Der ist noch nicht am Ende. Vielmehr ist er von mir vielleicht gerade zum richtigen Zeitpunkt erwischt worden. Wobei, viel Luft hat er dann nicht mehr vertragen. Schon nach gut einer Stunde wirkte die Frucht deutlich oxidiert, wurde zunehemnd schwerer genießbar. Doch bis dahin: ein bemerkenswert gut zu trinkender Wein, der Spaß machte. Und auch ein Nachweis, dass das Antinori-Investment einen Knowhow-Transfer mit sich brachte, welcher dem etwas abgelegenen Randbereich von des Szekszárder Weingebietes bis in das andere, nach Tolna reinragend, schon früh gut tat und nach wie vor gut tut. Der Stil ist international, beweist aber, dass bei einem professionellen Zugang ziemlich viel möglich ist. Und das an sich ist doch schon etwas wert.
Das Cuvée aus Cabernet Franc und Merlot ist das Flagschiff des Weingutes. Die Trauben stammen von Neupflanzungen, richtig zurück gerechnet waren die Stöcke für diesen Jahrgang neun Jahre alt. Das Ergebnis ist so gesehen beachtlich, Luft nach oben gibt es definitiv. Mir erschein die Frucht letztlich etwas überreif, nicht frisch genug, da wäre vielleicht sogar mehr drin gewesen? Aber im Nachhinein ist es leicht, alles besser zu wissen.
Tiefes, dunkles, undurchdringlich-trübes Rubinrot, an den Rändern ins Bräunliche verlaufend. Kühl leuchtende dunkelrote Frucht aus halb angetrockneten schwarzen Kirschen und vor allem schwarzen Johannisbeeren, dazu ganz ganz dezente Holztöne und verdörrte, knorrig-verwachsene alte Latschenkiefern. Am Gaumen schnell zu Wort kommend. Mit ausgeprägten Gerbstoffen, schon in der Mitte der Trinksequenz ziemlich ausdrücklich und nachhaltig adstringierend. Die Säuren spielen im Hintergrund genau richtig eingespielt mit. Bitterschokolade. Holz ohnehin. Die Frucht wirkt anfangs noch vital, leicht süßlich, von kühler Hand fest gehaltene Johannis- und Holunderbeeren. Wirkt mit zunehmendem Luftkontakt aber auch etwas überreif, oxidiert gar ein wenig. Die Schiene läuft gut mit den Gerbstoffen mit, ehe sie sich dann gegen Ende hin verliert, verwässert. Der zu Beginn aufgebaute Druck flacht ab, wird nur noch künstlich von den Gerbstoffen gehalten. Was anfänglich breit und vielschichtig war, fällt gegen Ende ein wenig in sich zusammen – und verharrt dann doch noch tapfer auch einer schönen, ansprechenden Ebene. Mittlerer Abgang, der durch die Gerbstoffe länger sein möchte.
Wein: Völgységi Tűzkő Domb Cuvée 2003
Weingut, Ort: Tűzkő Birtok, Bátaapáti
Rebsorte/n: Cabernet Franc, Merlot
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: leider keine Ahnung mehr (vermute irgendwo zwischen 10 und 20 EUR)
Internet: tuzkobirtok.hu
Tags: Cabernet Franc · Merlot · Rotwein · Tűzkő Birtok