Wassmann - Kékfrankos 2012Verdammte Kamille! Und zwar deutlich. Erst mal so richtig einen auf floral macht der – ehe er mit Kirschen satt nachlegt. Dunkel, zunehmend warm (ja ja jaha, die Raumtemperatur), mit etwas weichem Holz und dann, erst dann, kommen die sortentypischen Graphit-Töne zum Zug. Spät, aber immerhin.

Auch bio. Demeter sogar. Von den Wassmanns, aus Villány. Der Süden Ungarns hier also, nicht Nordwesten.

Der ist anders. Anders als der Weninger. Und ja, ich gebe es zu, ich hatte beide parallel offen. Nur der Eintrag hier ist also eine gute Woche verzögert. Anders also, ziemlich. Runder, fruchtiger, wärmer kommt der rüber. damit gewinnt er auch schnell(er) und wirklich lesbarer, verständlicher. Das leitet aber fehl. Er spielt preislich in der nächsten Klasse. Mehr Tiefgang und breitere Anlage erlauben das auch. Wieder floral auch am Gaumen, Kamille, dann diese saftige Frucht, aber nicht anbiedernd, billig. Schattenmorellen, Sauerkirschen, schön deutlich und klar, unterbaut und lange mit getragen von schlanken aber griffigen Säuren. Feinen Tannine und dann wieder dieser graphitene Ton, kühl, distanzierend und so typisch für die Rebsorte wie die Würze, die zum Schluss und mit mehr Luft spürbar an fahrt aufnimmt. Wirklich schöner Wein mit ordentlich Länge im Abgang. Der hält sich noch lange, macht sich aber jetzt schon herrlich – nur nicht zu schnell weg damit, gerne auch 1-2 tage stehen lassen. Das schadet überhaupt nicht, das macht der locker mit und zeigt dann auch auf, was er kann.

Wein: Mundia Cuvée 2008
Weingut, Ort: Wassmann Pincészet, Pécsdevecser
Rebsorte/n: Kékfrankos (Blaufränkisch)
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 12,10 EUR
Internet: weingut-wassmann.de

 

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