Szentesi - A Cuvée 2011Eigentlich nur der Einstieg zu allem anderen. Dennoch ein interessanter Wein, weil er gegen den Strich bürstet. Und wieder der Kategorie „Fruchtverweigerer“ zuordenbar. Damit fängt es an, daran lässt es sich auch am ehesten fest machen.

József Szentesi hat ihn zu verantworten. Er, der sich so fürsorglich, ja im Grunde missionarisch um die Wiederbelebung alter, autochthoner Rebsorten bemüht.

Von denen findet man eine auch in dieser, seiner Einstiegscuvée: Zengő. Die teilt sich die Aufgabe und Aufmerksamkeit mit Riesling, Grünem Veltliner und – einem weiteren ungarischen Eigengewächs – Ezerjó, Tausendgut zu Deutsch.

Der daraus gewonnene und spontan vergorene Saft braucht Luft zum Atmen. Dann hält er auch petrolne Töne nicht mehr zurück, kommt aber vor allem mit sehr reifen, goldbraunen Fruchtnoten daher. Da sind aber auch vegetabile Noten im Spiel, deutlichst: Gurken. Und Blumen und halbfeuchter Stein. Am Gaumen wird klar: der will ernst genommen werden. Da ist diese eingekapselte, nicht wirklich greifbare und damit auch nicht beschreibbare Frucht. Ein diffus, verschwischt, verschwommenes gelbgrünliches Gebilde. Grünlich, auch das Säurepaket. Dann eine fein poröse metallene Optik, die allem untrennbar anhaftet. Herb. Spröde. Da kommt der Druck her, der dezent und doch anhaltend ausfällt. Flechtenwuchs. Salz auf Stein an Flussufer. Das schafft von Anfang bis Ende eine Grundspannung, fordert, verlangt einem mehr ab als ein normaler Einstiegswein. Nichts für die Schnelle, den Alltag, kurz mal Zwischendurch.

Wein: „A Cuvée“ 2011
Weingut, Ort: Szentesi Pince, Budaörs
Rebsorte/n: Zengő, Riesling, Grüner Veltliner, Ezerjó
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Preis: 2600 HUF, d.h. 8,40 EUR

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