Szent Tamás - Nyulászó Hárslevelű 2009

Wie der Vater, so der Sohn. Jaja, und hier trifft’s den Nagel erst mal auf den Kopf. István Szepsy junior hat sein eigenes Weingut bekommen und wurschtelt da jetzt seit einiger Zeit vor sich hin, flankiert von István Balassa. Der erste „echte“, komplette Jahrgang  ist dieser, der 2009er. Man nennt sich „Szent Tamás“, wie eine der bedeutendsten Lagen Tokaj’s. Das ist gewagt, ein wenig frech gar. Man macht lagenselektierte Weine. Man unterstreicht die lokale Herkunft, Mád –  was angesichts des – meiner Meinung nach so unangemessen wie unnötigen – Elitedenkens der dortigen Winzer innerhalb Tokajs eine (kleine, sehr bewusste) Kampfansage ist. Man kleckert von Beginn an nicht beim Auftritt – und schon gar nicht bei den Preisen.

So kostet der Hárslevelű aus der Lage Nyulászó stolze 14 EUR. Manch Furmint geht gar bis zu nahezu 30 EUR die Flasche. Wie der vater, so der Sohn eben. Man will von Beginn an die Qualitäts-Botschaft übermitteln, was eben am einfachsten und vordergründig eindeutigsten über den Preis läuft. Und sich umgehend auf hohem Niveau einpendeln, so dass sich die Abnehmer gleich darauf einstellen können. Schließlich sind später deutliche Erhöhungen schwieriger verkäuflich. So hat es Szepsy senior erfolgreich praktiziert, so macht es Szepsy junior nun auch. ist nur konsequent.

Und, ebenso konseuqent weitergegeben, „vererbt“: man lässt bewusst den BSA zu, den biologischen Säureabbau. Zumindest gilt dies – ich würde schier gar meine Zunge darauf verwetten – für den Hárs, der da im Glas ist. Das ist bei Weißweinen stilistisch eine sehr klare Richtungsentscheidung. Persönlich mag ich das nicht, muss aber schließlich jeder selber entscheiden.

Helles Strohgelb. Anfangs auch mit ein wenig typischer Spontanvergärer-Nase, zudem leicht schweflig, getrocknete Birnen-Quitten, metall-gebetteter Stein. Eindeutig noch zu jung. Was sich auch am Gaumen zeigt. Da BSA durchlaufen ist er nicht wirklich über seine Frucht definierbar. Die scheint wie in die Ecke gedrängt, dennoch warm und weich, aus Schalen reifer gelber Birnen, Stachelbeeren, Quittengelée. Nicht allzu stark spürbares Holz, ein ganz klein wenig restzucker spürbar, sehr klare Mineralität, vulkanisch-metallisches Gesteinsmehl, schweißige Noten, Stroh, ausgewogen, lettlich schon sehr stark von kernig-mineralischen Tönen bestimmt, die auch lang nachwirken. Jung, war am zweiten und dritten Tag schon offener, runder, weiter. Braucht also Zeit und wird diese auch dankend annehmen.

Alles andere als uninteressant, wenngleich doch frech teuer. Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt – und zu welcher Stilistik und bestenfalls Eigenständigkeit es am Ende führt.

Wein: Hárslevelű Nyulászó 2009
Weingut, Ort: Szent Tamás, Mád
Rebsorte/n: Hárslevelű
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: 14,00 EUR (3.850 Ft)
Internet: szenttamas.hu

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