
Da schwebt was lautlos rum - warum auch immer. Gewohnt infantile Strichzeichnung von Heißluftballonen... Bakonyi Péter - Villányi Cabernet Franc 2006
Das ist mal wieder einer der Weine, die es einem das Leben schwer machen. Ich hatte ihn bereits vor einiger Zeit getrunken, konnte mich nur noch dunkel daran erinnern. Was ja erst einmal nicht ausmacht, auch den Kopf frei hält für das Hier und Jetzt, in dem man den Wein antrifft. Die Retrospektive, erst nach der jetzigen Verkostung gemacht, verzerrt ein wenig das Bild zu seinen Ungunsten. Denn der Cabernet Franc des kleinen Erzeugers Péter Bakonyi hat sich wirklich gut gehalten, eher noch zugelegt.
Aber, wie gesagt, er macht es einem dann doch schwer. Nach dem Öffnen zeigt er sich schön, bereitet nach einer halben Stunde noch etwas mehr Freude. Am Folgetag dann ruht er sogar noch etwas besser in sich. Um am zweiten und Dritten tag dann zwar erstaunlich stabil und wach zu bleiben und somit viel Potential aufzuzeigen – nicht ohne aber dann doch in eine etwas ungute Richtung abzudriften.
Doch langsam, en Detail: mittleres Rubinrot. In der Nase insgesamt kühl, mit klassich grüner Paprikanite, roter warmer Frucht, auch etwas Moos, Würze von eingelegtem grünen Pfeffer, Kapern, sanftes, leicht feuchtes Holz, mit der Zeit auch Lakritz. Und dann ist da eine schöne Würze, eine reife, leicht schmelzige Frucht aus minimal-süßlich-saftigen Erdbeeren und Brombeeren – und auch wieder Lakritz. Alles deutet sich zwar gleich anfangs an, aber nur rudimentär, widerwillig. Und bereitet sich dann mit etwas Widerwillen, mit leichter Verzögerung aus. Das macht das Gesamtpaket spannend, man verlangt nach mehr. Die nicht unkräftigen Säuren begleiten angenehm die Frucht, zum Ende angenehm adstringierend. Mittel bis lang im Abgang.
Am Folgetag dann auch Bitterschokolade und die Frucht wirkt etwas gefälliger, breiter, weicher – und noch reifer, süßlicher. Was nichts ausmacht, eher einen angenehmen Drall Richtung Fülle verleiht, ohne fett zu wirken. Dann, am dritten Tag, nimmt die Frucht deutlich ab und die Säuren in der Wahrnehmung über Gebühr zu, überdecken fast alles. Zurück bleibt dann der Eindruck eines recht hart, eng geschnittenen Weines. So gefällt er dann nicht mehr, davor aber absolut gut, vom Preis ganz zu schweigen.
Wein: Villányi Cabernet Franc 2006
Weingut, Ort: Bakonyi Péter, Siklós
Rebsorte/n: Cabernet Franc
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: 7,70 EUR (2.100 Ft)
Tags: Bakonyi Péter · Cabernet Franc · Rotwein · Villány-Siklós