Noch so ein „alter“ Furmint, so ein trockener. Hat durch Wegtrinken zwar knapp nur den sechsten Lenz verpasst. Ist aber doch auch angesichts der wenigen Jahrgänge, auf die der Ausbau trockener Weißweine in Tokaj zurückblickt, ein älterer Knabe.
Und ich habe ihn gut in Erinnerung, als einen jener Weine, der mir anno dunnemal beim Borfeszstivál auf dem Burgberg sehr gut gefiel. Jetzt wirkt er doch auch schon ein klein wenig betagt, im Direktvergleich zum fünf Jahre älteren Urágya auf ähnlichem Etwicklungsniveau. Weniger elegant, nicht so profund – und doch auf seine Weise schön. Mit dunklem stroh- ja schon goldgelber Farbe im Glas. Mit weichen Biotrytis-Tönen, mit deutlicher Orange, Ingwer, grünem Apfel, mit Kandiszucker und äußerst dezentem Holz. Auch am Gaumen ist das Holz spürbar, sehr weich und gut eingebunden, eine hauchdünne umschalung liefernd für einen sanft gestalteten Kern mit gedämpfter Frucht aus einem Mix von reifen, halbtrockenen, kurz angedämpften gelben Birnen, Quitten, Stachelbeeren. Mit deutlichen Wachstönen, Champignons, alles durch schwach ausgeprägte Säuren und einer zum ende deutlich zunehmenden, steinernen mineralischen Würze unterfüttert. Trinkt sich gut und behutsam weg.
Wein: Tokaji Hétfürtös Furmint Istenhegy 2006
Weingut, Ort: Árvay és Társa, Tokaj
Rebsorte/n: Furmint
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: lag, denke ich, bei rund 4.000 Ft/Flasche, damals noch etwa 16 EUR
Tags: Árvay és Társa Pincészet · Furmint · Tokaj · Weißwein