Bakó Ambrus - Olaszrizling A Gróftól 2013Vom Grafen stammt dieser Welschriesling und damit die Fortsetzung der Serie. Freilich ist es nicht der Erzeuger, sondern die Lage am Badacsony, dem markantesten Basalt-Berg am Nordufer des platten Sees.

Heiß ist es dort im Sommer. Der dunkle Basalt und der See als Wärmespeicher sind großzügig unterstützend dabei. Der Trend hin zu hohen Alkoholgraden ergibt sich da von selbst, drängt sich förmlich auf. Dass dieser nun zunehmend gebrochen wird verweist auf die Weiterentwicklung, welche der Weinbau in Ungarn über die letzten paar Jahre genommen hat. Verdammt schnell geht das und – ja, freut einen, so simpel ist das dann auch.

Für diesen Olaszrizling, also Welschriesling zeichnet Bakó Ambrus verantwortlich. Mit den letzten 2-3 Jahrgängen zeigt der noch junge Star am regionalen Winzerhimmel des Badacsony, wohin der Weg nicht zwingend gehen muss, aber eben auch gehen kann. Ihm gelingt offensichtlich immer besser die Balance zwischen (Über)reife und (Un)reife, jene Gratwanderung also, die gegangen werden muss, um nicht Frucht und Ausgewogenheit gegen Säure zu verlieren beim zu frühen Ernten, oder bei zu üppig, alkoholisch schwerlastigen Weinen zu landen, die zwar Frucht haben, aber keine frische mehr und wo die Säuren nurmehr eine untergeordnete Nebenrolle spielen, wenn überhaupt.

Bei diesem Welschriesling aus 2013 gelingt dies jedenfalls. Spontan vergoren, ausgebaut in Edelstahl und Glasballons, dann im 60 Jahre alten Holzfass gereift. Mit schlanken 12,0% Vol. landet er im Glas und – so manch einen Kollegen vor Ort wird es wundern – ja, man hat es dennoch mit einem vollwertigen Wein zu tun. Da ist alles dran, und alles drin, was es braucht. Zugegeben, viel Frucht gibt es nicht zu holen. Das hat aber eher mit der Rebsorte zu tun und dem vulkanischen Untergrund. Helles Strohgelb im Glas. Florale Töne, Weizenfeld in Hochsommerhitze, Lavastein, ausgedörrte gelbe Birnenfrucht, Birnen- und Apfelkerne in der Nase. Am Gaumen sehr klar und sauber, ein metallischer Strang mit zunehmender Würze zieht sich durch, wird nach hinten breiter. Die Säuren, kräftig und rein, bringen viel Frische und Klarheit und laufen dazu parallel. Wieder gelbe Birne, gelbe Äpfel, Quitten auch, ein wenig floral, aber auch vegetabil, Sellerie, Petersilienwurzel. Nicht ganz hart, nicht völlig trocken, ein letzter Tick an Süße und damit Geschmeidigkeit und Zutat für Fülle. Straff, willig, kräftig, fordern. Nicht für Jedermann. Aber gut – und lang.

Wein: Olaszrizling „A Gróftól“ 2013
Weingut, Ort: Bakó Ambrus, Badacsonytomaj
Rebsorte/n: Olaszrizling, d.h. Welschriesling
Alkoholgehalt: 12,0 %Vol.
Preis: 3950 HUF, 12,80 EUR

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