Homonna - Határi Furmint 2012Er hat sich Zeit gelassen. Vier lange Jahre. Gefühlt noch länger. Um mit dem 2012er wieder zu kehren. Mit dem reinsortigen Furmint aus der Lage Határ, Grenze auf Deutsch.

Eben diese lotet er dabei stets aus. Werden sie überschritten, lässt er es lieber bleiben. So mit den Jahrgängen seit 2008. Das war der letzte Furmint aus der Lage, den Attila Homonna erzeugte. Vier lange Jahre folgten, in denen er lediglich eine Cuvée aus Furmint und Hárslevelű auf den Markt brachte. Nicht, dass diese auch nur ansatzweise waren. Und doch waren sie selbstredend anders, allein schon wegen des Hárs-Anteils.

Aber er, Attila, hat ohnehin seinen eigene Kopf. Und ein Gefühl für das, was Möglich ist im Weinberg, wie kaum ein anderer in Tokaj – und in Ungarn sowieso. Gleich mit dem ersten Jahrgang aus der Lage, dem 2005er, gelang dem außergewöhnlichen Winzertalent der Durchbruch. Die Folgejahre brachten erstaunlich unterschiedliche Antworten, Interpretationen des außergewöhnlichen Terroirs, Umgänge mit der autochthonen Rebsorte Furmint, die doch so viel Potential in sich trägt.

Der 2012 erzählt eine neue Geschichte im Alten. Seine ganz eigene Geschichte. Und die der Hände, die ihn von Hand gepflegt haben. Über das Jahr hinweg bis hin zu dem Zeitpunkt, als sie Hand anlegten, Traube für Traube sorgfältig ernteten und in der kleinen Korbpresse behutsam ihrem Saft entzogen. Das Ergebnis ist noch jung. Zumindest einige Monate täten ihm noch gut. Jahre können es aber auch gerne sein. Das wird ihm keinen Abbruch tun. Er hat viel Potential.

Davon erzählt er schon jetzt in dieser seiner Neuauflage. Er erzählt einem ein wenig mehr an Tag zwei nach dem Öffnen. Er erzählt von reichen Extrakten, feinen mineralischen Einsprengseln, transparenten Säuren, einer hellgelben Frucht, die keine Hauptrolle spielen kann und auch soll, einem filigranen und doch komplexen Aufbau, der so leicht wie gediegen daher kommt, unbekümmert erscheint aber gleichermaßen auch ernst und erhaben wirkt. Letztere Eindrücke beschreiben dann wohl auch besser, wofür er steht: für einen aristokratischen Stil, der mit einer kühlen Distanz die Mundhöhle benetzt und doch ausreichend Nähe aufbaut, um nicht herablassend oder gar arrogant zu sein. Das ist er nicht, schlichtweg noch jung, aber nicht ungestüm oder gar pubertär, sondern so was von elegant schon jetzt. Der kann was. Da kommt noch mehr. Einziger Wermutstropfen, der (für deutsche bzw. internationale Verhältnisse doch zu hohe) Preis.

Wein: Határi Furmint 2012
Weingut, Ort: Homonna Attila, Erdőbénye
Rebsorte/n: Furmint
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 32,50 EUR (9.750 Ft)
Internet: homonna.com

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