Nur an manchen ausgewählten Orten trifft man auf die Weine von Dr. Tóth Sándor und seit geraumer Zeit ist es immer nur der Jahrgang 2003, der scheinbar beharrlich ab- bzw. ausverkauft werden soll. Der wahr Grund ist ein taruriger, liegt in einer schweren Krankheit des Winzers, Dr. Sándor Tóth, welche ihn seither vom Erzeugen neuer Weine abgehalten hat. Es wird gemunkelt, dass seine Tochter denFaden wieder aufnimmt, aber was das stilistisch und vor allem qualitativ bedeutet, ist mindestens so ungewiss, wie die Nachricht an sich. Das ist schade, denn was man aus 2003 noch bekommen kann, gleich ob es sich um den Kereklevelű oder Grünen Veltliner handelt: es sind durchweg schöne, wenn auch nicht komplexe Weine, die beachtenswert und zudem noch preiswert sind – und nach wie vor sehr gut trinkbar.
Im Glas hatte ich nun zum ersten Mal einen Dessertwein aus der autochthonen Rebsorte Zenit, die 1951 in Pécs aus Ezerjó x Bouvier erstmalig gekreuzt wurde. Dunkles Strohgelb im Glas. In der Nase noch jung und frisch-fruchtig, grüner Apfel, Stachelbeere, daneben etwas Honig und zarte Botrytis-Anklänge. Am Gaumen recht leicht und noch erstaunlich jung wirkend, v.a. noch vitale Säuren, reife Orangen, Backäpfel, Stroh, schlank, nicht allzu süß (eher halbsüß einzustufen) und elegant zugeschnitten, zugänglich, den Alkoholgehalt von 14,5% Vol. spürt man lediglich an einer leichten bitterkeit im Abgang. Noch sehr gut trinkbar, sicher auch in 2-3 Jahren noch. Etwas Besonderes, wenngleich auch nicht wirklich Herausragendes – zu einem fairen Preis.
Wein: Aldozóhegyi Zenit Főbor 2003
Weingut, Ort: Scheller Szőlőbirtok (Dr. Tóth Sándor), Monostorapáti
Rebsorte/n: Zenit
Alkoholgehlat: 14,5% Vol.
Preis: 9,50 EUR (2.600 Ft)
Internet: schellerbor.iweb.hu
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