingt täglich in einem Labor wieder. Heute kommt er nicht ansatzweise auf den Gedanken, seine Weine in ein solches zur Analyse einzuschicken.</p></div>
<p>Größe im quantitativen Sinne ist Istváns Ziel jedoch nicht. Bis auf rund fünf Hektar soll das Familienweingut wachsen, mehr nicht. Das ist für ihn handlebar. Dann kann er auch hier die Qualität sichern, die ihm vorschwebt und die er nun auch schon wegweisend in den Fässern konkret oder potentiell sieht. Mengenmäßig ausgedrückt, bedeutet das perspektivisch 50 Hektoliter im Jahr, durchschnittlich zehn je Hektar.</p>
<p>Lagenselektierte, gehaltreiche trockene Weine sollen es sein, entsprechend breit gefächter ist sein Ansatz: in den Lagen Szt. Tamás, Király und Nyulászó bei Mád, Thurrzó bei Tokaj und Mézes Mály bei Tarcal besitzt er jeweils kleine Parzellen mit jeweils unterschiedlichen Böden und Mikroklimata. Furmint und Hárslevelű dominieren. Dann führt István noch Gelben Muskateller und Zéta (Furmint x Bouviér) in seinem Portfolio, eine eher selten vorkommende, früh reifende und zu Bortrytis neigende weiße Sorte. Genau aus diesem Grund wandern deren Trauben in Süßweine. Nicht nur Aszús sind das nach Istváns Meinung und Taten, sondern verschiedene Interpretationen von Halbsüßen, Süßen und Edelsüßen, mal eher klassisch, mal modern.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Sortentypisch + lagenspezifisch = charakterlich gefestigt</strong></span></p>
<p>Was ihm in nach nur wenigen Jahren seines jungen Winzerdaseins gelingt: ein Reihe von Weinen aufzubieten, die jeweils für sich selbst stehen, die auf ihre Weise mit ihrer Herkunft, dem Terroir der Lage umgehen, die eigenständig und charakterlich schon recht gefestigt erscheinen. Eine intensivere Beschäftigung mit diesem sympathischen, gar nicht mehr so neuen und gar nicht mehr wirklich unbekannten Newcomer der Tokajer Weinszene wäre angebracht. Hier und jetzt folgen einstweilen „lediglich“ die Notizen zu jenen Weinen, die ich vergangenes Wochenende bei ihm verkosten durfte. Eine intensivere Fortsetzung folgt, irgendwann, bestimmt. Ach ja, alle Weine vergären spontan, in Holz und reifen darin dann auch.</p>
<p><em><span style="color: #008080;"><strong>Die bisweilen etwas lang geratenen Verkostungsnotizen</strong></span><br />
</em></p>
<p><strong>Szt. Tamás Furmint 2009</strong> wartet gleich mit 14% Vol. auf. Von hier, von dieser Lage stammt auch der teuerste trocken ausgebaute Furmint der Welt: der Szt. Tamás von Szepsy, der standardmäßig für um die 45 EUR zu haben ist. Den Boden durchziehen Schichten von rotem Ton, gemahlenem Zeolith-Gestein und hartem Ryolith-Tuff. Der Boden rot, Mineralienreichtum bis zum Anschlag. Die Rebstöcke für Balassas Lagenfurmint wurzeln seit Ende der 1950er Jahren dort.</p>
<p>Die Nase ist sehr kühl, hellgelbe Frucht, Minze und kalte Aprikosen, ganz leicht rauchiges Holz und fein-würzige Mineralität. Am Gaumen robust bis männlich, mit salzigen Noten und einer wohl durch das Holz etwas gebändigt wirkenden Mineralität. Das ist gut so. Das macht ihn auch etwas cremig, neben den leicht herben Tönen von Traubenschalen und einer etwas kargen Frucht. Klare, angenehmerweise nicht allzu stark ausgeprägte Säuren, sehr gut eingebettet. Lang. Welch Auftakt.</p>
<div id="attachment_8311" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/balassa_istvan_01/" rel="attachment wp-att-8311"><img class="size-medium wp-image-8311 " title="balassa_istvan_01" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/balassa_istvan_01-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Vor dem Verkostungsraum: einen mindestens so schönen, wenn auch nicht so alten Bogen spannen seine Weine.</p></div>
