Hummel - Hárslevelű Bernstein 2008

Ungarn ist unterm Strich eher Weißwein- als Rotweinland. Qualitätsmäßig Weltklasseniveau kann meiner Meinung nach nur mit Weiß- und selbstverständlich Süßweinen erreicht werden. Dennoch gibt es schöne, teils auch mehr als respektable Rotweine. Als klassisches Rotweinregion wird zuvorderst stets Villány-Siklós genannt, ganz im Süden des Landes an der Grenze zu Kroatien gelegen. Im ausgesprochen warmen, mediterranen Klima dominieren auf schweren Lössböden vor allem rote Sorten, häufig die großen internationalen. Und dennoch werden von vielen Erzeugern auch immer ein paar Weißweine ausgebaut. Das sind zumeist Chardonnay, aber auch Olaszrizling und Hárslevelű. Ich habe da ein mehr als gespaltenes Verhältnis dazu. Und nach der Verkostung zweier Weine von deutschen bzw. deutsch-schweizer Erzeugern aus Villány und Siklós nacheinander umso mehr.

Der Hárslevelű Bernstein von Horst Hummel wird seinem Namen im Glas (noch) nicht ganz gerecht. Er ist heller, leuchtet eher intensiv Goldgelb. In der Nase in erster Linie würzig, trockene Gräser und Kräuter, die gelbe Frucht zurückhaltend, leichte Karamell-Nougatnoten und Honig. Auch am Gaumen mit eher verdeckter gelber Frucht, Äpfel und Birnen, die Säuren gedeckt, matt, gar etwas stumpf wirkend, leicht mineralische Anklänge, ansonsten üppig, füllig, sich breit machend, was vor allem dem hohen Alkoholgehalt zu „verdanken“ ist, der seinen Raum abverlangt und gegen Ende die Würzigkeit deutlich verstärkt, fast brennend macht, alles überlagert. Mir zu uneingebunden, zu unrund, eindeutig zu alkohollastig.

Wein: Hárslevelű Bernstein 2008
Weingut, Ort: Weingut Hummel (Horst Hummel), Villány
Rebsorte/n: Hárslevelű
Alkoholgehalt: 14,5% Vol.
Preis: 12,50 EUR
Internet: weingut-hummel.com

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