Pók Tamás - Pajdos 2009Man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass der gute Knabe hier doch eine wenig in die Tage kommt. Die Frucht wirkt etwas müde, den Säuren fehlt es an Frische, dem Körper an Spannung. Und doch hat er nach wie vor noch viel und ist eigen und willig, noch einige Zeit Spaß zu machen und mehr zu sein, als eine x beliebige Cuvée zu einem absolut fairen Preis für den gehobenen Alltagsgenuss.

Ganz leicht ins Bräunliche gehendes Rubinrot, trüb, recht dicht. Etwas reduziert wirkende, lauwarme Nase mit nach hinten verbannter Frucht – zerkochte Pflaumen in abgestandenem Wasser – leicht angetrockneter Matsch, Stahlspäne. Gesetzt, schon etwas zurückgezogen, verkapselt am Gaumen direkt nach dem Öffnen. Wie üblich bessert sich das mit der Zeit an der Luft. Auch hier spielt die Frucht nicht im Vordergrund mit, Sauerkirsche hinter Gittern. Anderes drängt sich verhalten auf: Schokolade über Puffreis, Milchschorf, Zimt, rohes Rindfleisch, nasses braunes Laub, Mineralwasser, zum Ende auch Lakritz auf Holzbrett. Leicht bitter, aber nicht kräuterwürzig. Nicht breit, aber gediegen sanft zur Seite drängend und mit verhaltenem Druck. Mittel im Abgang. Bin gespannt, wo der ein Jahr später stehen wird.

Wein: Pajdos 2009
Weingut, Ort: Pók Tamás Pinceje, Eger
Rebsorte/n: Kékfrankos, Merlot, Cabernet Franc, Pinot Noir, Kadarka
Alkoholgehalt: 12,0% Vol.
Preis: 12,00 EUR (3.600 Ft)
Internet: poktamas.hu

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