Takács Lajos / Hollóvár - Somlai Furmint 2007Eine aussterbende Spezies ist hier im Glas. Nicht, weil es Furmint oder gar den Großen Somló, jenes markante Anbaugebiet nicht mehr geben wird. Sondern weil Takács Lajos, dieser eigenwillige Erzeuger mit seinen nicht weniger eigenwilligen Weinen inzwischen zurück in die alte Heimat, nach Tokaj gezogen ist. Was von dort von ihm einst kommt, wird man sehen.

Hier gehen einem die letzten Flaschen aus. Diesen 2007er Furmint hatte ich zuletzt vor ziemlich genau einem Jahr im Glas. Selbstredend gilt als das nach wie vor: 2007 war heiß, südlich die Ausrichtung, hoch am Hang, direkt unter dem oberen Felsabbruch, der dort teils offen liegende, schwarze Basalt tat, was er tun muss. Am Ende kamen 15% Vol. heraus. Spontan vergoren. Ungefiltert. Voll an der Luft. Extrem, das Ganze.

Umso mehr denkt meiner eins, dass ihm der Alkohol im höheren Alter zum Guten gereichen wird. Mächtig, breit, stark. Fast ölig, das legt sich zum Ende hin. dann kommen herbe, vegetabile Noten. Goldgelb, oder eben dunkles Strohgelb, satt im Glas. Orangenkonfitüre. Birnenschalen. Bratapfel. Kernig. Nach wie vor Tabak und Leder, erdig-würzig, Salz. Auch leicht medizinisch, stärker das in der Nase und hier liegt vielleicht der größte Unterschied, den das Jahr in der Entwicklung brachte. Dort auch vor allem goldgelbe, eingekochte und fast fettig glänzende Frucht, klar und rein. Am deutlichsten noch reife Pfirsiche, saftig und fest im Fleisch. Somló, breitbeinig, fett. Kein filigraner Geist – und doch nicht überladen.

Wein: Somlai Furmint 2007
Weingut, Ort: Hollóvár Pincészet, Somlóvásárhely
Rebsorte/n: Furmint
Alkoholgehalt: 15,0% Vol.
Preis: seinerzeit rund 3400 HUF, damals wohl so um die 14 EUR

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