Ráspi  (Horváth József) – Sopron
Der Ernte-Marathon dauerte von Ende August bis Ende Oktober. Das Wetter war ideal, die Trauben perfekt reif und gesund. Dieser wunderbare Jahrgang kam genau rechtzeitig, da ich in den letzten Jahren viele Erfahrungen Sammeln konnte. Vor einigen Jahren hätte ich die Möglichkeiten dieses wunderbaren Jahrganges noch nicht maximal ausnutzen können.
In unseren zerstreut liegenden Weinbergen (über 70 Grundbuch-Einträge), habe ich mich ausleben können, ohne mich beeilen zu müssen. Der auf 80 Jahre alten Stöcke gepfropfte Furmint, der Csókaszőlő (autochthone Rebsorte) auf den 40 Jahre alten Stöcken, der Kadarka, der Zweigelt und der Kékfrankos haben sich in ihrer besten Form gezeigt. Wir haben Kékfrankos (Blaufränkisch) auch weiß ausgebaut.

Und es gibt auch einen neuen Thronanwärter, der bei Ráspi bis jetzt etwas stiefmütterlich behandelt wurde: der Merlot. Der 2009-er ist noch in Fässern, in 2011 haben wir einen Basiswein und auch eine Merlot-Auslese gemacht. Ich kann es mit vollem Voreingenommenheit sagen: er ist phänomenal. Von 1 bis 10 Punkten gebe ich diesem Jahr 12 Punkte. Das Wetter hat mehr geleistet als was modernste Verdickungsmaschinen und die neuesten Techniken zur Manipulation von Farbe, Geschmack und Duft erreichen könnten.

Quelle: A Művelt Alkoholista

Szeremley Birtok (Kardos Gábor) – Badacsony
Über die diesjährige Ernte wird in höchsten Tönen gesprochen, wobei wir in den Weinbewertungen vom letzten Jahrgang auch oft ein schlechteres Bild bekommen als in den Berichten vom letzten Jahr. Die voreiligen Siegesberichte werden meistens von Marketingabsichten diktiert, aber es ist wichtig, das Bild etwas zu relativieren – vor allem weil bei den Weinen vom Basaltgestein auch die Säuren sehr wichtig sind. Wenn wir über leichte, fruchtige Weine reden, war dieser Jahrgang ideal, weil die Erhaltung der Säuren in dem Fall nicht so wichtig ist, wie bei den Weinen, die traditionell ein hervorragendes Alterungspotenzial haben.

Anfang Mai hat der Frost bei uns auf 8 ha fast einen hundertprozentigen Ausfall verursacht. Bis Juni gab es knappe 80 mm Niederschlag, aber im Boden war noch genug Feuchtigkeit. Die Lage wurde vom Regen im Juli gerettet. Im schönen Sommerwetter das bis Oktober dauerte, sind die Trauben gesund gereift, mit weniger, aber reifen und schönen Säuren und dickerer Beerenhäuten.

Die Ernte fing am 6. September mit Muscat Ottonel an, danach haben wir in der üblichen Reihenfolge weitermachen können: Pinot Gris, Pinot Noir, Budai Zöld, Syrah, Kékfrankos, Welschriesling, Riesling, Kéknyelü, Merlot, Cabernet Sauvignon. Zuletzt wurde der Zeus mit geschrumpften Beeren als Spätlese geerntet, wobei die Stare alles getan haben, um durch die Netzte an die Trauben ranzukommen.

Alles in allem scheint der Jahrgang gut zu werden, das Traubenmaterial war auf jeden Fall reif und gesund, aber es ist noch zu früh, um über die Weine urteilen zu können.
Quelle: A Művelt Alkoholista

Hernyák Birtok (Hernyák Tamás) – Etyek
Nach einem extremen Sommer haben wir die Ernte ein Monat früher als üblich angefangen.  Normalerweise geht es im Oktober los, da wir überreife Trauben bevorzugen, aber dieses Jahr fing die Ernte schon Anfang September an.

Und wir haben bei der Ernte mehr Acht geben müssen als je zuvor. Neben den Weinen machen wir auch Sekt, und bei Sekt ist das Timing besonders kritisch, da wir höhere Säuren und niedrigere Alkoholwerte brauchen, als bei den Weinen, so dass früher geerntet werden muss.

Bei den anderen Weinen hat man jedoch auch vorsichtig sein müssen, um zu hohe Alkoholwerte zu vermeiden. Ich denke, das wird auch den Jahrgang 2011 charakterisieren: weichere Säuren, höhere Alkoholwerte und in manchen Fällen auch Restzucker. Die niedrigeren Säuren werden in den Nördlicheren Weingebieten und bei kalkigen Böden weniger Probleme bereiten als anderswo. Wir in Etyek haben Glück, weil beide Kriterien gegeben sind.

Ich glaube, dass die Rotweine von den nördlicheren Weingegenden am meisten von den Gegebenheiten des Jahrgangs profitieren werden. Sie werden reif sein, mit ausreichend samtigen Tanninen. Letzteres ist für mich besonders wichtig. Neben den Rotweinen mache ich mir auch um die ernsteren Weissweine keine Sorgen, aber ich werde gespannt sein auf die reduktiven Weissweine von den duftigen Sorten. Die werden zwar wahrscheinlich genug Fülle und Komplexität haben, aber die Intensität der aus den Trauben stammenden Aromen ist fraglich.

Quelle: vinoport.hu

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Jahrgang 2011. Villány-Siklós – Heumann, Hummel, Wassmann
Jahrgang 2011. Eger – Gróf Buttler, Kovács Nimrod Winery, Orsolya Pince, St. Andrea
Jahrgang 2011. Mátra – Karner Gábor und Losonci Bálint

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