Luka Enikő – Turán 2011Tief und dunkel und breit und ernst. So kommt dieser Turán daher. Reinsortig, die Kreuzung zwischen Kreuzung aus Ungarns sozialistischen Zeiten, Bikavér 8 (Teinturier x Kadarka) x Gárdonyi Géza (Medoc noir x Csaba gyöngye), letztere auch bevorzugt zum Färben im Einsatz, mustert sich über die vergangenen Jahre hinweg zu einem spannenden Exoten, der nach wie vor nur von wenigen Winzerherzen in Ungarn aufgepäppelt, gehegt und gepflegt wird.

Was dabei heraus kommt ist in der Tat etwas, das anders ist. klar, muss ja so sein, sagt man sich. Schließlich geht es um eine eigenständige Rebsorte, die Mangelware ist und auch qua Ihrer Herkunft nichts mit den gängigen internationalen Typen wie den Cabernets oder einem Merlot zu tun hat.

Und, um endlich zum Punkt zu kommen, was ist es: eine bleierne Schwere, eine abgefedert wirkende, eine mit aufgesetztem Schalldämpfer und in Blech gepackte, dunkelrot-lilane Frucht und recht wenig Säuren. Überhaupt gebiert sich die Frucht, die schon intensiv Wirkung zeigt, wie frei schwebende Radikale. Daneben: rauchig-fein würzig, fast orientalisch anmutende Töne. Weihrauch, Erde, Filterkaffee. Alles weich, breit, nicht allzu rund aber dicht und mit konstant sanftem, nachhaltendem Druck. Und die Nase? Durchaus eigen: schwarze Frucht, nehmen wir gerne den Johannisbeeren-Vergleich, Holunder noch dazu, Auberginen. Trockenobst derselben Farbe. Eukalyptusnoten, Menthol, Gas aus dem Bunsenbrenner, angesengtes Gummi. Ernst, spannend, nicht nur weil anders.

Wein: Turán 2011
Weingut, Ort: Luka Pincészet (Luka Enikő), Fertőrákos
Rebsorte/n: Turán
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: 22,00 EUR (6.900 Ft)
Internet: lukawine.com

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