Wie bereits erwähnt gab es im Anschluß an die Blindverkostung und parallel zum Abendessen auch noch einige weitere Weine der TBT (hier zum Einstiegsartikel mit Grundinformationen zur Winzervereinigung) zu verkosten. Hier und jetzt ohne weiteren Vorkommentar der erste Teil der Verkostungsnotizen dieser Weine.

Furmint Teleki 2010, Patricius

Oben nicht zu knapp Löss und tief unten auch Andesit. Das macht die Lage Teleki aus. Die Rebstöcke sind über 100 Jahre alt. Patricius baut die Weine reduktiv in Edelstahltanks (bisweilen ist auch ein wenig Holz im Spiel, hier nicht) und anfangs getrennt voneinander aus. Das heißt: unterschieden nach Lagen und nach Rebsorten. Dank des reduktiven Ausbaus ausgesprochen frisch und zitrusfruchtig in der Nase. Am Gaumen ein und dasselbe: sehr frisch, tropische und Zitrus-Früchte, leicht salzige Noten, die Säuren wirken etwas spitz, glasklar und geradezu grazil, geradlinig, nicht allzu tief.

Hárslevelű Szárhegy 2009, Patricius

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei beiden Weinen von Patricius handelte es sich um Fassproben. Sie werden in dieser Form, als alleinstehende Weine wohl nicht auf den Markt kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pyroxen-Andesit, kurz: vulkanischer Untergrund, also mineralisch und zudem sehr steinig, in der östlichsten Lage von Patricius, 27 Hektar direkt am Weingut, wo immer ein wenig Wind weht, unterhalb des zum Ort Bodrogkisfalud gehörenden Várhegy, Burgberges. In der recht dezent ausfallenden Nase vor allem Zitronen und Honig und leicht florale Töne. Am Gaumen dank der Edelstahlbehandlung mit einer sehr klaren, transparent wirkenden Mineralität und straffen Säuren und einer hellgelben, auch wieder fast ins durchsichtige gehenden Frucht. Sauber, reintönig, gerade, auf mich etwas uninspiriert wirkend.

Furmint Lajos 2009, Disznókő

In der Nase leicht süßliche Frucht aus überreifen Trauben, Wachs, auch Holztöne. Am Gaumen sehr robust daherkommend, mit kräftiger, fast aufdringlicher Mineralität und herausfordernder reifer Frucht, Botrytis-Anklänge inklusive, dann auch noch kräftige Säuren und spürbares Holz. Alles zusammen doch recht viel und heftig.

Furmint Válogatás 2009, H. Bardon

Eine halbtrockene Furmint-Selektion aus den Lagen Meszes, Lapis (mittlerer Teil, d.h. Nagy Palánt) und Sarkad (beim Ort Mád). In der Nase medizinisch, an Dr. Pepper erinnernd und auch leicht heftig, buttrige, vollreife Traubenfrucht. Warm und würzig am Gaumen, dabei etwas zu alkoholisch wirkend, ragt störend heraus, goldgelbe Frucht aus Birnen und Trauben, beides überreif, Honig, robuste steinig-mineralische, leicht grünlich wirkende Säuren.

Phaidon 2008, H. Bardon

Lagenkarte von Mezes… Bei einem Ortsnamen wie Szegilong denkt man eher an China, denn an Ungarn… Quelle: http://www.tokajibormivelok.com/terkep/index.html

Aus der Lage Meszes, beim Ort Olaszliszka und dem mittleren Teil von Lapis, am 24. November und damit selbstredend spät gelesen. In der Nase medizinische Kräuter, Honig und Karamell: wenn man so will Hustensaft und Storck Riesen vereint. Am Gaumen fast zu rund wirkend und dadurch sich unangreifbar, unfassbar machend. Wie als würde sich ein zart schmelzender, recht flüssiger Sirup abkapseln. trotz dieser eigenwilligen Selbstverteidigung lassen sich eine goldbraune Frucht und deutliche Karamelltöne herauslesen. Eher verhaltene Säuren stehen einer nicht zu übertrieben Süße entgegen. Etwas wenig komplex aber durchaus gut zu haben.

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In Kürze geht es dann weiter mit Notizen zu Vissy und Csite und Dorogi Testvérek

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