Die Fortsetzung von gestern….

Pók Tamás, Eger

Egri Csillag 2014

die Sterne Egers, hier nicht als Roman, sondern als weißes Pendant zum „Vierhänder“, der roten Cuvée für den Alltag. Sehr jung gibt sich noch die weiße Variante. Karg, knochentrocken, kaum Fleisch, reduziert auf ihr Säure-Skelett. Das hat auch was, braucht aber auch noch Zeit.

Rigópohár 2012
Das krasse Gegenteil zum Vorgänger. Welch Nase: saftiger, in der Sommersonne vor sich hin tropfender Speck, Rauch, Quittengelée. Am Gaumen trocken und fest, Fruchtverweigerer, Wachs, Medizin, Stangensellerie, gut strukturierte Säuren. Schön.

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Pók Tamás hinten Mitte, klassisch mit der zerzausten Frisur und dem Bärtchen…

 

Wetzer Péter, Sopron

Sághegy 2013

Nicht die erste Cuvée aus Furmint und Olaszrizling vom Großen Somló, nun aber vom eigenen Weinberg. Mit 8 Gramm Restzucker. Feinste Kohlensäure, spürbar noch am Arbeiten, der Zucker wird sich noch abbauen, so Péter Wetzer. Zart schmelzend, karamellisierte Aprikosen, Butter, Birnen, Muskat, herbe, trockene Kräuter, v.a. Salbei. Stein. Salz. Sehr gefällig und doch eigen und ernst.

Pinot Noir 2013
Jetzt nach Sopron, dem eigentlichen Aktionsgebiet von Wetzer. Zu einem Drittel wanderten ganze Trauben in der Maische. Ein Jahr im Holz, nicht abgestochen. Erst vor drei Wochen abgefüllt. Und der erste herausragende Eindruck des Abends. Wilde, frontale Säurenattacke vorneweg. Da will jemand bis auf weiteres in der Flasche in Ruhe gelassen werden. Da hat jemand viel Rückgrat, sehr festen Halt. Kernig, ungemein fester Fruchtkern, Pflaumen, Sauerkirschen, Holunder. Frische Schnittwunde. Edelstahl. Der braucht Zeit, soll sie unbedingt bekommen. Wird mal ganz groß. Tags darauf gleich einige Flaschen gesichert…

Kékfrankos Spern Steiner 2012
Den 2011er hatte ich bereits im Glas (auch den einfachen Blaufränkisch), war seinerzeit aber ausnahmsweise mal schlichtweg zu faul, darüber einige Zeilen zu verlieren. Nicht weil er es nicht verdient hätte. Keineswegs. Aufrichtige Flauheit, nicht mehr. Der hier schließt sich seinem Vorgänger an, die Frucht steht etwas mehr im Hintergrund, noch. Sehr fest, griffig, dicht, mit stetem, anhaltendem Druck. Schwarze Kirschfrucht, getaucht in fein-holziges Gestrüpp. Fleisch, Graphit, Lakritz, Arabica-Bohnen, warm-Blaufränkisch-würzig mit Nachhall. Wirkt nochmals „erwachsender“ als der 11er.

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Wetzer Péter mit den schönsten Etiketten seit langem…

 

Wassmann Pince, Villány

Kékfrankos 2012
Kraftvoll, maskulin-stählern, knochig- fleischig. Feinste Muskelmasse, wohl strukturiert, schön marmoriert. Kein plumper Kraftprotz also. Grau-purpurne Frucht. Zwetschgen, Wachholder, Holunder. Graphit. Angenehme feingliedrige Tannine. Schlanke, aber prägnante Säuren. Druckvoll. Bemerkenswert. Ziemlich groß!

Merlot-Cabernet Sauvignon 2012
Ganz anders angelegt als sein reinsortiger Nebenmann. Gefälliger, runder, breiter wirkend, aber dafür nicht so tief. Leicht süßlich wirkende, sehr saftige Frucht aus reifsten Schattenmorellen und schwarzen Johannisbeeren. Marzipan, frische Säuren, warmes Holz, angenehm begleitende Tanninstruktur. Sehr rund wie gesagt und kurz dafür, allzu süffig und fast gefällig zu sein. Aber schön.

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Ralf Waßmann und Susann Hanauer: Ihnen ist der Durchbruch in Ungarn endlich gelungen, verdientermaßen!

 

Horst Hummel, Villány

Portugieser 2013
Bummmm! Kompromissloser Aufschlag. Gänzlich aus dem Nichts kommend, unerwartet, abrupt. Straffe Säure, dunkle Frucht, Waldbeeren, Wacholder, Graphit, frisches Rinderblut auf Granitstein. Noch verschlossen, auch daher gewiss sehr kompakt, eng geführt, aber druckvoll. Der wächst sich noch aus. Ein Schnäppchen wird das sein für wohl rund 8-9 EUR.

Merlot Várerdő 2011
Merlot nach Hummel ist immer ein wenig anders als die klassischen sortentypischen-Metaphern. Auch schon allein als Nasenwein mit viel wärme, voller Frucht und deutlicher Kräuterschiene – Salbe, Rosmarin, Minze – einfach sehr schön gelungen. Das kommt als Verlängerung auch so am Gaumen an. Schokolade. Vor frischem reifen Saft triefende Schattenmorellen, Brombeeren, Johannisbeeren, fleischig, unterlegt von feinen Säuren und Tanninen ergibt das einen angenehm feste, nicht zu runde und nicht wirklich weiche Struktur. Klasse.

Der dritte und letzte Teil folgt…

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