Bardon - Furmint Meszes 2013Furmint, halbtrocken – macht aber keine halben Sachen. Da ist ordentlich Verdrängung im Glas. Da schiebt einer so manche höhere Welle kurzerhand zu Seite. Da muss ziemlicher Seegang sein, um den vom Kurs zu bringen.

Der wird mit einer Opulenz in Sachen Würze und Körper gehalten, die schon an sich was hat. Das verfängt, da kann man erst mal gar nicht aus. Noch unauffällig hell strohgelb im Glas wirkt er schon warm und füllig in der Nase. Holz war beim Machen dabei. Das merkt man. Frucht – hellgelbes Steinobst – aber auch ein deutlicher Hang zu einem vegetabilem Coming-out: etwas Sellerie, Kohlrabi, Gurke.

Am Gaumen dann von Beginn an unmissverständlich und unbeirrt bis zum Ende breit, fast etwas protzig mit diesem fülligen Körper, deftigem Schmelz und der betörenden, aufdringlichen Würze. Macht nichts. Muss man halt ab können und muss auch grad so reinpassen. Angepasst ist das nämlich nicht und auch daher ein wenig gewöhnungsbedürftig weil eben in der Form und drastischen Ausprägung ungewohnt für einen Furmint. Die an sich recht frischen Säuren spielen da zwangsläufig nur weiter hinten mit, als dritte Geige. Ins zweite Glied rutscht die dennoch starke Frucht aus blanchierten Aprikosen, grünem Apfel und gelben Birnen, beide nicht ganz reif, aber klar. Die verbliebene Süße kommt mit der Frucht und hält sich ganz gut. Doch ehe man sich’s versieht oder eben bewusster vor Augen führt zieht der Würze-Brecher weiter und endet konsequent lange auslaufend mit eine leicht herben, kräuterigen Einschlag und erstaunlich trocken im Aus. Hat was!

Wein: Tokaji Furmint Meszes 2013
Weingut, Ort: Bardon Borászat / Mészes Major, Erdőbénye
Rebsorte/n: Furmint
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: 8,60 EUR, 2.650 HUF
Internet: bardonborok.hu

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