spiegelberg_juhfark_2004

QED. Was zu beweisen war. Juhfark hat Reifepotential. Der hier von Spiegelberg zumindest. Im elften Jahr, der kann das ab und kann noch was erzählen. Freilich ist die Zeit nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Aber gut ist er und eigen.

Intensives Goldgelb, fein schlierend im Glas. Die Nase mit leichten Petroltönen, Quitten-Gelee, getrockneten Aprikosen, türkischem Honig, trockenes Reisig, etwas Wasabi. Scharf daher auch, aber vor allem warm und gereift und voll wirkend, nicht überaltert aber alt. Kernig am Gaumen mit einem Überschuss an Säure, die es nachhaltig krachen lässt. Adstringierend, Spucke weg. Eine Kampfansage.

Zermörserte Frucht mit fleischigen Molekularteilchen, angriffslustig, wieder viel Quitte, Birne, Apfel – goldgelb, satt, wonnig. Straff gehalten, vom militärisch gezogenen Säurestrang eng getrimmt und dann über die Frucht und das ummantelnde Holz – nurmehr vorstellbar, verhalten sanft spürbar – in die Breite nach wie vor Druck ausübend. Den Ton geben aber die Säuren vor, von Beginn an bis zum bitteren Ende – im Sinne von einer kargen, in sich zurückgeworfenen Restmaterie aus Schalen von Steinobst. Hat was, dieser maskuline Rentnerrecke.

 

Wein: Juhfark Ilona Dűlő 2004
Weingut, Ort: Spiegelberg Pincészet, Somlójenő
Rebsorte/n: Juhfark
Alkoholgehalt: 13,0%
Preis: war einmal um die 2.500 Ft, damals noch 10,50 EUR
Internet: spiegelberg.hu

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