kulcs-gyula_villanyiEin durchaus interessanter Roter mit ordentlichem Fehlstart. Denn der erste Eindruck war doch eher grausig: heftiges Holz, unsauber wirkend und auch in der Nase auf eine bräsige Weise alles andere als sich selbst empfehlend oder gar charmant.

Aber man ist schließlich offen und fair und hat auch schon so einiges Wasser die Donau und Theiss runterfließen sehen und dabei kleine Wunder – ist jetzt zugegeben ein etwas großes Wort – erlebt. Hier jedenfalls regelte eine Übernachtung so einiges, rückte so manches gerade. Das Holz verpisste sich in den Hintergrund. Dort fand es seine Bestimmung in der Rolle des Rückgrat-gebenden Begleiters einer rotbraunen Frucht aus Kirschen, Johannisbeeren und Zwetschgen. Kühl und leicht würzig und damit auch leicht kommt an diesem zweiten Tage die Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon daher. Die Frucht und das Drumherum, inklusive gut eingebetteter, nicht weiter auffälliger Säuren machen ihre Sache nun letztlich gut. Etwas angeräucherter Speck, Rinde, Hornmehl, ordentlich Tannine. Das hat dann am Ende gar was, fast ist man geneigt zu sagen: Eigenständiges zu einem absolut fairen Preis. Stellt sich nur die (entscheidende) Frage, welcher Normalverbraucher die Geduld aufbringt und dem jungen Villányer die Zeit gibt. Vermutlich nur wenige.

Ach ja: der Erzeuger? Kúcs Gyula? Nie gehört? Einfach mal mitgenommen.

Wein: Villányi Vörös 2013
Winzer, Ort: Kúcs Guyla, Bóly
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Rebsorte/n: Merlot zu 60%, Cabernet Sauvignon zu 40%
Pries: 6,10 EUR

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