Soda selber gemacht. Die Mehrweglösung aus Alu für zu Hause. Funktioniert mit Kohlensäure-Wegwerfpatronen. Quelle: keret.hu

Fröccs, die Weinschorle, der Gespritze, ist wieder in. Es gibt ihn in unzähligen Mischungen und schrägsten Variationen. In Ungarn kann er auf eine erstaunlich lange Tradition verweisen – und verlangt nach der Einhaltung von klaren Regeln. Sonst hat man keinen echten Fröccs im Glas, und das wäre schade. [Teil I hier]

Ich muss vorweg eingestehen, dass ich auch erst jetzt und mit einigem inneren Widerstand mich dem Thema Fröccs hingegeben habe. So ganz loseisen von der Überzeugung kann ich mich nicht, ein guter Wein habe gefälligst nicht mit Sodawasser in Berührung zu kommen. Nicht, weil ich es politisch aufgeladen sehe, das Thema. Sondern, weil es mir einfach doch schade ist um den reinen, also um den wahren Weingenuss.

Eine glückliche Fügung, oder ist es am gar Ende doch natürliche Vorsehung, dass meine Lieblingsrebsorten für den Sommerfrischemix nicht wirklich taugen. Denn jedweden Weißwein oder auch Rosé sollte man eben doch nicht mit Soda aufschäumen. Doch langsam, schön der Reihe nach.

Mineralwasser? Geht einfach nicht!

Außerhalb Ungarns wird es einem wahrlich nicht leicht gemacht, eine der Grundregeln der Fröccs-Zubereitung einzuhalten: die da sagt, dass echter Fröccs ausschließlich mit Sodawasser gemacht wird. Mineralwasser aus der guten alten Mineralbrunnen-Flasche mit ordentlich viel Kohlensäure ist ein absolutes No go! Das sieht man in Ungarn recht sakrosankt, Aufweichungen dieses Prinzips finden allenfalls an hippen Orten Budapests statt. Aber eigentlich geht es einfach nicht.

Völlig grundlos? Nein. Schließlich perlt der Fröccs ganz anders, feiner, als mit gewöhnlichem Mineralwasser. Allein das Einströmen des Sodas unter Hochdruck ins bereits mit Wein gefüllte Glas führt zu einer ganz anderen, besseren Vermischung. Und ganz zu schweigen von diesem Prozedere, dem Akt an sich, der zwar nicht zelebriert werden muss, aber doch auch einfach Spaß macht.

Erfischung des kleinen Mannes: mit Ein- und mit Mehrweg

Szikvíz, Sodawasser, aus der Fabrik. Hier die 1,5l-Variante mit schickem Kunststoffstrumpf in praktischen Großkisten. Quelle: http://invitel.hu/csiffari

Das Problem: im Ausland gibt es meines Wissens nach Sodawasser in dieser Form nicht. In Ungarn wird es inzwischen wieder vor allem auf dem Land an vielen Stellen angeboten. Zumeist als Mehrweg-Flasche aus Kunststoff, gerne mit einem transparenten Kunststoff-Netzstrumpf umhüllt, des besseren Haltes wegen. Doch es gibt auch Einweg-Lösungen für all jene, die sich von den zumeist recht verkratzten, trübe dreinblickenden 1,5 oder 2l-Flaschen abgestoßen fühlen. Und man kann sich für Zuhause wiederverwendbare Flaschen aus Aluminium kaufen, plus kleine Kohlensäure-Patronen, deren Inhalt mit einem ordentlichen Zischen und tiefen Gegurgel eingeschossen wird. Alles keine wirkliche Geldfrage. Sodawasser ist irgendwie auch immer schon das erfrischende Vergnügen des einfachen Mannes gewesen.

Sodawasser, alternative Einsatzmöglichkeiten

Kreativ, wie man mit einem solchen Spielzeug insbesondere als Mann umzugehen weiß, taugen Soda und Druck umgehend auch für andere Einsatzmöglichkeiten. Etwa zum begießen von Frauen, wie es in Ungarn traditionell am Ostermontag gemacht wird (im Normalfall unter Vollrausch und mit billigen, widerlich stinkenden Parfums, die man extra dafür kaufen kann. Insofern ist eine Sodadusche bei den Frauen sogar willkommen, eben alles relativ…) Es soll auch helfen, Rotweinflecken von Tischdecken wegzubekommen. Schließlich wird das kohlensäurehaltige Wasser auch in der Küche, beim Anrühren von Pfannkuchenteig (im ungarischen original: palacsinta) oder manch eines Kuchenteigs verwendet.

Zum eigentlichen Fröccs, den Weinen, die sich dazu am besten eignen, den Mischungsverhältnissen und noch so manch abgründigen Ideen, in Kürze mehr…

Zum Teil I, der Einleitung.

Übrigens lohnt sich auch ein Blick auf die Seiten diverser Soda-Hersteller. Eine Augenweide der ganz besonderen Art, Retro-Web at its best, kleine Auswahl:
http://www.rajosszikviz.hu/ (man beachte die Minirock-Schönheit gleich auf der Startseite!)
http://invitel.hu/csiffari/
http://www.napnet.hu/p.endre/index2.html
http://www.magszi.hu/szikviz.htm
http://www.szi-viz.hu/
and so on…

Quellen:
http://www.vinoport.hu/?node=2654
http://www.vinoport.hu/?node=2670
http://www.diningguide.hu/toplistak/etterem-informacio-6237
http://www.keret.hu/portal/hu/cimkek/froccs

2 Antworten

  1. Karin Pálinkás

    Antworten

    Noch eine Anmerkung von mir:
    etwas verwundert war ich über Ihre Bildunterschrift:
    *Funktioniert mit Kohlensäure-Wegwerfpatronen.*
    Die Patronen kann man leer gegen voll tauschen.
    Hab ich das im weiterem Text überlesen??
    (dann will ich nicht gemeckert haben 😉 )

    • Es gibt auch Wegwerfpatronen. Schlimm genug. Aber gesehen habe ich die selber noch nicht. Kenne auch nur die klassischen, die Sie meinen, in 10er Packungen.

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