Teil I ist hier erreichbar, Teil II hier.
Breitenbach aus Tokaj macht im preislichen Einstiegsbereich für qualitative Tropfen ordentlich bis schöne, unverfälschte Weine. Den Furmint aus der Lage Nagy Palánt hatte ich kürzlich schon präsentiert, nun noch die beiden anderen Weine des kleinen Sortiments. Den Nagy Palánt halte ich nach wie vor für den besten Wein des Trios.
14,5% Vol., 2,7 g/l Restzucker, 5,7 g/l Säure. 12 Tage Maischestandzeit. Sehr würzig, fast ist man genötigt das Unwort „feurig“ zu gebrauchen. Dominante grüne Frucht, Traubenkerne und -schalen, daneben klare Säuren und alles in einem warmen, griffig-rohen Körper, gerade dadurch unverfälscht wirkend, etwas ungestüm.
60% Furmint, 40% Hárslevelű. 12,6% Vol., 82,5 g/l Restzucker. Botrytis und Traubenstiele und kandiertes Holz. Am Gaumen leicht, fast zu leicht, mit sanftem Schmelz, frische Aprikosen, Dosenpfirsich, gegen Ende leicht grünlich, wieder die Traubenstiele. Dadurch etwas ruppig.
Das sympathische Winzerpärchen Stéphanie und Zsolt Berecz haben mal wieder ausgesprochen schöne, reine, sehr filigran gezeichnete Weine zu bieten. Ein markanter Unterschied zu den Erzeugnissen von Breitenbach. Wer sich mit Kikelet beschäftigt, sollte allenfalls leise Hintergrundmusik laufen lassen und sich sonst ein wenig Zeit nehmen für diese teils zerbrechlich wirkenden Früchte.
13,0% Vol. Halbtrocken ausgebaut aus der Lage Farkas. Alles andere als laut, sehr fein lesbar, ungemein filigran, fast zerbrechlich wirkend, ein zarter Schmelz leitet an einer matten Frucht aus gelben Birnen vorbei, sanfte Säuren im Hintergrund. Sehr angenehm, sollte, darf unter keinen Umständen unbeachtet getrunken werden, nur weil er sich so „schüchtern“ zeigt.
13,5% Vol. trocken ausgebaut, aus der Lage Lónyai. Superweiche elegante, geschmeidige Frucht und dabei ganz leichtläufig, fast schwebend. Verhaltene Frucht aus rot-grünen Äpfeln, zum Ende hin leicht bitter werdend, Steinpflanzen-Assoziation zur Mineralität. Schön!
14,0% Vol. Nun ein Furmint aus der Lage Váti, mit einer warmen, volleren Frucht von Dosenananas und Dosenpfirsich, Aprikosen spielen auch mit rein, alles aber sehr gedämpft, gepuffert, mit der Zeit gesellen sich deutliche vegetabile Noten dazu, v.a. Gurke, die zarten Säuren spielen nur am Rande mit.
Late harvest steht sicherheitshalber auch noch auf dem Etikett, denn es handelst sich um eine Spätlese aus Furmint und Hárslevelű. 12% Vol., 78 g/l Restzucker. Auch dieser Wein wirkt insgesamt leicht am Gaumen, der Restzucker begleitet eher als dass er eine deutlich wahrnehmbare Rolle spielt. Die Säuren sind nach wie vor schön frisch, die Frucht ist kompakt, recht konzentriert, erinnert an Orangeat, daneben noch schöne nussige Töne.
12% Vol., 95 g/l Restzucker. Auch aus der Lage Lónyai. Eng aber schön kompakt geschnitten, dichte und recht komplexe Frucht, leicht herbe, bittere Orangen, Kandiszucker und Backäpfelaromen bilden zusammen eine sehr gefällige, ansprechende und doch ziemlich tiefe Substanz.
Einen Bogen geschlagen. Wieder zurück zu deutlich kräftigeren Weinen, nun von Somló, also auf vulkanischem Grund gewachsen. Von der Somlói Apátság kommen seit drei-vier Jahren zunehmen eigenständige, wirklich spannende Weine. Viele weisen einen mehr oder minder deutlich wahrnehmbaren Restzuckergehalt auf, die Säuren spielen eine deutlich weniger bedeutende Rolle als in vielen anderen Fällen wenn es um Somló geht. Die Weine wirken voluminös, überzeugen durch Breite und Tiefe und haben in der Summe einen wirklich eigenständige Handschrift. Gut also, dass es sie gibt wenngleich man die Weine selten solitär genießen sollte und kaum mehr als 1-2 Gläser nacheinander verkraften wird.
13% Vol. Ein Nase-Totschlag Bouquet, erdrückend intensive florale Noten, man scheint in einer Parfümerie gelandet zu sein. Am Gaumen auch mächtig Raum greifend mit starker Würze, daher aber auch eher verhaltener Frucht, auch hier dominieren florale Töne, leicht grünliche Säuren im Hintergrund. Fast zu extrem.
14,5% Vol. 9 g/l Restzucker, um die 8 g/l Säure. Leicht schweflig, Holz, warme Salatgurken. Am Gaumen frisch und enorm süffig, mit dickem Schmelz, Erbsen, Blattsalat, prägnante Säure und warme Würze. Auch ein junges Powerpaket mit spannendem Aromenspiel. Wird interessant sein, wie der sich entwickelt.
13,5% Vol. 5,7 g/l Säure, 8,2 g/l Restzucker. Speck und Stein in der Nase, alte ausgetrocknete Kräuter. Am Gaumen sehr fest, deutliche Aromen reifer gelber Birnen, mild rauchig-würzig, auch hier kommen speckige Töne auf, auch dieser Geselle ist mächtig, einnehmend, im Abgang nachdrücklich.
Schweflige Nase, mit Apfel und Krauttönen, schweißig, Türkischer Honig. Am Gaumen so wie abgewaschenes Holzbrett riecht, nachdem Speck darauf geschnitten wurde. insgesamt runder, nicht so angriffslustig und doch voluminös, mit klaren Säuren und nur relativ milder Würze.
Deutlich eleganter, gesetzter allein durch ein Jahr Altersunterschied: grüne Äpfel, Brennesseln, recht kräftige, sehr klare Säuren, steinig mineralisch, dabei leicht speckig, kalt rauchig. Spannend, Ausrufezeichen!
Metallspäne, leicht rostig und auch noch grüne Wiese in der Nase. Eine sehr konzentrierte Frucht gefällt dem Gaumen, Quitten und Birnen in voller Reife, klare Säuren und eine perfekt eingebundene Mineralität. Schön.
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In Kürze dann langsam aber sicher zu den Rotweinen, Notizen zu Orsolya und Ráspi…
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