Von Beöthy - Kurucvér 2005

Kurucvér. Kuruzenblut. Da schwingt etwas Aufrührerisches mit. Da wird auf die Kuruzen verwiesen, die immer wieder und unter verschiedener Führung für Aufstände gut waren. Begonnen hat alles unter Leistung des Bauernführers György Dózsa (1604), und dann ging es mit mal längeren, mal weniger langen Unterbrechungen weiter bis Anfang des 18. Jahrhunderts, meist gegen Habsburg.

Was sich da in der Flasche findet, könnte optisch auch gut und gerne als Blut durchgehen. In der Nase erweist es sich dann zum Glück doch als eine schon etwas gereift wirkende Rotwein-Cuvée aus Pinot Noir und Kékfrankos (Blaufränkisch), mit kühlem Holz, leicht gerösteten Gewürzen, rauchigen Noten und einer reifen, zerkochten, knallroten, leicht süßlichen Frucht. Am gaumen dann weicher als erwartet, weniger würzig als man annehmen konnte. Demenstprechend rund, Dörrobst aus dunklen Früchten, Zwetschgen, schwarzen und roten Kirschen. Auch etwas Marzipan und Pilznoten. Fest und direkt, mit feinem Gerbstoff-Rückgrad, jedoch erstaunlich gering ausgestalteter Säurestruktur. Bemerkenswetr gutes Standing auch nach einigen Tagen an der Luft, was für sein Potential spricht. Leider jedoch zusehens reduziert auf eine rote, etwas süßliche und sehr weiche Frucht. Eher Marmelade als Blut. Nicht aufständisch aber eigen. Kann auch noch einige Zeit vertragen.

Anmerkung: Dieser Wein wurde mir vom Erzeuger zum Verkosten zur Verfügung gestellt.

Wein: Kurucvér 2005
Weingut, Ort: Csobánc Cooperation (von Beöthy Pince, Tóth Pince), Diszel
Rebsorte/n: Pinot Noir, Kékfrankos
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: nicht mehr erhältlich, aktuel ist der 2008er im Verkauf für rund 15 EUR
Internet: csobanccooperation.hu

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