Csernyik Pince - Turán 2012Letztlich ist Turán schon etwas Merkwürdiges. Nicht der ergoogelbare namensgleiche Panzer. Nein, die rote Rebsorte. Wirklich was taugen tut sie nichts. Ab und an macht es dennoch Spaß, sich ihr auszusetzen. Ein paar wenige Erzeuger in Ungarn, allen voran um die Heimatgegend Eger, aber auch im nahe gelegenen Anbaugebiet Mátra, bauen sie reinsortig aus. Tief dunkel und dicht im Glas wird sie ansonsten gerne mal zum Färben instrumentalisiert. Aber auch so was schreckt ja eher ab.

Sie stammt aus den 1950ern, also den Zeiten des ungarischen Kommunismus, den Versuchsjahren eines anderen Weinbaus, der auf seine ganz eigene Weise experimentierfreudig war. Masse statt Klasse. Fülle ohne Hülle.

Der hier, von dem kleinen Familiengut Csernyik Pince aus der Mátra, bringt all das Sortentypische in aufgewerteter Form ins Glas. Sattes Purpur im Glas. Eine warme, füllig-weich wirkende dunkelrot-trübe Frucht in der Nase aus Zwetschgen, roten Kirschen und Erdbeer-Kompott, mit Marzipan und sommerwarmer Erde. Weiche Tannine als Begrenzung eines recht breit, vor allem aber eher weich angelegten Körper(chens), hartnäckig begleitet von Marzipan-Noten. Volumen-Gewinn durch recht hohen Alkohol, auch das gerne und typisch. Raum-Gewinn durch eine sehr reif wirkende, leicht süßliche Frucht: wieder vor allem Kirschen, aber auch Zwetschgen und Holunder und schwarze Johannisbeeren. Zeit-Gewinn durch schlanke, geradlinige Säure, vor allem aber ordentlich bedachten Holz-Einsatz, der Struktur und Länge bringt. Das alles hat was, anderes. Es fehlt an Druck und Eleganz. Darf man aber auch nicht verlangen. So weit. So gut. So Turán – zu einem absolut guten Preis.

Wein: Turán 2012
Weingut, Ort: Csernyik Pince, Gyöngyöstarján
Rebsorte/n: Turán
Alkoholgehalt: 14,0% Vol.
Preis: 6,10 EUR (1.900 Ft)
Internet: csernyikpince.hu

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