<p>Der <strong>2009er</strong> <strong>Furmint </strong>aus<strong> </strong>der Lage<strong> Becsek </strong>sendet in direkter Folge<strong> </strong>gänzlich andere<strong> </strong>Zeichen aus. Was mit 10-11 g/l Restzucker auch nur logisch ist. Was aber auch viel mit dem anderen Boden zu tun hat. In diesem findet sich in rund einem Meter Tiefe gelber Ton und weißer Ryolith-Tuff. Etwas Zitrone, etwas Apfel, Mandelaromen, wärmere, rundere, gar etwas süßlichere Frucht in der Nase, auch Honig. Am Gaumen nicht nur etwas, sondern ziemlich cremig, fein und rund, mit deutlicher gelber Birnenfrucht, gepuffert durch Holz und begleitet von rauchig-steiniger Mineralität, die zum abermals langen Ende hin sich in Mandeltönen verliert. Ja, in der Tat fein cremig. Um eine ganz andere Dimension aufzuzeigen: etwas mehr als ein Viertel Hektar ergeben um die 600 Flaschen.</p>
<p><strong>Hárslevel</strong><strong>ű</strong> kam dann. Aus <strong>2009</strong> und aus den Lagen <strong>Mézes Mály</strong> – recht dicke Löss und Braunerde-Schicht auf vulkanischem Untergrund – und <strong>Becsek</strong>. Mit 17 g/l Restzucker. Man hangelte sich also Stück für Stück in den süßeren Bereich vor. Der „Übergangswein“ hier kommt schon mit viel süßer reifer Frucht, mit Ananas, roten, frisch geschnittenen Äpfeln, Honig und Traubenzucker und einer ordentlichen Portion Küchenkräutern in der Nase. Am Gaumen sehr fruchtig, satte reife rote Apfelfrucht, mit Vanille und etwas Holz untermalt. Verspielt, wie auf kühlem Stein gebaute schmelzige Textur. Doch im Ansatz erst saftig, dann kommt die steinige Kühle. Die Säuren sind da, aber kaum wahrnehmbar, gar etwas zu knapp gehalten. Sonst schön, über seine deutlich breiter angelegte Frucht definiert. Ein Hárslevelű eben.</p>
<p><strong>Thurzó Furmint 2009</strong>, aus der südlichsten Lage des Kopasz, des Hausbergs des Ortes Tokaj. Eine Lössdecke von bis 30cm, der stark Pyroxin-haltiges Dazit-Lavagestein folgt. Kurz: wieder eine Mineralienspielart mit vulkanischem Ursprung mehr. Mit 24 g/l Restzucker, 7 g/l Säure – und 15% Vol. Alkohol, alles gleichmäßig auf 400 Flaschen gefüllt. Und die Mineralien sind deutlich und tragen auch den Wein, halten ganz gut gegen den Alkohol an. Leicht vegetabile Töne und helles Steinobst in einer warmen Nase. Am Gaumen kreisrund ausgebildet, überreife Birnenfrucht, die leicht gefrostet erscheint und gazeartig umwebt scheint, daher etwas matt wirkt. Traubenzucker, etwas Honig, Sellerie gegen Ende und auch eine feine Würze, macht zusammen mit dem Alkohol auch ordentlich Druck. Mir persönlich trotz gut gelungener Einbindung doch etwas zu alkoholisch.</p>
<p>Dann ein reinsortiger <strong>Zéta</strong>, der nun aus <strong>2008</strong>. Und wie schon erwähnt, der Veranlagung und Eignung wegen zum Süßwein ausgebaut. Ins Fass wanderten vollreife und Aszú-Beeren, wurden dann wie ein Aszú behandelt. 194 g/l Restzucker fanden sich am Ende zusammen. Geben ein matt-würziges Aprikosenbouquet ab. Und schmecken am Gaumen wie frisch geriebene, überreife rote Äpfel mit Aprikosenmarmelade vermengt. Schön, interessant, die leicht medizinische Note. Breit am Gaumen, fast schon ölig wirkende Textur, mit Honig aufgeladen und einer leichten Kräuterwürze versehen. Mittelschwer, vielleicht mit einem Tick zu wenig Säure als Gegenpol. Aber schön.</p>
