Meinklang - J10 Juhfark 2010Geradezu begeistert durfte man sein nach dem Erstkontakt mit diesem 2010er Juhfark vom großen Vulkanfelsen. Im Frühjahr 2013 war das. Grund genug, nun, zwei Jahre später, wieder eine Flasche aufzumachen.

Die 700 Tage, die dazwischen liegen, merkt man ihm am. Da hat sich inzwischen doch einiges getan. Er hat leichte Alterstöne angenommen, wirkt nämlich gaaanz leicht oxidiert. Das steht im aber fürs Erste gut. Vorbei ist es damit natürlich mit der jugendlichen Frische und Unbekümmertheit. Wobei der von der burgenländischen Winzerfamilie Michlits erzeugte Öko-Sponti-Juhfark ja auch schon beim vorigen aufeinandertreffen kein Leichtgewicht oder gar Luftikus war.

Jetzt, ja jetzt passt sein Äußeres, diese leicht ölige Textur der intensiv leuchtenden, goldgelben Flüssigkeit gar besser zur Wahrnehmung in der Nase und am Gaumen. Durchaus spürbares Petrol in der Nase, neben einer satt dunkelgelben, träge-vermosteten Frucht aus Birnen, Äpfel, Quitten und frisch gespaltetem und in einem warmen Raum abgelegten Kaminholz. Am Gaumen mit sehr klaren Säuren, die für Somló und insbesondere Juhfark-typisch den einen Weg weisen. Sehr direkt und sehr eindeutig. Den anderen Weg beschreibt eine schier unverschämt stark ausgeprägte Mineralität. In die kann man förmlich reinbeißen. Die drängt nach vorne und in die Breite und fühlt sich zusammen mit der sehr reifen, kernigen, dicht gehaltenen Apfel-Birnen-Quitten-Aprikosen-Frucht an, wie Quittengelée mit diesen fiesen kleinen Fruchtfleisch-Elementen. Sehr stark, einprägsam. Viel hat daneben nicht mehr Platz, was nicht weiter schlimm ist. Etwas Salbei, Flechten, Salz (ich weiß, stereotyp verwendet, hier aber eher selten…), Kieselstein. Mittel im Abgang und mineralisch-würzig nach wie vor.

 

Wein: J10
Winzer, Ort: Meinklang, Pamhagen (Österreich)
Alkoholgehalt: 14,0% Vol.
Rebsorte/n: Juhfark
Pries: 15,20 EUR (4.498 Ft)
Internet: meinklang.at

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