Nagy Ságmeister - Kadarka 2013Neuer Grenzgang. Nach Serbien. Im Süden Ungarns, also hinter der Grenze. Dort, wo seit einigen Monaten der Zaun dem Stand hält, was da auch immer kommen mag – oder nicht. Zu einem neuen, zumindest bislang unbekannt Weingut. Nagy Ságmeister.

Nagy meint groß. Sagmeister wiederum hört sich nach deutschen Wurzeln an. Wiewohl der Erzeuger Ungar ist, wurzeltechnisch gesehen, über die letzten Generationen hinweg. Eh egal. Und hier auch erst einmal, was die Reben anbelangt. Ob diese also wurzelecht sind, oder nicht.

Der „Bio“-Kadarka hier jedenfalls kann was. Ist erst einmal von der einschmeichelnden Sorte, rund und fein und weich. Dann, an der „bösen“ Luft, kommt er etwas mehr in Fahrt. Allzu würig wird er aber auch dann nicht. Die glasklare Frucht bleibt ihm als sortentypisch erhalten. Doch auch dazu bedarf es etwas Zeit – und eben Luft. Aber der Reihe nach.

Hell im Glas, violett mit ziegelrotem Einzug. Kadarka eben. Feines, kühles, animalisch-erdiges Näschen. Rauchsauna, Pökelfleisch, Granit, Quarz – und blank polierte Schattenmorelle. Ganz kurz, einleitend würzig breit, dann schlank, sich selbst verjüngend. Dörrpflaume. Dann frische Pflaumenfrucht, vor allem aber Erdbeeren, Himbeeren, heller werdend und feiner klingend. Aber eben erst zeitlich versetzt. Überhaupt noch jung und anfangs etwas verschlossen. Gequetschte Säuren. Leicht adstringierend. Frisch und doch reif durch Holz. Das bringt die Rauchsauna in – allerdings deutlich abgeschwächter Form – wieder zurück. Feines Rindercarpaccio, erkaltete Holzkohle, Granatapfel, Graphitstaub. Das alles mit einem halb-transparenten Körper, gar etwas elegant aber auch schüchtern, juvenil. Mittel im Abgang und schlank und frisch. Bemerkenswerter Kadarka. Hat was. Braucht noch was. Zeit nämlich.

Wein: Szigeti Kadarka 2013
Weingut, Ort: Nagy Sagmeister, Kanjiza/Magyarkanizsa
Rebsorte/n: Kadarka
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: 14,00 EUR

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