Und er kann doch noch. Hatte man zuletzt Anzeichen von Müdigkeit im Glas, zwei Jahre her, wohlgemerkt (!), so blutet jetzt zu Recht die Zunge. Drauf gebissen. Drauf geschissen, was man von sich gab, damals. Ok, kann immer auch an der Flasche liegen.

Hier jedenfalls zeigt sich die Cuvée im Jahr acht wieder sehr standhaft, resolut und bemerkenswert dicht. Drängt sich mit dem durchweg anhaltenden nurmehr sanftem, aber eben unnachgiebigem Druck auf und lässt eben nicht locker. Dunkles Violett im Glas, undurchdringlich. Rost, Blut, getrocknete Tomaten, Dörrpflaumen, Wacholder und Rauchfleisch in der Nase. Am Gaumen tiefdunkle Frucht, Brombeeren. Holunder, Dörrpflaumen wieder, angegrillte Paprika, warmes Holz. Alles in sich verschmolzen nach all den Jahren. Alles stimmig und doch nicht zu rund oder zu geschliffen oder unverbindlich. Kernig, stark nach vorne drängend, umgeben von nach wie vor recht kräftigen Säuren und einer feinen Gerbstoffnote. Etwas trocken gegen Ende des recht langen Abgangs. Macht sich mehr als gut. Hält sich mehr als wacker. Abbitte leisten heißt es jetzt – sehr gerne sogar.

Wein: Pajdos 2009
Weingut, Ort: Pók Tamás Pinceje, Eger
Rebsorte/n: Kékfrankos, Merlot, Cabernet Franc, Pinot Noir, Kadarka
Alkoholgehalt: 12,0% Vol.
Preis: 12,00 EUR (3.600 Ft)
Internet: poktamas.hu

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