<p>Als Abschluss der erste <strong>Aszú</strong> überhaupt, <strong>6-puttig</strong>, von <strong>2005</strong>. Wäre soeben ein klein wenig mehr an Säure wünschenswert gewesen, ragen nun die 13 g/l gegen den Restzuckergehalt von 180 g/l fast etwas zu sehr heraus. In jedem Fall tragen sie ganz wesentlich zu einem spannungsgeladenen, ungemein frisch wirkenden Aszú bei, dessen edelfaule Beeren aus der Mészes Mály stammen und dessen Grundwein aus der Lage Király kommt. Helles bis mittleres Goldgelb mit ordentlicher Schlierenbildung im Glas. Karamell, Brot und dichtes, lauwarmes Quittengelée in der Nase. Am Gaumen mit sehr schmeichelndem Holz umgebenen eine Frucht aus Orangen und Aprikosen, die dank kräftiger, fast etwas spitzer und dem Ende hin zunehmender Säuren sehr frisch ankommt. Botrytisaromen und Vanille, Schalen von Äpfeln und Birnen, Rhabarber, Zitrusfrüchte. Etwas mehr Tiefe ginge sicher noch, etwas mehr Komplexität auch. Dennoch. ein wirklich guter, ein schöner, ein gelungener &#8220;Einstieg&#8221;.</p>
<p>Und ein angemessenes Ende. Wie gesagt, to be continued&#8230;</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_8312" class="wp-caption aligncenter" style="width: 646px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://borwerk.de/2011/08/14/tokaj-revisited-zu-besuch-bei-istvan-balassa/balassa_istvan_02/" rel="attachment wp-att-8312"><img class="size-full wp-image-8312" title="balassa_istvan_02" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/08/balassa_istvan_02.jpg" alt="" width="636" height="386" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
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		<title>Tokaj, ein Ende im Guten &#8211; und erst der Anfang</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 12:44:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fangen wir nochmals von vorne an, um mit leichter Zeitverzögerung zu einem vorläufigen Ende zu kommen. Ich rede in der Überschrift die ganze Zeit von &#8220;Tokaj&#8221;, was doch etwas unangemessen verkürzend ist. Schließlich beschränken sich die Beobachtungen des vorletzten Wochenendes auf die Weingüter der Tokaji Bormívelők Társasága (TBT), der Tokaj Wine Artisans’ Society. Und auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fangen wir nochmals von vorne an, um mit leichter Zeitverzögerung zu einem vorläufigen Ende zu kommen. Ich rede in der Überschrift die ganze Zeit von &#8220;Tokaj&#8221;, was doch etwas unangemessen verkürzend ist. Schließlich beschränken sich die Beobachtungen des vorletzten Wochenendes auf die Weingüter der Tokaji Bormívelők Társasága (TBT), der Tokaj Wine Artisans’ Society. Und auch von denen waren bei der Blindverkostung nur ein Bruchteil anwesend. Der Einstieg ins Thema.</p>
<p>Es scheint ein wenig wie im klassischen Vereinsleben zuzugehen. Man streitet sich bisweilen über die Statuten, ändert diese. Manche treten aus, weil das Konzept ihnen ungenügen oder falsch erscheint. Bisweilen mag es um wichtige Dinge gehen, bisweilen um Nichtigkeiten. Andere treten bei, was immer mit einer Vorlaufphase, einem Kandidaten-Status von zwei Jahren einhergeht. Wesentlicher aber erscheint die Tatsache, dass das Engagement von einem kleinen, hartern Kern ausgeht. Ohne den ginge gar nichts und möglicherweise ist das auf Dauer auch zu wenig. In jedem Fall wundert sich der Außenstehende, dass die aktive Teilnahme an einem derartigen Event doch recht gering ausfiel. Entweder &#8211; oder.</p>
