Wetzer Péter - Kékfrankos 2011. Eigenes Foto verschlampt.... (Copyright: http://hogsheadwine.wordpress.com/)Der ist – man erlaube mir die unflätige Wortwahl, erst recht da sie nicht originär von mir kommt: auf nicht nuttige Art süffig.

Das trifft es aber auf den Punkt. Dadurch gewinnt der Kerl. Und dadurch heimst er sich hier und da vielleicht auch Kritiken ein. Ob berechtigt oder nicht, das wird man sehen müssen. Sein größerer Bruder, herausselektiert aus der Lage Spern Steiner jedenfalls, bleibt der Stilistik durch und durch treu und weiß gar nicht so viel oben drauf zu legen.

Zweifelsohne weiß der hier, der „einfache“ Blaufränkisch vom Newcomer Péter Wetzer aus Sopron jedenfalls ein Ausrufezeichen zu setzen. Wirklich neu ist der Name nicht. Und doch ist allein die schiere Menge so gering, die bis dato 2 Hektar bewirtschaftete Rebfläche so bescheiden, dass eine Hebelwirkung nach außen allein schon durch Mangel an Flaschen gering ausfallen muss.

In engeren ungarischen Weinkreisen, gerne auch mal Szene genannt, kommt man jedenfalls nicht an einem Selbstversuch einer der Blaufränkischen von Wetzer vorbei. Ein Artikel zu ihm ist irgendwann sicher fällig. Die Kurzformel zu seinem Umgang mit Boden, Reben und dem, was auf dem Weg über und in den Keller bis zur Flasche in flüssiger Form entsteht, geht wie folgt:

Warme, werbende, fast aufdringliche fein-würzige Nase. Ein Kräutergarten, umgeben von saftig rotem und schwarzem Kirschobst in reifster Form. Leicht rauchgige Noten, etwas Holz, Vanille. Und das sehr nahe angelehnte Abbild dessen dann auch am Gaumen. Auch hier warm und gebunden, fleischig. Dicht gewoben. Nussig. Klar gezeichnet, geradlinig. Der Saft schwarzer Kirschen rinnt einem förmlich übers Kinn. Gier macht sich breit nach mehr. Das geht ein wenig zu schnell. Diese schwarz Frucht, diese unverschämt geile Würze treiben es auf zu direkte, zu durchschaubare Weise mit einem zu bunt. Und doch: der kommt eigen daher, hat seinen Stil, hält ihn auch am mittleren Körper fest und durch vom Anfang bis zum Ende. Er weiß, auf sich aufmerksam zu machen. Er ragt heraus aus dem Einheitsbrei allzu gefälliger, oberflächlich fruchtig, vernachlässigt und daher verwässert wirkender Blaufränkisch. Doch wie gesagt: Vorsicht ist geboten. Ob die Substanz hält, muss sich zeigen. Ob Tiefe und mehr Komplexität geht, sei erst einmal dahin gestellt. Doch auch so: der Anfang ist gemacht. Schöner, eigenständiger Wein!

Wein: Kékfrankos 2011
Weingut, Ort: Wetzer Péter, Sopron
Rebsorte/n: Kékfrankos (=Lemberger, Blaufränkisch)
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: 10,70 EUR (3,300 Ft)
Internet: wetzer-bor.com

P.S.: Ach ja, das Etikettendesign von László Mihály Naske und die folglich dazu gehörende Serie ist schlichtweg – ich ende eben auch so wie ich begonnen habe: geil!

Copyright: http://www.thedieline.com/blog/2012/2/28/peter-wetzer-craft-wines.html

Kommentieren? Hier entlang... ▼

Connect with Facebook


Verwandte Artikel