Verkostung im Festetics Palota – Teil II: Szt. Ilona, Kreinbacher Birtok (Somlo)

Zum Teil I über Dénes hegybirtok und Imre Györgykovács (Somló)

Szent Ilona Borház – Somló

Olaszrizling 2007

Dichtes, aus dem Glas drängendes Bouquet aus überreifen Trauben und floralen Tönen, Aprikose, Butter. Am Gaumen dagegen schlank und kühl wirkend, eingangs zumindest, gelbe Frucht aus karamellisierten Birnen, dann ist zunehmend der Holzeinsatz spürbar, gegen Ende erst sanfte, dann kräftiger werdende Mineralität. Schön.

Furmint 2009

Noch nicht im Verkauf und sehr jung wirkend. Eindeutig Haribo Quaxi Frösche in der Nase. Am Gaumen klarster grüner Apfelsirup, schwache Säuren und nur fein sich andeutende Mineralität, elegant und schlank gezeichnet, gegen Ende gesellt sich wieder eine mineralische Kräuterwürze hinzu, wird zunehmend stärker und überlagert letzthin alles.

Kreinbacher Birtok – Somló

Nagy Somlói 2007

Furmint, Olaszrizling, Hárslevelű und Juhfark sind die Zutaten für den “Großen Somlóer”. Aufdringlich warme Fruchtnase aus vollreifen, leicht künstlich wirkenden grüngelben Äpfeln, Birnen, Quitten und Pfirsichen. Am Gaumen fein texturiert und mild, im ersten Eindruck steinig klar, dann zunehmend sirupartig wirkende, grüne Frucht, zudem leicht süßlich, transparent erscheinende, steinige Mineralität. Recht spannend.

Öreg Tőkék Bora 2007

Der 2006er der “Alten Reben” hatte mir erst vor kurzem sehr gut gefallen. Der 2007 ist auch schön, zwängt sich aber nicht ganz so auf wie der 06er, wirkt noch verhaltener. Olaszrizling, Hárslevelű und Furmint. In der Nase verhalten, gesetzt, zurückgezogen. Am Gaumen dafür härter getrimmt, mit einer trockenen, adstringierenden Mineralität, Kräutern, gelben, roten und grünen Äpfeln und feinen Säuren. Entwickelt sich gewiss noch.

Kőkonyha 2008

Steinküche – ehrlich gesagt einer meiner Lieblings-Weinnamen. Und ehrlich gesagt habe ich den leider auch immer nur auf Verkostungen probieren können und jedes Mal war er eindeutig zu jung, zu verschlossen, um sich wirklich zu offenbaren. Auch der 2008er zeigt sich nur in Andeutungen, mit einer kühlen, transparenten, klaren Nase, gelbe Birnen und gedämpftes Gemüse, auch etwas Aprikosen. Am Gaumen sehr klar, transparent, breit ohne zu drängen, noch nicht, elegant und weit, (noch) keine Tiefe zeigend, verkapselte wirkende Frucht aus gekochten und schon erkalteten Quitten und Birnen. Säuren und Mineralität sind so gut integriert, dass sie erst beim zweiten Schluck wirklich auffallen, nichts ragt auch nur ansatzweise heraus. Abwarten, Zeit geben.

Die Weine von Szent Ilona und Kreinbacher, irgendwie gehören die beiden ja zusammen, Ilona markiert so etwas wie das Einsteigssegment, sind einmal mehr durchweg schön, technisch einwandfrei. Sie sind international ausgerichtet, ohne oder gar mit nur wenigen Ecken und Kanten. Nicht ganz so sehr “Somló” wie manch andere Vertreter, aber bisweilen mag genau das für den Erstkontakt die richtige Wahl sein. In jedem Fall sind die Szt. ilona-Weine für unter 10 EUR ihr Geld mehr als wert.

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Demnächst Notizen zu Weinen von Laposa und Lajos Takács (Hollóvár), auch beide Somló…

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