Zekk von Zwack. Teil III: Kissvörös 2009, Kiss Gabor, Villany-Siklos

Zekk war offensichtlich schon leicht bedüdelt beim Fotografieren, zumindest würde das die leichte Schräglage von manch einer Flasche erklären.

“Zekk. Der Jolly Joker des Lebens.” Eine Spaßkanone, dieser Zekk. Klingt zynisch, despektierlich? Ist auch so gemeint. Denn so viel Distanz habe ich schon lange nicht mehr zu einem Ansatz entwickelt. Rein graphisch machen die Etiketten ja was her. Das fällt im Laden auf, passt in die Jahreszeit. Gut. Kein Problem. Aber den Rest, das Geschreibsel könnte man sich wahrlich sparen. Diesmal gehts im Etikettentext um folgende inhaltiche Leere:

Anfang des Zitats.
Zekk verlässt ab und an die irdischen Sphären und verwandelt sich in ein kosmisches Wesen. Ich bin ein Ufo geworden, Mutter, sagt er, wenn er heimkommt.
Ende des Zitats.

Ähem. Das steht da so für sich, und ein weiterer Kontext erschließt sich auch nicht zusammen mit den anderen Etiketten der Serie (zum Chardonnay, zum Rosé).

Kiss Gábor - Kissvörös 2009

Der Wein ist diesmal das kleine Rote Cuvée von Gábor Kiss. Und auch wenn man selbst nach dem dritten von vier Weinen noch kein ganzheitliches Konzept (außer dem clownesken Hasen und den Sprüchen) erkennen kann, dann liegt das diesmal daran, dass der Wein anfänglich sich von gar keiner guten seite zeigt. Er braucht nämlich Luft – und das nicht zu wenig. Verharrt anfänglich in einer Art Schockzustand von leicht säuerlicher, schwer definierbarer Frucht mit recht deutlichem Holzanteil. Mehr ist da nicht. Dass er dann doch ein gutes Stück mehr kann, der kleine Rote, zeigt sich eben erst nach langer Zeit, im Grunde sogar erst am Folgetag. Dekantieren wäre also zu empfehlen. Aber wer macht das schon bei so einem Wein, der per se wie ein leichter Alltagstropfen daher kommt, doch wohl auch so verstanden werden soll?

Das macht es für den (das ist jetzt nicht despektierlich gemeint) Normalkonsumenten schwierig, zumindest derzeit überhaupt mit dem Positiven, mit der schönen Seite in Kontakt zu kommen. Mit der dunkelrot verkochten Frucht in der Nase, den deutlichen Nougat und später dann eben nur noch angenehm feinen, warmen Holztönen. Und am Gaumen mit einer auch jetzt nach wie vor von etwas zu dominanten Säuren latent überlagerten Frucht aus Kirschen und Zwetschgen, der etwas fleischigen Textur, den sanften Gerbstoffen, die zum Ende hin leicht adstringierend wirken. Nicht komplex, nichts Spannendes (der 2007er gefiel mir letztlich doch besser), aber klar, geradlinig, und zu einem (gerade noch) fairen Preis.

Noch einer steht aus. Dann darf Zekk in die kosmischen Sphären zurück, oder wo immer er auch hergekommen sein mag….

Wein: Kisvörös 2009
Weingut, Ort: Kiss Pince, Villány
Rebsorte/n: Cab. Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 7,20 EUR (1.925 Ft)
Internet: kisspince.hu

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