Mátyás András - Chardonnay 2013Echt bio, echt handgemacht und echt gut!

Plump formuliert. Hat aber einfach von Anfang bis Ende Spaß gemacht! So einfach kann’s sein. So selten kommt’s vor.

Weil er all das hat, was vielen fehlt. Vor allem Stil, einen eigenständigen. Das ist kein Nullachtfuffzehn-Chardonnay. Bietet auch keine Oberfläche für tiefenpsychologische Analysen. Bietet aber so viel Oberfläche, so viel Raum zum schmecken, fühle, überrascht sein, lässt einen bei alledem dennoch unverkrampft Spaß haben. Da muss schon was zusammen kommen. Das hat man hier.

Dass er ein „Sponti“ ist, trägt sicher dazu bei. Das erschnüffelt man. Das schmeckt man. Dass er zudem explizit „Bio“ ist, verrät der erste Blick auf’s Etikett. Ist nie selbstverständlich und im gar nicht mehr wilden Osten Europas immer noch eher selten und auch (noch) nicht trendy.

Bio im Weinberg, traditionelles Handwerk im Keller, zurück zu den Wurzeln. Die wortkarge Formel des Weingutes mit ungarischen Wurzeln wird ausführlicher in einem Kodex beschrieben. Viel dreht sich um minimal-invasiven Eingriff in das, was man die Natur nennt. Das Gut des zum Glück – ohne ihm nahe treten zu wollen – einmal zumindest optisch nicht mehr als Jungwinzer durchgehenden Mátýas András jedenfalls, muss man sich offensichtlich merken. Aber endlich zum Wein. Um den geht es hier schließlich.

Warm, cremig, buttrig in der Nase, mit auf winterkaltem Metall angetrocknet und angefrosteten Birnenschnitzen, Stahlspäne, Heu. Am Gaumen wieder mal dieses Quitten-Gefühl. Meint: etwas körnig wirkende goldgelbe Frucht mit leichter Bitternote, sehr fest, leicht ölig aber nicht wirklich cremig und schon gar nicht oberflächlich oder verspielt. Fest eben, mit behutsamem Druck, auch hier etwas Butter dabei, begleitend, Wurzelholz, Esskastanien, vorneweg aber neben der Quitte vor allem Trauben, etwas Aprikosenkonfitüre, getrocknete Bananen. Die Säuren laufen eher unbemerkt mit, schlank und flach gehalten. Erst schüchtern, dann durch seine etwas wilde, teils etwas grob geschnitzt wirkende, unverstellte, natürliche Schönheit überraschend und enorm gewinnend – bleibt aber in Teilen ein Rätsel. Und das ist auch gut so. Alles andere als ein klassischer Chardonnay. Eine mehr als angenehme Überraschung!

Wein: Chardonnay 2013
Weingut, Ort: Mátyás András, Nová Vieska
Rebsorte/n: Chardonnay
Alkoholgehalt: 13,5%
Preis: 12,30 EUR
Internet: matyaspince.sk

Kommentieren? Hier entlang... ▼

Connect with Facebook


Verwandte Artikel