Der Terroir Club hatte gestern zur Frühjahrs-Verkostung geladen. Jener Budapester Weinhändler also, der es sich in Gestalt von András Kató zum Programm gemacht hat, ausschließlich authentische, „lagenechte“ Weine zu vermarkten. Physisch präsent war eine erstaunliche Anzahl „seiner“ Erzeuger:

– Somlói Apátsági Pince (Somló)
– Csobánci Bormanufaktúra (Badacsony bzw. Csobánc)
– Bott Pince (Tokaj)
– Horst Hummel (Villány)
– Szent Margit Pince (Somló)
– Maurer Oszkár (Dél-Vidék, Vojvodina)
– Pelle Pince (Tokaj)
– Pók Tamás (Eger)
– Pósta Borház (Szekszárd)
– Wassmann (Villány)
– Wetzer Péter (Sopron)

terroir-club_kostolo_03-201

Die kleine Ausstellungsfläche hätte viel mehr Besucher als letztlich anwesend waren nicht wirklich gut vertragen. Schade war es dennoch, dass dem recht attraktiven Ruf letztlich nicht mehr gefolgt waren. Gedränge gab es hier und da dennoch. Und die Spreu trennte sich wie immer schnell vom Weizen. Bei den Besuchern und bei den Weinen. 2014er waren kaum vertreten. Der Schwerpunkt lag eindeutig auf 2013, teils auch 11 und 12. Kurz: es gab viel völlig Neues für den Markt und manche wenige, bereits bekannte Weine zu probieren.

Hier die ersten, aufgrund der Menge an Weinen und kürze der Zeit nicht allzu lang geratenen Verkostungsnotizen.

Csobánci Bormanufaktúra, Csobánc/Badacsony

Hier gab es in der Tat nur 2014er. Jung, frisch, ungestüm, mit ordentlichem Säurevorschub.

Fruska Rosé 2014 

…aus Blaufränkisch, mit ultraleichten 10,5%, hellbeige-lachsfarben, nicht wirklich kräftige Säuren, gedeckte Frucht, helle Kirschen, Hagebutten, etwas Wurzelwerk, leichter, unbedenklich und unbekümmert wirkender Jungspund. Sommerwein.

Olaszrizling 2014

…also Welschriesling. Erinnerte recht stark an einen Sauvignon Blanc mit Säuren und einer grünlich-gelben Frucht, die zusammen wie eine Eins standen, stramm, geschlossen, animierend.

Aspirato 2014

Eine Cuvée aus Grauburgunder und Gelbem Muskateller. Sehr präsente, florale Nase: Veilchen und Tulpen. Deutlich vom Muskateller geprägt, dabei leicht und kühl floral, vegetabil im Angang, hinten zunehmend würzig adstringierend. Ja. Punkt.

Somlói Apátsági Pincészet, Somló

Die 2013er Weine aus der Abtei (Apátság = Abtei), die keine ist, von Mönchen, die keine sind – wie gewohnt mit Restsüße, allesamt. Das macht es nicht einfacher und auf dauer zugegeben auch nicht spannender. Persönlich stört mich der einfache Griff in die Stilistik-Box zunehmend. Das ermüdend. Und es fehlt an der entscheidenden Stelle das zupackende Somló-Gefühl, das boden-gegebene Element des Vulkanberges.

Hárslevelű 2013

Fast etwas schweflig in der Nase, Spontanvergärungs-Töne. Leicht, noch etwas flach, gedeckt, gedämpft, braucht wohl Luft und Zeit. Aber Schmelz hat er und eine deutliche Pfirsichfrucht, zudem Birne, Seife, Wachs, Salbei.

Tramini 2013

Auch er verhalten, kühl, flache Frucht aber am meisten Restzucker und dadurch ordentlich Schmelz, durchweg floral. Rosen, Litschi, Muskatnuss.

Olaszrizling 2013

…der nächste Welschriesling. Noch sehr jung wirkend, frisch abgespülte sonnengetrocknete Küchenkräuter, bitter-herbe Töne, die einen grünlich-bräunlichen Touch mitbringen. Noch etwas undefiniert. Braucht einfach noch.

Juhfark 2013

Letztlich schon mal wieder das Interessanteste. Gummibärchen. Wassermelone. Kiwi. Honig und vitale, aber nicht allzu ausgeprägte Säuren. Hell, glasklar, ganz leichter Schmelz. Braucht auch noch.

Szent Margit Pince, Somló

Die Weine von Jász Laci neu im Angebot, neu für mich. Die Etiketten, das Design: nun, in jedem Falle nicht gerade leicht lesbar…

Bazalt Fúró 2013

…meint Basalt-Bohrer. Reinsortiger Furmint mit angenehm niedrigen 13,0% Vol. In der Nase – hellgelbe Frucht und Holz – kommt er breiter an, als am Gaumen. Ordentlich Zitrusfrucht, unreife hellgelbe Apfelschalen, klar, geradlinig schnörkellos. Etwas eindimensional aber einfach auch noch und verschlossen wirkend.

Szemtelen 2013

… meint unverschämt. Eine Spätlese mit satter Süße, 10,5% Vol. und 27 g/l Restzucker. Das wirkt. Birnen. Äpfel. Bananen. Alles gelb, alles reif, alles saftig. Säuren gut, alles gut. Halt auch noch jung. Kann mal so richtig Spaß machen.

Morgen, demnächst dann weitere Notizen…

szent-margit

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