Zum Teil I über Dénes Hegybirtok und Imre Györgykovács (Somló)
Zum Teil II über Szt. Ilona Borház und Kreinbacher Birtok (Somló)
Zum Teil III über Laposa und Lajos Takács / Hollóvár (Somló)

Királyudvár – Tokaj

Ja, das macht durchweg Spaß. Und nicht nur an der Oberfläche. Und doch hat der Spaßfaktor viel damit zu tun, dass Királyudvár letztlich die Formel für zugängliche Weine unter Beibehaltung des Lokalkolorit gefunden hat. Die brauchen anfangs etwas Zeit zur Ruhe und Entwicklung, v.a. der Sec und Demi Sec, aber dann, so ab dem zweiten Jahr…

Sec 2008

Reinsortiger, wie schon der Name verrät trocken ausgebauter Furmint aus den Lagen Percze, Becsek und Henye. Aprikosen und Whiskey ohne klassische Holznote in der Nase. Am Gaumen sehr, sehr kompakt, ein einziges konzentriertes Aromenbündel, reife Pfirsiche und Aprikosen. Dicht und ziemlich druckvoll, dabei nicht breit, sich im Hintergrund haltende Säuren, ausgewogen, stimmig. Schön!

Demi Sec 2008

Die halbtrockene Variante aus der Lage Betsek. Wärmer und runder in der Nase, Aprikosen, Birnen, leicht tropenfruchtig anmutend. Wieder sehr kompakt, zentriert, dort punktuell kraftvoll, mit feinem Schmelz, zart getakteter Süße und gedeckten Säuren, frischer Frucht aus Aprikosen und roten Äpfeln. Auch wirklich gelungen. Beide „Sec“ noch sehr jung wirkend.

Lapis Furmint 2008

Eine süße Spätlese aus der Lage Lapis. Nicht sogleich ansprechend, grüne Äpfel, tropische Früchte, alles glasklar wirkend. Am Gaumen mit herrlich öligem Schmelz werbend, deutlich mineralischen Zügen, fast spritzig wirkenden Säuren, breiter Frucht aus Granny Smith, Kiwi und Litschi. Reich und lang.

Ilona Cuvée 2003

Die moderne Aszú-Interpretation. Warme, etwas würzige Botrytisnase, sehr einnehmend, breit. Am Gaumen zupackende Frucht aus kandierten Äpfeln, Feigen, Datteln und alles mit einer Honigsüße überzogen, daneben sich noch wacker schlagende, feine Säuren. Jetzt schön gereift wirkend, ohne jegliche Anzeichen von Altersschwäche.

6 puttonyos Aszú 2000

Bitterorangennase. Am Gaumen ein Tremolo aus Früchten, mehrheitlich tropischen: vor allem Banane, Ananas, gelbe Äpfel, alles gnadenlos überreif, dicht schmelzend, wunderbar ausgewogen, weil nicht zu süß und gegen Ende mit erfrischenden, feinen Säuren überraschend. Breit, voll, lang. Voll da, jetzt – und sicher auch noch in zig-Jahren begeisternd.

Frigyes Bott – Felvidék (Süd-Slowakei)

Hárslevelű 2009

Unausgereift wirkend, grüne Birnen und Blätter. Am Gaumen moosig-steinige Mineralität, gedeckte gelbe Frucht, gelackte Säuren. Weiß nicht.

Olaszrizling 2009

Geschmeidiger, runder, ansprechbar – also erst einmal Aufatmen nach dem Hárs. Eine schöne Projektionsfläche bietend, grün-gelbe Früchte, u.a. Äpfel und Birnen, Quitten und dezent auch Zitrusfrüchte, feine Säuren, recht schmal geschnitten, leicht diffus wirkend, gegen Ende recht würzig.

Rajnai Rizling 2009

Florale Grasnase, gedeckte Zitrusfrüchte, unreife Aprikosen. Am Gaumen bestenfalls zurückhaltend, gelbe Birnen und Aprikosen, etwas heftige Mineralität, beißend würzig, leicht unausgeglichen wirkender Körper, dafür recht schön eingebundene Säuren, Moos. Ich weiß nicht so recht, konnte den Riesling nicht wirklich einordnen.

Vinculum 2009

Ein Cuvée aus Juhfark und Alkohol, mit 15% Vol. Erdige Nase, grüne Traubenschalen. Am Gaumen halbreife Pfirsichfrucht ummantelt von stumpfen Säuren, weswegen es sowohl an Spritzigkeit und Substanz als auch an Linie und Druck fehlt. Ziemlich ausgebrannt, nicht gut.

Ich bin mal wieder unzufrieden mit den Weinen von Frigyes Bott, da aber wohl häufig allein. Zumindest wird der Mann ja sonst hochgehalten, hoch gehandelt. So muss es wohl eher an meinen subjektiven Präferenzen liegen. Sorry.

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Morgen dann zu den Rotweinen von Tamás Pók (Eger), Pósta Borház (Szekszárd) und dem Syrah von Kreinbacher…

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