Havas és Timar - Franom 2011Bang Boom Bang! Ein kleines Monster. Aber eines von der lieben Sorte. Da hat der nach 22 Monaten Reifung in alten und neuen Barriques den Schneid, einem mit 15,5% Vol. Alkohol den eben selben abkaufen zu wollen. Interessant: es gelingt ihm gar ein Stück weit.

Dabei ist das ist pure Absicht. Vier Wochen lang wurden nur die quasi schon braun gewordenen, hyperreifen Trauben in x Lesengängen geerntet. Spontane Gärung über sechs Wochen hinweg.

„Kraft statt Hybris“ trifft es wohl am besten. Dieser reinsortige Cabernet Franc aus dem Weinbaugebiet Eger ist zweifelsohne mächtig im Auftreten. Aber er wirkt nicht so überladen, die 15,5% lasten nicht so schwer auf ihm, dass man sagen könnte: das ist nun wirklich zu viel des Guten, das ist gänzlich übertrieben.Auch wenn er da ist, der erste Eindruck prägnant: mit viel Schub kommt da eine Schwarzkirschen-Brombeer Frucht über einen. Die ist süßlich, was zweifelsohne auch dem Alkohol zu verdanken ist.

Das fängt schon in der etwas eindimensionalen Nase an: Brombeerenlutschbonbon pur. Und geht dann mit dieser breitbeinigen Aufstellung am Gaumen sehr unvermittelt, schnörkellos weiter. Frische hat sich die Frucht bemerkenswerterweise bewahrt. Der Zuschuss an Säure tut ihm gut und ist nicht zu viel und nicht zu wenig. Schokolade spielt mit rein, sowohl von der Sorte Milch als auch Zartbitter. Ein wenig Lakritz, und gen Ende zu Gerbstoffe, aber insgesamt viel Rundheit, Dichte, Saft und Kraft durch – ja eben die mächtigen 15,5. Das ist nichts, wovon man nun allen ernstes viel mehr als ein Glas trinken würde. Aber das macht auch nichts. Denn dieses kleine Monster oxidiert einem 2-3 Tagen nach dem Öffnen nicht einfach weg. Klar: zu viel ist das am Ende dennoch. Und schlankere Weine würde meinereins allemal bevorzugen. Dennoch bemerkenswert, dass „so was geht“ – eben ohne gänzlich abzusaufen.

Wein: Franom 2011
Weingut, Ort: Havas & Timar Pincészet, Eger
Rebsorte/n: Cabernet Franc
Alkoholgehalt: 15,5% Vol.
Preis: 3.500 HUF, d.h. rund 12,50 EUR
Internet: havastimar.hu

 

 

Kommentieren? Hier entlang... ▼

Connect with Facebook


Verwandte Artikel