<p>Denn andererseits ist der Grundansatz mehr als lobenswert: gemeinsam ein Appellationen-System zu schaffen, wiederzubeleben, auf die Geschichte sich zu besinnen und einen Rahmen für wechselseitigem Austausch im inneren, Transparenz nach außen und vor allem Qualität in Form eines Gütesiegels zu schaffen. Er ist weder neu (auf Parallelen zum VDP habe ich ananderer Setelle bereits hingewiesen), noch besonderrs originell, aber eben doch etwas Besonderes. Weil in Ungarn Kooperation unter Winzern in jedweder Form eher die Ausnahme, die große Ausnahme darstellt. Und weil hier auf eine (zumindest nach außen hin so anmutenden) bemerkenswerte Weise etwas von Groß und Klein basisdemokratisch vorangetrieben wird, ein gemeinsamer Auftrag Hintergund zu stehen scheint, der die Region im gesamten und Erzeuger im einzelnen in der Tat nachhaltig voranbringen kann.</p>
<p>Was im Glas landete, war einmal mehr eine enorm breit gefächerte Leistungsschau des besten Weinbaugebietes Ungarns. Unterschiede in der Qualität gabe es und wird es auch immer geben. Die Frage ist meines Erachtens bis auf Weiteres auch nicht so sehr, wie groß die Unterschiede ausfallen. Das wird die Zukunft zeigen und dann muss auch dies zum Thema gemacht werden. Wichtiger ist vielmehr, dass der Einstieg mehrheitlich schon viel weiter oben beginnt, als in anderen Gebieten. Zweifel am Potential des Terroirs werden schnell zerstreut. Teils geht es bereits nurmher um persönliche Vorlieben. Über Stilistiken kann man, darf man, soll man streiten. Der allgemeine Weg ist klar vorgegeben. Man steht noch sehr am Anfang. Und doch gibt es schon jetzt Erzeuger, die ihren Ansatz, ihren Weg, ihre Philosophie scheinbar gefunden haben. Hier bildet sich nicht nur eine Tendenz, sondern Konstanz ab, eine wichtige Grundvoraussetzung für Zuverlässigkeit, für Vertrauen.</p>
<p>Der Ausflug nach Tokaj, zur TBT, musste fast zwangsläufig im Guten enden und  tat dies dann auch. Es bleibt zu hoffen, dass der Verbund stark genug ist, um erst vor fünf Jahren begonnenen Weg fortzuführen. Mit dem hierfür notwendigen und jedes Mal anders zu bewertenden Maß an Offenheit, Kritikfähigkeit und Willen. Genug der verallgemeinernden Worte, genug des pathethisch-perspektivischen Geschriebsels. Ich jedenfals freue mich auf die Zukunft.</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..</p>
<p>Als Nachtrag noch einige Namen. Manch einer davon wird &#8211; wenn nicht ohnehin schon der Fall &#8211; in einigen Jahren zu den ganz großen Namen Tokajs gehören. Das kann man auch ohne Hellseherische Fähigkeiten problemlos niederschreiben.</p>
<p><strong>Die aktuellen Mitglieder</strong>: AZ Nektár Pince, Árpád-hegy Pince, Balassa István, Bott Pince, Breitenbach Pince, Disznókő Szőlőbirtok, Dobogó Pincészet, Dorogi István, Gajdócsi Szabolcs, Gróf Degenfeld Szőlőbirtok, Erzsébet Pince, Homonna Attila, Királyudvar, Patricius Borház, Tokaj Pendits, Sauska Tokaj, Kikelet Pince, Tokaj Nobilis, Varga Sándor, Hétszőlő</p>
<p><strong>Kandidatenstatus inne haben derzeit</strong>: Vissy László, Kovács Gabriella</p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..</p>
<p>Links zu allen anderen Artikeln um das Wochenende bei der TBT:</p>
<p><a href="../2011/05/30/appellation-fur-weinberglagen-in-tokaj-die-tokaj-wine-artisans%E2%80%99-society/">Einstiegsartikel</a> über die &#8220;TBT&#8221;<br />
<a href="../2011/05/30/blindverkostung-neue-weine-der-tokaj-wine-artisans%E2%80%99-society/">Blindverkostung mit acht Weinen</a><br />
<a href="../2011/05/31/tokaj-und-kein-ende-weitere-weine-der-tokaj-artisans-society-von-patricius-disznoko-und-h-bardon/">Patricius, Disznókő, H. Bardon</a><br />
