Bussay László - Olaszrizling 2011Weit in den Süden, in Rufweite zu Kroatien muss man sich für diesen Olaszrizling begeben. Die Nähe der Reben zum Fluss Kerka brachte wenig, jedenfalls nicht ausreichende Kühlung. Spontan wurde hier noch vom inzwischen verstorbenen László Bussay in Holz vergärt. Der Ausbau fand über neun Monate in 1000 Liter fassender Eiche statt.

Man muss ihn gekühlt trinken. Dann sind die 14% recht gut integriert. Sonst droht Ungemach. Erst recht all jenen, die das nicht gewöhnt sind: ungarische Weißweine, die wie selbstverständlich mit hohen Alkoholgraden aufwarten. Es wäre auch falsch, diesen Welschriesling aus dem südwestlichen Ungarn zu verdammen oder gar als Paradebeispiel für eine verfehlte Konzeption herzunehmen.

Denn für die 14% Vol. ist hier alles noch ganz gut beisammen und fügt sich zu einem in sich recht geschlossenen Bild eines sortentypischen Weines, der schwerfälliger ist, als man anfangs vermuten würde. Die mit etwas mehr Wärme verstärkt aufkommende Würze hat aber genau da ihren Ursprung. Primär jedenfalls. Leicht und fruchtbetont – so wie es sich für einen braven Sortenvertreter schicken würde – ist dieser Welschriesling jedenfalls nicht. Man könnte jetzt etwas burgunderhaftes reininterpretieren, würde aber zu Krämpfen führen. Der Alkohol macht ihn rund, in sich ruhend, stabilisiert, verstellt aber auch und deformiert ihn letztlich.

Zum Ende hin spürt man, wie die 14% förmlich aus wollen. Dennoch ist der eben auch oder gerade wegen dieser Charakteristika ein typischer Stellvertreter ungarischer Olaszrizling. Heu, Sommerwiese, Hitze, eine unterdrückt wirkende, kühle, reduzierte Frucht aus Trauben und Honigmelonen. Steinsalz, Muscheln, Risotto. Hinten noch Wurzeln, karge Gräser.

Wein: Zalai Olaszrizling 2011
Weingut, Ort: Bussay László, Csörnyeföld
Alkoholghalt: 14,0% Vol.
Preis: rund 6 EUR (1.890 Ft)

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