Szászi Endre - Szent György-hegyi Szürkebarát 2010

Das ist, zeitlich und inhaltlich nicht so geplant, wenn man so will das genaue Gegenstück zum letzten Eintrag hier auf BorWerk, zum Wein von Miklós Csabi aus Mór, zum Ezerjó mit dem Namen Csakazizéer.

Warum? Weil er einfach „nur“ ein netter, gut trinkabrer Wein ist, nicht mehr sein möchte und voller Understatement daherkommt. Mit einem Schei$$e aussehenden Etikett (sorry, malt der Winzer glaube ich selber, aber auch das muss wohl mal gesagt werden, schließlich macht er in seiner Haupttätigkeit immerhin mehrheitlich schöne Weine, also sei das erlaubt), das wohl zu Hause mit dem SW-Laserdrucker schlecht auf billiges Papier gedruckt vor sich hin abbröckelt, der Aufdruck sei hier gemeint, ehe der Wein überhaupt im Regal im Verkauf landet und zum Krone abschießen auch noch schräg aufgeklebt wurde.

Theoretisch und praktisch und faktisch also  im optischen Außenauftritt so gut wie alles falsch gemacht. Und eben doch drauf geschi$$en. Weil: der Inhalt stimmt. Da hat meinen Grauburgunder im Glas, der zwar nicht die Welt in Bewegung bringt, das will er auch gar nicht für unter 7 EUR. Der aber mit seiner warmen, leicht mineralischen Apfel-Birnen-Nase und vor allem dem der von Beginn an sofort zupackenden, saftigen Frucht besticht. Den man gerne trinkt, weil er sich förmlich aufdrängt. Da tragen auch recht kräftige Säuren erheblich bei. Die sind aber gut abgefedert, da hält eine gelb-grüne Frucht aus länger schon eingekochten, daher verdichteten Birnen und Äpfeln dagegen. Und dazu gestellt sich eine klare, fast tarnsparent wirkende Mineralität. Kein großer Wein, aber ein netter, gut trinkbarer.

Den man angesichts des Etiketts ganz sicher „nur des Geschmacks wegen“ trinkt.

Wein: Szent György-hegyi Szürkebarát 2010
Weingut, Ort: Szászi Pince, Hegymagas
Rebsorte/n: Szürkebarát (Grauburgunder)
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 6,80 EUR (1.850 Ft)
Internet: szaszipince.hu

3 Antworten

  1. Das Etikett ist von der Frau (Henriett) gemalt, zu Hazse gedruckt und mauell aufgeklebt. Vermutlich glaubt Endre, dass es passt in die „Bio-Richtung“ gut ein.
    Ja, dass hat eine billige, komische Eindruck…

    • Danke für die Information, dass die Etiketten von Endres‘ Frau gemalt wurden!

      Ich denke auch, dass die Szászi’s der Überzeugung sind, dass der Stil die Öko-Linie unterstreicht, dazu passt. Naja. Bestenfalls als „originell“ kann es ja schon bezeichnen. Und die Malereien sind nicht alle wirklich schlecht, ist ja auch subjektiv, aber der Ansatz an sich passt irgendwie eben doch nicht in die Welt. Mal abgesehen davon, dass ein normales Drucken von einfachen Etiketten bei einer Druckerei wahrscheinlich nicht mal teurer wäre.

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