<a href="http://borwerk.de/2011/06/01/tokaj-und-kein-ende-weitere-weine-der-tokaj-artisans-society-von-dorogi-testverek-vissy-laszlo-und-az-nektar/">Dorogi Testvérek, Vissy László, AZ Nektár</a><br />
<a href="http://borwerk.de/2011/06/02/tokaj-und-kein-ende-weitere-weine-der-tokaj-artisans-society-von-csite-der-bott-pince-und-kikelet/">Csite, Bott Pince, Kikelet</a></p>
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		<title>Pannon Bormustra 2011</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jun 2011 20:18:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bei der diesjährigen Pannon Bormustra wurden nicht nur das Regelwerk geändert (man vergibt nicht einfach nur die Punkte, alleine vor sich hin, sondern diskutiert jetzt auch offen über die Weine, was ja grundsätzlich ausgesprochen sehr zu bewerten ist), sondern es wurde auch die Kategorie Legjobb vétel, &#8220;Bester Kauf&#8221; eingeführt. Hier muss kurz gesagt das Preis-Leistungs-Verhältnis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der diesjährigen <a href="http://www.pannonbormustra.hu/pbm">Pannon Bormustra</a> wurden nicht nur das Regelwerk geändert (man vergibt nicht einfach nur die Punkte, alleine vor sich hin, sondern diskutiert jetzt auch offen über die Weine, was ja grundsätzlich ausgesprochen sehr zu bewerten ist), sondern es wurde auch die Kategorie <em>Legjobb vétel</em>, &#8220;Bester Kauf&#8221; eingeführt. Hier muss kurz gesagt das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen &#8211; sprich, auch &#8220;einfachere&#8221; Weine kommen zum Zug. Auch gut.</p>
<p><strong>Bester Kauf</strong></p>
<p>Béres Szőlőbirtok: Tokaji Furmint 2010<br />
Patricius Borház:  Tokaji Furmint 2009<br />
Ostoros-Novaj Bor Kft: Egri Kékfrankos Rozé 2010<br />
Cezar Winery: Cabernet Sauvignon Rozé 2010<br />
Pannon Tokaj Kft.: Tokaji Sárgamuskotály 2009</p>
<p>Was bleibt sonst? Eine diplomatisch ausgedrückt interessante Mischung &#8211; aus Weinen, die es &#8220;im Angeischt ihres Daseins&#8221; mehr als wert sind, ausgezeichnet zu werden. Weil sie in der Tat bemerkenswerte, eigenständige, charakterstarke (und ich überstrapaziere den Begriff hier gerne) Terroir-Weine sind. Andererseits findet sich auf gleicher ebene ein mechanisch erstellter Weintechnik-Irgendwas, der auch aus Ungarn &#8211; aber eben auch sonstwo her stammen könnte<strong>.</strong> Hier treffen Großerzeuger auf Kleinkünstler, handgemachte Weine auf maschinell erstellte&#8230; Das ist komisch, aber dann auch nicht weiter schlimmt, nur eben in sich nicht logisch nachvollziehbar. Und allenfalls mit einer sehr heterogen zusammengesetzten Jury erklärbar. Ohne weitere Kommentare die Ergebnisse:</p>
<p><strong>15 Weißweine wurden ausgezeichnet:</strong></p>
<p>Kreinbacher Birtok:  Somlói 2007<br />
Demeter Zoltán: Szerelmi Hárslevelű 2008<br />
Kolonics Károly: Somlói Juhfark 2009<br />
Sauska-Tokaj: Birsalmás Furmint 2009<br />
Tokaj Oremus: Mandolás Furmint 2009<br />
Kreinbacher: Birtok  Öreg tőkék 2007<br />
Hilltop Neszmély     Art Álom 2009<br />
Bujdosó Szőlőbirtok és Pincészet: Altanus Cuvée 2009<br />
Béres Szőlőbirtok: Tokaji Lőcse Furmint 2008<br />
Csutorás Ferenc: Egri Leányka (második szüret) 2008<br />
Somlói Apátsági Pince: Furmint 2009<br />
Tokaj Nobilis Szőlőbirtok: Barakonyi Furmint 2009<br />
Királyudvar: Sec 2008<br />
Figula Pincészet: Köves Pinot Gris 2009<br />
Hollóvár Pincészet: Hárslevelű 2009</p>
<p><strong>15 Rote wurden als Spitzenweine ausgezeichnet </strong>(hier sei doch angemerkt, dass offensichtlich tendenziell der internationale Stil bevorzugt wurde)<strong>:</strong></p>
