Sauska - Cuvée 7, 2006Jahrgang 2006. Das war, man korrigiere mich bei Bedarf bitte, das war die erste Sauska 7. Die Top Cuvée (es gibt auch noch das Pendant aus Villány) des nun langsam zehn Jahre am Markt befindlichen Villányer Weinguts. Ein Investment des in den USA erfolgreichen Unternehmers Krisztián Sauska in seiner alten Heimat und in das Gut, Kulturgut, für das Ungarn (auch) steht: Wein.

Nun hat man von Beginn an nicht unnötig gespart und viel richtig(er) gemacht als so manch eingesessener Erzeuger. Das fängt beim Gesamtauftritt an: modern, elegant, kreativ gar ist etwa das Etiketten-Design. Das geht bei der Ausstattung des Kellers weiter, wo alles an seinem Platz ist und also auch da, perspektivisch, versteht sich, was etwa Kapazitäten angeht – Barriques, Abfüllanlage und was man vom Start weg eben vermeintlich alles braucht.

Und der Inhalt – der ist genauso modern und, ja, dadurch quasi zwingend, automatisch international. Konsequent kann man das nennen. Vielleicht geht es bei einem solchen Ansatz und Ansinnen auch nur so. Jedenfalls zeigen sich vor allem die üblichen Verdächtigen auf den Flaschen, die Cabernets und Merlots halt, neben Portugieser und Blaufränkisch als Reminiszenz an die lokale Erde. Den Löss. Rot überwiegt. Macht Sinn.

Ach ja, beim Preis hat man von Beginn an auch nichts falsch machen wollen. Von wegen Signalwirkung, und so. Schließlich sind Preiserhöhungen nicht ganz einfach. Erst recht deutliche nicht. Also lieber gleich signifikant einsteigen, Ausrufezeichen setzen, Anspruch geltend machen – und liefern. Womit wir bei Hälfte des Absatzes vier hier endlich beim Thema wären. Die Cuvée, nunmehr neun Jahre alt, zeigt sich topfit. Keine müden Beine, kein Zucken in irgendeine Richtung, steht wie ne Eins. Kräftiger Bordeaux-Blend, klar strukturiert, eine in sich geschlossene, runde Sache.

Aber der Hallo-Effekt bleibt aus. Das hat jetzt vordergründig nicht einmal was mit der internationalen Stilistik zu tun. Die ist auf ihre Weise gewiss trivial, wie immer auch ein Stück weit schlichtweg nichtssagend. Aber es fehlt eben auch am Druck, an so was wie Opulenz, an in sich ruhender Stärke, von charakterlichen Eigenheiten ganz zu schweigen. Da sind dann rund 30 EUR eben doch eine mehr als deutliche Ansage. Kann man verlangen. Aber Übersee gibt es eben auch, selber Stil, bisweilen günstiger. Und wir schweigen jetzt mal und reden nicht von jenen spannenden Roten, die man für das Geld alternativ auch bekommen kann.

Klar macht der seine Aufgabe vordergründig gut. Hat auch hier und da einen der üblichen Auszeichnungen eingeheimst, Decanter, VinAgora und so. Aber reicht das, für die Region an sich und das Weingut, nach 15 Monaten in französischem Holz? Reicht ein ordentlich auslandendes Bouquet mit warmem Holzeinschlag, einer füllig wirkenden Frucht aus Brombeeren, Johannisbeeren und Kirschen, und, kühler, runtergedrosselt: etwas Pfeffer, etwas Kaffee, etwas Lakritz. Am Gaumen keine Marmelade, nein. Das nicht. Gut so. Sehr direkt, eine verdichtete Frucht aus schwarzem Johannisbeerengelee, Schattenmorellen, etwas Wachholder. Nicht allzu kräftige, aber doch spürbar strukturierende Gerbstoffe. Die Säuren begleiten, bringen etwas Frische mit, welche der eingedickten Frucht abgeht. Röstaromen noch. Das war es. Wirklich Druck und tiefer gehende Substanz fehlt einem. Subtilität ist nicht sein Ding. Wie gesagt: alles schön und gut und an seinem Platz. Aber es wirkt, als hätte man es mit einem am Reißbrett entworfenen Musterschüler zu tun, der zwar die versprochenen Noten artig liefert, letztlich aber berechnend und seelenlos bleibt.

Wein: Cuvée 7 Siklós 2006
Weingut, Ort: Sauska Pincészet, Villány
Rebsorte/n: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Alkoholgehalt: 14,5% Vol.
Preis: war so um die 30 EUR, aktuell ist der Jahrgang
Internet: sauska.hu

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