Pangyeri Szüz Cuvee 2007, Liszkay Mihaly, Balaton-Oberland

Liszkay - Pangyéri szűz 2007

Im Normalfall kenne ich den Preis der Weine, die ich verkoste. Nun habe ich kürzlich vom Weinhändler meines Vertrauens ein Überraschungspäckchen geschnürt bekommen, das etliche Flaschen von mir bislang unbekannten Erzeugern enthielt bzw. Weine, die ich noch nie verkostet habe. Und dann zeigt sich prompt, dass es bisweilen gar nicht so schlecht ist, wenn man zumindest das Preisniveau des Tropfens nicht kennt, den man gerade im Glas hat. Denn natürlich geht man unbefangener ran.

Beim Pangyéri Szűz Cuvée war dem so. Als ich Flasche betrachtete, mit bewusst klassisch gestaltetem Etikett, einer merkwürdig anmutenden Zusatzbezeichnung “Terroir 385/400″ und dazu langen Erläuterungen über Gott und die nöhere Welt, in der die Reben für diesen Wein reiften und durch ersteren begünstigt wurden (oder auch nicht), auf der Rückseite, war ich schon überdurchschnittlich gespannt, was denn der Inhalt bringen würde.

Über den Erzeuger – zumindest steht dieser Mensch laut einiger Quellen mit Fleisch und Blut hinter dem Wein, inwiefern er selbst arbeitet sei dahingestellt – ist Mihály Liszkay, ein 1956 erst nach Holland, in den 70ern dann nach Kanada ausgewanderter und in den 1990ern zurückgekehrter Ungar betreibt u.a. eine Restaurantkette. Nun hat Liszkay sich vor einigen Jahren 10ha Rebland beim Ort Monoszló erworben, im Káli Becken, etwas zurückversetzt vom Balaton in den Bergen. Derzeit werden davon 8 Hektar bewirtschaftet. Im Zentrum steht die Lage Pangyéri Szűz, welche in einem Kataster zur qualitativen Bewertung des Terroirs 385 von 400 Punkten erhielt – womit die Zahl auf dem Frontetikett erklärt ist. Liszkay hat sich auf die Herstellung von Rotweinen spezialisiert, möchte hohe Qualitäten erzielen. Folglich werden die Erträge sehr niedrig gehalten (0,6-0,8kg pro Rebstock). Die Gärung findet in Stahl- und Kunststofftanks statt, der Ausbau erfolgt in kleinen Holzfässern. Rebsorten: Cabernet franc, cabernet Sauvignon, Pinot Noir, Merlot.

Im Glas mit mittlerem Rubinrot, zu den Rändern hin ansatzweise leicht bräunlich werdend. In der Nase anfangs wenig zugänglich, kühl, am ehesten noch feuchtes braunes Holz mit getrockneten braunroten Früchten wahrnehmbar. Mit der Zeit an der Luft etwas offener, kühl bleibend, eingekochte dunkle Früchte. Am Gaumen durch deutlich wahrnehmbaren Holzeinsatz und noch deutlichere Säuren anfänglich schwer lesbar, etwas unreife Schwarze Johannisbeeren und Kirschen halten sich schüchtern im Hintergrund. Der Wein wirkt verschlossen, in sich zusammen gezogen, was aber noch kommen soll bleibt unklar. Am Folgetag hat er etwas an Frische verloren, die Säure dominiert nach wie vor, das Holz ist etwas gewichen. Am dritten Tag ist kaum mehr von der ohnehin wenig sichtbaren Substanz vorhanden. Potential? Schwer zu sagen, ich konnte nicht viel herauslesen. Könnte spannend sein, ist mir aber einfach zu säurelastig. Bei Gelegenheit müsste ein anderer Jahrgang herhalten. In dieser Form ist der Flaschenpreis aber unangemessen.

Wein: Pangyéri Szűz Cuvée 2007
Weingut, Ort: Liszkay Mihály, Monoszló
Rebsorte/n: Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir
Alkoholgehalt: 13,5% Vol.
Preis: 15,50 EUR (4.290 Ft)

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