Ich habe selten erlebt, dass ein Wein nach einigen Minuten an der Luft so derart in sich zusammengefallen ist. Anfänglich zeigt der Chasselas – eine Besonderheit an sich, dass diese schweizer Rebsorte in der Mátra in kleinsten Mengen existiert – sich sehr schön in der Nase: mit überreifen Trauben, einer deutlichen Botrytisnote, und ländlichem Charakter, Stroh, Heu, trockene, warme Erde. Am Gaumen mit schwachen Säuren aber feinem Schmelz, bereits da etwas matter, kraftloser Frucht aus in kochendes Wasser geworfenen Birnen und Quitten. Doch dann, nach etwa zehn Minuten, geht alles unter, kollabiert der Wein gewissermaßen. Die Frucht wirkt lau, dumpf, zerkocht, die Säuren verschwinden gänzlich, der zuvor noch recht gesetzte Körper ist leblos, gänzlich in sich zuasmmengebrochen. Schade.
Wein: Mátrai Megteszi Sászla 2008
Weingut, Ort: Losonci Pince, Gyöngyöspata
Rebsorte/n: Chasselas
Alkoholgehalt: 13,0%
Preis: 7,30 EUR (2.000 Ft.)
Internet: losonci.hu
Tags: Chasselas · Losonci · Mátra · Weißwein