Der erste Rotwein aus Tokaj! Zumindest für mich und soviel ich weiß ist das auch in der Tat seit längerem wieder der allererste, der auf den Markt gekommen ist. Dass hier und da mit roten Reben getestet wird hat man immer mal wieder hören können. Dass vor der Reblausplage in der Region Tokaj auch rote Rebsorten in den Weinbergen zu finden waren, wusste man eben aus Büchern. Nun war die Dobogó Pincészet mit dem Zwack-Imperium im Rücken mit einem Pinot Noir die erste. Er stammt aus der Lage Urágya bei Mád, mit der man zuallererst einen Furmint von Szepsy in Verbidnung bringt.
Helles bis mittleres, leicht trübes Purpur im Glas. Warme, klare Kirschen-Zwetschgenfrucht in der Nase, sehr schmeichelnd. Am Gaumen baut sich umgehend eine schöne, ansprechende Frucht wie eine Wand auf,wirkt zusammen mit einer wohl dosierten Mineralität nach einiger Zeit wie in Steinen getränkt, insgesamt kühl und fein würzig, dabei weich und klar texturiert, gegen Ende mineralisch-kühl durch sanfte Tannine adstringierend, etwas schnell aber nicht ganz wegbrechend. Im Abgang verbleibt erstaunlich lange feuchter stein mit Erdbeerbesatz und noch später Haselnussaromen. Schöner erster Jahrgang, der ein wenig mehr fordern könnte, sich ein wenig zu willig offenbart aber einen insgesamt mit ziemlicher großer Spannung in die Zukunft schauen lässt.
Rotwein aus Tokaj? Ja! Aber (bis auf weiteres) meiner Meinung nach nur als Zusatz, als Kür und nicht als werdender Portfolio-Standard.
Wein: Zempléni Pinot Noir “Izabella utca” 2008
Weingut, Ort: Dobogó Pincészet, Tokaj
Rebsorte/n: Pinot Noir
Alkoholgehalt: 12,5% Vol.
Preis: 13,40 EUR (3.568 Ft)
Internet: dobogo.hu
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