ludayni-pince_kiralyberki-zenit_2009Da kann der Hirsch auf dem Etikett trotz Eichenlaub im Maul noch so röhren. Ich bin ratlos. Ein Stück weit zumindest. An sich im Umgang mit solch halbsüßen (gibt sich für mich so, auch wenn er als edelsüß ausgezeichnet ist) Dingern, auf man im Qualitätssegment eher nur selten trifft in Ungarn. So fehlt es einem möglicherweise einfach an ausreichend Erfahrung und Benchmarks. Vielleicht aber auch, weil das geistige Auge einem deutsche Rieslinge anbietet und fast zwangsläufig mehr bieten. Ein reinsortiger Zenit hat es da per se schwer.

Zenit? Ja. Gibt es, eine eigenständige Rebsorte. Wenig bekannt. Eine Kreuzung aus Ezerjó (“Tausendgut”, noch so was genuin Ungarisches) und Bouvier. Gibt es auch in Ungarn selten und vermutlich quasi eh nur dort. Ein robustes gewächs, Fäule ist kaum ein Thema, weswegen die Träubchen problemlos länger am Stock bleiben können.

Ganz helle Nase mit Birnen und ein wenig bitterer Orangenkonfitüre vor allem. Viel mehr ist da nicht. Bemerkenswert: der hält sich stramm über eine Woche weg. Klar, sollte er im Grunde. Vorausgesetzt werden kann aber auch das nicht einfach mal so. Er verliert dabei jene hellgelbe Birnen-Apfel-Frucht weitgehend und zurück bleibt nurmehr das, was einen davor, eingangs gleich auffiel und störte: diese simple, plumpe Süße, die schnell dominiert und anderes hinter sich lässt.

Dieses andere deutet sich an, Spurensuche nach rohen Quittenschnitzen, Karamell, Aprikosenkernen und leicht angerostetem Metall und Wachs. Sehr rund, mit ordentlich Schmelz aber fast transparent wirkend und in sich letztlich fast leer. Der hat, das sei auch explizit gesagt, ja immerhin noch 12,5% Vol.! Nicht allzu lang im Abgang. Zweifellos gut und unverkrampft trinkbar. Ein wenig schade dennoch, dass er nicht mehr kam.

Wein: Királyberki Zenit 2009
Weingut, Ort: Ludányi Pince, Gyöngyöstarján
Rebsorte/n: Zenit
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Preis: 12,50 EUR (3.900 Ft)
Internet: ludanyipince.hu

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