Pakó Pince - Badacsonyi Kéknyelű 2009Ein früher Bakó. Bakó Pince. Vom Badacsony, also dem nördlichen Ufer des Balaton.

Gänzlich unklar, wann und wo ich die Flasche erstanden habe – geschweige denn, was sie gekostet hat.

Ein reinsortiger Blaustengler, zu Ungarisch Kéknyelű, ist das. Bakó Ambrus zeichnet als Winzer verantwortlich. Der hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Also, seinen eigenen. Er ist, wenn man so will, der Homonna Attila des Badacsony. Nicht, was Stilistik und Gesamtansatz im Weinberg und Keller anbelangt. Aber auch Bakó hat ein eigenes Weingut und unterstützt maßgeblich, beratend, andere Erzeuger der Gegend. Die Villa Sandahl – zumindest soviel ich weiß – gehört dazu, Villa Márika vermeintlich auch. Aber sicher ist das nicht und hier letztlich auch egal.

In jedem Fall steht er mit seinen eigenen Weinen zunehmen für einen schlanken, kühlen, gerne auch mal fruchtarmen Stil. da fehlt es hier und da noch an Substanz. Aber grundsätzlich hat das dann schon was. Dieses „Frühwerk“ – wobei mir nicht bekannt ist, seit wann Bakó Weine erzeugt bzw. Flaschenweine von ihm im Umlauf sind – hier ist anders. Der enttäuscht anfangs auf ganzer Länge. Wirkt schon etwas schlapp, hat etwa erstaunlich schwach ausgeprägte Säuren für einen Blaustengler. Und sah etwas viel, zu viel Holz. Das macht ihn doch sehr rund, „verweichlicht“ ein Trauben-Birnen-Litschi-Fruchtkomplex kommt schon ziemlich müde daher. Dann aber wirkt auch bei ihm der hohe Alkoholgrad nachhaltig. 14% sind eben schon eine Nummer. Auch wenn man das in Ungarn bei Weißen eher gewohnt ist. Interessant: der berappelt sich dann durch mehr Luft auf erstaunliche Weise. Nicht, dass er urplötzlich kraftstrotzend und frisch daher kommt. Aber er gewinnt an Substanz, wirkt an Tag zwei und drei griffiger. Und auch die Säuren scheinen neben einer etwas ausgeprägteren Frucht ein klein wenig an Fahrt wieder aufgenommen zu haben. Freilich bleibt ein dann doch zu schwerfälliger Wein zurück. Ein früher Bakó. Schon 2011 war da wesentlich besser.

Wein: Badacsonyi Rajnai Rizling 2010
Weingut, Ort: Bakó Ambrus
Rebsorte/n: Kéknyelű, Blaustengler
Alkoholgehalt: 14,0 %Vol.
Preis: ?

3 Antworten

  1. Geehrter Herr Klingler!
     
    Vergeben Sie bitte mein schlechtes Deutsch. Wollte ich hier nur mitteillen das der Wein gar nicht in Holz gewesen ist. Ich habe diesen Wein in Glasballonen gemacht.
    Sonst sind sie recht.
    Zu spät geerntet.
     
    Bakó Ambrus

    • Sehr geehrter Herr Bakó,

      haben Sie vielen Dank für den Hinweis, auch zur verspäteten Ernte.

      Die für die Sorte atypisch schwach ausfallenden Säuren lassen damit ja erklären. Aber könnten Sie mir dann bitte verraten, wodurch der Wein so extrem rund daher kommt – eben wie als wäre er recht lange mit Holz in Kontakt gewesen? Das Alter, 5 Jahre, kann es ja auch nicht sein. Der muss doch von Beginn an vom Stil her so gewesen sein…? Und die große Mehrzahl Kéknyelü die ich bisher im Glas hatte, sind da ganz anders: schlanker, feingliedriger.

      Beste Grüße
      Peter Klingler

  2. Sehr Geehrter Herr Klingler!
     
    Ist der Wein doch so rund von Anfang gewesen. Da gibt es auch mehr als 7 g/l Restzucker in diesem Wein. (Spontan Gärung selbst gehaltet).
     
    Es ist nich gewöhnlich Kéknyelű mit so hoch KMW zu ernten (fast 22). Das ist doch nicht möglich in allen Jahren (ohne Botrytis war das möglich in 2006, 2008, 2009, 2013; davon in 2009 nur mit niedrigen Säuren). Und nicht in allen Weingärten. Dieser Wein kommt von zwei Weingärten die in allen Jahrgängen sehr hoch Zucker produzieren. Oft wählen die Winzer früh zu ernten, weil Kéknyelű soll schlank und säurig sein. Bin ich nich sicher, dass es so sein soll, aber mein 2009 is wirklich zu rund.
     
    Beste Grüsse
    Ambrus Bakó

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