Mann! Tokaj bewegt sich! Mehr und mehr Erzeuger spielen Sachen ein, die wirklich Spaß machen und wo man schon beim ersten Schluck spürt, dass nicht nur Bruder Zufall hier mal so im Vorbeigehen einen Jahrgang an den Start gebracht hat. Kin One-Year-Stand, sondern wo einfach mehr zusammen kommt, kommen muss, kommen musste.

Tállya, der Ort und die ihn umgebenden Rebflächen entwickeln sich von einer Spielwiese zu einem zweiten, nein dritten Epizentrum des mit Abstand bedeutendsten Weinanbaugebietes Ungarns. Szűcs Ferenc hat hier einen Furmint aus einer der ältesten, kartographisch verzeichneten Lagen Bohomály einen spontan vergorenen trockenen Weißen auf die Flaschen gebracht, der nicht nur eingangs gleich den nötigen Ernst mitbringt. Der hat auch ein Standing, läuft entlang einer Linie sauber heraus gearbeitet all das ab, was einen Furmint ausmacht. Nicht als Pflichtübung. Als Nachweis von Können und Kommen. Dem, was noch an Jahrgängen anstehen wird. Kristallklares, helles Strohgelb mit ganz leicht grünlichem Einschlag. Flieder, Honig, Wachs, Salz, Kieselstein, Aprikosen in der Nase. Die dann auch gedörrt am Gaumen. Auch das Salz als dünne Kruste um einen mineralisch-steinigen Kern. Karg die Frucht darum herum. Halbreife Äpfel, genauer: deren schalen. Feine, grün-gelbliche Bitterstoffe. Elegant die Säuren für einen Furmint begleitend nur im Hintergrund. Schlank, fast schon wie eine kleine Grazie. Jung, aber nicht ungebändigt, sondern schon gesetzt und substantiell, recht tief und lang. Und Tage nach dem Öffnen noch sicher und selbstbewusst im Glas.

Wein: Furmint Bohomály 2015
Weingut: Szűcs Pincészet (Szűcs Ferenc), Tállya
Rebsorte/n: Furmint
Alkohol: 12,0% Vol.
Preis: 3.600 HUF, d.h. gut 11,50 EUR

 

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