<p>St. Andrea: Merengő Egri Bikavér Superior 2008<br />
Vylyan Pincészet: Pinot Noir 2008<br />
Pósta Borház: Kékfrankos 2007<br />
Takler Pince: Syrah Reserve 2008<br />
Konyári Pincészet: Jánoshegyi Kékfrankos 2009<br />
Sauska és Társa: Cabernet Franc 2007<br />
Sauska és Társa: Cuvée Villány 2008<br />
St. Andrea: Hangács Egri Bikavér 2008<br />
Takler Pince: Bikavér Reserve 2007<br />
Heimann Családi Birtok: Franciscus 2008<br />
Weninger-Gere Kft: Pinot Noir 2008<br />
Bock Borászat: Capella 2006<br />
Pannonhalmi Apátsági Pincészet: Pinot Noir Válogatás 2009<br />
Bodri Pincészet: Cabernet Franc 2008<br />
Günzer Tamás Pincészete: Villányi Mátyás Reserve 2007</p>
<p><strong>Bei den Süßen schafften es 13 Weine aufs Podest, allesamt aus Tokaj, aber von klein und groß:</strong></p>
<p>Tokaj Kikelet Pince: Tokaji 6 puttonyos Aszú 2007<br />
Királyudvar: Tokaji 6 puttonyos Lapis Aszú 2006<br />
Dobogó Pincészet: Mylitta Álma 2007<br />
Patricius Borház: Tokaji 6 puttonyos Aszú 2003<br />
Dobogó Pincészet: Tokaji 6 puttonyos Aszú 2006<br />
Tokaj Nobilis Szőlőbirtok: Tokaji 6 puttonyos Aszú 2007<br />
Szepsy Pincészet: Tokaji Szamorodni 2008<br />
Royal Tokaji Borászat: Tokaji 6 puttonyos Nyulászó Aszú 2003<br />
Barta Pince: Furmint-Muskotály Késői Szüret 2008<br />
Béres Szőlőbirtok: Tokaji 6 puttonyos Aszú 2005<br />
Royal Tokaji Borászat: Tokaji 6 puttonyos Szent Tamás Aszú 2003<br />
Tokaj Hétszőlő: Hárslevelű Késői Szüret 2009<br />
Disznókő Birtok: Furmint Késői Szüret 2009</p>
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		<title>Tokaj und kein Ende&#8230; weitere Weine der Tokaj Artisans&#8217; Society &#8211; von Csite, der Bott Pince und Kikelet</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jun 2011 05:37:09 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Süßweine]]></category>
		<category><![CDATA[Tokaj]]></category>
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		<category><![CDATA[Bott Pince]]></category>
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		<category><![CDATA[Weißwein]]></category>

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		<description><![CDATA[Spätestens am Wochenende folgt das Resümee. Jetzt lediglich drei weitere, die letzten Verkostungsnotizen aus Tokaj. Die miteinander verbundenen Einträge finden sich hier: Einstiegsartikel über die &#8220;TBT&#8221; Blindverkostung mit acht Weinen Patricius, Disznókő, H. Bardon Dorogi Testvérek, Vissy László, AZ Nektár Doch nun zu den letzten drei&#8230; Furmint Toplec 2009, Csite Norbert Da hat ein noch- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Spätestens am Wochenende folgt das Resümee. Jetzt lediglich drei weitere, die letzten Verkostungsnotizen aus Tokaj. Die miteinander verbundenen Einträge finden sich hier:</p>
<p><a href="http://borwerk.de/2011/05/30/appellation-fur-weinberglagen-in-tokaj-die-tokaj-wine-artisans%E2%80%99-society/">Einstiegsartikel</a> über die &#8220;TBT&#8221;<br />
<a href="http://borwerk.de/2011/05/30/blindverkostung-neue-weine-der-tokaj-wine-artisans%E2%80%99-society/">Blindverkostung mit acht Weinen</a><br />
<a href="http://borwerk.de/2011/05/31/tokaj-und-kein-ende-weitere-weine-der-tokaj-artisans-society-von-patricius-disznoko-und-h-bardon/">Patricius, Disznókő, H. Bardon</a><br />
<a href="http://borwerk.de/2011/06/01/tokaj-und-kein-ende-weitere-weine-der-tokaj-artisans-society-von-dorogi-testverek-vissy-laszlo-und-az-nektar/"> Dorogi Testvérek, Vissy László, AZ Nektár</a></p>
