Szentesi Pince - Nadapi Rajnai Rizling 2007Weiter geht es mit der inoffiziellen Riesling-Reihe…

Der hier ist ja eigentlich nicht aus Etyek. Das Weinbaugebiet liegt ein paar Kilometer weiter weg, nördlich. Zumindest hängt Nadap mit dem Berg Csúcsos quasi losgelöst in der Luft. Und ist mit seiner Nähe zum Velencer See einem eigenen Mikroklima ausgesetzt. Sprich: was für Etyek gilt, ist für Nadap nicht ohne weiteres zutreffend.

Der Riesling hier tauchte unerwartet aus der Tiefe meines Weinkellerraumes auf. Sieben Jahre, das ist (für einen ungarischen Riesling) auch erst mal eine Zahl. Selbst habe ich keine Erfahrung mit dieser Konstellation, also mit doch „schon etwas gereiften“ Riesling-Gewächsen aus Ungarn. Und, was soll man sagen: interessant. Eigen ist er. Hat sich in eine eher Riesling-untypische Richtung entwickelt. Kommt schon etwas petrolen daher in der Nase, aber vor allem floral, mit gedeckter, leicht angewärmter goldgelber Quittenfrucht. Das Spiel, der Eindruck setzt sich nahtlos am Gaumen fort. Der Übergang ist fließend, lückenlos. Am Gaumen sind vor allem wieder florale und auch kräuterige Noten Ton angebend: Lilien, Kamille, Sommerwiese. Orientalischer Markt. In einer Kurzschlusshandlung assoziiert man gar Traminer-Noten. Aber das trifft es letztlich doch nicht. Etwas Apfel. Etwas Pfirsich. Die Frucht spielt hier aber letztlich nicht wesentlich mit. Der Körper wirkt etwas entkräftet. Die Säuren sind nicht mehr die Frischesten. Etwas Restzucker macht ihnen das Leben zusätzlich schwer. Alles wirkt bereits etwas gesetzt, fast schüchtern. Und doch eben auch eigen. Mittel im Abgang.

Wein: Nadapi Rajnai Rizling Csúcsos Hegy 2007
Weingut, Ort: Szentesi Pince, Budaörs
Rebsorte/n: Riesling
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Preis: lag vermutlich mal bei rund 13-14 EUR

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