Bei dem Namen meint man ja anfänglich, dass man es mit einem polnischstämmigen Winzer in Ungarn zu tun hat. Skrabski Borászat, ein gänzlich unbekanntes, kleines Weingut aus dem Weinbaugebiet Balatonfüred-Csopak. Und dann ist es doch kein Pole, hinter dem Namen steht mittlerweile gar ein ungarischer Unternehmer, der sein Geld u.a. mit dem größten Immobilienportal im Netz macht.
Helles Strohgelb mit gründlichen Tönen. Kühle Nase mit steinerner Mineralität, ein Bund frischer Kräuter, Zitrone und Limette, nach einiger Zeit auch Feuersteinaromen. Am Gaumen fest gewirkt mit sehr eigenständigem Charakter, interessante Frucht aus weißen Johannisbeeren, deutlich auch Kiwi und unreife grüne Äpfel, Spuren von Waldmeister, Mandeln, frische, nicht allzu kräftige Säuren und kühle Mineralität, ganz leichter, fruchtiger Schmelz. Wirklich schöner, außergewöhnlicher Olaszrizling ,der nur am zweiten Tag, also nach etwas mehr Luftkontakt, ins Beliebige abdriftete, nachdem er seine besonderen Fruchtaromen weitestgehend verloren hatte. Unabhängig davon ein Geheimtipp, den es übrigens nur beim Händler meines Vertrauens gibt. Danke dafür.
Nachtrag, der dann doch sein muss: letztlich rege ich mich dann wie ich finde doch immer zu recht auf, wenn man leichterdings Rizling aufs Etikett schreibt – und dann ist nur Olaszrizling, also Welschriesling und eben nicht Rheinriesling drin. In Ungarn, wo man mit Riesling kaum, mit Olaszrizling dafür umso mehr in Kontakt kommt, mag das wenig ausmachen. Und doch geht es bei dieser Trittbrettfahrerei ums Prinzip. Meiner Meinung nach sollte derlei Irreführung gesetzlich verboten werden.
Wein: betyár Rizling 2008
Weingut, Ort: Skrabski Borászat, Balatonudvar
Rebsorte/n: Olaszrizling
Alkoholgehalt: 13,0% Vol.
Preis: 5,90 EUR (1.600 Ft)
Internet: skrabski.hu
Tags: Balatonfüred-Csopak · Olaszrizling · Skrabski · Weißwein · Welschriesling