<p>Doch nun zu den letzten drei&#8230;</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong> </strong></span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong></p>
<div id="attachment_7604" class="wp-caption alignright" style="width: 360px"><a rel="attachment wp-att-7604" href="http://borwerk.de/2011/06/02/tokaj-und-kein-ende-weitere-weine-der-tokaj-artisans-society-von-csite-der-bott-pince-und-kikelet/csite_toplec-furmint_2009/"><img class="size-full wp-image-7604" title="csite_toplec-furmint_2009" src="http://borwerk.de/wp-content/uploads/2011/05/csite_toplec-furmint_2009.jpg" alt="" width="350" height="525" /></a><p class="wp-caption-text">Csite - Toplec Furmint 2009</p></div>
<p></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Furmint Toplec 2009, Csite Norbert</strong></span></p>
<p>Da hat ein <a href="http://csiten.blogspot.com/">noch- oder bereits ehemaliger Kollege</a> die Seiten gewechselt. Und da macht der nun seinen ersten Wein, zumindest den ersten, der in Flaschen in den echten Verkauf gelangt. Und da geht man offen gesagt anders ran, beim ersten Beschnuppern, beim ersten Reinschmecken. Ganz unbefangen jedenfalls nicht, alles andere wäre gelogen. Doch endlich zum Wein: in der Nase salzig-feuchte Meeresluft, zu der gesellen sich frisch geerntete überreife Feigen in praller Sonne – und nach einiger Zeit an der Luft auch frische grüne Äpfel. Recht stramme Säuren erwarten den Gaumen gleich zu Beginn, eine grünlich Apfelfrucht, Marzipan und auch Mandeln in Reinform und weil das noch nicht genug ist, auch vegetabile Noten, nämlich grüner Salat. Das alles kommt sehr direkt, gänzlich unverfälscht und ein wenig rustikal daher. Netter, erfrischend ehrlicher Auftakt. Weiter so.</p>
<p><span style="font-size: medium;"><strong>Furmint Csontos 2009, Bott Pince</strong></span></p>
<p>In sich zusammengezogene, leicht gekühlte Aprikosenfrucht, Honig und feine steinern-mineralische Würze in der Nase. Und am Gaumen werden die einmal für diese Lage und den Bodó’schen Stil antrainierten Reflexe wieder wunderbar bedient: charakteristische Noten von Pfirsichkernen und Mandeln, eher zurückhaltende Säuren unterstützen verhalten die leicht matte gelbe und auch etwas süßlich wirkende Frucht, gelbe Birnen, Quitten. Die mineralische Würze ist eine Facette am Rande. In sich sehr ruhig, schlüssig, gepflegt.</p>
<p><strong><span style="font-size: medium;">Édes Szamorodni 2005, Kikelet</span></strong></p>
<p>Für mich ist Kikelet stets ein Stück weit das am feinsten Ziselierteste, das Filigranste, was Tokaj so zu bieten hat. Klar strukturierte, feinst gewobene Weine, die immer ein wenig der Gefahr ausgesetzt sind, dass ihre subtile innere Struktur nicht erkannt und die Weine im Ganzen daher verkannt werden. Der 05er Szamorodni ist da auf den ersten Kontakt hin deutlich direkter, offenbart auch seine doch schon ein paar Jahre dauernde Reife. und das tut er aufs Angenehmste: mit Spuren von Oranginat, Vanille, leicht angetrockneten aber von einer aktuellen ernte stammenden, überreifen Aprikosen in der Nase. auch hier schon glasklar, fast schillernd wirkend. Am Gaumen trifft man dann auf Säuren, die manch einem Jungwein gut zu Gesicht stünden. Und auch kommen reife Aprikosen ins Spiel, die von einer leicht grünlich-bitteren Mineralität flankiert werden, die Halt, die Griffigkeit gibt. Alles sehr kompakt, tief, in eine fein schmelzende Textur verpackt. Lang. Fein. Ein Genuss.</p>
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